Beiträge zur Geschichte von Wissel und Grieth und zur Genealogie Niederrheinischer Geschlechter von Dr. Robert Schölten, Religionslehrer am Königl. Gymnasium in Cleve. Selbstverlag des Verfassers. Cleve 1889. Druck der Fr. Boss'schen Buchdruckerei. Vorwort. Herr Dr. G. Terwelp aus Wissel, Progymnasiallehrer in Andernach, überraschte im Jahre 1877 seine Landsleute mit einer kleineren aber verdienstvollen Arbeit über die Geschichte seiner Heimathsstätte, die er unter dem Titel »Geschichtliche Nachrichten über Wissel im Kreise Cleve« bei Winfried Romen in Wesel hat drucken lassen. In der Zwischenzeit sammelte sich bei mir gar manches Material an, das mir geeignet schien, die von Terwelp gebrachten Nachrichten zu ergänzen und zu bereichern. Ich glaubte dieses um so weniger zurückhalten zu sollen, als Wissel zu den ältesten und ehrwürdigsten christlichen Ortschaften des Niederrheins zählt und das Zweitälteste Stift in der alten Grafschaft Cleve besass, dessen Urkundenschatz bis auf geringe Spuren bis zur Stunde verschollen ist und auch wohl für immer verschollen bleiben wird. Mit den Nachrichten über Wissel verknüpfte ich Beiträge zur Geschichte des Städtleins Grieth, da beide Orte in bürgerlicher und kirchlicher Beziehung eng mit einander verbunden waren. Und um das Büchlein für die Geschichte des Niederrheins überhaupt fruchtbarer zu machen, benutzte ich jede Gelegenheit, Beiträge, für die Geschichte Niederrheinischer Geschlechter und Ortschaften zu liefern. Cleve, im April 1889. Der Verfasser. IN) I. Die Stiftung der Kollegiatkirche in Wissel. Clemens Romanus ihr ursprünglicher Patron. Luthard ihr Stifter. Die Heiligkeit desselben. Graf Eberhard von Cleve und seine Gemahlin Bertha gründeten mit ihren Söhnen Luthard und Berengar zwei Klöster oder Stifter, das eine für Kanoniker in Wissel, das andere für Kanonissen in Neuss. Luthard, der dem Vater in der Grafschaft folgte, vollendete das Kanonikat in Wissel, starb im Rufe der Heiligkeit nach Einigen 881, nach Anderen 886 und wurde in der Kirche zu Wissel beigesetzt und heilig gesprochen. So lauten die sagenhaften Berichte der älteren Clevischen Geschichtsschreiber. 1 Diese sowohl als auch die bekannten Inschriften in den Kirchen zu Wissel und Neuss verlegen im Widerspruch mit ihren eigenen näheren Zeitangaben die Stiftung beider Ka- nonikate anstatt in die Jahre 850 bis 864 in das Jahr 825. Von der Inschrift im Chore der S. Quirinskirche in Neuss besitzen wir eine notarielle Abschrift aus dem Jahre 1449. Sie lautet: Anno incarnationis do- mini DCCCXXV [VIII c et XXV] Everardus comes Cliuensis et Bertha uxor sua, nobilis matrona de stirpe Karoli magni regis, et Luthardus comes, Berengerus episcopus Tullensis (Tullien.), filii eorum, eonstituerunt duas congregationes ecclesiarum, unam in Wisschel ordinis canonicorum et aliam in Nussia (Nuyssya) 1 Seibertz, Quellen II, 1U, u. III, 331. Schölten, Gert v. d. Schuren S. 48. 6 ordinis canonicarum sub Gunthero archiepiscopo Co- loniensi tempore Ludowici regis Francorum, qui fuit filius Ludowici (L. fehlt) pii et nepos Karoli magni indictione tertia. 1 Bis auf das Eingeklammerte stimmt mit dieser Inschrift eine etwas ältere, die uns der Notar Wilhelm Ysenbrand aus Cleve, der eine Hilla von Wissel zur Frau hatte, in seiner Urkundensammlung aus den Jahren 1367 bis 1444 zu dem Jahre 1441 aufbewahrt hat. 2 Mit beiden harmonirt das alte Chronikon, das in der Wisseier Kirche aufbewahrt und dort 1450 von dem Herzoglichen Sekretär Gert van der Schuren abgeschrieben wurde. 3 Dürften wir dieses Wisseier Chronikon als die gemeinsame Quelle für die Inschriften und die Berichte der Chronisten ansehen und der Interpunktion desselben bei Seibertz folgen, dann wäre der Irrthum in der Datirung aufgeklärt. Seibertz interpunktirt nämlich: Post hunc (Baldewin.) secutus est Lodewicus de Francia . . . anno incarnationis domini 925 (825). Everhardus comes, uxor sua Berta nobilis matrona de stirpe Caroli M. regis, Lutardus comes et Berenga- rius episc. Tüllen., filii eorum u. s. w. Allein, wie dem auch sein mag, der Irrthum in der Zeitangabe berechtigt nicht, die gemeldete Thatsache selbst zu verwerfen. Wir sehen überhaupt von allen Zweifeln, die hier sich aufdrängen, ab, da diese anderwärts genug be- 1 Lacombl. Arch. II, 331. 2 Papierhandschr. in fol. im Xant. Pfarr-Arch,, eingetragen als Liber quond. notarii Lamberti. 3 Schölten, a. a. 0. S. XI. Eine Papier - Handschrift in ■4° Nr. 56 im Fürstl. Arch. zu Anholt aus dem 15. Jh., die ausser der series Pontificum Rom., der Köln., Lüttich., Utrecht. Bb. eine kurze Chronik des Geldernschen u. Clevischen Hauses enthält, gibt eine fast wörtliche Uebersetzung der Inschrift auf S. CCXLII. sprochen worden und aus Mangel an urkundlichem Material zur Zeit nicht vollends zu lösen sind, und beschränken uns auf die Fragen: 1) Kann um die Mitte des neunten Jahrhunderts von der Stiftung eines Kanonikates in Wissel überhaupt die Rede sein? 2) Was sagen die vorhandenen urkundlichen Nachrichten zur Stiftung eines solchen Kanonikates durch Luthardus? was zur Heiligkeit des Stifters? Wissel gehört nach allgemeiner Annahme zu denjenigen kirchlichen Gemeinden, die, wenn nicht vom h. Willibrord selbst, dann doch von einem seiner Schüler gestiftet worden sind. Patron der dortigen Kirche ist der h. Clemens, durch Urkunde von 1192 als solcher bezeugt. Streitig ist, ob darunter der Papst und Märtyrer Clemens von Rom oder der h. Willibrord, der unter dem Namen Clemens vom Papst Sergius I. zum Erzbischof geweiht wurde, zu verstehen ist. Thatsächlich verehrt seit mehreren Jahrhunderten die Wisseier Kirche Clemens von Rom als Patron. Möglich ist es jedoch, dass das ursprüngliche Patrocinium durch ihn verdrängt worden ist, wie es z. B. in Rindern und Millingen in der Hetter der Fall ist, wo die Patro- cinien des h. Petrus und des Evangelisten Johannes durch die des h. Willibrord und des h. Quirin verdrängt worden sind. Wir vertraten früher die Ansicht, dass durch den einflussreichen Wisseier Propst Wessel Swartkop, der sich notorisch für die Verehrung des h. Clemens von Rom lebhaft in- teressirte, das Patrocinium des h. Willibrord in Wissel beseitigt sein möchte. 1 Auf Grund älterer Zeugnisse müssen wir jedoch diese Ansicht preisgeben und uns 1 Der Niederrhein 1878, S. 172, 8 für die Ursprünglichkeit des Patrociniums des h. Clemens von Rom entscheiden. Zunächst finden wir in dem vom Wisseier Kanoniker Albert op den Kelre 1460 abgeschriebenen Calendarium der Kirche unter dem 23. November mit Rothschrift vermerkt: „Clementis martyris patroni. 9 lect." und unter dem 28. November: „Octava Clementis. 9 lect.". Ausserdem notirt er am 26. Mai: „Commemoratio Sei. Clementis 9 lect." Ein Fest des h. Willibrord findet sich hingegen im ganzen Calendarium nicht. Wäre unter Propst Swartkop 1401 —1442 anstatt Willibrord der h. Clemens Rom. Patron geworden, so würde nach so kurzer Zeit das Andenken an den ursprünglichen Patron doch irgendwie bewahrt worden sein. Dass aber bereits vor dem genannten Propst der h. Clemens Rom. Patron war, davon überzeugen uns die älteren Kirchensiegel, die einer Urkunde vom 25. o. 26. Febr. 1383 anhingen und in einem Transsumt 1 vom 30. Juni 1418 durch den vorerwähnten Notar Ysenbrand folgendermassen beschrieben werden: „Das zweite Siegel war oval und von grünem Wachs; in der Peripherie war diese Schrift eingeschnitten: Siegel der S. Clemenskirche in Wischele, und in der Mitte das Rild eines aufrecht stehenden Mannes mit Buch und Stab in den Händen." Den spitzovalen Originalstempel mit Oehr aus Rothbronce (l 1 h zu ö 1 /* ctm) dieses Siegels erwarb der Verfasser in Cleve und übergab ihn dem Pfarrarchiv in Wissel. Er gehört dem 13., wenn nicht dem 12. Jahrhundert an; Reste eines Abdruckes befinden sich an einer Urkunde von 1303 im Königl. Staats-Archiv zu Düsseldorf. 2 Einen etwaigen Zweifel, V 1 Lib. quond. not. f. L. 2 Cleve-Mark N. 100. V den dieses Siegel 1 hinsichtlich des darin dargestellten Patrons mit Buch und Palme (nicht Stab) noch übrig lassen sollte, beseitigt vollends das andere Siegel, das der vorerwähnten Urkunde anhing und also beschrieben wird. „Das vierte von demselben Brief herabhangende Siegel war rund und klein und von grünem Wachs; es hatte als Umschrift: Siegel des Pfarrers in Wischel; in der Mitte war das Bild eines Mannes ausgestochen, der einen Anker in der Hand hatte." 2 Ausser diesen beiden Siegeln sind uns Abdrücke von vier anderen runden Siegeln erhalten; davon zeigt das eine von der Grösse eines Thalerstückes das Brustbild eines Heiligen mit spitzer Mitra (gleich- schenklich), einem offenen Buch in der Linken, einer romanischen Kirche in der Rechten und der Umschrift in Majuskeln: Sigillum sei. Clement, ad causas. Das zweite Siegel von der Grösse eines fünf Pfennigstückes enthält ebenfalls die Büste eines Heiligen mit gleicher Mitra; von seiner Legende nur noch ani (decani) de vorhanden; es hängt einer Urkunde von 1344 an. Das dritte Siegel von der Grösse eines fünf Markstückes ist das Schöffensiegel von Wissel- ward 3 vom Jahre 1431; es führt im Schilde einen Anker und an beiden Seiten desselben ein Antoniuskreuz (crux commissa); als Schildhalter ist Papst Clemens in vollem päpstl. Ornat dargestellt, der mit 1 Siehe Tafel Nr. 1. 2 Siehe Urk. Nr. V. 3 1428 hatten die Schöffen noch kein eigenes Siegel, wohl 1431 Freitags nach Reminiscere. Was die beiden Antoniuskreuze auf dem Siegel bedeuten, wissen wir nicht; es sei denn, dass in Wisselward eine Antoniusbruderschaft bestanden, oder dass es dort, wie ein hiesiges Lagerbuch meldet, eine eigene Kapelle oder Kirche gegeben hat, wovon sich jedoch sonst keine Spur entdecken lässt, 10 der Linken den Schild, mit der Rechten ein Buch hält; über die linke Schulter ragt das Doppelkreuz hinaus; die Legende in goth. Minuskeln lautet: Sigillum scabinorum de Wysschellerwert. 1 Das vierte und jüngste von der Grösse einer Mark stellt nur einen Anker dar mit der Umschrift: Sig. minus capituli Wisschel. Demnach ist Clemens Romanus als ursprünglicher Patron der Kirche in Wissel anzusehen; denn sonst müssten wir annehmen, dass der ursprüngliche Patron, der selbstredend nicht der h. Willibrord selbst gewesen sein kann, durch das Pa- trocinium des h. Willibrord unter dem Namen Clemens und dieses wiederum durch das des Papstes und Märtyrers Clemens verdrängt worden sei. Das Patrocinium des h. Clemens von Rom spricht aber für das hohe Alter der Wisseier Kirche. Nach Beda V, cap. 11 ist Willibrord am Fest der h. Caecilia (22. November) in deren Kirche, nach Alcuin cap. 7 am folgenden Tage, dem Feste des h. Clemens Rom. in der S. Peterskircl e zu Rom durch Papst Sergius I. unter dem Namen Clemens zum Erzbischof ordinirt worden. Alberdingh Thym sucht diesen Widerspruch durch die Annahme in Einklang zu bringen, dass Willibrord am 22. November in der Kirche der h. Caecilia seine Ernennung, seine Consekration aber am Tage des h. Clemens in der Hauptkirche erhalten habe, weil dergleichen Feierlichkeiten in der Regel in S. Peter stattfanden, wo der künftige Bischof auf die Reliquien der Apostelfürsten seinen Eid ablegen musste. Ist aber Willibrord am Tage des h. Clemens zum Bischof geweiht worden, sollte er dann nicht zum Andenken daran einige Kirchen ihm zu Ehren ge- 1 Siehe Tafel Nr. 3 und 4, 11 gründet haben? So schenkte die h. Irmina, Tochter des Königs Dagobert, laut Urkunde von 696 oder 699 dem h. Willibrord oder Echternach ein Dorf Namens Berge im Zülpichergau. } Im liber valoris heisst das Dorf Berge Willibrordi; die Kirche daselbst ist dem h. Clemens geweiht. 2 Auch die Kirche in Fischein (Vischele) bei Crefeld, die sehr alt ist und auf einem Fränkischen Herrenhof erbaut sein soll, der muth- masslich der S. Clemenskirche in Wissel gehörte, ist dem h. Clemens dedicirt. 3 Die Glocke in der Pfarrkirche zu Kellen mit ihrer Inschrift: Sanctus Clemens, patronus ecclesie Wischelensis. Willibrordus vocor. Johannes de Hin- them me fecit anno domini 1438 kann mit unseren urkundlichen Nachrichten nicht in Widerstreit kommen. Wir möchten die Glocke als ein Geschenk des Wisseier Propstes Wessel Swartkop an die Gemeinde Kellen betrachten. Swartkop, der in Cleve residirte, war zweifelsohne auf dem noch jetzt bekannten Hofe „Swartkop" in Kellen geboren und hatte dort viele und grosse Liegenschaften. Diese Beziehungen zu Kellen mögen ihn veranlasst haben, der Gemeinde das Geschenk zu machen. Als Geschenkgeber kennzeichnete er sich in der Aufschrift der Glocke hinlänglich durch S. Clemens, patronus ecclesiae Wischelensis, und zwar wegen seines Eifers, den er für die Verehrung des Papstes und Märtyrers Clemens bekundete. So ist auf der grössten Glocke in der Stiftskirche zu Cleve, die 1428 von demselben Meister gegossen wurde, der Zusatz Clemens zu den Patronen der Kirche und des Kapitels 1 Martene, Coli. ampl. I, 9. 2 Bint. u. Moor. I, 169. 3 Annalen 25. H. ; 181, u. 28. H., 285—287. L^B ■HmmnH 12 ganz gewiss dem Propst Swartkop, der auch wohl einen Theil des Deficits nach dem Guss der Glocke gedeckt hat, zuzuschreiben. Thatsächlich erhöhte er die Clemensfeier in der genannten Stiftskirche zu einem Fest erster Klasse. Taufen liess er die für Kellen bestimmte Glocke mit dem Namen des Patrons der dortigen Kirche. 1 Nach allgemeiner Annahme existirte demnach im achten Jahrhundert in Wisset eine Kirche, die um 864, wie die Xantener, durch die Normannen zerstört, oder durch die Hoehfluth von 860 2 abgetrieben, oder überhaupt durch den Stifter des dortigen Kanonikates durch eine neue und grössere ersetzt worden sein mag. Das gemeinsame Leben der Geistlichen an den bischöflichen Kirchen hatte im Fränkischen Reich auf der Aachener Reichstags-Synode von 816 die förmliche Sanction der Kirche und des Reiches erhalten. Kaiser Ludwig I. hatte durch den Diakon Amalarius von Metz eine umfassende Anweisung zu diesem Leben ausarbeiten lassen, die in Aachen genehmigt und allen Bischöfen zur Ausführung empfohlen wurde. Mit einer gewissen Begeisterung wurde das Institut nicht bloss an den bischöflichen Kirchen, sondern auch in Pfarreien eingeführt. Fränkische Grosse, insbesondere solche, die sich die Gunst des Kaisers erwerben oder erhalten wollten, konnten leicht auf den Gedanken kommen, in Ortschaften, die ihr Interesse erregten, kleinere Kanonikate zu errichten. In dieser Lage mögen Graf Eberhard und sein Sohn Luthard als Gaugrafen (missi) gewesen sein, wobei es uns gleichgültig erscheint, ob Beide in das Gebiet von Neuss und ihre Frauen etwa in das von Cleve gehörten oder 1 Schölten, Cleve 292, 442 u. 443, 8 Holl. Kronyk f. 87. 13 umgekehrt. Die Möglichkeit der Gründung eines Kano- nikates in Wissel im Laufe des neunten Jahrhunderts kann demnach nicht beanstandet werden. Hören wir nun, was die vorhandenen urkundlichen Nachrichten über den Stifter des Kanonikates in Wissel sagen. So spärlich diese auch sind, so viel steht fest, dass die Grafen von Cleve sich als Gründer desselben betrachteten und daraus das Recht herleiteten, sämmtliche Stellen an der dortigen Stiftskirche zu vergeben. So hebt Graf Johann eine Urkunde von 1353, worin er die Privilegien des Kapitels bestätigt, mit den Worten an: „Wir Johann, Graf von Cleve, machen kund, dass wir in Anbetracht des Wohlwollens, das uns für den Dechanten und das Kapitel der Kirche in Wissel und die Kirche selbst, die durch unsere Vorfahren fundirt und dotirt worden ist, beseelt u. s. w. Und die Stiftsherren selbst erkennen dieses dankbar an und appelliren an die Grafen nicht etwa als an ihre Schirmvögte, sondern als an ihre Stifter. Ihr Zeugniss ist um so wichtiger, als sie an dem lebendigen Strom der Ueberlieferung sassen, und auch von ihnen das Wort gilt „Der Mönch stirbt nicht". Diese Ueberlieferung aber nannte ihnen keinen anderen Stifter als den h. Luthardus. Die Heiligkeit des Luthard ist allerdings stark bezweifelt worden; wir fügen deshalb den von Terwelp beigebrachten Zeugnissen eine Reihe älterer hinzu, die, mindestens theilweise, zugleich die Tradition der Kirche in Wissel über ihren Stifter darthun. Zunächst ist jedoch festzuhalten, dass wir in Luthard jedenfalls nur einen Lokalheiligen erblicken dürfen, wie es deren in Klöstern Viele gibt. Er lebte und starb eben in einer Zeit, wo die feierliche Kanoni- sation durch den Papst noch nicht stattfand, die B&3 14 Seligsprechung vielmehr durch die Bischöfe oder durch die Diöcesansynoden vorgenommen wurde. Derartige Heiligsprechungen hatten selbstredend nur eine partikulare Wirkung d. h. die Verehrung solcher Heiligen blieb mit wenigen Ausnahmen auf die betreffende Diöcese oder auf bestimmte Kirchen beschränkt. 1 Deshalb kann und darf man Luthard nicht im Martyrologium Romanum oder in Verzeichnissen allgemein anerkannter Heiligen suchen wollen. Der durch seine Clio Menapia bekannte Kanoniker und Dechant Petrus Verhagh an der Stiftskirche zu Cleve traf 1629 die Bestimmung, dass „zur Zierde der Kirche und der Stadt nach dem Beispiel Anderer das Fest des h. Luthardus als eines Fürsten vom heimathlichen Boden in der Kollegiatkirche zu Cleve fortan (am 15. September) als festum compositum" d. h. als Fest höherer Klasse mit 9 Lektionen, gefeiert werden sollte. 2 Für den Vorabend stiftete er eine Rekreation (propina) von 4 Quart Wein, die nach der Vesper in der Sakristei genommen wurde. 3 Für das Fest selbst verfasste er mehrere Hymnen und eine sogenannte Prosa vel Sequentia. Es erhellt aus der vom Dechanten Verhagh getroffenen Bestimmung nicht mit Sicherheit, ob er das Fest in die Stiftskirche zu Cleve erst eingeführt oder das bereits vorhandene nur erhöht habe; sie ist übrigens insofern von Belang, als wir aus ihr erfahren, dass auch in anderen Kirchen das Fest des h. Luthard mit besonderer Feier begangen wurde. 