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Rheinwein : Bau, Pflege und Ernte des Weines im Rheingau und Rheinhessen ; mit ... einem Verzeichnis der Trauben-, Most- und Wein-Einkäufe seit 1874
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die letzten Abschiedsgrüsse nicht lange und die hier wahr-haft schützenden Decken des Winters, entziehen die Kundschauauf hunderte und aberhunderte von Weinbergen, die, bald ihresSchmuckes beraubt, mit ihren spitzen Rebpfählen nur noch wiedie Lanzenreihen einer griechischen Phalanx erscheinen.

Der Spätherbst zieht heran, die eigentliche Erntezeit amRheine die Zeit in der hier ein doppeltes Leben, ja, eineneue Zeitrechnung beginnt; denn aller Wohlstand des Landes,alle Behaglichkeit des bürgerlichen Lebens und Verkehrs erwächstdem Rheinland aus den Erfolgen und Erträgnissen des Herbstes.

Man mag das Feuer der spanischen, ungarischen, Madeira-und Capwcine preisen, man mag die Burgunder- und Medocweineob ihrer eigenthümlichen Wirkungen vorziehen der poetischsteund anregendste der Weine bleibt der göttergewürzte Nectardes Rheines. Es gibt keinen anderen Rebensaft, der sich, wieerwähnt, der begeisternden Wirkung, der herrlichenBlume"(Bouquet) des rheinischen Weines rühmen könnte.

Und wüssten wir, wo Jemand traurig läge,Wir gäben ihm den Weinl"

Besuchen wir darum gemeinschaftlich die Quellen, an denenman diegöttlichen Tropfen" gewinnt, wir meinen die rebenge-schmückten Berge des Mittelrheines mit ihren grünen, schlankenTrostesspendern, die der Hand des Winzers ungeduldig zu harrenscheinen. Wir verlassen die Eisenbahn und sind mit einem Schrittmitten im Herzen des grossen deutschen Weingartens, mitten indergleichsam durch Gärten unterbrochenen Uferstadt desmajestätischen Rheinstroms" und kaum haben wir das scharfam Ufer herziehende Eisenbahngleis überschritten, so tönt unsschon der hundertstimmige Gesang fröhlicher Winzerinnen undWinzer entgegen. Auf der ganzen Strasse, die wir in der Richtungnach den Weinbergen berühren, herrscht reges Leben. Most-wagen und Winzer mit Kannen und Bütten ziehen hin und her.Ein Trupp rüstiger, blondhaariger Mädchen aus den benachbartenOrtschaften, verlässt eben einen bereits abgelesenen Weinberg undbegleitet uns bergauf.

Von der fröhlichen Stimmung, welche diese Leute trotz ihresnicht allzuhohen Verdienstes schon am frühen Morgen beseelt,