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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DAS ENGELKLOSTER IN FLORENZ

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Vaters des Vaterlandes, der bei ihm aus- und einging und denSöhnen Romualds seine volle Gunst schenkte. Auch Cosimos En-kel, Lorenzo Magnifico, war ihr besonderer Gönner; erließ seine Söhne, den unglücklichen Peter sowie Johannes,den späteren Papst, und Julian, seinen jüngsten, im Engel-kloster ausbilden und zog sich gerne nach dem den Medici längstverschuldeten Camaldoli zurück, um hier im erquickendenSchatten uralter Wälder der drückenden Sommerhitze der Stadtzu entrinnen und im vertrauten Kreise gleichgestimmter Freundedie berühmten Gespräche über die höchsten Fragen der Philoso-phie und Theologie zu pflegen, welche als dieDisputatio-nes Camaldulenses" auf die Nachwelt kamen". Aber dieFreundschaft der Humanisten und Medici gereichte den Be-wohnern des Engelkloslers nicht zum Segen. Hatten sie sichbisher, dem Willen des Stifters getreu, als strenge Einsiedler be-währt, welche als zeitlebens Eingeschlossene (reclusi), der Welterstorben, in ihren Zellen und Werkstätten büßten und wirkten,so ließen sie sich unter Traversari von Eugen IV. in Kloster-brüder umwandeln, welche an die einsiedlerische Abgeschlossen-heit nicht mehr gebunden waren, dafür aber auch bald tiefer undtiefer sanken und statt zur Erbauung nachgerade zum Ärgernissealler Gutgesinnten dienten 46 .

Ein Ableger des Engelklosters war das Kloster S. Benediktvor den Mauern, aus dem Nachlasse des reichen florentinischenKaufmannes Franz Ricci im Jahre 1400 nahe der PortaPinti errichtet. Alexander Ricci, ein Bruder des Verstor-benen, Mönch bei den Engeln, siedelte auf Grund einer Voll-macht Bonifaz' IX. mit einigen Mitbrüdern nach S. Benediktüber, gegen den ausdrücklichen Willen des EngelpriorsMatthäus, welcher in solchem Umzüge eine grobe Verletzungder den Engeln obliegenden strengen Klausurpflicht erblickte 47 .Derselben Auffassung huldigte Coluccio Salutati, der be-kannte florentinische Kanzler und Humanist. Er überhäufteseinen camaldulensischen Freund Raphael Bonciani,welcher mit Alexander Ricci von den Engeln nach S. Benediktausgewandert war, mit den härtesten Vorwürfen, ja er trug Be-denken, ihm die Eigenschaft eines Mönches noch fernerhin zu-zuerkennen. Denn Alexander sei trotz päpstlicher Vollmacht nichtbefugt gewesen, das Erbe seines Bruders zum Baue eines Klosters

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