ÜBERSETZUNG DER HL. SCHRIFT IN DIE VOLKSSPRACHE
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die Hand gegeben werden. Da aber diese aus nichts so großeBelehrung schöpfen können wie aus den hl. Schriften, so würdees sich sehr empfehlen, die hl. Bücher in der Volkssprache vor-zulesen. Denn wie man den Hebräern ehedem die Hl. Schrifthebräisch, den Griechen griechisch vorlas, da das Alte Testamentin hebräischer, das Neue aber, mit Ausnahme des Matthäus 1 ""und eines Paulinischen Briefes 11 , in griechischer Sprache verfaßtwar, und wie man dann später, als die Römer nicht mehrHebräisch und Griechisch, sondern nur mehr Lateinisch verstanden,die Hl. Schrift ins Lateinische übersetzte, so sollte sie nunmehr,da nicht nur die gewöhnlichen Gläubigen, sondern sogar die großeMenge der Priester und Ordensleute nicht mehr Lateinisch ver-stehen, in die Landessprache übersetzt und zur Erbauung desVolkes vorgelesen werden. Was nützt es denn sonst, jeden TagStücke aus den Evangelien und apostolischen Briefen zu verlesenund Psalmen zu singen, wenn kein Mensch sie versteht? DieScheu vor solcher Übersetzung ist lediglich ein Vorurteil; dennaus der Hl. Schrift spricht stets dieselbe Weisheit zu uns, magsie nun hebräisch, griechisch, lateinisch oder in der Volksspracheniedergeschrieben sein, zudem war der Schritt von der hebrä-ischen und griechischen Ursprache zur lateinischen Übersetzungnicht größer als jetzt der von der lateinischen Übertragung in dievolkssprachliche. Viele Tausende heiliger Nonnen lesen Tag fürTag ihre Psalmen und Abschnitte aus der Heiligen Schrift, ohneetwas davon zu verstehen; welcher Erbauung gehen sie hierdurchverlustig! Dürften wir uns doch hierüber mit Dir, heiligsterVater, mündlich besprechen, um Dir zu zeigen, wie es in derganzen hl. Kirche nichts Notwendigeres, nichts Nützlicheres,nichts Schöneres, nichts der Überlieferung Entsprechenderes gibtals die Übersetzung aller in der Kirche verwendeten Abschnitteder Heiligen Schrift in die Landessprache! Was aber vomGebrauche des Lateinischen beim Gottesdienste gilt, das gilt auchvon den Verträgen, Verkäufen und Käufen, denn nichts wäre zurBeseitigung des lateinischen Elendes (miseria latina) und zurAufklärung des Volkes geeigneter, als wenn die Notare ihreBeurkundungen in der Muttersprache abfassen würden. Warumsollte übrigens Gott, den man in so vielen Sprachen preist, seinLob nicht auch in unserer Zunge verkünden hören, da sich dochauch die afrikanischen, asiatischen und griechischen Völker beim