1520 verehrten drei leibliche Brüder van Ryswick, nämlich 1 Vergl. Aschbach, K. Lex. I, 915. Schmid, Liturg. III, 350. Hefele, K. Lex. III, 649, 696. 2 Schölten, Cleve 425, N. 1. 3 Stifts-Arch. in Cleve. 15 Sibert, Propst von Wissel, Cleve, S. Cunibert in Köln und Oldensaal, Wolter und Arnold, die als Inhaber Xantener Präbenden vom Kapitel ein Bastu- nium d. h. eine zeitweilige Entbindung von der Residenzpflicht erhalten hatten, der S. Viktorskirche ihr übliches Geschenk und zwar sechs kostbare Gewebe, die noch jetzt eine Zierde des Chorgestühls bilden. Unter den Heiligen, deren Bildnisse den Teppichen eingewebt worden sind, finden wir an der Evangelienseite zwischen Clemens Papa — Patron in Wissel — Plechhelmus — Patron in Oldensaal — Nicolaus — Patron in Calcar — Maria Magdalena — Patron in Goch — auch unsern Luthard mit dem Heiligenschein, in der einen Hand eine Kirche, in der anderen den Schild mit dem Clevischen Landeswappen, mit der Unterschrift Sanctus Lythardus. 1 In der uralten Kapelle (capella conversorum) in Camp bei Rheinberg, worin die um 1189 gestorbene Gräfin Aleidis einen Altar zu Ehren des h. Johannes Evang. und des h. Servatius stiftete, fand der Geschichtsschreiber Jongelinus . „auf der Wand den Namen des seligen Luthardus, eines Clevischen Grafen, der heilig im Leben und rein in Sitten, mit mildestem Licht den Seinigen vorangeleuchtet." 2 Sollte diese Inschrift S. Luthardus nicht etwa in derselben Zeit angebracht worden sein, wo die Gräfin Aleidis die Kapelle dotirte und mit Ornamenten versah? Wäre dies der Fall, dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass damals auch die Reliquie des h. Luthard, die das Camper Reliquien-Verzeichniss von 1472 vermeldet, durch Vermittelung derselben Gräfin und ihrer Söhne Diedrich und Arnold von Wissel nach 1 Beissel, Baugesch. der Kirche des h. Victor 222. 1 Schölten, Cleve 425. 16 Camp gekommen ist. Das Vorwort zu dem genannten Verzeichniss bemerkt ausdrücklich, dass man sich in demselben strikte an der Autorität und Schreibweise der Vorväter gehatlen habe. In eben jener Zeit waren in der Xantener Kirche die Gebeine eines Märtyrers aus der Thebäischen Legion und der Gesellschaft des h. Viktor durch den Erzbischof von Köln gefunden und an Kloster Camp jedenfalls nicht ohne Zustimmung des Xantener Dechanten und Kapitels geschenkt worden. Dieser Dechant Namens Wilhelm war aber zugleich Propst von Wissel und bezeugte in seiner letzteren Eigenschaft den Akt, wodurch das Clevische Haus im Einverständniss mit dem Kölner Erzbischof die grosse Insel Hoen zwischen Wissel und Rees 1188 an das Kloster schenkte. Der Dechant war demnach dem Kloster Camp gewogen; wird er als Propst von Wissel der Gräfin Aleidis, die zu den besonderen Wohlthätern des Wisseier Stiftes zählte, für die Kapelle in Camp nicht gerne eine Reliquie des h. Luthard geschenkt haben? Diesen Fall angenommen, wäre die Reliquie kaum 300 Jahre nach dem Tode Luthard's nach Camp gekommen, und wäre man bereits damals von der Heiligkeit des Luthard in Wissel überzeugt gewesen. In der Stiftskirche zu Wissel selbst wurde das Fest des h. Luthard um die Mitte des 15. Jahrhunderts als ein Fest erster Klasse mit Octav gefeiert. Albert op den Kelre notirt nämlich in dem von seiner Hand 1460 geschriebenen oder vielmehr abgeschriebenen Kalendarium der Wisseier Kirche am 15. September mit rother Tinte: Festum Luthardi Comitis Cliuensis patroni et fundatoris ecclesie in Wisschel et dividentur inter presentes VIII scuta und am 19. September: Hie antieipatur oetava Luthardi, wahrscheinlich weil die Octav 17 mit den Festen des h. Matthaeus und des h. Mauritius und seiner Genossen collidirte. Als etwas älterer Zeuge für die Heiligkeit des Luthard tritt die Gemeinde Wissel durch ihr Schöffensiegel auf, das den ersten Decennien des 15. Jahrhunderts angehört. Es stellt mit der Umschrift: S(igillum) schabinorum: in Wysschel: in gothischen Minuskeln den Luthard dar in kurzem Panzerhemd, das Haupt vom Heiligenschein umgeben, in der Linken eine Kirche, mit der Rechten einen gespaltenen Schild haltend, der in der einen Hälfte das Clevische Landeswappen, in der anderen drei nicht ausgeprägte Objekte hat. x Nach diesem Siegel ist im Jahre 1626 ein neuer noch vorhandener silberner Stempel gemacht worden, der in der fraglichen Hälfte des Schildes 3 ( 2 /i) Gleven führt und die Legende hat: S. sceabini. in. Wissel. 26. Alle Zweifel werden übrigens vollends beseitigt durch das urkundlich erwiesene Vorhandensein einer alten Lutharduskapelle und Vikarie in der Stiftskirche zu Wissel. In dieser Kapelle wurden von 1413 an nachweislich mehrere notarielle Akten gethätigt. So heisst es am 13. März genannten Jahres: Acta in capella sancti Luthardi confessoris und am 27. April 1420: Acta sunt hec in Wischel in ecclesia ibidem in capella sancti Luthardi. 2 Unter dieser Kapelle haben wir uns einen in der Kirche aufgestellten, dem h. Luthard geweihten Altar zu denken, wie eine für unseren Zweck wichtige Urkunde vom 18. Februar 1413 darthut. Ritter Everhard von Wissel vermacht darin zur Vermehrung der Einkünfte des dem h. Luthard 1 Siehe Tafel Nr. 2. 2 Lib. quond. not. 18 ais Stifter der Kollegiatkirche geweihten Altars sowie der Bezüge des zeitigen Rektors desselben jährlich fünf alte Goldschild. Der Rektor solle diese aus gewissen, in der Pfarre Wissel gelegenen Zehnten, die der Geschenkgeber von der Kirche in Wissel in Erbpacht habe, erheben, jedoch nur unter den Bedingungen, dass er Priester sei, re- sidire und wöchentlich drei Messen an dem Altar lese; widrigenfalls solle das Kapitel die Renten einziehen und Messen lesen lassen, ohne jedoch diejenigen Einkünfte, welche bereits früher für den Altar vermacht worden seien, anzutasten. 1 Die Zehnten selbst, woraus Ritter Everhard die fünf Schild anwies, lernen wir aus einer Tags vor Allerheiligen 1370 datirten Urkunde kennen. Danach hatte Ritter Wilhelm von Wiss~el, wie vor ihm sein Vater Ritter Everhard und dessen Voreltern, für den Zehnten der ganzen Rheininsel, welche Wilhelm in der darauf gelegenen Burg bewohnt hatte und nunmehr von Clapperskule aus zu bewohnen vorhatte, jährlich 12 Malter Gerste an die Kirche und das Kapitel in Wissel entrichtet. Seitdem aber die Insel im Anwuchs begriffen war, habe das Stift sowohl von Everhard als von Wilhelm für diesen Anwuchs die Novalzehnten vergebens gefordert, bis durch Vermittelung des Wisseier Kanonikers Albert von Blitterswick Ritter Wilhelm sich nunmehr herbeigelassen habe, noch 15 Mark Brab. jährlich zu zahlen. Davon sollten jedoch 3 Mark zu Jahrgedächtnissen für Everhard und dessen Vater Wilhelm und deren Ahnen verwandt werden. Das Kapitel räumte ihm seinerseits noch einen kleinen 1 Siehe Urk. Nr. VI. 19 Novalzehnten von einem der Stadt Grieth gegenüber gelegenen Erbe ein, das der Landesherr zu annektiren bemüht war. 1 Das Resultat, das wir gewonnen haben, ist demnach dieses: Sowohl das Clevische Haus als auch das Kapitel haben von jeher Luthard als Stifter des Kanonikates in Wissel angesehen. Das Kapitel hat ihn stets als Heiligen verehrt, und die vornehmsten Kirchen der alten Grafschaft traten ihm bei. Es war dem Luthard in Wissel ein Altar dedicirt, von dem 1413 gesagt werden konnte, dass er von Alters her (ab olim) fundirt worden sei. Zur Errichtung dieses Altares bedurfte das Stift die Genehmigung des Diö- cesanbischofs; nie und nimmer würde dieser aber die Genehmigung ertheilt haben, wenn das Stift nicht zuvor den Beweis erbrächt hätte, dass Luthard wirklich ein Lokalheiliger (beatus) sei. Den sagenhaft eingekleideten Inschriften zu Wissel und Neuss liegt demnach ein geschichtlicher Kern zu Grunde; es ist zu hoffen, dass dieser mehr und mehr zu Tage treten wird. Was Neuss anlangt, entdeckte Rektor Aldenkirchen in der Brüstungsmauer der südlichen Empore der heutigen, in den ersten Decennien des 13. Jahrhunderts erbauten S. Quirinskirche einen bisher unbeachtet gebliebenen Memorienstein, der dort als Deckstein verwandt worden ist und aus einer älteren Kirche herrührt. Dem Character der Inschrift und der Verzierung nach gehört er dem 9. Jahrhundert, also der Zeit an, wo das Stift für die Kanonissen zufolge der Inschrift gegründet worden ist. Bei der Austiefung des Fussbodens der Quirinskirche, der wie bei den meisten Kirchen nach und nach erhöht worden war, stiess man unter der ursprünglichen 1 Siehe Urk. Nr. IV. 2* 1 E ^"Sä? mmm IlflllPil ®mt&& 20 Flur bei Anlage eines Gasrohres auf einen gemusterten und ungeschickt restaurirten Sinter-Platten-Belag, der nur von einer Kirche herrühren kann, die nicht nur älter ist als die jetzige, sondern auch älter als die dem 11. Jahrhundert angehörige Krypta. Die bei dieser Gelegenheit gefundenen Amphoren aus gebranntem gelben Ton weisen ebenfalls auf die Karolingische Zeit zurück. Auch ist die Annahme nicht unbegründet, dass wir in dem Steinsarg, der bei Austiefung des Fussbodens vor dem Hauptaltar der Krypta zu Tage gekommen und an der Fundstelle tiefer eingelassen worden ist, auf das Grab Everhard's und seiner Gemahlin zu erkennen haben. i Hoffentlich werden auch in Wissel Steine und Boden einmal Zeugniss ablegen; ein Anfang ist dazu bereits gemacht. 1882 stiess nämlich der Oekonom Peter Verweyen auf Caldenhoven in den alten Wisseier Sanddünen bei dem Abfahren eines Hügels in beträchtlicher Tiefe auf einen weissen behauenen Sandstein in der Form eines romanischen Kapitals, auf dessen Platte sich die Inschrift befindet: f Obiit He(nricus) de Warit Kalendas Maii in Christo. Zwei Jahre später etwa fand- man auf dem Speicher der Kaplanei in Wissel einen 0,25 langen und 0,18 breiten, leider vorn und unten behauenen Basaltstein mit muschelförmigen Verzierungen an den Ecken und der Inschrift: VIII Kai. (J)unii obiit The(odericus). Bequiescit in titulo. Beide dem Bonner Museum überwiesene Steine sind offenbar Memoriensteine besonderer Wohlthäter der Kirche, wie wir solche in Kellen, Till und Hoch-Mehr antreffen. Sie datiren aus einer Kirche in Wissel, die älter ist als die jetzige. Prof. aus'm Weerth 1 Bonner Jahrb. 74, S. 81 — 89 u. 194 — 81, S. 224 — 227. Westd. Monatsschr. VI, 354 u. ff. 21 versetzt den ersten Stein mindestens in das 12. Jahrhundert, hält aber dafür, dass er wahrscheinlich noch früher zu setzen ist. Ist diese ältere Kirche in Wissel etwa durch die Hochfluth von 860 abgetrieben oder durch die aussergewöhnliche Ueberschwemmung des Jahres 1014, die alle Deiche und Dämme überstieg? 1 Ist auf letztere etwa auch die Entstehung der Dünen und die Ablagerung des Memoriensteines in denselben zurückzuführen ? Vielleicht stösst man in Wissel noch einmal auf die Trümmer des 1765 weggeräumten Grabmals des h. Luthardus; denn es ist nicht unwahrscheinlich, dass man diese auf dem Kirchhof oder in dessen Umgebung vergraben hat; in Bedburg hat man es mit den zerstörten Grabmälern der Clevisehen Grafen so gemacht. In der älteren Kirche zu Wissel diejenige erkennen wollen, worein im Anfang des elften Jahrhunderts die Leute des Grafen Balderich von Uplage vor der Gewalt des Grafen Wichman von Westfalen flüchteten, erscheint uns zu gewagt und auch in sich unwahrscheinlich. Füglicher denkt man hier an Altcalcar. Auch die Annahme, dass in den Fehden zwischen dem Erzbischof Friedrich v. Köln und Kaiser Heinrich V. die Kölner Bürgerschaft in das Gebiet des dem Kaiser treugebliebenen Grafen Diedrieh von Cleve eingefallen sei und 1115 die demselben zugehörende Burg Wissel belagert und zerstört babe, möchten wir nicht theilen. Allerdings sprechen die Aehnliehkeit des Namens, die Lage von Wischele im Gebiete des Grafen Diedrieh von Cleve und der Umstand, dass dieser in dem Streit stets auf Seiten des Kaisers stand, für Wissel bei Cleve; allein dagegen 1 Annal. Saxo ad an. 1014. sprechen, dass von einem castrum oder praesi- dium Wischele nichts verlautet, dass die Kölner Bürgerschaft schwerlich einen so weiten Kriegszug unternommen haben wird, dass der Annalist Saxo den Diedrich von Cleve sonst nirgendwo nennt; hätte er ihn hier gemeint, so würde er ihn auch eharacterisirt haben. Der Rhein. Verfasser der Colon, regia brauchte das nicht so sehr, zumal der Name „Gerhard" in Verbindung mit Diedrich den Leser auf die richtige Spur bringen konnte. Die Sache verhält sich wohl so: Diedrich v. der Ahr war 1114 der gefeierte Held des Köln. Sachs. Heeres gewesen; ihm wurde der bei Andernach gefangene Herzog Bertulf v. Kärnthen in Verwahr gegeben. Bald nachher jedoch scheint Diedrjch eine Schwenkung gemacht und zur kaiserlichen Seite hinüber geneigt zu haben. Die Chron. regia spricht nicht mehr von ihm; der Annalist Saxo aber bemerkt von ihm als Friedensvermittler: in hoc negotio per omnia laudabilis; er muss also Dinge gekannt haben, die ihm den Diedrich nicht lobens- werth erscheinen Hessen. Genug, er galt den Kölnern als Feind, und so zogen sie aus, seine Burg Vischel an der Ahr ( s k St. nnw. von Altenahr und c. 6 Meilen von Köln) zu zerstören. 2 Das Kirchweihfest wurde zur Zeit des Kanon. Alb. op den Kelre am 28. Juli gefeiert, und deshalb das auf diesen Tag fallende Fest des h. Pantaleon Tags zuvor begangen; im 16. Jahrhundert wurde es auf den Sonntag nach Jacobus (25. Juli) verlegt. „27. Juli. Hie antieipatur festum Pantaleonis propter dedicationem ecclesie Wisschelensis. 28. Juli. Festum Pantaleonis m. Festum dedicationis eccl. Wischel. et dividentur 2 Nach gut. Mittheil, des Rektors Dr. Joerres. Terwelp a. a. 0. S. 25. Vergl. 23 i inter presentes VIII sc." Von Festum an mit ist anderer Tinte Alles durchgestrichen, und von einer späteren Hand in das Spatium geschrieben: „Dominica post Jacobi festum dedicationis eecl. Wisschel. Alb. op den Kelre erwähnt'an der Kirche die „Kammern" über der vorderen Halle, hinter der Orgel, bei dem Refectorium, die camera Alberti und die camera juxta latrinam. II. Wohlthäter der Stiftskirche, insbesondere aus dem Clevischen Hause. Die Clevischen Landesherren betrachteten sich als Stifter des Kanonikates in Wissel und wurden als solche auch vom Stifte selbst angesehen. Daraus folgt jedoch nicht, dass sie das ganze Kanonikat allein und mit einem Mal fertig hingestellt haben; wie allenthalben legten sie vielmehr den ersten Grund dazu und vollendeten dann allmählig und unter Beihülfe Anderer die Stiftung. Zu den Letzteren dürfen wir den Erenbertus und dessen Sohn Theodericus, den Kleriker Cuno von Wiscele und den Bertra- dus von Hagestolzesheim bei Wiscele rechnen, die wir 1144 als besondere Wohlthäter des Klosters Fürstenberg bei Xanten kennen lernen, 1 sowie manche andere im erwähnten Wisseier Memorienbuch genannte Persönlichkeiten. Die Schirmvogtei, welche die Landesherren über das Stift wahrnahmen, missbrauchten sie hier wie anderwärts mehrfach zu widerrechtlichen Eingriffen und Annexionen. Die ältesten uns urkundlich genannten Wohlthäter des Stiftes aus dem Clevischen Hause sind Graf * Bint. u. Moor. III, 38, 24 A' itih' /&■'«£ Diedrich IV. (1150 — 1172) und dessen edele Gemahlin Aleidis von Sulzbach, die am 12. Februar 1190 starb und uns auch als eine besondere Wohl- thäterin der Clevischen Pfarrkirche, des Xantener Stiftes und der Klöster Bedburg und Camp beurkundet ist. 1 Wir erfahren dieses aus dem in Abschriften uns erhaltenen Privilegium ihrer beiden Söhne und Nachfolger Diedrich's V. (1172 — 1193) und Arnold's III. (1193—1202). Beide erklären nämlich 1192, dass sie auf göttliche Eingebung und guter Leute Zureden an die Kirche in Wissel und die Brüder, die in der- selben-Gott und dem h. Clemens dienen, zur Vermehrung der von ihren Eltern vermachten jährliehen Einkünfte den Novalzehnten der Insel Wissel geschenkt und alles Eigenthum, das Jemand der Kirche vermache, von Lasten und Schätzungen aller Art befreit hätten; auch sollten die Brüder ihre Hofstätten und Kanonikalhäuser und das Triftrecht für ihr Vieh frei besitzen. 2 Viel früher muss die Kirche in den Besitz eines Forstes oder Waldes in oder bei Wissel gelangt sein, da die Dorfbewohner bereits vor 1233 wieder- ___holte widerrechtliche Eingriffe in denselben gemacht und sich dadurch öfters die Excommuni- kation zugezogen hatten. Möglicher Weise gehörte dieser Wald zur ursprünglichen Mitgift der Kirche. Im letztgenannten Jahre gelang es dem Grafen Diedrich VI. (1202 — 1260) als Schirmvogt der Kirche und des Stiftes unter Assistenz anderer einflussreichen Persönlichkeiten die Dorfbewohner zum 1 Schölten, Gert v. d. Schuren 187 — 193. 2 Staats-Arch. in Düsseldorf. Die Abschriften sind irrthüm- lich von 1113 datirt. Siehe Urk. Nr. I und vergl. zu derselben Lac. Urk. I, 533. 25 Verzicht auf alles und jegliches Recht in und an dem Walde zu bewegen, und so den Frieden wieder herzustellen. * Ein Sohn dieses Grafen Diedrich aus dessen erster Ehe mit Mechtild, Erbtochter des Dynasten von Dinslaken, ebenfalls Diedrich genannt, der die Herrschaft Dinslaken erhalten hatte, starb nach dem Wisseier Chronikon 1244 in Wissel. 8 Im Anschluss an Teschenmacher lässt Terwelp den Grafen Diedrich VI. die Kapelle in Hulhausen an der Waal in Oberbetau und deren Zehnten 1252 anstatt nach Wesel nach Wissel vermachen. 3 Graf Diedrich VII. (1260 — 1275), Sohn Die- drich's VI. aus zweiter Ehe mit Hedwig von Meissen, der 1255 Aleidis von Heinsberg heirathete, wurde in Wissel begraben und darf deshalb zu den Wohlthätern des Stiftes gerechnet werden. 