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Sibert, Propst von Wissel, Cleve, S. Cunibertin Köln und Oldensaal, Wolter und Arnold, die alsInhaber Xantener Präbenden vom Kapitel ein Bastu-nium d. h. eine zeitweilige Entbindung von der Resi-denzpflicht erhalten hatten, der S. Viktorskirche ihrübliches Geschenk und zwar sechs kostbare Gewebe,die noch jetzt eine Zierde des Chorgestühls bilden.Unter den Heiligen, deren Bildnisse den Teppicheneingewebt worden sind, finden wir an der Evangelien-seite zwischen Clemens Papa — Patron inWissel — Plechhelmus — Patron in Oldensaal— Nicolaus — Patron in Calcar — Maria Mag-dalena — Patron in Goch — auch unsern Luthardmit dem Heiligenschein, in der einen Hand eine Kirche,in der anderen den Schild mit dem Clevischen Lan-deswappen, mit der Unterschrift Sanctus Lythardus. 1In der uralten Kapelle (capella conversorum)in Camp bei Rheinberg, worin die um 1189 gestorbeneGräfin Aleidis einen Altar zu Ehren des h. JohannesEvang. und des h. Servatius stiftete, fand der Ge-schichtsschreiber Jongelinus . „auf der Wand denNamen des seligen Luthardus, eines ClevischenGrafen, der heilig im Leben und rein in Sitten, mitmildestem Licht den Seinigen vorangeleuchtet." 2Sollte diese Inschrift S. Luthardus nicht etwa in der-selben Zeit angebracht worden sein, wo die GräfinAleidis die Kapelle dotirte und mit Ornamenten ver-sah? Wäre dies der Fall, dann ist es nicht unwahr-scheinlich, dass damals auch die Reliquie des h.Luthard, die das Camper Reliquien-Verzeichniss von1472 vermeldet, durch Vermittelung derselben Gräfinund ihrer Söhne Diedrich und Arnold von Wissel nach
1 Beissel, Baugesch. der Kirche des h. Victor 222.1 Schölten, Cleve 425.