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grünlich schillernde Farbe, welche sich nach und nach in grün-gold verwandelt und erst mit dem Alter dunkler wird. Durcheinen pikanten, trockenen, markirten Geschmack zeichnen sich die„Rheingau er" vor allen anderen Rebsorten aus.
Einer an südliche Weine gewöhnten Zunge sagt in der Regeldie eigentümliche Säure des Rheinweines nicht zu, und diefeineren Sorten kennzeichnen sich denn auch durch den grösserenMangel an Säuregehalt. Kein anderer Wein der Welt aber besitztein Aroma (Bouquet, Blume), das sich dem Duft des echten Rhein-gauers vergleichen Hesse. Nur der Moselwein nähert sich ihmin dieser Beziehung in einzelnen Lagen der feineren Sorten.
Ein Glas alten Rheinweines, rein und gut gehalten, ist einwahrhaftes Lebens-Elixir und in vielen Fällen ein Trost für denArzt wie für den Leidenden, es hilft geschwächte Naturen mehrals jedes andere Mittel anregen und kräftigen. Richtig behandelt,hält sich der Rheinwein Jahrhunderte lang.
Als bewährte, tüchtige Wachtposten schiebt das Rheingauoberhalb und unterhalb des Stromes zwei Rebberge vor, welchezum Ruhme des rheinischen Gewächses wesentlich beitragen. DieWeinberge des Hochheimer und des S ch arlach berger, dererstere eigentlich ein Mainwein, der zweite ein Nahewein, grenzendoch so nahe an die Stromufer des Rheines, dass sie beide auchin dieser Beziehung, wie auf Grund ihres Gehaltes, mit RechtRheinwein genannt werden. Der Hochheimer ist ein voller,kräftiger, dunkelgelber Feuertrank, dessen Edelgewächs vornehm-lich als Dom-Dechant (Lage bei der Kirche des Ortes) bekanntund genannt ist.
„Zu Hochheim wuchs der Held,
Ein Priester ist's, hör' ich den Schenken raunen,
Als Dom-Dechant so rückt er in das Feld,
Man sagt, er ist ein Pfaff von prächt'gen Launen — -
Nie hah' ich so des Krummstabs Macht gespürt.
Hätt' ich mich erst des Teufelskerls entledigt!
Ich gebe gern den Preis, wem Preis gebührt,
Niemals noch hört' ich solche gute Predigt."
(W. Müller.