4 Von seinem Sohn und Nachfolger Diedrich VIII. (1275 —1305), der zuerst mit Margaretha von Geldern und dann mit Margaretha von Kyburg verheirathet war, haben wir mehr zu melden. Am 26. Juli 1303 gab er unter Zeugenschaft seiner Mutter der Altgräfin Aleidis, 5 des Heinrich Duisberg, Guardian's der Minoriten in Cleve, und des Ritters Diedrich Cortheluef zu erkennen, dass er auf unkluges Betreiben Anderer an dem der Wisseier Kirche von Rechtswegen zustehenden Noval- zehnten der Insel Wissel sich vergriffen, nunmehr aber seinen Irrthum eingesehen habe und deshalb 1 Urk. a. Perg. im Staats-Arch. zu Düsseldorf, abgedruckt bei Lac. IV, 656. 2 Seibertz III, 331. 3 Lac. II, 389. Sloet, Oork. 748. 4 Teschenm. 226. 5 Vergl. Schölten, Gert v. d. Schuren 205 u. 206. m ■■■IB! 26 den ganzen Zehnten an das Kapitel restituire. Das Kollegium Hess er versprechen, dass es zur Vermehrung der Präbenden und des Gottesdienstes aus dem genannten Zehnten eine neue, den übrigen gleiche Präbende machen wolle, deren Collation ihm und seinen Nachfolgern unter Rücksprache mit dem zeitigen Dechanten in Wisset und dem Guardian der Minoriten in Cleve zustehen solle; jedoch dürfe er nur einen Priester präsentiren, der in seinen Messen und Gebeten seiner, seiner Gemahlinnen, der jetzigen und der früheren, seiner Vorfahren und Nachfolger zu gedenken und beständig zu residiren habe. Was nach Abzug der Präbende-Bezüge von dem Zehnten noch erübrige, das solle das Kapitel als Präsenzgelder vertheilen und dafür eine monatliche Memorie für ihn und die Seinigen halten. 1 — In dem Wisseier Memo- rienbuch ist denn auch monatlich eine memoria comitum verzeichnet mit einziger Ausnahme von September, wo am 25. ein Jahrgedächtniss für den Grafen Diedrich gehalten wurde. Am 16. November war ein Anniversarium für ihn und seinen Bruder Propst Diedrich in Xanten, Herrn von Kerven- heim, und am 8. April und 6. Mai für seine Gemahlin Margaretha, die das Fest des h. Johannes des Evangelisten in der Kirche zu Wissel mit sechs Schild jährlich berentet hatte. In demselben Jahre 1303 Samstags nach translatio S. Martini vereinbarte Graf Diedrich VIII. mit dem Kapitel, dass dieses zu der Scholasterie, die dermalen durch Ableben des Magisters Gottfried erledigt war, fortan das Wahlrecht, er aber das Bestätigungsrecht haben solle. 2 1 Orig.-Urk. a. Perg. u. Abschr. von ders. im Staats-Arch. zu Düsseldorf. Siehe Urk. Nr! II. 2 Ebendas. Cleve-Mark 100. 27 Am 3. December 1304 bezeugte er von Monter- berg aus, dass er wegen alles dessen, was seine Vorfahren und er selbst unrechtmässig sich angeeignet, sein Gewissen besehwert fühle, und deshalb zum Ersatz den Stiftern in Wissel und Zy ff lieh und den Minoriten in Cleve eine jährliche Rente von 200 Brab. Mark aus den Gefällen seiner Grafschaft vermache.* Am 1. Februar 1343 vermittelte Graf Diedrich IX. einen Streit zwischen dem Propst Constantin und dem Kapitel in Wissel über gewisse Einkünfte, Präbenden und das Küsteramt (officium campanariae); beide Parteien erklärten, sich gütlich verglichen zu haben. 2 Am 25. Juni 1353 bestätigte Graf Johann der von seinen Ahnen gestifteten Kollegiatkirche alle Besitzungen, Freiheiten, Rechte und Privilegien, welche sie von seinen Vorfahren und von ihm, wie auch immer, erlangt haben möchte. 3 Ausserdem gab er an demselben Tage desselben Jahres zu . erkennen, dass bei Anweisung der Gemeindeweide das Stift ein Stück auf dem Galberg erhalten habe, das begrenzt worden sei von dem Weg zum Kobleck, dem Weg zum Grint, dem Land ter Kulen und dem Land in der Derd- oder Dord- recht. * — Wie anderwärts so hatte man auch in 1 Ebendas. 104. Urk. a. Perg. mit gr. Siegel in Wachs, einerseits ein phalerirtes Pferd, anderseits das Clev. Landeswappen. 2 Ebendas. 100. Defekte Urk. a. Perg. mit geringen Bruchstücken von dem Siegel des Propstes und mit dem Siegel des Kapitels ad causas. 3 Abschr. im Staats -Arch. zu Düsseldorf. 4 Abschr. ebendas. — Galberg vielleicht von myrica gale, das zur Bierbereitung gebraucht wurde. 28 Wissel den Anfang dazu gemacht, die Gemeindeweide zu Ackerland zu machen, und zwar ohne Zustimmung des mitberechtigten Stifts. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts hatten die Dorfbewohner einen Theil der Gemeinde bei dem Molenbeck sogar wider den Willen des Kapitels gepflügt und besäet. Auf eine desfallsige Beschwerde beschied die Herzogin Wittwe Maria von Burgund auf Dienstag nach dem Sonntage Jubilate 1456 beide Parteien auf ihren Wittwensitz Monterberg. Hier ergab sich, dass das Kapitel an Weide und Wasser ebenso berechtigt sei als die Eingesessenen. Der Bescheid ging dahin, dass die Insassen das besäete Land von etwa 5 höh. Morgen vier Jahre lang, jedoch unter Vorbehalt der Zehnten und Hechte des Kapitels, gebrauchen und dann wieder als Gemeinde liegen lassen sollten. Das Stift aber dürfe^ ebensoviel von der Gemeinde kultiviren und für die Kirchenfabrik ausnutzen.' Für fernere Kultur sei gegenseitiges Einverständniss erforderlich. 1 1564 verständigten sich Beide, dass das Stift ein Stück der Gemeinde, Derdrecht genannt, die Bewohner aber das Neuland, das auf Heisters Bovenholt stosse, acht Jahre lang benutzen, und dass das Stift an der Hälfte der Gemeinde berechtigt sei. 1580 Sonntags nach Thomas Apost. concedirt Letzteres, dass die Insassen für 12 Jahre zum Besten der Schätzungen, des Reitergelds und zum Unterhalt der Brücken kultiviren könnten, jedoch den Zehnten an das Stift entrichten müssten; dagegen möge das Kapitel das Land op der Doerdrift hinter dem kurzen Praistwerd und ein Stückchen Land bei dem breiten Weg gebrauchen. Während der Absenz des Kollegiums in Grieth (1588 —1650) machten die Einwohner Wissel's das 1 Abschr. ebendas. 29 Recht des Kapitels an der Gemeindeweide streitig, so dass die Kurfürsten Remedur schaffen mussten. Für eine Junggräfin (domicella) Katharina von Cleve war in jeder Quatemberwoche eine Memorie. Sie kann wohl nur die Tochter Herzogs Adolph sein, die 1459 auf dem Schloss in Rüderich starb und in der Karthaus in Wesel beigesetzt wurde. Himmelfahrt Christi 1475 erneuerte Herzog Johann I. die Statuten des Kapitels im Reisein Clevischer Geistlichen, des Propstes Hermann v. Rrakel von Aachen, des Dechanten Dr. theol. Johann Pelgrim von Rheinberg und des Scho- lastersRütgerHolt. 1 Am 3. Febr. 1498 rescribirte Herzog Johann II. in Folge einer Beschwerde des Stiftes, dass dessen Güter nicht mehr zu belasten und zu schätzen seien. 2 Am 20. Juli 1508 trat Herzog Johann II. an das Kapitel auf dessen Bitte 2 1 h holl. Morgen von dem Monixkamp in dem Rusch bei der Wohnung des Claes v. der Weyden ab, um darauf einen Haeck (Heuschober) und eine Zehntscheune zu bauen. Diejenigen nämlich, die des Stiftes Zehnten im Busch anzusteigern pflegten, hatten sich vereinbart, so dass die Zehnten nur ein geringes aufbrachten. Das Kapitel beschloss deshalb, den Zehnten selbst aufzufahren. Es musste dem Herzog für' das Land jährlich 2 Malter Hafer entrichten und am 5. September, als dem Sterbetage Herzogs Johann I., eine Seelenmesse mit Kommendationen und Vigilien halten. 3 Im Anfang des 17. Jahrhunderts schwebten Streitigkeiten zwischen Herzog Johann Wilhelm und dem 1 Teschenm. 313. 2 Staats -Arch. in Düsseldorf. 3 Ebendas. Cleve-Mark 1765. 30 Stift über die alten Privilegien und insbesondere über den Zehnten auf der neuen Wisseier Ward, Beilerward und der jenseits des Rheins, Grieth gegenüber gelegenen Peisward.* Am 4. März 1604 wurden die Differenzen ausgeglichen. Der Herzog gab dabei zu erkennen, dass er in Kraft seiner von dem Römischen Reich besitzenden Regalien vor vielen Jahren einen im Rhein aufgelandeten Mittel ward angelegt, den Zehnten davon bezogen und das Land bisher in ruhigem und ungestörtem Besitz gehabt und auch jährlich ohne Jemandes Einrede öffentlich verpachtet habe, bis unlängst das Kapitel den Zehnten unter dem Vorgeben beansprucht habe, dass derselbe in seiner Pfarrei gelegen und somit laut den alten Privilegien ihm verpflichtet sei. Er habe das jedoch nicht einzusehen vermocht und das Recht des Kapitels bestritten. Nachdem das Kapitel ihn nunmehr gebeten habe, ihm einen Antheil zukommen zu lassen, räume er hiermit demselben ein Viertel des Zehnten von Wisselward wie auch von Brusenwardchen ein, die durch einen Strang aus dem Rhein bis in das Calcar'sche Gat von Beiler- und Pelsward, die er sich vorbehalte, getrennt seien. 2 III. Das Kapitel, die Praebenden und die Vikarien. Das Kapitel bestand seit seiner Vollzähligkeit aus dem Propst, dem Dechanten, dem Scholaster und elf 1 1461 am 27. October verschrieb Herzog Johann I. von Cleve der Lieffmoet von Schonenborn, Wittwe von Derick v. Hetterscheit, für 600 Rh. Gulden eine lösbare Rente von 30 G. aus seiner Ward, genannt Pelsward, Grieth gegenüber jenseits des Rheines gelegen. 2 Staats-Arch. in Düsseldorf. Cleve-Mark 2041. 1 31 Kanonikern. Der erste uns urkundlich genannte Dechant tritt 1114, der erste Propst 1167 und der erste Scholaster 1243 auf. Im Jahre 1303 war das Kollegium noch nicht vollzählig; denn Graf Diedrich VIII. liess damals das Kollegium versprechen aus dem ihm restituirten Zehnten der Insel Wissel eine neue Präbende zu schaffen. x Die Präbenden selbst vergab der Landesherr; seit 1303 wählte das Kapitel den Scholaster, das Bestätigungsrecht jedoch hatten die Grafen. 2 1337 wurde das Präsentationsrecht zu je einer Präbende in Wissel und Cleve für den Abstand des Patronates über die Kirche in Calcar an Lehnsgüter in Kehrum bei Appeldorn geknüpft. 3 Die Seelsorge übertrugen die Stiftsherren regelmässig einem Priester (plebanus, curatus), der zugleich zum Chordienst verpflichtet wurde. Am 24. December 1409 verhandelten der Dechant Heinrich van den Wiel und die Kanoniker Nicolaus Wrede, 1 Siehe Seite 26. 2 Siehe Seite 26. 3 Schölten, Cleve 163. — Belehnt waren damit 1337 Heinr. Rumblian von Voshem und seine Gemahlin Christine von Bisterfeld. Seine zweite Frau Agnes von Oytkenbach trug 1398 als Wittwe mit ihren Söhnen Heinrich, Gerloch, Johann und Sander v. Voshem an den Bürgermeister Arnt Snoeck in Calcar Land auf dem Damm für die Stadt auf. Gerloch wurde von Herzog Adolph mit dem Zehnten up den Dam bei Calcar und mit einigen Immobilien in der Stadt bei der Fürstl. Behausung belehnt. Nach Gerloch's Tod theilten sich dessen Schwiegersöhne Heinrich von Kendenich, der die älteste Tochter, und Friedrich von Pelden gen. Clout junior, der die Katharina zur Frau hatte, 1455 in den Zehnten und baten Herzog Johann um die Belehnung. Derselbe Herzog brachte die Hälfte des Heinrich später an sich, während Friedrich und dessen Sohn Gerloch, die durch Brandschaden und anderes Unheil reducirt waren, die Erlaubniss nachsuchten, ihre Hälfte an das Kloster Marienbaum zu verkaufen. 1473 ■■mb|hA 32 Gerh. Meyer, Gerh. van den Voerst und Bernh. Esel mit dem Vicekurat Engelbert Rog- lant in Rees 1 wegen Uebernahme . des Plebanats in Wissel. Wrede verlas die Bedingungen, worunter er bisher dieses Amt verwaltet hatte: 1. Der Kuratus hat wie der Dechant und die übrigen Kanoniker seine Woche im Chor; er bezieht dafür denselben Antheil an den Opfern in Wissel und Grieth, den diejenigen Kanoniker haben, die Priester sind und Residenz halten. 2. Den Vikaren gleich muss er seine Pflicht im Chor thun und in den Metten die Homilien lesen; dafür geniesst er mit den Vikarien dieselben Präsenzgelder. 3. Für zwei Kanoniker, welche zwar Priester, jedoch absent sind, hält er die Kommendatien. 4. Ohne Konsenz des Kapitels darf er seine Stelle nicht verlassen und muss 6 Wochen vorher kündigen. Entfernt er sich ohne Erlaubniss erhielten Beide von der Äbtissin Huberta v. Lysholt und dem Beichtvater Bruder Barthold v. Delft die Kaufsumme. Calc. Stadt-Arch. u. Marienb. Copiar f. 87—90. — Sander de Voshem miles 1377 Zeuge in einem Privil.-Brief des Herzogs von Geldern an die Stadt Goch. Copiar. f. 23 2 . — Mittwoch nach S. Michael 1414 belehnt Graf Adolph von Cleve auf Bitten Diedrich's v. Wissche dessen Schwiegersohn Peter v. Culenborg mit Moylant, sowie Diedrich und dessen Frau Elisabeth v. Amstel, Tochter Wilhelm's v. Amstel, am 18. Januar 1379 damit belehnt worden waren, im Beisein seiner Räthe Gerloch v. Voshem, Drost, Diedr. Schmüllinc und Jacob v. Niel (Anholt, Fürstl. Salm-Salm'sches Archiv). 1 Am 13. Mai 1409 bezeugt er als Vicekurat in Rees, dass die Schwestern Metta v. den Vrede und Jutta v. der Haate einen Schlag zu Millingen in der Hetter, den sie von Wessel v. Butzelar in Erbpacht hatten, für den Primaltar und die Vikare in Rees vermacht haben. — Er findet sich in der Köln. Matrikel als Engelb. Rotgland de Xanctis verzeichnet. Progr. 1879. N. 12. II 33 einen Monat lang, so hat er sein Amt einge- büsst. 5. Das Kapitel gibt ihm jährlich auf S. Martin 6 Malter Roggen und 10 Malter Gerste. Ueber die ursprüngliche Dotirung der einzelnen Stellen mangeln uns urkundliche Nachrichten. Sie scheinen von Anfang an nur gering berentet gewesen zu sein. So hatte der Propst nur einen Hof nebst Zins und Zehnten in Appeldorn und vom Kapitel auf Petri Stuhlfeior 5 alte Schild. Zwei Register der Einkünfte in Wissel aus der Mitte des 15. Jahrhunderts machen dazu die Bemerkung „und mehr gilt die Propstei nicht". Der Dechant bezog die Zehnten von einem Stück Land „Corenward" bei dem Gal- berg, vom Kapitel aus der Kellerei 5 M. Roggen und l 1 k M. Gerste und von Praest im Kirchspiel Sulen eine fette Gans und einen Denar, ausserdem hatte er ein Stück Land von Vh kleinen Morgen, also 360 Ruthen, oberhalb des Propstwerders neben der Stege, die über die Doerdrift führte. Jedenfalls wurde das Wisseier Stift durch das neue beeinträchtigt, das Graf Diedrich IX. 1334 auf Monterberg errichtete und 1341 von dort nach Cleve verlegte. Der Graf dachte selbst daran, unter Umständen auch das Kollegium in Wissel zu translociren. 1 Walram von Jülich war bei seiner Erwählung zum Erzbischof von Köln (1332 —1349) vom Klerus ein Zehnte für fünf Jahre bewilligt worden. Der Receptor bezeugt, dass er vom Kapitel in Wissel 4 Mark jährlich erhalten habe. 2 1 Schölten, Cleve 164 2 Gut. Mittheilung von Herrn L. Henrichs aus dem Orig. Zehntbuch des Archidiak. Xanten. 34 Vikarien waren in der S. Clemenskirehe sechs fundirt, nämlich die Vikarie 1. Johannis des Täufers. 2. S. Nicolai. 3. S. Luthardi. 4. Missae animarum (Sielmesse gen.). 5. S. Jacobi. 6. B. Mariae V. 1389 Freitags nach S. Agatha beurkundeten die Schöffen von Wissel, welche und wie viele Weidenbäume zum Altar unserer lieben Frau, zum Altar S. Jacobi und zum Altar der Seelenmesse gehörten, und wo dieselben standen. Die dem Marienaltar zuständigen 300 Bäume standen op der Haeck und auf Gansland in den Weiden von Lyfgcr van Most, Claes van der Heggen, Derk van der Weyden und Herrn, van den Have, die des h. Jacobus und der Seelenmesse op der Leden. Die Schöffen baten in Ermangelung 'eines eigenen Siegels den Bichter Joh. van den Wiel, dass er sein Siegel anhängen möchte. 1 Die erste Vikarie S. Johannis wurde durch Herzog Adolph I. dem Pfarramt einverleibt für Verluste, die es erlitt, als die Stadt Grieth, die nach Wissel eingepfarrt war, seit 1434 in ihrer S. Petruskapelle eine gewisse Selbständigkeit erlangte. 2 Die Einkünfte der S. Luthardusvikarie vermehrte Bitter Everhard von Wissel 1413 um jährlich 5 alte Goldschilde. 3 Zum Frommen der Seelenmesse überwies am 27. October 1431 Sweneldis von Dornick, 1 St.-A. in Düsseldorf Cleve-Mark 518. Urk. a. Perg. mit Siegel Joh. v. den Wiel, stehender Vogel mit ausgebreiteten Flügeln (Wide-Wael, auch Wile-Wael = Goldamsel). 2 Siehe unter Grieth. 3 Siehe Seite 17. 35 nachdem sie bereits 1425 eine Gift dafür gethan hatte, dem Kapitel eine Geldsumme, die von gewissen Personen geschenkt worden sei, nämlich von Gerh. Fabri 15 alte Schild und 25 Arnh. Gulden, von Joh. Buelken 8 Arnh , von Theod. Moelner 4 Rhein. Gulden, von Bernh. v. Till einen Schild und von Aleid van der Heggen 35 brab. Pfen. Die zuletzt genannte Marien-Vikarie muss von den van den Wiel ursprünglich gestiftet oder von denselben 1304 verbessert worden sein; 1612 conferirt nämlich das Kapitel diese Vikarie, „so den v. den Wiel sonsten zu präsentiren gebührt", ex jure devolutionis; 1 nichts destoweniger präsentirte dafür 1576 der Landesherr. Als im Jahre 1711 Joh. v. Eisbergen genannt Wyllick dem Kapitel ein von der Clevischen Regierung ausgestelltes Col- lationspatent für seinen Sohn unterbreitete, verweigerte der Dechant die Investitur mit dem Bemerken, „dass die Collation von dieser Vikarie nach ihren Original- Fundationsbriefen, die durch Consens und Siegel des Grafen Diedrich bestätigt worden seien, dem zeitigen Dechanten von Wissel und Niemanden sonsten zustehe". Die Regierung berief sich darauf, dass sie zwei Mal, nämlich 1671 und 1676 zu der Vikarie präsentirt habe und somit in Possession sei. Das Kapitel gab nach mit Rücksicht auf den Präsentirten und investirte von da ab unter jedesmaligem Protest die von der Regierung vorgestellten Aspiranten. 2 Gab es etwa in Wissel, wie in der Clevischen Stiftskirche, eine Marien-Vikarie erster und zweiter Fundation? Oder hatten Verwandte der van den Wiel das erste Anrecht darauf? Die Einkünfte der Vikarie waren 1612 21 Malter Gerste = 38 Thl. ad 1 Protokollbuch im Pfarr-Arch. zu Wissel fol. 162. 2 Ebendas. fol. 404. 3* 36 30 Stüber aus verschiedenen Ländereien in Speidrop; 2 _ Thlr. von einem Hof in Wissel; 1 /a Rchthlr. von einer Behausung in Calcar und 11 Goldgulden ä 40 Stüb. vom Amtmann des Kapitels. 