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Rheinwein : Bau, Pflege und Ernte des Weines im Rheingau und Rheinhessen ; mit ... einem Verzeichnis der Trauben-, Most- und Wein-Einkäufe seit 1874
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Das gesammte, im Ertrag befindliche Land, umfasste im Jahre1881 in den obigen Gemarkungen zusammen: 1799 Hectar.

Das Weinberg -Gelände wird im Rheingau nach der Eutliegeschätzt und verkauft. Es werden zur Zeit in geringeren Lagenetwa 20 Mark per Kuthe bezahlt. 100 Ruthen gleich 1 Morgenoder V* Hectar. Also kostet ein Morgen geringerer Lage etwa2000 Mark, mittlere Lage 4080 Mark die Ruthe, währendfür beste Lagen schon Preise von 120, 150 und sogar bis zu200 Mark für die Ruthe bezahlt worden sind. Nun dient einWeinberg in geringen und mittleren Lagen etwa 25 40 Jahre.(In einzelnen Lagen indessen ist die Lebensdauer der Stöcke sehrschwer berechenbar.) Im Rüdesheimer Berg gibt es Orleans-Bestände, deren Alter weit über Menschengedenken reicht.

Nach einer gewissen Frist muss der Wingert ausgehauen undwieder neu angerodet werden. Diese Neuroduug (Anpflanzung)stellt sich für gute Lagen an Kosten auf mindestens 200 Markund höher per Morgen; bei nöthigen Planirungen des oft miss-lichen Terrains, kostet sie häufig das doppelte und dreifache derangegebenen Summe. Der Weinberg bedarf aber, ehe dieseNeu-Anrodung vorgenommen werden kann , 'einer fast vier-jährigen Ruhe. Während nun der Morgen (ca. 2500 Weinstöeketragend) durchschnittlich nur ein halbes Stück Wein (600 Liter)im Jahre gibt, erwachsen dem Weinbauer ausser der Beschaffungseiner nothwendigsten G-eräthsehaften: Karst, Bütten, Legel,Messer, Scheeren, Kufen, Bottichen, Körben u. s. f., noch anderebedeutende Unkosten und zwar für Arbeitslohn, Pfähle, Strohund Weiden zum Binden, Fuhr- und Trägerlohn beim Düngen,Erhaltung der Terrassen- und Einfriedigungsmauern, Lohn währendder Ernte, Kelterkosten, Auslagen für Fässer und Kellerung undvor allem für Dung, da ein guter Weinberg alle drei Jahre einmaltüchtig gedüngt werden muss. Durchschnittlich stellt sich dieAusgabe für Dung allein auf 100 Mark für den Morgen.

Von den ziemlich hohen Beträgen der verschiedenen Steuernsehen wir hierbei ab, sie machen indess mit den Kosten für Ver-zinsung ein beträchtliches Sümmchen aus; auch erhalten dieArbeiter reichlich Wein bei den leichteren Arbeiten einenSchoppen, bei den schwierigeren oft ein Liter täglich und für

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