1441 am 6. October erklärten Dechant Conr. von Brunen, die Kanoniker Theod. van den Haghe, Everhard Pyl, Fried, v. den Dam, Alb. op den Kelre und Steph. von Witenhorst, sowie Johann von Niel, Vikar S. Joh. bapt., Otto von Scuttorp, Vikar S. Nicolai, Arnold Alde- markt, Vikar S. Luthardi, Gottfried van der Heyden, Vicar missae animarum, Heinrich Kael, Vikar S. Jacobi, und Joh. Kael, Vikar B. Mariae V., dass der Propst Wessel Swartkop zu seinem tiefen Leidwesen wahrgenommen habe, wie in Folge der geringen Einkünfte der Herren die Levitenämter in der Kollegiatkirche zu Wissel an Werk- und selbst an Sonn- und Feiertagen vielfach unterblieben. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, habe der Propst c\em Kapitel jährlich zehn aide Schild aus seinen Gütern überwiesen, denen das Kollegium selbst jährlich zwei hinzufüge mit der Maassnahme, dass die Vikare, deren zur Zeit sechs seien, je zwei der Reihe nach an den einzelnen Tagen bei der Hauptmesse entweder in eigener Person oder durch geeignete Stellvertreter ministriren und dafür die Präsenzen von den zwölf Schild beziehen sollten. Schon frühzeitig wurden zwei V-ikarien einem und demselben Vikar, die eine und andere auch wohl einem Kanoniker gegeben; insbesondere schmolzen die dritte und fünfte zusammen. Später geschieht hie und da auch einer Vikarie S. Crucis und S. Catharinae Erwähnung. In Wissel bestand allerdings frühzeitig eine Bruderschaft oder Gilde des h. Kreuzes, die am Sonntag nach Kreuzerfindung ihre Kirchenfeier und 37 am Sonntag nach Kreuzerhöhung zugleich mit der Gilde unserer lieben Frau ihr Jahrgedächtniss* hatte; auch befand sich in der S. Clemenskirche ein Kreuzaltar und ein altes, grosses Crucifix, das nach einem Bericht aus der Mitte des 15. Jahrhunderts sehr beschädigt und deshalb in einen Seitenwinkel gestellt worden war. 1576 den 12. December wurde den Vikaren Heinr. v. Baix und Bernh. Wennen aufgegeben, dass Beide abwechselnd an heiligen Tagen die Messe am Kreuzaltar lesen sollten. 2 Allein zu einer eigentlichen Vikarie des h. Kreuzes kann es wohl nie gekommen sein. Am 26. Januar 1700 will Kurfürst Friedrich III. den Bütger van Bebber mit den Vikarien S. Jacobi et S. Catharinae, die der Schule zugewiesen seien, begiftigt sehen. 3 Das Stift behauptete stets, von einer Vikarie S. Catharinae nichts zu wissen. Wie die Präbenden, so vergab auch der Landesherr die Vikarien mit Ausnahme der Seelenmesse- Vikarie. Auch in Wissel wies Herzog Johann Wilhelm wie an den übrigen niederrheinischen Stiftern den Jesuiten eine Präbende zu. Jedoch erhielten die Patres „aus Missverstand" 10 Jahre lang nichts, bis durch Vermittelung der Dechanten Caspar v. Ulft in Xanten und Johann v. Düsseldorf in Bees 1620 ein von Theodor v. Raesfeld, Senior des Wisseier Kapitels, und Rektor Joh. Lotzius unterzeichneter Vergleich zu Stande kam, wonach die Patres an Stelle der Präbende 10 Jahre lang 140 Thl. beziehen sollten. 4 Eine Präbende wurde auf dem Religions - Vergleich zu Bheinberg der Pfarrstelle zugewiesen, eine andere am 3. Februar 1763 von der 1 Lib. memor. Alb. op den Kelre. 2 Terwelp 43. Protokolle f. 8. 3 Stift Wissel im Staats-Arch. zu Düsseldorf. 4 Ebendas. 38 Kaiserin Maria Theresia dem Kapitel zur Bestreitung der Kriegslasten abgestanden. Vom 16. Jahrhundert an wurden die Einkünfte des Kapitels und der Kirche wie allenthalben am Niederrhein durch Krieg, Seuchen, Ueberschwemmungen und Kontributionen sehr geschmälert. Mit den übrigen Stiftern erhebt das Wissel'sche die bittersten Klagen über die unerhörte Art und Weise, wie Kanoniker und Vikare den Ritterbürtigen gegenüber eingeschätzt würden.* Von den in Duisburg bewilligten 100,000 Rchthlrn. hatte das Stift in Wissel laut Kurfürstl. Befehl vom 26. November 1611 570 Rchthlr. zu zahlen. Von den bald nachher bewilligten 70,000 Thlr. (ad 30 Stüb.) fielen den Geistliehen überhaupt 12,000 und unserem Stift 360 Thlr. 15 Stüber zu. Auf wiederholten Protest seitens des Stiftes erfolgte am 10. October 1615 vom Markgrafen Georg Wilhelm Befehl zur Beschlagnahme der Kapitelsgüter. Das Stift selbst beschloss unter Hervorhebung all der Schäden, die es in Grietherbusch, Wissel und Wisselward von dem Staatischen Lager bei Bees 1614, von den Brandenburgischen Beitern und Soldaten, die das Korn von den Feldern und aus den Scheunen geführt, von dem unerhörten Misswachs des Jahres 1615 erlitten, zur Einrichtung einer praebenda supernumeraria seine Zuflucht zu nehmen. 2 Von 1588—1650 residirte das Kapitel, um in den Kriegsunruhen sicherer zu sein, hinter der Ringmauer des nahen Städtchens Grieth. 3 Die Stiftsherren trugen über ihrem Chorhemd einen grossen, bis über die Brust hinabreichenden 1 Schölten, Cleve 391. 2 Protok. f. 168 im Pfarr-Arch. zu Wissel. 3 Terwelp, 48, I 39 zinnoberrothen Kragen, jedoch nicht Alle, wie es scheint, denn 1680 beschwerte der Kanoniker Lamb. Streuf sich dieserhalb bei dem Kurfürsten und bat um Verschaffung des rothen „Beffs" anstatt des grauen und um einen Platz im Chorgestühl. * Der Propst trug einen Kragen von Wieselpelz und darüber das Kreuz an einem Band von rother Seide. 1772 brachte die Propstei in Wissel 34 Thlr. 35 Stüber 4 Heller ein, die Dekanei mit Einschluss der besonderen Bevenuen 111 Thlr. 15 Stüber und jede der übrigen Präbenden 75 Thlr., die Vikarie S. Nicolai 46 Thlr. 30 Stüb., die Seelenmesse 105 Thlr. 3 Stüb., die SS. Luthardi et Jacobi 27 Thlr. 30 Stüb., die B. Mariae V. 24 Thlr. Dazu kamen die hohen Abgaben für die Erlangung und Niederlegung einer Stelle. 1772 waren für die letzte Erlangung der Propstei 20, der Dekanei 100, einer Präbende 130, der einzelnen Vi- karien 100 Thlr. an die reformirte Kirchenkasse abgeführt worden. 2 IV. Verzeichniss von Geistlichen in der Stiftskirche zu Wissel. Pröpste. Wilhelmus. Erwähnt von 1167 bis 1188. 3 Theodericus. 1195 genannt. 4 Lambertus 1233. 6 Baldewinus 1243. 6 1 Stift W. im Staats-Arch. zu Düsseldorf. 2 Schölten, Cleve 393. 3 Sloet, Oork. 322, 340. Lac. Urk. I, 511. 1 Lac. I, 549. 5 Lac. IV, 656. 6 Sloet, 634. Bint. u. Moor. I, 109. 40 Henricus von Heinsberg, 1271 — 1277. Er war blutsverwandt mit dem Grafen Diedrich VIII. von Cleve und vertrat als Propst von Wissel zugleich die Propstei von Xanten, welche Diedrich, Herr von Kervenheim, Sohn des Grafen Diedrich VII. von Cleve und der Aleidis von Heinsberg, als Kind oder Knabe erlangt hatte. Gleichzeitig war Heinrich Pfarrer an der S. Willi- brordi-Kirche in Wesel. 1 Am 13. März und 9. September feierte man in Wissel die memoria domini Henrici quondam prcpositi. Constantinus. Der Priester Jacobus, der als Official des Wisseier Propstes eine Mechtild von Qual bürg, welche Nonne im Kloster Bedburg werden wollte, 1338 von der Wachszinspflichtigkeit entband, 2 vertrat jedenfalls den Propst Constantin, der uns urkundlich 1343 als Propst in Wissel begegnete (s. Seite 27). Sein Jahrgedächtniss wurde am 10. April, 9. Juni, 19. October und 21. November in Wissel gehalten. Friedrich von Rees. Er gehörte zu den sieben Kanonikern, womit Graf Diedrich IX. 1334 das Stift auf Monterberg begann. Nach dem am 29. December 1364 erfolgten Tod des ersten Dechanten in Cleve bekleidete er auch diese Stelle, jedoch nur für einige Wochen, da er bereits am 13. Februar 1365 starb. Sein Bruder Gottfried, Schlosskaplan und Kanoniker in Cleve, folgte ihm in der Dekanei. Wahrscheinlich war auch der Clevische Kanoniker Albert 1 Bint. u. Moor. I, 177. Lac. IV, 673. — Die Unsicherheit in der Reihenfolge der Xantener Pröpste zwischen Hetwardus 1269 und Diedrich v. Cleve liegt darin begründet, dass der Letztere die Propstei als Kind erlangt hatte und deshalb der Stellvertretung bedurfte; 1287 folgte ihm Heinrich v. Clingenberg. 2 Sloet, Bedb. Nr. 76. 41 von Rees ein Bruder Friedrich's. 1 Am 15. Februar war in Wissel das Anniversarium Friederici de Rees, prepositi nostri, et Godefridi fratris sui, decani Cliuensis. RitterBernhard v. Rees 1228, Bruder des Ritters Heinrich und des Dechanten Albert in Rees, wurde 1256 exkommunieirt, weil er dem Kapitel in Rees drei Jahre Pacht für die Grüt schuldete. 1299 ist Ritter Johann in Conflikt mit demselben Kapitel, der 1302 durch den Knappen Bruno v. R. beigelegt wurde. 1386 beurkunden Wilhelm v. R. und seine Söhne Wilhelm und Johann, dass Graf Adolph von Cleve ihnen die Burg Hulhusen pfandweise eingeräumt habe, so wie sie vorher Ott v. Bellinghoven besessen hatte. Katharina v. R., Tochter Wilhelm's, 1412 und 1447, Stiftsdame in Bedburg. Gerloch v. R. 1443. Reinold 1450. Gerhard 1531. Eheleute Godekin und Kath. v. R. hatten in Cleve ein Jahrgedächtniss. Johannes de Wesalia (v. Wesel), magist er in medicina und zugleich Kanoniker in Xanten. Als Propst von Wissel behandigte er am 26. März 1368 die Eheleute Diedrich und Irmgard von Wissel und deren Tochter Gertrud mit der Propsteihufe in Appeldorn, die bis dahin Heinrich de Barbe besessen hatte. 2 1370 beurkundete er das Unvermögen der Klöster Hagenbusch, Fürstenberg und Bedburg zur Zahlung einer päpstlichen Steuer. 3 Laut Zeugenaussage der Wisseier Kanoniker Winand Heymerick und Wilhelm von Wissel, der Irmgard, Wittwe von Diedrich von Wissel, deren Tochter Gertrud und des Calcar- schen Bürgers Diedr. Kaele als Laten der genannten 1 Schölten, Cleve 129, 177 u. 179. 2 Hueter Arch. im Staats-Arch. zu Düsseldorf. 3 Bint. u. Moor IV, 381. 42 Propsteihufe gab Propst Johann am 10. October 1374 an Irmgard, Tochter Aleids von Wissel, der Wittwe von Heinrich, eine dritte Hand an dem Hofe. 1 1381 übertrug Johann, magister in medicina und Propst von Wissel, am Schöffengericht in Wesel seine in der Deimerstrasse gelegene Behausung gegen drei Mark Erbzins an Gert van Galen. Johann starb Ende 1399 oder Anfangs 1400, da im letztgenannten Jahre seine Erben mit dem Xantener Stift sich dahin verglichen, dass das Testament des Verstorbenen, wozu vom Jahre 1395 ein Kodicill vorhanden ist, zu Gunsten des Stiftes strikte ausgeführt, den Erben aber eine Summe Geldes verabfolgt werden sollte. 2 In Wissel berentete er das Fest des h. Victor mit 6 Schild und stiftete daselbst fünf Memorien für sich (am 30. Januar, 11., 26., 30. März und 6. Juni) und vier für sich und die Seinigen (10. Februar, 19. Mai, 10. Juli und 6. September). Wessel Swartkop 1400—1442. Sein Stammhaus ist ohne Zweifel der Hof Swartkop am Banndeieh von Kellen nach Griethausen, das 1723 noch mit Wassergräben umgeben war. Die Familie führte im Siegel einen bekreuzten Schild, in dessen rechtem Oberfeld bei W. 1390 ein ansehender Ochsenkopf, 1407 ein Stern erscheint; die Legende lautet stets: S. Wesseli Swartcop. Die ältesten uns bekannt gewordenen Glieder sind Heinrich, 1344 Schöffe in Cleverham 3 und 1380 Schöffe in Kellen, und Jordan, der von 1364 bis 1399 als Clevischer Bürger beurkundet ist und einen Sohn Wessel hinterliess, der in Bindern begütert war und Ende 1422 starb. 4 Der Propst be- 1 Hueter Arch. 2 Xant. Repert. I, 656, 843, II, 81. 3 Schölten, Nachr. über Brienen, Griethausen, 7 u. 33. * Cleve, Stiftsarch, 43 erbte Beide. Tags nach Christi Himmelfahrt 1423 bezog er aus Liegenschaften in Rindern eine Rente von 2 alten Schild, womit er am 30. September 1434 für sich, seine Schwester und Eltern ein Jahrgedächt- niss in Cleve stiftete. 1415 war Johann Swartkop Schöffe in Kellen, und Gerhard dem Clevischen Kapitel zinspflichtig aus dem Hag; von 1428 bis 1450 geschieht eines Johann Sw. als Kanonikus in Rees Erwähnung. Der Propst war auch verwandt mit der Patricierfamilie van der Dellen in Rees; er nennt 1421 den Bernhard v. d. Dellen, Bernhard's Sohn und Bruder des Pfarrers Heinrich von Calcar, der 1436 als Seholaster in Zyfflich-Cranen- burg, 1441 als Inhaber der Vikarie S. Petri et Pauli auf Monterberg, 1450 als Kanoniker in Xanten und Emmerich vorkommt, seinen lieben Neffen und Diener. x Wessel war am Clevischen Hof eine sehr beliebte und einflussreiche Persönlichkeit. In einer Stiftungsurkunde von 1438 durfte er den Herzog Adolph erinnern „an die vielen und treuen Dienste, die er ihm und dessen Landen geleistet habe". 2 Unstreitig hat ihm manche Ortschaft, insbesondere Wisset und Cleve gar Vieles zu danken. Am 13. October 1390 miethete er als Rektor der Kapelle auf Monter- 1 Schölten, Cleve 218 und 303. Albert und Adelheid v. d. Dellen 1350. Kinder derselben: 1. Gerhard, Kleriker 1324, 1358; 2. Domicella Ida; 3. Luther heir. Bertradis; 4. Albert, 1362 Notar; 5. Evert, Vikar in Rees, f 1374; 6. Bela h. Lamb. Paep in Calcar, Albert deren Sohn. Joh. v. d. Dellen, Bruder Wolter's, Altarist in Rees 1499. Jutta, Frau von Heinr. v. Luer, seine Schwester. Eheleute Jacob, Bernhard's Sohn, und Liesken in der Dellen 1418. Verwandte der v. d. Dellen waren die Peyl in Calcar, so Nicolaus Peyl, 1372 Altarist auf Monterberg, und Wilhelm, 1358 Schöffe in Calcar. 2 Schölten, Cleve Urk. 66. u berg und Notar des Grafen Adolph vom Kapitel in Cleve ein Kanonikalhaus hinter dem Chor der Kirche auf Lebenszeit und Hess es mit Schiefer decken. 1 Er bewohnte dasselbe mit seiner Schwester Swe- neldis, die ihm am 17. August 1427 durch den Tod entrissen wurde, und mit seiner treuen Magd Ermgar- dis. Bald nachher, wohl nach dem 1394 erfolgten Ableben des Adolph von Suytkamen, wurde er Gräflicher Rentmeister und Rath. 1394 besass er die Pfarrstelle von Lütken Dortmund. 2 Als Propst von Wissel tritt er urkundlich zuerst Freitags nach Maria Empfängniss 1401 auf, wo er die Freiheit bezeugt, welche Graf Adolph den Calcarer Bürgern an seinen Zöllen zu Griethausen und Huissen verlieh. 3 An allen Montagen und Donnerstagen theilte er in Cleve vor seiner Hausthüre an die Armen ein kleines Brod aus und machte am 10. October 1438 diese Spende, nachdem er bereits 1422 seinen Hof in Till nebst Zehnten für die Clevischen Hausarmen bestimmt hatte, zu einer ewigen Stiftung durch seine beiden Höfe in Ryswick und Nütterden, wie er dieses seiner sterbenden Schwester versprochen hatte. Die Stadt Cleve verdankte ihm auch einen Armenhof zwischen dem Hag'schen Thor und der Stiftskirche und sechs Präbenden für arme Studenten, die er 1431 und 1434 aus seinem Hof int Loo zu Qualburg berentete. 4 In der Stiftskirche zu Cleve fundirte er aus seinen Gütern in Kellen und Cranenburg eine besondere Feier der hh. Ludgerus und Victor und namentlich des h. Clemens von Rom, dessen Fest er den ersten Festen gleichgestellt wissen wollte, indem er vor dem Hoch- 1 Schölten, Cleve 125, 150, 264, 330, 581. 2 Ebend. 190. 3 St. Arch. in Calcar und Rees. Cod. Pfiv, * Schölten, Cleve 191, 196, 520. 45 amt eine feierliche Prozession in seidenen Chormänteln mit Umtragung der Reliquien anordnete und den Dechanten zur Celebration des Hochamtes verpflichtete, wobei die vier ältesten Kanoniker zu ministriren hatten. J In der S. Antoniuskapelle zu Hau gab er am 20. September 1441 eine Jahrrente von 16 Schillingen aus Hövelswicksgut für die Beleuchtung. 2 Er gehörte auch neben Ida von Groesbeck zu den besonderen Wohlthätern des Nonnen-Convents S. Andreas in Sonsbeck, das 1410 von einer Wittwe Wichard gestiftet und 1428 von Schwestern des dritten Ordens S. Francisci bezogen wurde. 3 Er starb am 19. Mai 1442. In der Stiftskirche zu Cleve fundirte er vier Memorien auf S. Victor, S. Katharina, S. Johannes ante portam latinam und an seinem Sterbetag; an denselben Tagen hatte er auch in Wissel ein Jahr- gedächtniss; hier fand das vierte Gedächtniss am 19. Mai statt; dieser Tag ist demnach sein Sterbetag. Er wurde zu Cleve in der Nähe des Altares Ss. Georgii et Wilgefortis vor dem Marienchörchen zwischen dem Altar der hh. Fabian und Sebastian und dem Fenster, das er der Kirche verehrt hatte, beigesetzt; leider fehlt in dem Register der Grabstätten die Inschrift seines Steines. Diedrich von Wissel. Er ist ohne Zweifel identisch mit Diedrich von Wissel, der uns 1442 als Kanoniker in Xanten 4 und von 1463 an als Kanoniker in Cleve, wo Lambert v. Langenhave zu seinen Gunsten resignirte, begegnet. Am 15. November 1445 legte Diedrich v. den Hövel, Vikar des Nicolausaltares in Wissel, vor seinem Propst Diedrich v. Wissel 1 Cleve, Stifts-Arch. 2 Schölten, Cleve 253. 3 Teschenmacher 183 N. 3 und Lagerbuch. 1 Schölten, Cleve 219. 46 seine Stelle nieder.* 1475 hatte der Propst das Zeitliche gesegnet; denn in diesem Jahre bezeugen die Laten des Hofes ter Bruggen in Appeldorn, dass die Brüder Claes und Gert van den Bergel durch den Propst Derick v. Wissel sei. And. an 9 Morgen Land in der Oy behandigt worden seien. 2 Am 3. Januar hatte zu Wissel eine memoria Theodorici de Wischele (ohne näheren Zusatz) statt, und am 23. April ist zum Fest des h. Georg bemerkt: festum domini Theoderici de Wischel, pro vino in choro V sol. Arnold Schencke, von Albert op den Kelre als Propst von Wissel erwähnt; am 21. August notirt op de Kelre: memoria domini Arnoldi Schencke, prepositi nostri. — Ein Lambert Schenke zeugt 1325 als Schöffe in Rees. 1329 verkauft er mit seiner Frau Aleid aus seiner Behausung eine Rente von 19 1 Schild an das Stift in Rees. Er hatte ein Jahrgedächt- niss in Rees. — Ein Heinrich Schenke war 1370 Schöffe, ein Diedrich Schenke 1423 Bürgermeister in Cleve; ein Heinrich 1442 in Ryswick begütert und 1450 als abbreviator et corrector Mitglied der Bruderschaft del anima in Rom. 3 Heinrich von Wissel, ebenfalls von op den Kelre als Propst erwähnt. Am 29. Januar, 20. September, 29. November und 20. December waren in Wissel Jahrgedächtnisse für Henricum de Wischel, prepositum nostrum und am 13. December für Henr. de W., c'oncanonicum. Als „Mitkanoniker" berentete er das Fest der h. Agatha mit 8 Schild. Ein Henr. de Wischel, ohne näheren Zusatz, 1 Lib. quond. notar. 2 Calcar, Pfarr-Arch. 8 Schölten, Cleve 231 und N. 1. — Ein Arnold Schinck (v. Nydeggen?) wurde 1588 in der Clev. Stiftskirche begraben, und 1613 ein Sohn des Herrn v. Wissen in dessen Gruft beigesetzt. 47 der am 8. Februar und 17. October Jahrgedächtnisse hatte, berentete die Feste der hh. Maria Magdalena, Anna, Katharina und Nicolaus, jedes mit 8 Schild. Diedrich von Ryswick aus Rees, Dr. jur. et canon. licent., zugleich Propst in Cleve und Fürstl. Rath. Er und Otto sind wohl als Söhne des Bürger- meisters Arnold und der Margaretha v. Ringenberg, einer Tochter Johann's und der Katharina v. Ryswick, anzusehen. Eine Rente, welche die Stadt Rees 1443 diesen Eheleuten schuldete, ist 1490 im Resitz des Propstes. Eine zweite Rente, welche der Propst selbst 1480 von der Stadt kaufte, fiel Arnold, Sohn des 1487 verstorbenen Otto, und dem Arnold v. Bocholt zu. Beide übergaben die Rente für das eben begonnene und wahrscheinlich vom Propst gestiftete Lob U. L. Frau, wozu auch Idken v. Ryswick mit ihrem Sohn Arnold dem Willen ihres 1493 gestorbenen Mannes Gerloch gemäss jährlich 2 1 h Gulden und 3 Pfd. Wachs anwies. Der Propst starb am 15. November 1494 in Cleve und. wurde in dem Marienchörchen der Stiftskirche beigesetzt. 1 Sein Grabstein war ohne Inschrift; diese befand sieh auf einer Tafel an der Mauer: Ao. dni. millesimo qua- dringentesimo nonagesimo quinto (?) decima quinta die mensis Novembris obiit venerabilis egregius vir dns. Theodericus de Riswick, legum doctor decre- torumque licentialus, beatae Mariae Clivensis et S. Clementis Wisschelensis ecclesiarum praepositus. 2 1484 hatte er dem Kloster Marienvrede 100 Gulden für ein Jahrgedächtniss überwiesen. 1 Rees.. St.-Arch. 2 Cleve, Stifts-Arch. Die Inschrift des Grabes von Johann v. Ryswick, Kanon, in Rees u. Herzogt. Sekretärs, in der Clev. Stiftskirche lautete: Ao. dni. 1525 in vigilia Jacobi obiit honorab. dns. Johannes de Ryswyck, canon. Resen., secretarius ducis 48 Sibert von Ryswick. Er beurkundete am 14. August 1518 als Propst von Wissel, dass er die kleine Gort, ein Ackergut bei Hanselaer, in Vereinigung mit dem Magister Fried r. Schaeck, Licent. der Rechte und Pfarrer in Calear, der am 8. Januar 1507 vom Propst Sibert eine Rente von 16 Goldgulden aus dem Gute gekauft hatte, für eine Vikarie auf dem neuen Altar zu Ehren der h. Dreifaltigkeit, der 12 Apostel und des h. Augustin in der Kirche zu Calear geschenkt habe. 1 Er war zugleich Propst in Cleve, Oldensaal und an S. Cunibert in Köln (nach Erosius auch in Chur), von 1524 bis zum 11. October 1529 Pfarrer in Calear, wo ihm der Wisseier Kaplan Gottfr. v. der Heyden folgte, und seit 1530 Kanon, in Rees, wo Joh. v. der Recke, Pfarrer in Lütkendortmund, seine Präbende erhielt. In Cleve, wo er 1539 starb, fundirte er 1536 U. L. Frauen Lob von Ostern bis zum Advent und 1537 am jetzigen Fischmarkt einen Armenhof aus seinem Hof in Birten und Land in der Xantener Fürth. 2 Er war der letzte Clever Propst, der als Geistlicher das Kanzleramt bekleidete. Eine Schwester von ihm hatte einen Riperbant in Emmerich zum Mann, deren Sohn Crato durch Einfluss des Propstes Vikar in Emmerich wurde. 3 Theodor von Ryswick, Magister, Sohn des Arnold, der in Emmerich am Geistmarkt ein Haus (später die alte Münze) besass und um 1560 starb. Am 15. Juli 1551 behandigte er als Propst von Wissel die Kirche in Calear mit neun Morgen Land Cleven. R. J. P. Amen. — Neben ihm ruhte Amandus v. Ryswick, jur utr. doctor et consiliarius, f am 30. Juli 1630. Otto v. Ryswick, Senior der Kanon, in Rees, f am 31. Aug. 1536. 1 Calear, St. u. Pfarr-Arch. 2 Schölten, Cleve 195, 223, 521. 8 Emmerich, Pf.-Arch. Tagebuch des Kanon. H. Schilder. 49 in der Oy. Er war zugleich Kanon, in Emmerich und in Rees, wo er am 12. Juli 1440 die Residenz ergriff. Er starb 1573. Wahrscheinlich waren Rruno und Sibert Brüder des Propstes. 1 N. (Peter) von Aldenbuekem. Nach dem Inventar der Ornamente von 1581 besass die Stiftskirche in Wissel von ihm einen Chormantel von rothem Sammt. 2 Wahrscheinlich ist Peter v. A. gemeint, der am 4. Juni 1550 eine Kanonikalpräbende in Xanten erlangte und am 10. März 1575 darauf verzichtete. Jaspar v. A. 1533 Dechant in Rees, f 1560. Arnold Freiherr von Wachtendonk von Germenseel, Sohn des Clev. Marschalls Arnold, Dechant in Lüttich, Kanon, in Hildesheim, Propst in Wissel, Archidiakon von Xanten (Nicolaus Pluren, Kanon, in Xanten, sein Offizial). 3 Am 30. März 1600 ertheilte er als Propst von Wissel und Archidiakon von Xanten dem Magister Johann Kerswich, theol. bacalaur. und Kanon, in Xanten, und am 16. Juni 1603 in Folge der Resignation desselben dem Gottfr. Gronsfeld die Investitur mit der Pfarrstelle in Hönnepel. 4 Auf die Propstei in Xanten verzichtete er am 31. Mai 1629. Werner Wolf genannt Metternich, Fürstbischof von Paderborn, resignirte 1684. 5 Ernst Friedrich v. Brugginey genannt Hasekamp, seit dem 5. Mai 1678 Kanon, in Wissel, als Propst am 2. August 1684 investirt, resignirte 1693. De Bebts, resignirte 1712. 1 Progr. des Gymn. in Emmerich 1887, S. 36. * Wissel, Pfarr-Arch. 8 Schölten, Cleve 377. * Hönnepel, Pfarr-Arch. 8 Wissel, Pfarr-Arch. Protokollbücher. 50 Aegtdius Bened. d'Haverlant, Kanon, an S. Jacob zu Antwerpen, Titularabt der Kirche der hh. Anastasius, Cassius und Azara, am 29. September 1712 investirt, resignirt 1718. Johann Franz v. Elias, Kleriker aus der Diöcese Lüttich, Kanon, in Mastricht, am 12. December 1718 investirt, resignirt 1765. Franz Anselm Joseph von Robertz, Ritter des Rom. Reichs, Kanon, in Xanten, am 9. April 1765 investirt. Dechanten. Reimarus 1171. Abt Erpo von Klosterrath beurkundet in einem nicht datirten Akte, dass Reimarus, Dechant von Wissel, für sein und seiner Eltern Seelenheil eine Hufe in Sincenich und drei Lehenshufen von Gunthardus für 80 Mark gekauft habe und dafür von der Abtei auf Lebenszeit einen Zins von 8 Mark erhalte. 1 Die Urkunde gehört sehr wahrscheinlich dem Jahre 1171 an, da in diesem Jahre der Uebergang des Lehens von Gunthard an die Abtei durch Herzog Heinrich III. von Limburg beurkundet wird. Auch die Annales Rodenses gedenken dieser Schenkung bei den Jahren 1171 und 1178. Hermannus. Am 13. Juli 1228 beurkundet er als Kanoniker in Rees und Dechant von Wissel mit den übrigen Kanonikern in Rees, worunter auch ein Theodoricus Wisschellensis, dass das Reeser Stift die vom Erzbischof von Köln der Stadt verliehenen Privilegien gutheisse, jedoch 1 Franquinet, Oork. v. Kloosterade p. 26, N. 17. Reimarus, decanus de Wischele, pro salute anime sue parentumque suorum emit ecclesie nostre 80 marcis mansum unum in Sincenich et tres mansos feodum scilicet Gunthardi. 51 die Gemeinde verpflichte, an die Kirche, falls sie diese durch Gräben, Wälle oder sonst beschädige, jährlich 12 Schild zu zahlen, bis die Kirche ein äquivalentes Grundstück dafür erwerben könne. 1 Hermann tritt urkundlich als Dechant von Wissel noch auf 1229, 1231 und 1241. 2 Am 6. Mai 1229 fungirt er neben dem Kanoniker Theodoricus Wisschelensis wiederum als Zeuge des Reeser Stiftes betreffs dessen Güter in Dernau (Hermannus presbyter decanus Wisschelensis). 3 Heinrich von Köln, als Dechant von Wissel bezeugt durch eine Urkunde des Reeser Stiftes von 1244, die dessen Güter in Dernau betrafen (Heinricus de Colonia decanus Wisschelensis). In der eben angezogenen Urkunde vom 6. Mai 1229 treten er und ein Johann von Köln als Kanoniker in Rees auf. Der Letztere wurde 1258 nach Theodoricus Dechant in Rees. * Jacobus. Op den Kelre notirt am 2. August eine Memorie Jacobi quondam decani nostri; er scheint hier eingeschaltet werden zu müssen. Albertus 1277 als Dechant beurkundet. 5 Ein magister Albertus hatte am 8. März, ein magister Albertus concanonicus am 10. December in Wissel ein Jahrgedächtniss. 1296 geschieht in einer Reeser Urkunde eines Albertus decanus eccl. Ressen. Erwähnung, der einen Bruder Heinrich hatte. Johannes, von 1284 bis 1307 als Dechant erwähnt. Er hatte eine monatliche Memorie in Wissel und muss ausser dem Fest Maria Empfängniss noch andere Feste berentet haben, da das Memorienbuch zum 8. December bemerkt: festum domini Johannis 1 Rees, St.-Arch. Lib. privil. f. 2. 2 Sloet, Oork. 519. Sloet, Bedb. N. 22. Lac. II, 258. 3 Staats-Arch. in Düsseldorf. 4 Ebendas. 5 Lac. II, 258, N. 1. 4* 52 Av quondam decani et festum vini ut in aliis festis eius IV sol. — 1299 ersuchte Ritter Diedrich von Veen, der mit seiner Frau Sophia und seinen Kindern eine Rente aus Land in Veen an das Kloster Bedburg verkaufte und den Akt durch „Verwandte und Freunde" beurkunden liess, an erster Stelle dazu „den Deken von Wissel" und zuletzt seinen Neffen Otto, des Urdis Sohn. 1 War Deehant Johannes nicht etwa selbst ein von Veen? Begütert war er in und um Xanten, worüber die Herren von Veen Vögte waren. 2 1292 ist der Deehant wieder Gewährsmann desselben Ritters Diedrich v. Veen, und in Wissel wurden am 4. Februar Jahrgedächtnisse Johannis decani et Mechtildis und am 28. October und 26. November Mechtildis et Ottonis advocati gehalten. 3 1307 lässt Simon von Huisberden, 1 Sloet, Bedb. N. 45. 2 Bint. u. Moor. I, 221 u. 231. 3 Urkundlich waren 1273 Heinrich v. Veen, Vogt von Xanten, und Otto Brüder (Sloet, Oork. 951); nach Turk (Privil. Nobil. f. 52) war der genannte Bitter Diedrich ein Bruder Bitter's Otto. Die beiden Letzten vermittelten mit Bitter Wessel v. Buzelar 1297 einen Compromiss zwischen Otto, Advokat von Xanten, und dessen Brüdern und Schwestern wegen eines Erbstreites, den Graf Diedrich VIII. von Cleve und Wilhelm v. Kervenheim besiegelten. Otto, Vogt von Xanten (1297), wird demnach ein Sohn des Vogt's Heinrich (1273) gewesen sein. Otto tritt urkundlich 1308 als quondam advocatus (Sloet, Oork. 951), 1316 wieder als advocatus v. Xanten (s. unter den Kanonikern Egbert v. Dodenberg), sein Sohn Heinrich hingegen von 1334 an wiederholt als advocatus oder Vogt auf. Heinrich hinterliess aus seiner Ehe mit Jutte von Hessent, einer Schwester des Ritters Diedrich von Hessent, eine Tochter Marie. Nach dem zwischen 1348 und 1350 erfolgten Tod Heinrich's heirathete die Wittwe Jutte den Wolter von Wusic, Burggrafen von Nymegen und Richter in der Düffel. (Calcar, St. Arch.) 1330 verzichtet Heinrich Vogt aus Veen 53 genannt Mörter, den Verkauf eines Erbzinses an Kloster Bedburg neben dem Dechanten von Emmerich und dem OTÜS auf sein Lehen, die Mühle in Uedem, gegen 25 Malter Roggen aus Land bei Calcar. Samstags nach Andreas 1334 verzichtete Heinrich genannt Vogt als Burggraf von Monterberg auf Haus und Hof in der dortigen Vorstadt und liess seinen Oheim, den Kanoniker Egbert (von Dodenberg) zu Wissel, siegeln. Denselben Verzicht leisteten am 18. December desselben Jahres Burggraf Otto v. Veen mit seiner Frau Helzewindis und bat seinen Schwager Arnold v. der Horst, der eine v. Heteren zur Frau hatte, zu siegeln. 1334 auf S. Pantaleon behandigt „Henrick Vaight, soen Otten, die geheiten was Vaight", den Priester Joh. Smyt (Smeed) und dessen Sohn Gert mit dem Hof to Gorte in Hanselar, 1345 Irmgard, Tochter des genannten Johann's. 1350 Donnerstags n. Ostern behandigt Joh. v. Hetterscheit Ott Oemen und dessen Frau Irmgard mit demselben Gut, 1391 beider Sohn Joh. Oemen mit dem Bemerken, dass Gort von jeher zur Herrlichkeit ut en Venne gehört und von Rechtswegen an ihn gekommen sei. 1415 am 21. Sept. nimmt Derk v. Hetterscheit eine Behandigung vor. Am 13. Mai 1441 verkauft Knappe Derk v. Hetterscheit die Gort an Herrn. Prick. Nach Turk folgten auf Hendrick de Vaigt in .Veej? Wolter v. Wösich, Dederich in Venne (1368 bezeugt Knappe Diedr. uten Venne Privilegien an Calcar) bis 1399, Dederich v. Hetterscheit, der die Liefmoet v. Schönenborn (f 1466) zur Frau hatte, sodann beider Sohn Otto von Hetterscheit, der Gertr. Pick, Wittwe von Bernh. v. Wormgötterswick, heirathete, 1449 und 1481. Der Letzte wurde Montags nach Palmsonntag 1448 von Herzog Johann mit dem Gericht und der Herrlichkeit in Venne belehnt (Lagerbuch). Heinr. uten Venne 1423 Kanon, in Xanten. Johann v. Hetterscheit, Richter in Labbeck 1497, heir. Irmgard v. Hoen. Heinrich v. H. 1492 inVeen. Diedrich 1697 bei Rees ansässig. (Xant. u. Rees. Arch.) Ueber die von Hessent s. Schölten, Cleve und Gert v. d. Schüren. 1397 am 10. Juni verkauft Sophia y. Hessen, Wittwe von Alb. Mys, an Calcar die Ovelgunne. — Amt v. Hessen 1398 Amtmann in Huissen. Heinrich v. Hessen, Richter in Rees, heir. Heilwig, Tochter von Lise Hunolt, die 1417 als Wittwe mit ihren Kindern Elisabeth, Evert, Derick, Derick's Sohn, van den Grave auftritt (Rees, St.-A.). SS KsB ' ■ RPHÄ''WS ■ ■■• ;: ' ■■•■■' '•'/■:. : ..■ 54 Pfarrer Rütger von Till auch durch den Dechanten Johannes von Wissel besiegeln. 1 Christian (vielleicht Christ, von Keeken) im Memorienbuch als Dechant aufgeführt, hatte in Wissel monatlich ein Memorie gestiftet und gehört muth- masslich hierher. Harmann Sobbeken, auch Sobken. 1363 übertrug Theodor Sluper aus Cleve an Hermann Sobbeken, Dechanten in Wissel, eine Jahrrente von 12 Schild, welche er 1357 von Wilh. Wille Voss aus dessen Liegenschaften zu Havic in Rindern erworben hatte. 2 1382 fer. 4. p. Philippi et Jacobi apost. beglaubigte er (Harmannus, decanus eccl. Wys- schel.) für das Clevische Kapitel das vidimus einer Urkunde von 1344. s Am 15. November 1385 verkaufte er (Harm. Sobken) vor dem Richter Walrav von Oye und den Gerichtsleuten in der Düffel im Namen seines Kapitels an Adolph von Suytkamen, Rentmeister des Grafen von Cleve, 20 Morgen Land im Kirchspiel von Mehr in der Düffel (16 Morgen in zwei Stücken „Ganseacker" und „Arkacker" und vier M. „längs die groote weteringe"), die das Wisseier Stift von Heinrich den Wilden von Mehr und dessen Frau Meynten gekauft hatte; 4 wahrscheinlich ist dieses der 1 Sloet, Bedb. N. 50. 2 Cleve, Stifts-Arch. 3 Schölten, Cleve 185. 4 Schölten, Cleve 238 u. Stifts-Arch. — Ueber die von Oy siehe Schölten, Cleve, Personenregister. 1432 am 1. August löst Herzog Arnold von Geldern das Amt Düffel von Johann v. Oy und den übrigen Erben Walram's v. Oy, denen dasselbe für 784 Rhein. Gulden weniger 7 kl. Grotken verpfändet war, ab und macht seinen Rath Elb. von Alpen, Herrn zu Hönnepel, der ihm die Summe vorgestreckt hatte, zu seinem Amtmann und Richterjdaselbst. 1-MO op s. Bonifacius avont episc. verständigen sich unter Besiegelung ihrer Brüder Wilh. v. Oy, here tot ' : ''':. ■;:..'•:- r':.-:-' ''"';>:' 55 Hof, den Herzog Adolph 1442 für die Propstei in Cleve vermachte. Am 8. November war eine memoria Hermanni quondam decani. Everhard van den Hoevel (de cumulo). Er und Denkinus sind wahrscheinlich Söhne des Nico- laus und der Elisabeth v. d. Hövel. Ausser diesen hatten noch Johann und Nella v. d. Hövel Jahrgedächtnisse in Wissel. Im Calcar. Rotel von 1362 findet sich ein „Her Diedr. v. d. Hövel, Sohn Johanns"; 1417 Joh. v. d. H., Schöffe in Hönnepel; 1445 Diedrich, Vikar in Wissel; Goswin, Kanon, in Cleve, f 1603. Der Dechant Everhard starb 1408; denn Samstags nach Andreas dieses Jahres prä- sentirte Graf Adolph für den durch Ableben des Dechanten E. v. d. H. erledigten Altar Johannes des T., dessen Rektor er zugleich gewesen, den Priester Theodor v. den Haghe. Heinrich van den Wiel (auch Weyle), ohne Zweifel von dem Hof to Wiele bei dem Fulxgatt, bereits 1393 als Kanoniker in Wissel erwähnt. Als Dechant berief er am 8. November 1412 die Kanoniker Theod. v. den Haghe, Lyfger Most, Gerh. Meyer und Gerh. v. der Voerst, um Stellung zu nehmen zu der Tagfahrt nach Xanten, wozu sie durch den Grafen Adolph auf den folgenden Mittwoch beschieden worden seien wegen des kirchlichen Interdiktes, dass dem Gerede nach schon längst über den Grafen und dessen Land verhängt und seit einiger Zeit beobachtet worden sei. Die Balgoy, Joh. v. Oy und Peter v. Oy Reinald und Walram über das Erbe ihrer Eltern dahin, dass Walram den Hof in 4er Herrlichkeit Millingen und aus einer daselbst gelegenen Hufe 23 Morgen Land, Reinald hingegen die Mühle in Düffel, Lehen der Herren v. Geldern, und die letzt genannte Hufe haben solle (Anholt, Fürstl. Salm'sches Arch.). 56 Versammlung gab im Beisein des Priesters Joh. v. Aldehaven und des Klerikers Joh. Thomae die notarielle Erklärung ab, dass sie nicht Alle erscheinen könnten und deshalb den Dechanten und Lyfger v. Most dazu legitimirten. — Wahrscheinlich hatte Gregor XII. dieses Interdikt über den Grafen verhängt, weil er mit dem Kölner Erzbischof Papst Johann XXIII. anhing und 1410 den Bischof Wilhelm von Paderborn als Anhänger Gregor's mit Krieg überzogen hatte. x Der Dechant stiftete in Wissel vier Memorien und be- rentete das Fest des h. Michael mit sieben Schild. Johann v. den Wiel, der 1389 als Richter in Wissel fungirte, und dessen Frau Mechtild, Theod., Johann und Aleidis v. den Wiel hatten daselbst Jahrgedächtnisse. Ein Arnold v. den Wiel war 1370 Propst in Bedburg. 2 Ein Arnold v. den Wiel gehörte neben den Brüdern Johann und Arnold van Alphen zu den Stiftern der Bruderschaft U. L. Frau in Hönnepel 1390. 3 Johann v. d. W., 1446 Bürger in Griethausen, befindet sich auf dem von Gert van der Schuren geschriebenen Ritterzettel unter den Hofleuten. Sein Sohn Diedrich, der die Sibylla v. Dorsten aus Deventer heirathete, gründete das Frater- haus in Emmerich. Gisbert v. d. W., Kanon, in Emmerich und Pfarrer an der S. Aldegundisktrche, starb am 25. Mai 1482. Am 28. April 1503 starb die nobilis Anna v. d. W., am 14. April 1533 Diedrich v. d. W., Burggraf in Cleve. Ueber das Siegel der v. d. W. siehe Seite 34, N. 1.« 1 Schaten, Annal. ad. ann. 1410. 2 Sloet,. Bedb. 51. 3 Hönnepel, Pfarr-Arch. * Wassenberg, Embr. 78, 169. Turk, Privil. nobil. Cleve, Stifts-Arch. Grabinschriften. Schölten, Cleve 154. 57 Theodor van den Haghe, 1417 als Dechant erwähnt. Siehe das Nähere über ihn unter den Kanonikern. Jaeobus Koppen hatte vier Memorien in Wissel (m. Jacobi Coppen decani). — Die Brüder Joh. und Gerh. Koppen, Söhne Heinrich's, wurden 1457 vom Xanten. Kapitel in Uedemerfeld behandigt. Gerhard befindet sich 1461 im Regulirkloster v. h. Grab zu Uedem, Elisabeth als Nonne in S. Agatha zu Uedem 1472; die Eheleute Herrn, und Sibylla K. werden 1491 von der Abtei Kamp der geistl. Güter des Klosters theilhaftig gemacht. Heinrich Coppen, Kanonicus senior in Cranenburg 1508. Stina K., Frau des Joh. v. Holthusen; Johann und Died- rich beider Kinder 1555. Remigius K., alias Gratz, Pfarrer in Asperden 1580. 1 Conrad van Brunen, von 1423 bis 1442 als Dechant erwähnt; auch er hatte mehrere Memorien in Wissel. 1423 ernannte er den Kanon. Rutger v. Empel und den Altaristen Lutter v. Herstel, 2 beide in Rees, Otto Diemer, Pfarrer in Dornick, und Vikar Arn. Aldemarkt in Wissel im Beisein des Kanon. Joh. Wynmann, des Vikar's Heinr. v. Loe, des Küsters Lambert (Fabri) und des chori- socius Joh. Thomae in Wissel zu seinen Testamentsvollziehern. 1427 belässt er den Ersten und den Vikar Aldemarkt und bestimmte statt der Anderen den Kanon. Everhard Pyl in Wissel in Gegenwart des Vikars Johann v. Aldenhaven, des Gottfr. Raeskop und des Theod. Singendonck. 1439 bestellt er als Exekutoren E. Pyl und A. Aldemarkt, den 1 Xanten. Behandigungsbücher. Calcar, St.-Arch. Asperden, ^- Pfarr-Arch. a Herrn, v. Herstel 1413 Kanon, in Emmerich, s. ■ 58 Vikar Joh. Moer in Rees und seine Magd Margar. Hacks unter Zeugenschaft des Kanon. Heinrich Schalpipe, des Vikar's Heinr. Kael und des Klerikers Heinr. Boll. — 1409 werden die Erben Heinrich's v. Brunen in der Monnstrasse zu Calcar genannt. Johann v. Alkmaar, 1462 als Dechant genannt; sein Jahrgedächtniss wurde am 20. April in Wissel gefeiert. — 1390 wurde ein Joh. v. Alkmaar in Köln immatrikulirt. x Peter v. Alkmaar, Kreuzherr in Köln, Hess am 11. März 1409 eine Vollmacht seines Priors Everhard in der Kirche zu Grieth unter Zeugenschaft des Heinr. v. Lyven aus Goch und des Klerikers Joh. Averstolt transsumiren. Nikolaus Vierboom in einer ganz verwischten Urkunde aus dem Beginn des 16. Jahrhunderts genannt. 2 Everhart Hollant magister verkündete am 9. August 1519 die Bulle Leo X., wodurch das Kloster Bedburg in ein weltliches Stift verändert wurde. 3 — Zwischen den Brüdern Wilh. und Heinr. Hollant fand am 7. April 1416 im Hause des Rektors Joh. v. Nedenay in Grieth unter Assistenz des Ritters Everh. v. Wissel eine notarielle Auseinandersetzung statt. 1410 fungirt Otto H., Kleriker, als Zeuge. 1477 Evert Hollant, Kommandeur des Hauses S. Johann in Wesel, Otto H. dessen Oheim. Johann Boyen, zugleich Pfarrer von Mehr in der Düffel, wo er am 6. November 1528 installirt wurde und 15 56 /57 starb. 4 Am 7. October 1545 er- 1 Progr. des Kaiser Wilh. Gymn. 1878, N. 110. 2 Staats-Arch. in Düsseldorf. Ruckseite einer Urkunde, 3 Sloet, Bedb. N. 149. * Xanten. Invest, •V .;>;■- 59 suchten er und der Kanoniker Diedrich v. Wylack den Diedr. v. Bronckhorst, Herrn zu Anholt, dass dieser den Hausmann auf Niederwert zu Ober- mörrater, der auch vom Kapitel in Wissel einige Leibgewinne habe, vorläufig in Ruhe lasse, „da leider Sterblichkeits halber unsere Mitkanoniker allwärts ] weit und breit geflohen seien, und sie so jetzt nicht abkommen könnten, wohl aber, wenn es sich fügen lässt, dass der Herr nach Moyland oder anderswohin käme".* Gerhard Rotert, Bruder des Kanonikers Hermann in Borken, für den er ein Grab in der Kirche zu Wissel begehrte. Gerhard wird als Dechant zuerst erwähnt 1561, er starb am 13. September 1579. 8 Rutger Swers von 1580—1583. Peter v. der Heyden, zugleich eine Zeit lang Pfarrer in Wissel und in Hönnepel. Die letztere Pfarrstelle, wozu er am 14. Juni 1557 durch Jodocus v. Bronckhorst als Herrn von Hönnepel präsentirt worden war, legte er 1595 nieder; er starb am 14. October 1599. 3 Johann Leuwenhouer, vielfach abwesend, starb 1612. Nach ihm blieb die Stelle 13 Jahre unbesetzt. Melchior Lansingh, 1625 ernannt, aber erst am 27. November 1628 investirt. Wilhelm Eggen von 1635—1643. Everhard Copper, seit 1631 Kanoniker, von 1643—1667. mm «8| BP KW» 1 Anholt, Fürstl. Salm'sches Arch. Rönne P., N. 8. 2 Diese und die folg. Nachrichten sind aus dem Protokolle" jm Pfarr-Arch. zu Wissel. ? Pfarr-Arch. in Hönnepel. ■ ' ■. ' '■ SB 60 Heinrich Hellendorn, seit dem 16. Juni 1651 Kanon., investirt am 9. Februar 1667, starb 1668. Heinrich v. Diepenbruch, Sohn des langjährigen Kapitels-Amtmannes Diedrich, Rhetor an der Schule zu Emmerich, seit 1654 Kanon, in Wissel, vom 3. Januar 1669 bis 1694, wo er starb. Haymo Polman, zuerst Vikar S. Luthardi, dann seit 31. August 1667 Kanon., und vom 23. Mai 1695 Dechant; resignirt 1707 und stirbt Ende 1708. Gottfried Giesen vom 30. Januar 1709—1725. Franz Rugedust, zuerst Kanoniker, .starb 1731. Martin Edmund Arnoldi aus Schermbeck, vom 12. Juni 1731 bis 13. November 1747. Joh. Martin de Groot, 1748 ernannt, aber erst am 7. April 1751 investirt. Leonard Heythusen 1751, resignirte 1753. Peter Jacob Bruynen vom 8. September 1753 bis 1780.' Heinr. G. Poell von 1781 bis 1802, wurde Pfarrer in Capellen. S cholaster. Fridericus, 1243 neben Propst Baldewin als Scholaster von Wissel erwähnt (s. S. 39). Godefridus. Nach seinem 1303 erfolgten Tod erhielt das Stift das Recht, den Scholaster zu wählen (s. S. 31). Am 19. August war eine memoria Godfridi scolastici. Wilhelm von Wissel, 1374 als Kanoniker in Wissel erwähnt (s. S. 41). Am 18. März memoria Wilhelmi de Wisschel scolastici. Johann von Eyl, wohl derselbe mit dem Kanoniker Joh. v. Eyl, der 1428 starb; am 9. December mem. Johannis de Eyl scolastici. Diedrich v, Nederhoven. 1442 als Scho- 61 laster in Wissel und Kanoniker in Xanten bezeugt.* 1441 fungirte er als Prokurator des Herzogs von Cleve bei Abtrennung der Filiale Keppelen von der Mutterkirche in Uedem. 2 Am 18. December mem. Theodorici Nederhoeven canonici. — Heinrich Nederhoven 1555 Vikar in Cleve und Kirch- meister der S. Annakapelle in Materborn. 3 Diedrich Voes. Am 16. September mem. Theod. Voes scolastici. Henricus v. Ryseren um 1500.* — 1484 wurde Reiner de Ryseren für die S. Antoniuskapelle in Hommersum, worauf Heinrich Brouwer resignirt hatte, investirt. 5 Am 7. April 1507 beurkundet Arnold v. Ryseren, Pfarrer in Till, dass Eheleute Joh. und Mecht. Kopperts auf dem Altar der hh. Hubertus, Antonius, Cornelius und Quirinus in der alten Sakristei der Kirche in Calcar drei Wochenmessen gestiftet haben. Am 2. Juli desselben Jahres fungirt Arnold als Notar in Calcar unter Zeugenschaft des Peter v. Ryseren. 6 Elbert v. R., Vikar U. L. Frau in Calcar, nahm 1577 von einer Vikarie in Hönnepel 50 Thlr. auf, die er für die Reparatur seiner Wohnung verwandte. 7 Friedrich Kather. In dem Kalendarium des op den Kelre notirte unter dem 10. November eine spätere Hand: „mem. dni. Frederici Kather scholastici huius ecclesie; pro celebranlibus dabitur 1 alb., non celebrantibus 1 h alb., absentibus nihil. — Diedrich 1 Bint. u. Moor. IV, S. 359, 370 u. 372. Schölten, Cleve 219. 2 Calcar, Pfarr-Arch. lib. pastor. 8 Cleve, Stifts-Arch. * Staats-Arch. in Düsseldorf. B Xanten. Investit. • Calcar, St.- u. Pfarr-Arch. 7 Hönnepel, Pfarr-Arch. ttmmm 62 Kater, Vikar S. Nicolai in Cranenburg, primizirte 1561. Heinrich Kater, Vikar S. Stephani ebendaselbst, wurde 1574 Pfarrer in Brienen, wo er 1618 starb. 1 N. v. Rysswick, wahrscheinlich Theodor (s. S. 48), in dem Testament des Kanon. Nicolaus Kruys in Cleve, f 1559, als Scholaster in Wissel genannt. 2 Anton von Ringenberg 1573 —1587. — In derselben Zeit e,in Pater Johann v. R. in Emmerich. 3 — Christian v. R., Pfarrer in Niedermörmter von 1618—1625. Wilhelm Steck, zugleich Kanon, in Emmerich, starb 1607. 4 Johann v. Ryswick von 1608 bis 1632, seit dem 7. September 1602 Kanoniker. Er und sein Schwager Gerh. Prang, Richter in Grieth, der die Elisabeth v. Ryswick zur Frau hatte, stellten dem Kloster Marienbaum das sog. Ryswick'sche Land auf dem kleinen Damm bei Calcar als Unterpfand für Katharina v. Ryswick, die schwachsinnig und im Kloster in Kost gethan war. 1612 verkauften beide das Land an den genannten Convent, das später bei der Fortifikation der Citadelle in Calcar vergraben wurde. 5 Am 29. April 1615 stellte das Kapitel seinem Mitkanoniker und Scholaster Johann v. Ryswick auf dessen Begehren ein Zeugniss aus über seine Geburt, Weihe und sittliche Führung. Daraus erfahren wir, dass er in Emmerich und Köln studirt und dann in Wissel 12 Jahre Residenz gehalten hat. 6 — Am 24. 1 Schölten, Nachr. über Brienen u. s. w. 36 u. ff. 2 Cleve, Stifts-Arch. 8 Vergl. Schölten, Cleve, 206, 283. * Progr. d. Gymn. in Emmerich 18 86 / 8 7 S. 38. 6 Marienb. Copiar. f. 124. Schölten, Cleve 189. 11 Calcar, Pfarr-Arch. Lib. pastor. I m April 1631 gab Werner v. Ryswick, weil er eine Präbende in Cleve erlangt hatte, die S. Eligius-Vikarie in Calcar auf und bat den Kurfürsten, dass er Joh. Phil. Boeckhorst, Sohn seines verstorbenen Vetters Florenz v. B., kurfürstl. Rentmeisters in Rees, damit begiftige.* Wilhelm Eggen, seit dem 4. Mai 1611 Kanoniker, 1633 Kanon, senior und Scholaster, dann Dechant, starb zwischen 1641 und 1644. Rektoren. Johann Thomae, 1409 und 1412 als Rektor erwähnt, später auch chorisocius. Am 4. Mai 1438 bestellte er Joh. von Niel, Vicecurat in Wissel, und Joh. Alberti aus Grieth in Gegenwart der Laien Joh. die Wrede und Joh. v. Ghoer zu Grieth zu seinen Testamentsvollziehern. Er hatte in Wissel drei Me- morien und das Fest des h. Antonius Abb. mit sechs Schild berentet. — 1462 treten Arnt Thomae, Vice- kurat in der Pfarrkirche zu Büderich, und sein Vikar Heinr. Amelong auf. 1496 ein Joh. Thomae, Kanon, in Cleve. Gerhard Winkelmann 1417. — Theod. Winkelmann v. Calcar wurde 1398 in Köln immatrikulirt, 2 war 1408 Pfarrer S. Brictii in Uwenheim und bewarb sich nach Resignation des Joh. v. Aldenhave um die Pfarrstelle an S. Ursula in Köln. Gottfried van der Heyden, artium baca- laureus, 1418 und 1423, später Rektor der Seelenmesse. 1423 ernannte er Joh. v. Wissel, Rektor des Nicolausaltares in Beugen jenseits der Maas, zu seinem Prokurator für Erlangung eines Beneficiums 1 Calcar, Pfarr-Arch. Lib. pastor. 2 Progr. des Kais. Wilh. Gymn. 1882, S. 46. u mit oder ohne Seelsorge. Am 6. August 1429 bestellte er als Rektor der Seelenmesse den Kanon. Friedr. v. den Dam, den Vikar Joh. Aldemarkt und seine Brüder Johann und Hermann zu Exeku- toren. — Ein Joh. v. d. Hey den 1441 Rektor des Marienaltares in Calcar. Henricus v. d. H. aus Calcar, von 1483 —1499 Abt in Camp, hatte einen Bruder Gerhard. Gottfr. v. d. H. wurde 1529 Pfarrer in Calcar und starb 1541 (s. S. 48). Die Geschwister Bela, Aleid und Griete aus Calcar hatten in Marienvrede ein Jahrgedächtniss. Johann v. Deynant, artium magister, 1427 und 1435. Gerlach v. Brunen 1429. — Conrad v. Br. in derselben Zeit Dechant (s. S. 57). Andreas Creveld, Vicar a. Emmerich, 10. Juli 1577. Johann Bulich a. Cleve 1579. — Engelbert Bulich, 1500 Rektor der Kapelle in Hulhusen und Pfarrer in Bimmen, starb 1524. * Johann Optennoert, Vikar S. Jacobi, 12. Mai 1581. 2 Kanoniker. Theodericus, canonicus Wischelensis. Als solcher beurkundeten er, der Schultheiss Anus von Rees und Ritter Arnold Scuko am 25. April 1256, dass das Kapitel in Emmerich mit Ritter Heinrich Dunker und dessen gleichnamigem Sohn, die dem Stifte Güter in Walsum streitig gemacht hatten, sich verglichen und den Sohn Heinrich 1 Xanten, Invest. * Siehe die Schule zu Wissel. Niederih. Geschichtsfreund 1882 S. 7. 65 (Scolaris) als Kanoniker angenommen hätte. * Dieser Kanon. Theodericus ist wohl derselbe mit Theod. Wisschelensis, der uns in Rees neben dem Dechanten Harmannus von Wissel 1228 begegnet ist. Egbert von Dodenberg 1316 und 1334, Sohn des Egbert von Dodenberg und Oheim des Burggrafen Heinrich Vogt von Veen auf Monterberg. Die Differenzen, welche sein Vater mit dem Kloster Greventhal bei Goch wegen der Pacht eines halben zwischen Beiden streitigen Hofes (mansus in Deyst) im Kirchspiel Mook gehabt hatte, wurden nach dessen Tod durch Heinrich v. Or- schaet, Dechanten in Zyfflich, und Otto, Vogt von Xanten, als Schiedsrichter Sonntags vor Vitus 1316 dahin bereinigt, dass Egbert's zweiter Sohn Arnold und die übrigen Erben jährlich zwei Malter Roggen an das Kloster abführen, dieses hingegen für den Vater Egbert ein Anniversarium halten sollte. 2 Egbert siegelte bei diesem Vergleich als Kanon, in Wissel für sich und seine Erben. 1334 siegelte er für seinen Neffen Heinrich Vogt aus Veen (s. S. 53). Er führte eine Gleve im Siegel mit der Legende: S. Ecberti de Dodenberg. In Wissel hatte er drei Memorien. Johann von Loet (de Lothe) f 1353, zugleich Kanoniker in Emmerich, wo er mit Renten aus Spyck und Warbeyen und einer Wiese auf Kivitsward 26 Memorien stiftete. 8 In der Stiftskirche zu Cleve hatte er „als Kanoniker und Thesaurar der Kirche in 1 Emmerich. Pf.-Arch. 2 Greventh. Urk. Ritter Genekin v. Orscote Zeuge des Grafen Diedrich v. Cleve in Urkunde von 1295 (Cod. Campen. fol. 230 6 ). 1383 wohnten in Zyfflich Deneken und Heilwich v. Oerschat und deren Kinder. Schölten, Cleve 262. 3 Emmer. Pf.-Arch. Kalend. S. Martini. riBH 66 Wissel" 1 deren 22 und in Wissel 12. Gottfried de Lothe hatte in Wissel sechs, die Priester Johann und Diedrich zusammen zwei und Ritter Jordan de L. und dessen Frau Hille und Beider Tochter Ida ein Anniversarium. Johann v. der Are hatte eine Schwester Jordan's, des ältesten Sohnes von Wolter v. L., zur Frau (cod. Camp. f. 230). Albert von Blitterswich 1354 und 1370, Sohn Wolter's und der Margaretha von Brienen, einer Schwester Johann's v. Br. 2 1354 bürgte er neben Duvel, Sweder v. Elze und Diedr. v. Hessen bei Johann Reep für Wilhelm v. Wissel, Sohn Everhard's (Calcar. Rotel). 1356 siegelte er für Irmgard, Frau des Knappen Diedr. v. Wissel, deren Tochter Elisabeth an Wolter v. Blitterswich verheirathet war. 3 1370 1 Staats -Arch. in Düsseldorf. Memorienb. der Clevischen Stiftskirche. — Priester Job., v. Loet ist wohl identisch mit dem Vikar Joh. v. Loet an S. Severin in Köln, dessen -Anniversarium in der Stiftskirche zu Cleve, wo er ebenfalls eine Vikarie hatte, 1398 von Sweneldis v. Loet gutgeheissen wurde. Priester Diedrich wird der Hamborner Kanoniker sein, der 1393 u. 1405 von der Stadt Calcar eine Pension forderte (Calcar. St.-Arch.). Zeitgenossen des Kanon. Johann waren Albert, 1321—1345 Schöffe in Cranenburg, Everhard 1331 Richter in Rindern, Johann, f 1342. Hermann v. L. und seine Frau Elisabeth v. Bellinghoven verkauften 1497 an die Kinder des Wilh. v. Bernsau die von ihrem Bruder Joh. v. Bellinghoven ererbte Hälfte vom Hause Bellinghoven. Johann v. Loet, Sohn des Heinrich und der Hilleken und Bruder der Mechtild und des Thomas, testirt als Kanon, in Cleve und Nymegen 1599. 2 Wissel. Kalendar. 3 Staats-Arch. in Düsseldorf. Hueter Arch. — 1357 wurde Heinr. v. Blitterswich „in die weere gelegen uppen wal bi der stat (Calcar) muren, daer hi woonde" (früher Wohnung des Diedr. v. Wissel) aufgefordert, das Einlager zu halten (Calc. 67 vermittelte er zwischen seinem Kapitel und Ritter Wilh. v. Wissel (s. S. 18). Ausser Albert's Jahrgedächtnissen fand in Wissel auch eine memoria Gun- dradis, puellae Alberti de BL, nostri concanonici, und eine für Wolter Passert (verwandt mit den v. Bl. Fahne, Bocholtz 151) und Alb. v. Bl. statt. Diedrich von Ossenbruch. 1367 entband Graf Johann von Cleve den Kanon. Diedrich v. 0. in Wissel, der ihm von seiner Mutter her kurmut- pflichtig war, und nahm ihn zu seinem Ministerialen an. 1 Winand Heymerich 1374, zugleich Kanon, in Cleve, aus dem mächtigen Patriciergeschlecht der Heymerich in Cleve, Bruder der Clev. Kanon. Friedrich, Johann und Gottfried, der um 1365 zugleich Pfarrer in Calcar war. Winand und Gottfried hatten in Wissel Jahrgedächtnisse. Gesa Rotel). 1370 gelobte Heinrich dem Diedr. Hapezomer Schadloshaltung zu wegen einer für ihn geleisteten Bürgschaft (Calc. Rotel). 1367 siegelte für Wolter sein Verwandter Sibert v. Bl., der eine Elisabeth zur Frau hatte und 1415 dem Grafen von Cleve allen Schaden quittirte, den er durch Uebernachten dessen Gemahlin Maria v. Burgund in Maashees an seinen Gütern in Afferden gehabt. Nach Sibert's Tod ist Heinrich, der mit Jutta v. Bylant verheirathet war und 1450 starb, im Bezitz von Afferden; nach ihm seine Frau mit ihren Kindern Heinrich, Johann und Lisbeth, während eine zweite Tochter Margare tha Äbtissin in Greventhal und eine dritte Tochter Jutta Stiftsdame in Roermond war (vergl. Ferber, Gesch. d. Familie Schenk v. N. 20 u. ff. Fahne, Köln. Geschl. II, 212, u. Fahne, Bocholtz, 146 und 163, wo noch mehrere Bl. aufgeführt sind). 1456 wurden Arnold v. Bl., Sohn Johann's, und seine Frau Aleid mit der Dornickhufe in Elverick behandigt. Die Blitters- wich siegelten, wie die von Hessen, mit einem Herzschild und je einem Seeblatt an den Ecken. 1 Fahne, Köln. Geschl. II, 212. — lieber die v. Ossenbruch s. Anhang. 5* 68 und deren Schwestern berenteten in Cleve das Fest Johannes ante portam latinam. 1 Diedrich Taybert oder Taybart, Sohn des Nieolaus, der von 1338 —1353 mehrfach als Notar fungirte, und einer Mechteld, die in der Stiftskirche zu Cleve das Fest der h. Agnes aus ihren Zehnten in Vynen berentete. Memoria Nicolai T. et Mechtildis conjugum et Theodorici eorum filii, fratris nostri. Diedrich, Kanon, in W,, stiftete auch in Cleve ein Jahrgedächtniss. 2 Anselm von Keeken hatte für sich allein und in Gemeinschaft mit dem Wisseier Kanon. Heinrich v. der Burg ein Jahrgedächtniss (mem. Ancelmi 1 Die Heymerich siegelten, wie die von Keeken, mit einem quergetheilten Schild, in dessen oberem Feld drei Rosen neben einander liegen. Vergl. Schölten, Cleve, 258—262, 331, 346, 581 u. 605. Schölten, Gert v. d. Schuren, XVII, XXI, 67, 245. 2 Johann Taybert starb 1336 in Emmerich. 1353 Montags n. Laurentius versprach Ritter Otto v. d. Butzelar, den Rol. Hagedorn wegen einer Bürgschaft für 104 Mark bei Claes T. schadlos zu halten (Anholt, Fürstl. S. Arch.). Stephan, 1388 Kanon, in Zyfflich, hatte in Cleve ein Jahrgedächtniss. Knappe Johann von 1392—1417 mehrfach Zeuge. 1391 siegelt Johann ! für Belie v. Ossenbroeck. 1410 am 1. Aug. sichert Steven T. dem Peter v. Culenburg für dessen Bürgschaft bei Diedrich Tadden in Cleve Schadloshaltung zu; sollte Steven sterben, so wird sein Vater Johann zahlen (Anholt). Johann u. Sweder, Söhne Stephan's, der von 1423 an wiederholt als Schöffe in Cleve amtirte, und einer Elsbe. 1471 vermachten Elsbe, Wittwe von Stephan, und ihr Sohn Johann eine Rente aus einem Hause in Rees, wo sie 1418 sesshaft waren, an die dort. Liebfrauenbruderschaft (Rees. St.-Arch.). Johann und Stine T. hatten in Cleve ein Jahrgedächtniss. Am 10. Nov. 1452 wird Johann von Gisb. v. Bronckhorst mit der Hove belehnt, wie Otto, Johann's Vater, diese gehabt hatte (Huet. Arch.). Johann, Sohn Stephan's, Richter in Rindern 1478 u. 79; er und Aleid Mitglieder der St. Antoniusbruderschaft in Cleve. (Vergl. noch Schölten, Cleve 359 u. N. 1.) H^^H 69 de Keken et Henrici de castro, concanonicorum nostrorum).* Heinrich van der Burg (de castro). In dem Calcar. Rotel von 1362 ein „Her Henr. v. der Burg". — Ein Heinr. v. d. B. wurde 1394 in Köln immatrikulirt (Progr. des K. Wilh. Gymn. 1882, 38). Frat. Gerh. v. d. Burg um 1500 im Kloster Gnadenthal bei Cleve. Johann Stackelwege, zugleich Cantor und Kanon, an S. Cassius in Bonn, f 1409, Bruder Hermann's, Propstes v. S. Georg in Köln und Rektors der Universität, Sohn des Johann und der Aleide, die von 1339—60 das Haus Coelen in Calcar bewohnten. 1360 wurden die Wittwe und ihr Sohn Hermann von Ritter Bernh. v. Galen mit Land im Calcarer Feld behandigt. 1371 Montags nach Wal- 1 Ich finde Johann Ancelmi de Keken 13-41 als Gerichtsmann bei dem Richter Wolter v. Wusic in Düffel, 1351 Johann, der eine Hille zur Frau hatte, und Anselm. 1357 ist Johann Knappe. 1373 nennt Knappe Wolter Schmulling, Vater des Diedrich und Ehemann einer Aleid, die Brüder Adam und Heinrich v. K. seine Schwäger. Anselm stiftete mit seiner Frau Fye, Tante des Lubbert v. Till, ein Jabrge- dächtniss in Cleve. 1370 verkauft Herr Christian v. K. an Diedrich v. Moylant unter Verbürgung des Herrn, v. Eyl, Arn. Snoek und Diedr. v. d. Horst ein Pferd (Calcar. Rotel). Knappe Stephan, f 1395, stiftete aus seinen Gütern auf Schockenward ein Jahrgedächtniss in der Martinikirche zu Emmerich. Oda 1396 Sliftsdame zu Fürstenberg. Adam, f 1466, stiftet für sich und seine Frau Alverick ein Jahrgedächtniss bei den Minoriten in Cleve. Am 24. Nov. 14-62 gab er und sein Sohn Johann an Jungfer Gese v. Benthem zum Frommen der S. Katharina- Vikarie in Bimmen eine auf Petri Stuhlfeier fällige Rente von zwei Goldschild aus zwei Stück Land in Keeken neben der Reysduffel bei der Kirche und bei dem langen Morgen. 1467 auf S. Odulphus vollzog Johann durch Pfarrer Walter Gulde- man von Keeken die Stiftung seines Vaters Adam in Cleve. Adam v. K. 1462 Vikar S. Katharinae in Bimmen, 1496 Pfarrer in Keeken (Wissen, Gräfl. Arch., u. Cleve, Stifts-Arch.). 70 burgis bevollmächtigt Herr Stackelweghe seine Mutter Aleid und seinen Neffen Johann in der Dellen, von der Stadt Calcar die ihm schuldige Pension zu erheben (Calc. Rotel). 1378 verzichtete Propst Hermann auf den Zins, den das Clevische Stift aus dem Land im Calcarer Feld entrichten musste. Bereits 1300 und 1301 zeugt ein Theodericus Stackelweghe als socius choralis im Reeser Stift (Düsseid. St.-Arch.). Heinrich St. hatte in Rees ein Jahrggedächtniss (Schölten, Cleve 165). Nicolaus Wrede, 1383 Kaplan in Grieth, 1409 zuerst als Kanon, erwähnt, ernannte am 18. April 1410 auf seinem Krankenbett den Vikar Joh. Wynman und den Kanon. Th. v. den Haghe, den Kaplan Joh. v. Nedenaye in Grieth und seine eigenen Brüder Amt und Johann im Beisein des Rektors Joh. Thomae zu seinen Exekutoren. Er berentete die Feste der Geburt Johannes des T. und des h. Laurentius mit 7 und 8 Schild; für das letztere stifteten Arn. Suyssermont und dessen Tochter Gese noch 1 k Wein nach der zweiten Vesper. Amt die Wrede war 1416 Schöffe in Wisselward. Diedrich Haver, zweifelsohne Sohn Wolter's, der von 1328 an mehrfach als Richter der Grafen von Cleve und in Cleve selbst als Schöffe amtirte, zugleich Kanon, in Cleve, wo er 1397 als Notar fungirte und 1414 starb. Beide hatten in Cleve ein Jahrgedächtniss. In Wissel berentete Diedrich das Fest des h. Andreas und stiftete auch hier ein Jahrgedächtniss. Gerhard van der Vorst bestellte am 28. December 1417 Kanon. Joh. Wynman, Pfarrer Heinr. v. Issum, Joh. v. d. Vorst und Elisabeth v. den Velde, Alle zu Wissel, im Beisein des Kanon. Bernh. Esel zu seinen Exekutoren. Am m@i JMM ^^^^^^L ^^^^^■■m 71 13. November 1419 stellte er noch für den Vikar Joh. v. Aldenhaven ein Schuldbekenntniss von IOV2 Schild aus und starb bald darauf. Am 18. November notarielle Aufnahme seines Nachlasses; dabei fanden sich in der Scheune zwei Kühe, zwei junge Ochsen und ein Kalb. Neben ihm hatte Vlendis v. d. Vor st ein Jahrgedächtniss. — Joh. v. d. V. 1374 Scholaster in Rees. Joh. v. d. V. 1511 Präbendar in Kloster Bedburg. Heinrich Sanghert. Am 23. März: memoria Gerardi de Vorst et Henrici Sanghert presb. fra- trum nostrorum. Gerhard Meyer 1409, bestellte 1418 den Kanon. Joh. Wynmau und Wolter Schmulling, bald darauf seine Neffen die Vikare Joh. und Arn. Aldemarkt und die Laien Conr. und Alb. Aldemarkt, Brüder, und am 10. December 1422 seinen eigenen Sohn Gerhard, Wolter Schmulling, Kleriker Joh. Thomae und Notar Wilh. Isenbrand zu seinen Exekutoren. Diedrich Stock aus Cleve, Magister, zugleich Kanon, in Xanten und 1419 Rektor der Universität in Köln, wurde am 31. Januar 1421 vom Stift in Wissel neben Otto von Schuttorp, Pfarrer in Dornick und Dechanten der Christianität Xanten, und Wilh. v. Rees, Prokurator an der Kölner Kurie, als Mandatar für die zu Köln tagende Synode ernannt, wo über die Zehnten verhandelt werden sollte, welche Kaiser Sigismund wegen der Husiten von den Stiftern, dem Welt- und Regularklerus erbeten hatte. Am 10. December 1423 wurde er vom zeitigen Rektor der Pfarrkirche in Keeken, die dermalen durch Ableben des Gerh. Henrici (Heinrichs) aus Cleve vakirte, zu dessen Vertreter gegen einen Johannes Angeli (Engels) yon Weeze ernannt. 72 Johann Wynman, seit dem 17. April 1417, wo er die Seelenmesse-Vikarie niederlegte, Kanoniker. Am 9. October 1410 gehörte er als Vikar in Wissel mit Pfarrer Sibert in Wetten, Priester Pet. Kruisbleck und Laie Jac. ter Schuren zu den Exekutoren des Joh. v. Kervenheim, Priesters und Vikars in Winnekendonk. Am 22. Januar 1418 bestellte er selbst seine Neffen Vikare Joh. und Arn. Aldemarkt und die Brüder Conr. und Alb. Aldemarkt im Beisein des Küsters Heinr. v. de Loe und des Rektors Gottfr. v. der Heyden zu seinen Exekutoren, lebte aber noch 1423. Johann von Eyl, wahrscheinlich Sohn der Eheleute Johann und Hille v. Eyl, die am 19. Januar in Wissel ein Jahrgedächtniss hatten, zugleich Scholaster in Wissel, starb Ende 1428; denn Neujahr 1429 wurde Gottfr. Heymeriek für die durch Ableben des Johann v. Eyl vakante Präbende präsentirt. Er darf nicht confundirt werden mit dem Kanon, und Scholaster Joh. v. Eyl in Xanten, der um 1485 starb; auch nicht mit Johann v. Eyl, Vikar in Hönnepel und Pfarrer in Hemerden 1439 und 1464. (Siehe die Genealogie der van Eyl im Anhang.) Gottfried Heymeriek, seit Neujahr 1429, zugleich Kanon, in Emmerich und Dechant in Cleve, starb am 12. August 1432. Heinrich v. Issum, zugleich Pfarrer, 1417. Gerhard van der Steghen, wahrscheinlich identisch mit dem Pfarrer Gerhard v. d. St. in Calcar, der urkundlich 1410 als solcher auftritt. Er hatte mit Anselm v. d. St., Priester, vier Jahrgedächtnisse in Wissel; am 10. November war dort ein Anniversarium für Gerhard und alle seine Verwandten, wozu auch Hermann und Wilhelm v. d. St. gehörten. Im Heberegister der Grafen von Cleve ■ BH n - ■ \ 3KKsHflBfi9 ■'--;'.- :■.■---■■■ HÖH 73 (1316) sind Heinrich, Ludolph, Jacob und Jutta v. d. St. in Calcar genannt. 1334 werden die Brüder Jacob und Albert mit Grevinnenward behandigt. Gosen ter St. 1377 Bürgermeister in Calcar. 1380 leisten Jacob und sein Sohn Diedrich der Stadt Bees Urphede. Gerhard 1436 Vikar in Zyfflich und Cranenburg. Tel mann 1410 und 1425 Pfarrer in Uedem. Heinrich f 6. November 1506 und seine Frau Luyta v. Holthusen f 1508, Schwester des Bütger v. H. f 24. Februar 1497, hatten in Marien- vrede ein Jahrgedächtniss. Diese v. d. Steghen stammten 'wohl von dem Hof ther Stegen in Wissel, dem Haus Kemnade gegenüber. 1507 weist Herzog Johann II. den Kindern seines Dieners Lantzlott v. Beloesch, dem er von der Geldernschen Fehde her 232 Bh. Gulden schuldete, aus seinem Hof ther Stegen in Wissel, dem Haus Kemnade gegenüber, eine Bente von 14 Malter Gerste an und den Best in Terminen aus der Schlüterei Uedem. 1540 überwiesen Eheleute Johann und Katharina v. Beloesch gen. Lantzlott die Bente aus dem Hof, den damals Heinrich Polmann bebaute, an das Kloster Marienbaum, worein ihre beiden Töchter Anna und Maria getreten waren.* Lambert v. Bomel, vielleicht von Bemel, die mit 2 /i Geigen siegelten; er berentete das Fest divisio apostolorum und das des h. Martinus Bischofs mit je sechs Schild und hatte zwei Jahrgedächtnisse. Amplonius, 1433 und 1436 als Zeuge erwähnt; vielleicht ist er derselbe mit dem Magister Gerh. Ampolonius, der in der Stiftskirche zu Bees ein Jahrgedächtniss hatte. Wilhelm Paep, Paipe, Pape 1431 und 1437, zugleich Scholaster in Cranenburg. In letzterer Eigen- 1 Marienbaum, copiar. 74 schaft beurkundet er am 23. December 1437 Johann und Katharina als seine Geschwister. Sie waren Kinder des Clev. Raths Lambert, eines Sohnes des Albert und einer Eva, aus dessen erster Ehe, während Albert der zweiten Ehe Lambert's mit Katharina v. Benninghoven, Wittwe von Diedrich Slodenberg, angehört. Am 1. Juli 1431 verzichtete Kanon. Wilhelm zu Gunsten seines Vaters Lambert auf alles Anrecht an Grevinnenward, woran der Vater alsdann seinen Sohn Albert behandigen Hess. Am 19. November 1436 beurkundete Wilhelm, dass sein Vater mit Katharina v. Benninghoven die Güter ter Sloyen und Langenwilligen in Haffen oder Renen, Lehen der Herrlichkeit von Borklo, und Liegenschaften in Esserden, Speidrop und Bislich, die ihr durch Ableben ihres Sohnes Diedr. Slodenberg 1 zugefallen seien, bekommen habe, und er zu Gunsten seines Bruders Johann darauf verzichte. Lambert's Bruder Sewel Paep war Kanoniker in Rees, Xanten und Lüttich 1409 und 1429. Lambert's Schwester Aleidis Paep war Augustinerin im Caecilienconvent zu Calcar. Am 31. October 1429 erlangten Lambert, seine Schwester Aleid und deren Mitschwestern im Convent von der Stadt Calcar Freiheit von allen Lasten für ihr Haus, so lange Aleid lebe, weil sie zugestanden hatten, dass die Stadt den Weg zu dem auf ihrem Erbe erbauten Thurm zur Zeit der Noth gebrauche, womit sich Sewel, Lam- 1 Am 29. Aug. 1435 beurkundete der Kleriker Diedrich v. Benninghoven im Umgang der Kirche zu Wissel, dass sein Schwager Lamb. Paep über alle Güter, die er nach dem im Mai erfolgten Tod seiner Mutter Beatrix v. B. verwaltet habe, Rechnung abgelegt habe. — Gert v. B. 1449 belehnt mit Averberg (Turk f. 84). Vergl. über die v. Benninghoven Schölten, Cleve 310. 75 bert's Bruder, einverstanden erklärte. Am 17. Juni 1438 schenkte Aleid unter Assistenz ihres Vormundes Friedr. van den Dam im Haus des Kanonikers Arnold v. den Berg zu Wissel das von ihrem Vater Albert, Lambert's Sohn, bewohnte und vom Convent bereits innegehabte Haus. 1 Bernhard Esel 1409 und 1439, wohl ein Bruder des Richters Werner Esel in Cleve und Umgegend, der Stina von Ossenbruch, Tochter des Gerhard v. 0., zur Frau hatte. Am 15. Juni 1 Der älteste mir bekannte Paep ist der im Heberegister der Grafen von Cleve genannte Heinrich, der 1328 todt war (Schölten, Cleve 307). Samstags nach Pfingsten 1303 war er (dilectus nobis et specialis Henricus dictus Paep) vom Grafen Diedrich VIII. von Cleve mit einem halben Mansus im Tiller Bruch unter Vorbehalt der Zehnten belehnt worden (Anholt, F. S. S. Arch.). Everhard P. 1365 Schöffe in Calcar. Everhard u. Albert in Calcar in dems. Jahre genannt. 1411 am 7. Sept. tauscht Griete, Tochter von Griete Paep, Arnt's Tochter, mit Diedr. v. Wische Land in Winssen ein (Anholt). Evert 1442 Schöffe in Sevenaer. Eva, Tochter Lambert's, verheirathet an Wilh. v. Buzelar 1458, Lambert, deren Sohn. Everhard senior, Mechteld v. Rade, Everhard und Gertrud seine Kinder. Everhard, natürlicher Sohn Everhard's, 1461 im Regulierkloster zu Uedem. Johann heir. um 1475 eine Hille. Johann P., Pfarrer in Haffen, pachtet mit Joh. v. de Huyps und Hetnr. v. Bergen vom Stift Xanten auf sechs Jahre dessen Zehnten in Haminkeln. Druda 1490, Aleidis 1521 Nonnen in S. Ursula, Vlendis 1530 in S. Cäcilia zu Calcar. Vergl. noch Schölten, Cleve 52, 173, 183, 255, 307 — 311, 322, 346, 372. 508, 605. Sewel Pael, Kanon., hatte um 1412 auf Hermenskamp bei der Wade und im Mühlenfeld bei Calcar Land, woran die Schwestern des Cäcilienconvents Griete Vuldycke, Beel v. den Winckel und Mecht. v. den Wyel und nach diesen Gertr. Hu- nincks, Mecht. Ridders und Fie v. Borken behandigt waren. Die Hand der Letzten wechselte Sebastian Wachtendonk, Rektor des kleinen Convents, 1568 für Stine Roberts von Emmerich und Hess gleichzeitig Fie Spaen und Griete Louwen behandigen. U/ 76 1428 führte der Küster Lambert Fabri in Wissel bittere Beschwerden über den Kanoniker, der sich am 2. Juni 1429 wegen Störung des Gottesdienstes und fortgesetzter Renitenz gegen das Kapitel in Köln zu verantworten hatte. Im November 1439 ernannte er den Kanon. Gottfried Heymerick in Cleve, die Brüder Christian und Gerhard Esel, Söhne des Werner, und die Frau des Christian Bela Buhoff zu Testamentsvollziehern. Ein Christian Esel war 1395 Schöffe in Cleve. Die Esel führten einen Eselskopf im Schild. Heinrich Schalpipe 1439. — Peter Seh. war um dieselbe Zeit Dechant in Xanten. Auch in Emmerich war ein Schalpipe Kanoniker, dessen Vorname und Todesjahr nicht angegeben ist. Arnold van den Berg (de monte) 1431 und 1439. Am 3. März 1433 protestirten er und Gerh. Butz v. Werden, Kanon, in Cleve, als Syndici zugleich auch für das Stift in Zyfflich, gegen die vom Kölner Erzbischof ausgeschriebene und vom Herzog Adolph von Cleve verbotene Zehntenabgabe. 1439 vermachte er den von ihm geschriebenen, 1434 in Calcar gebundenen Kommentar zur Apokalypse an das Karthäuserkloster auf der Grave bei Wesel. Die Papierhandschrift befindet sich zur Zeit im Pfarrarchiv zu Xanten. Friedrich van den Dam, 1425 noch Vikar in Rees, seit 1429 als Kanoniker in Wissel erwähnt, war auch Pfarrer in Calcar. — Die Eheleute Albert und Sophia v. d. D. und eine Margaretha v. d. D. hatten in Wissel Jahrgedächtnisse. — Gert v. d. D. 1433 Herzogl. Rentmeister in Liemers. Vlendis v. d. D., Tochter der Griete, 1456 vom Xantener Stift in Uedemer Feld behandigt. Johann verkauft 1462 Land in Uedemer Bruch an das Kloster in Marien- 77 bäum. An dasselbe Kloster veräussem 1485 Heinrich, Schöffe in Calcar, und seine Frau Hadewig den Hof Gesthusen. Diedrich 1478, 1499 Vikar in Rees. Amt 1476 und 1494 Schlüter in Uedem. Eheleute Amt und Mechteld strecken 1497 der Stadt Rees 100 Gulden vor. Hermann 1508 Kanon, in Cranenburg. Angelus 1520 Superior der Kreuzherren in Emmerich. Amt, f 1551, Vikar S. Johannis Ev. in Düffelward. Everhard Pyl 1417 und 1441. Everhard Pyl und Wilhelm Raiscop, Clev. Herzogl. Sekretäre, waren unter mehreren Anderen Zeugen der Ansprache des Herzogs Adolph an die Ostern 1424 im Minoriten- baumgarten zu Cleve versammelten Bürger (Lib. priv.). Er berentete das Fest der h. Agnes mit acht Schild und hatte vier Memorien in Wissel. Albert P. in der Kölner Matrikel von 1390. Stephan van Witenhorst 1441, hatte am 26. September ein Jahrgedächtniss in Wissel. Gleichzeitig mit ihm war Giselbert v. W. Kanon, in Rees 1397 (Vicedecan 1424); er hatte durch Vermittelung des Xantener Propstes Hugo v. Hervorst die Präbende erlangt und 16 Jahre ungestört innegehabt, als Ba- silius Hunaff aus Rees, Kanon, in Bonn, den Giselbert allenthalben anklagte und gegen das Verbot des Grafen Adolph v. Cleve Anfangs März 1410, dass während der Papstwahl zu Pisa keine Apostolischen Schreiben introducirt werden sollten, dennoch durch einen Notar Diedrich Bant aus der Diöcese Utrecht solche gegen Giselbert einschwärzte. (Siehe über die Witenhorst-Sonsfeld den Anhang.) Heinrich Scheper um 1440. — Mathias Seh., Kanon, an S. Peter in Utrecht, stiftete 1447 in der h. Geistkapelle zu Uedem eine Vikarie. Albert op den Kelre aus Cleve 1441 und 1465. Er schrieb das oft erwähnte Register der Ein- 78 künfte des Kapitels und das Kalendarium der Kirche. Das Fürstl. Salm-Salm'sche Archiv besitzt eine von ihm geschriebene Kopie (Lederband in 4° a. Papier) des „Liliura medicine a magistro Bernardo de Cor- domo", an deren Schluss es heisst: Explicit liber, qui intitulatur lilium medicine, scriptus et inceptus die Ambrosii et completus anno eodem in profesto Mathei apost. Ao. dni. MCCCCLIX per Albert, op den Kelre presb. canon. Wisschel. Laus deo. Pax vivis. Requies eterna sepultis. Diedrich op d. K. 1437 Küster, dann Kanon, in Cleve. Gottfried op d. K. heirathete Wendele, natürl. Tochter des Wessel v. den Birgel 1470. Gerhard 1481 Prokurator des Klosters Gnadenthal bei Cleve. Albert op den Kelre 1482 Vikar in Cleve. Daniel van Ossenbruch, Sohn Gerhard's, theilte am 9. April 1458 mit seinem Bruder Gerhard das elterliche Erbe dahin, dass Daniel die Liegenschaften um Calcar erhielt. Unter demselben Datum beurkunden die Laten Daniel's in dem Hof to Ludichaven, dass „her Gerit Haen"* und dessen Schwester Beel ihre beiden Handgewinne an drei Morgen Land im Gericht von Altcalcar zum Besten des Armenhofes in Calcar abgetreten hätten. 1467 gibt der Kanoniker an Lise Heyster die Vorhand an einem Maltersaatland „auf dem Dam" bei Calcar. 2 Op den Kelre erwähnt die Wohnung des Daniel. Ein Gerhard van 0., wahrscheinlich Daniels Vater, be- rentete das Fest der h. Helena in Wissel mit sechs Schild. (Siehe über die von Ossenbruch den Anhang.) Engelbert Roglant 1460, zugleich Pfarrer. (Siehe über ihn unter den Pfarrern). 1 Vergl. noch im Anhang die v. Ossenbruch zu 1424 2 Huet. Aren. ■MB 79 Frammicus van Holthusen, s. w. h. Fran- ciscus v. H., canonick to Wieshel, im Nekrolog des Münsterstifts zu Roermond genannt, wohin er eine Albe, einen Amict mit Perlen bestickt, drei Kissen für die Celebranten, 22 Quart Wein u. s. w. vermachte. Ebendort ist auch ein Anniversarium für den Knappen Joh. v. Holthusen, der im Conflikt bei Breedber (Beedber, Bedburg) gefallen sei, und für die Domiceila Elisabeth v. H. verzeichnet (Fahne, Bocholtz 159, 165 und 148). Heinrich Mesmeker verkaufte 1500 mit seinem Bruder Hermann (Richter in Uedem) an Johann Mesmeker, Kanon, in Xanten, eine Rente aus einem Hause in der Scharnstrasse zu Xanten.* 1524 den 26. October verkauft er vier Morgen Land bei Xanten an einen Bürger inRees. 2 — Amt Mesmeker 1430 Schöffe in Calcar. Amt, Amt Mesmekers Sohn, tritt 1437 als Sachwalter Elbert's v. Alpen am Gericht zu Altcalcar auf und pfändet Land am Monreberg'schen Meer (Anholl). Heinr. M. pachtet 1471 die Zehnten des Xantener Stiftes in Bislich, Hilt, Ellerden und Mersche. 1493 präsentirt Stina s'Beren (die Beer) für die von ihr auf dem Eligius-Altar in Calcar eben gestiftete Vikarie den Priester Amt Mesmeker alias Bouman von Calcar. 3 Hilkine M. 1506 Nonne, später Priorin im S. Agatha Convent zu Uedem. Theodor M. aus Calcar, der in Emmerich humaniora studirte, Augustiner auf Gaesdonck wurde und nach Absolvirung der Moraltheologie drei Jahre in Löwen seine Studien fortsetzte, wurde am 20. October 1667 Pfarrer in Uedem und nach dem Tod des Pfarrers 1 Xanten. Pfarr-Arch. 2 Rees. Pfarr-Arch. 3 Calcar, Lib. pastor. 80 Gerh. Lengel am 2. August 1683 als Pfarrer in Calcar investirt. Johann op den Kelre. Am 2. November 1504 trugen Eheleute Gerhard op d. Kelre und Aleid v. Vreden, Tochter Katharina's v. Vreden, an ihren Sohn Johann, Kanon, in Wissel, alle Erbschaft seitens ihrer Mutter Katharina auf. 1 — Diedrich op d. K. 1502 Kanon, in Cleve. W es sei, 1511 Kanon, in Cleve und Propst in Cranenburg, belehnt 1517 Claes Nienhuys, ältesten Sohn Wessel's sei. And., mit Land in Zyfflich (Siehe über die op den K. Seite 77). a Johann Douwerman, Sohn des Heinrich und der Katharina Nielant in Dinslaken, wo der Vater wiederholt Schöffe war. Sein Onkel Evert Nielant, der am 19. September 1468 auf Präsentation des Herzogs von Cleve mit der S. Bartholomaeuska- pelle in Isselburg begiftigt worden war, 3 wurde später Pfarrer in Reeken und trat 1490 an seinen Neffen Johann, den er gerne als Priester gesehen, eine von ihm innegehabte Messstiftung in Dinslaken ab. 4 1506 war Johann als Kanoniker in Wissel Mittelsperson zwischen dem Kloster Bedburg und dem Propst Joh. Ingenwinkel von Xanten, der in Rom die Umänderung des Klosters in ein weltliches Stift betrieb. 5 Am 22. Mai kommt Johann als Pfarrer von Dinslaken vor, wo er am 4. September 1555 starb. Zweifelsohne war der Bildschnitzer Heinrich Douwerman, der, nachdem er für die Stiftskirche in Cleve den Marienaltar geschnitzt, 1517 nach Calcar übersiedelte 1 Calcar. Pfarr-Arch. 2 Cranenb. Pfarr-Arch. 8 Lib. quond. not. * Niederrh. Geschichtsfr. 1880, S. 35. 6 Sloet, Bedb. 91 und 92. 81 1 Schölten, Cleve 607. Wolff, Die S. Nicolaik. 27. Beissel, Gesch. der Ausst. der S. Victorskirche 18. 6 und hier den Altar der sieben Schmerzen Mariens für die S. Nicolaikirche und mit seinem Sohne Johann die Büsten für den Hochaltar in Xanten machte, ein Bruder des Kanonikers Johann. 1 Sollte der Altaraufsatz in der Pfarrkirche zu Dinslaken und die Statue des h. Martinus in der evangelischen Kirche daselbst nicht etwa dem Heinrich und seinem Sohne zuzuschreiben sein? Johann Paephoff. 1496 fer. 6. p. Laurent, schiedsrichten Johann Paephoff, Kanoniker to Wysschel, Bernt v. Hoen, Richter zu Hönnepel, und Cezarius, Prior der Karthäuser op ten Grave, zwischen Der ick v. Bronckhorst und von Batenburg, Herrn zu Hönnepel, Drost des Clevischen Landes, und dessen Tante Katharina v. Bronckhorst, Wittwe von Joh. v. Alpen, wegen einer Jahrrente von 300 Rh. Gulden aus Liegenschaften in Hönnepel und Niedermörmter, woran Johann seiner Frau die Leibzucht gegeben hatte (Anholt). Paephoff war zuvor Inhaber der S. Antoniusvikarie in Hönnepel und eine Zeit lang Pfarrer in Calcar. Am 17. October 1460 testirte Ritter Johann v. Alpen, Herr zu Hönnepel, in der Behausung des Amt Schoilmeister an der Ketel- strasse zu Calcar in dessen und des Bruders Diedr. Schoilmeister Beisein eine schon von seinen Vorsassen dafür bestimmte Rente von 27 Goldgulden für die S. Antoniuskapelle auf dem Schloss Hönnepel, mit der Bestimmung, dass der Kleriker Joh. Paephoff diese Rente während seines Lebens beziehen solle, wofern er binnen einem Jahre die nöthigen Weihen sich beschaffe und wöchentlich einmal in der Kapelle für die verstorbenen Eltern des Testators celebrire m 82 (Hönnepel, Pf.-Areh.). 1483 am 16. Januar fungirt Johann v. Paiphoff, Pfarrer in Calcar, neben Hermann v. Apelteren, Goerdt Bemel, Richter in Xanten, Amt v. den Vrythoff und Bernt v. Hoene als Schiedsmann Ritter's Joh. v. Alpen in den Differenzen, die dieser mit Scheiffert vamme Raide (Merode), Herrn zu Hemersberg und Clermont, hatte (Anholt). Heinrich van Büren. Er präsentirte am 12. März 1526 seinem Kapitel den Raban v. Büren für das kurz zuvor von Ritter Raban v. Büren in der Pfarrkirche der hh. Petrus und Paulus zu Grieth gestiftete Offizium der h. Anna. 1 Am 5. April 1534 wurde er an Stelle des verstorbenen Rutger v. der Bruggen (de ponte) als Pfarrer von Niedermörmter investirt. 8 1486 werden Raban v. B., seine Frau Margaretha und Beider Sohn Diedrich vom Xantener Stift behandigt. Mechteld v. B. 1505 Nonne in Sledenhorst. Diedrich v. Wylich 1545 (s. S. 59). Christoph v. Wylich, f am 2. Mai 1547, Sohn des Hofmeisters Adolph, bekommt am 8. Oct. 1541 in Rees die Präbende seines Bruders Adolph, der Kanon, in Xanten wurde. Johann v. Hoeckelhaven 1545 und 1561. — Wilhelm v. H. 1439 Küster in Calcar. Leonard v. H. bis 1577 Organist und Rektor in Wissel. Christopher v. Wylich, 1560 u. 1561 absens. Adolph Closs, wohl derselbe, der 1539 als Kanon, in Cleve genannt ist und dort 1553 resignirte, 1560 und 1561 absens. Peter Herzbach, Bruder des bekannten Con- 1 Staats -Arch. in Düsseldorf. a Xanten. Investituren. WR® "AI asa 83 rad, Erziehers am Clevischen Hof, 1560 und 1561 genannt. * Mechteld Herzbach war an Conrad v. der Hüpsch, Bruder des Conrad und der Bele, die den Joh. Keydtgen (Ketgen) zum Manne hatte, verheirathet 1561. — Evert v. Ulft, Richter in Rees, hatte Johanna, Heinr. Snoik Idgen v. der Hüpsch zur Frau. Joh. v. d. Hüpsch, Sekretär der Stadt Rees, fungirt 1606 als Vormund der Geschwister Goessen, Ide u. Heinr. Snoik. Johann Tilman, 1560 und 1561 absens; er hatte noch einen geistl. Bruder Conrad. Von hier an ermöglichen es die Protokollbücher djs^Jiapiigls. die Reihenfolge der Kanoniker in den l2__Präbenden>herzustellen. ~~I. Albert Closs 1576 — 97. — Heinr. Closs, Scholaster in Cleve, f 1496. Caspar v. Ulft, seit 17. Juni 1597, zugleich Offizial in Xanten, resignirt 1617 zu Gunsten seines Bruders Raban v. Ulft, seit 7. Sept. 1617, f 1652. Anton Prouvenar, seit 27. Juni 1652, resignirt 31. März 1654. Wilhelm Dericks 1655, heirathet. Johann Wreed, Sohn Bertram's, von Xanten, seit 8. Oct. 1655, resignirt 1667. Haymo Polman, seit 1661 Vikar S. Luthardi, dann Pfarrer, seit 31. Aug. 1667, resignirt 1707. Bernhard v. Bebber, seit 6. Sept. 1707, f 1740. Joh. Casp. Sieger, seit 3. Sept. 1740. Anton Raab, Vikar in Calcar, sein Prokurator. - — II. Rudolph Ruiter 1576—88. Johann Drost 1588—91. Diedrich Raesfeld 1592—1627. — Gerhard v. R. Vikar in Halderen, Johann Vikar in Bocholt 1545. 1 Vergl. Wolters, Conr. v. Herzbach S. 12. 9HB98 84 Everhard Copper 1631, Dechant von 1643—67. Albert Goseman, Sohn des Licent. utr. jur. Johann, seit 15. Febr. 1667. Ernst Friedr. v. Bruggenei, seit 5. Mai 1678, wird Propst 1684. Ferdinand Erlewin, seit 16. Nov. 1693. Pet. Franz Antons, seit 3. Jan. 1703, resign. 1742. Theodor v. Eisbergen aus Wissel, seit 3. Sept. 1742, f 10. März 1759. Peter v. Aersen, seit 9. Dec. 1760. —- III. Gerhard Wennen, auch Wynnen, 1559, f 1579. — Bernhard W. 1576 Exekutor des Vikars Joh. Middeldorp in Wissel. Von Bernhard hatte die Kirche eine schwarze Kasel mit einem Kreuz aus weissem Laubwerk. Heinrich Hatzhövel 1580. Rudolph H., 1571 Vikar in Cleve, tritt am 18. März 1579 als Pfarrer von Qualburg für Heinrich als Prokurator zur Erlangung der Präbende auf. Goswin Goltsmid 1584, resignirt 1589 zu Gunsten seines Bruders Andreas Goltsmid, seit 2. Sept. 1589, resign. 1595. Johann Hoeckelhorst 1595—97. Theodor Flemming 1598—1602. Everhard Kerstgens 1602, Subdiakon 1609, starb am 18. Dec. 1616 in Leiden. Jacob Pluren aus Rees, Bruder des Kanonikers Pluren in Rees, seit 5. Juni 1617, resign. 1620. Johann Bockhorst aus Münster, seit 3. Jan. 1621. Theod. Ordingh aus Emmerich, seit 14. Juli 1668, resign. in dems. Jahre. Joh. Rub. v. Reuschenberg, seit 22. Juli 1669. 85 Heinrich Fingerhut aus Wisse!, geboren 22. Oct. 1681, installirt 2. Sept. 1701, f 8. Mai 1711. Joh. Leonard Roelen aus Heinsberg, seit 3. Oct. 1711, f 11. Juli 1718. — Wilh. Pet. Roelen aus Heinsberg, Kanon, in Cleve, f 27. Mai 1726, nachdem er eben zu Gunsten seines Bruders Joseph Jacob, der 1763 Dechant in Cleve wurde und am 11. Sept. 1768 starb, resignirt hatte. Johann Boelhorst, seit 27. Juni 1719, f 1771. Joh. Heinr. Fonck, seit 7. Juni 1771, resignirt 1772. Reiner von Düren, seit 4. August 1772. IV. Jesuitenpräbende (s. S. 37). Anton v. Ringe nb er g, zugleich Scholaster, 1573—1586. Wilhelm Steck 1587, f 1607. Joh. Heinr. Anckerman 1712, f 1736. Franz Alb. Trippelvoet aus Coesfeld, seit 21. Jan. 1737, f 29. Sept. 1745. Gerhard Eisberg aus Xanten, seit 29. Juli 1749. Norbert Werner v. Aken, seit 14. Jan. 1768. V. Bernhard Bars erhielt am 2. Oct. 1576 ein Zeugniss für die Weihen, wohl den Bars Olisleger angehörend. Amand Rüdenscheit 1580, resign. zu Gunsten seines Bruders Heinrich Rüdenscheit, leg. Dr., resign. 1611. — Rütger R., Licent., Fürstl. Clev. Rath u. Rechenmeister, f 9. August 1596; seine Frau Henrica Gadtznailt f 25. Dec. 1577; beide in der Stiftskirche zu Cleve begraben. Wilhelm Eggen, seit 4. Mai 1611, zugleich Dechant von 1635—43. Joh. Heinr. Louverman, seit Juli 1644, resign, 1647. Gottfr. Arn. v. Edingen, seit 6. Sept. 1647, fi 86 Joh. Heinr. Schenk, seit 1. Sept. 1655, f 1693. Gottfried Giesen, seit 10. August 1693. Maxim. Ant. Gottfr. Kaufman, seit 9. Juli 1734, Neffe des Gottfr. Giesen. Heinrich Heiming, seit 6. Sept. 1745. — Wilh. Jos. Heiming, seit 3. Dec. 1734 Kanon, in Cleve. VI. Heinrich van Osterwick 1576, war 14 Jahre alt und versprach 1592 Subdiakon sein zu wollen; er verwickelte sich mit dem Kapitel in einen bösen Streit über die Residenz, die grösseren Präsenzen und andere Punkte, der durch die Schiedsrichter Dr. Joh. Hase, Rektor der Jesuitenschule in Emmerich, Dechanten Johann Danz von Rees, Conrad Winter, Xantener Offizial, und Theod. Tidtboell, baealaureus utr. jur. u. Kanon, in Xanten, zu Ungunsten Osterwick's am 16. März 1594 entschieden wurde; in Folge dessen resignirte er zu Gunsten seines jüngeren Rruders Gerhard v. Osterwick, seit 11. Sept. 1595, f 1599. Reide waren wohl Söhne Gerhard's, Richters in Cleverham. — Ein Gerh. v. 0. erhielt am 5. Sept. 1535 vom Kapitel in Rees die Erlaubniss zur Fortsetzung seiner Studien auf ein Jahr; er gehört wohl den v. Osterwick in der Hetter an. Gerhard van Hoeklum 1602—47. Erwin Frisch aus Düsseldorf, seit 14. Sept. 1647, f 1652. Everhard v. Holt 1652—61. Hermann Kempinck, seit 6. Sept. 1661, Subdiakon 1668, resign. 1693. Jacob Joh. Spaen, seit 1. April 1693, resign. 1701. Ignaz Grond aus Calcar, Sohn des dortigen Richters, seit 16. April 1701, resign. 1714. ... Grond, Kanon, in Cleve, 1673. ■* 1 ^^^^B 87 Bernhard Schmitz aus Werne, seit 6. Sept. 1714, resign. 1728. Christian Schuller, seit 12. Aug. 1728, resign. 1. April 1775, f 10. April 1775. Joh. Franz v. Gemert, seit 10. Mai 1776. VII. Israel van Lintelo. Am 6. März 1554 verglichen sich Israel, Gerlack Plenck und Joh. Hoeckelhoven als Junioren mit den Senioren über den Genuss der Zehnten. Israel f 1572. Engelbert Heeshuisen f 1579. Arnold Lintelo, Sohn Wilhelm's, seit 5. Sept. 1580, resign. zu Gunsten seines Bruders. Johann Lintelo, 1 seit 7. Sept. 1593, Subdiakon 1595. Theodor Gartz, seit 19. Aug. 1595—1602. Johann v. Byswick, seit 7. Sept. 1602, Scho- laster 1608, f 1632. Johann Ebben 1632, f 23. Juli 1636. Heinrich Eis 1638, f 25. April 1643. — Theod. v. Eis, licent. theol., Kanon, in Cleve 1617, f 1624. Bütger Boden 1643, resign. 1668. Jac. Joh. Flemming, seit 28. März 1669, resign. 1698. Heinrich Antons (alias Dötties), seit 27. April 1698, resign. 1729. Anton Antons, seit 6. Sept. 1729, f 1757. Heinrich Hoppenreis 1757 bis 1765. Joseph Clemens, seit 10. Oct. 1765, wird Kanon, in Bees und resign. 1776. Philipp Wilhelmi, seit 30. Dec. 1776, resign. 1781. Franz Jos. Neuhaus, seit 8. März 1781. VIII. Johann Kohorst 1575—87. HÜ üeber die v. Lintelo vergl. Schölten, Cleve 311—314. Bffii 88 Bernhard Louwerman 1588, seit 1584 zugleich Dechant in Emmerich, f 1609. Arnold Fabricius aus Cleve, ungefähr 8 Jahre alt, seit 5. Oct. 1609, wurde 1623 Franziskaner in Köln, war 1624 wieder in Wissel und machte dem Kapitel viel zu schaffen, er starb im September 1661. Heinrich Streuf, seit 10. Oct. 1661, f 1720. Martin Edmund Arnoldi aus Schermbeck, seit 16. April 1721, Dechant 1731, f 13. Nov. 1747. Martin de Grooth, seit 7. Sept. 1749, resign. 1751. Leonard Heythuisen, seit 7. Sept. 1751, wurde Dechant, resign. 1753 und starb 13. Aug. 1765. Pet. Jac. Bruynen, seit 6. Sept. 1753. IX. Gerloch Plenck 1554, f 28. Juli 1576. Christopher Mom, Sohn des Drostes Bern- / hard in Orsoy, seit 19. Dec. 1576, resign. 1596; sein Prokurator war Butg. Dyckman, Vikar in Calcar. Johann v. Essen, Magister, seit 27. April 1596, f 15. Nov. 1599. Emericus v. Haen, seit 1601, resign. 1621. — Joh. Franz Haen wurde am 18. Oct. 1673 Kanon, in Cleve. Arnold im Hove (in Hoeff) aus Düren, seit 12. Mai 1621, f 1629. Peter Wientgens aus Xanten 1629, f 18. Dec. 1653; Heinr. Müller, Vikar in Xanten, sein Prokurator. Heinrich v. Diepenbruck, Sohn des langjährigen Kapitels-Amtmannes Theodor, zugleich Bhetor an der Schule zu Emmerich, seit 17. März 1654, f 1695. Franz Rugedust, philos. emer., seit 31. Aug. 1695 bis 1731. Joh. Bernh. Asbeck, seit 18. Juli 1731, resign. 1738; sein Prokurator Vikar Heinr. Gisb. Asbeck. m& ■■ ■■■ 89 Everhard Joh. Sturm, seit 30. Mai 1738, f 31. Dec. 1762. Joh. Leop. Theod. Eckard aus Caub (?), seit 1. Febr. 1765. X. Johann Verwer bis 1579. Werner Verwer 1579—1588. — Christian V., Kanon, in Cleve, 1573—1599. — Von den V. finde ich noch 1442 Diedrich, Sohn Wilhelm's, Mechteld seine Frau, und Heinrich. Wolter 1547 wohnhaft zu Emmerich an der Fährstrasse, f Anfangs 1561, Derisken und Mariken seine Kinder. Conrad van Rees, seit 7. Sept. 1589, resign. 1597. Peter Rhenanus (op gen Ryn?), Magister seit 21. Juli 1597, f 1608. Otto Heinr. Uwens aus Nymegen, 10 Jahre alt, Student in Emmerich, seit 14. April 1608, resign. 1617. Otto Heinr. van Amstel aus Arnheim, seit 7. Sept. 1620, starb 21. Sept. 1647 in Brüssel. Lucas Bart, seit 20. Juni 1652, f 10. Sept. 1691. Johann Erasmus Larmoyer, seit 1. April 1692, resignirt. Martin Sallicati, seit 25. Juni 1697, resign. 1708. Carl Ignaz Sallicati, seit 22. Juni 1708, resign. 1715. Wilh. Ferd. Eisberg genannt Wylich, seit 30. Oct. 1715, f 4. Febr. 1730. Lambert Eisberg, Neffe des Vorigen, seit 4. Sept. 1733, f 12. Jan. 1763. Am 3. Febr. 1763 wurde die Präbende von der Kaiserin Maria Theresia dem Kapitel zugewiesen in subsidium damnorum belli pristini. XI. Rutger Swers bis 1583, Dechant 1580. Peter v. der Heyden, zugleich Pfarrer, 1584, f 14. Oct. 1599. 90 WSL. mm, Hü Johann Leuwenhouer 1600, f 1612. Melchior Lansing 1625 präsens sine prae- latura, erst Dechant seit 1628 bis 1634. Otto v. der Veldt 1638, resign. 1. Mai 1651. Heinrich Hellendorn, seit 16. Juni 1651, f 1667. Caspar v. der Masen, seit 15. Nov. 1668, reist Ende Juni 1697 erkrankt in seine Heimath und kehrt nicht mehr zurück. Durch Beschluss von Kur-Brandenburg und Pfalz- Neuburg in Rheinberg wurde die Präbende der Pastorat in Wissel zugewiesen. XII. JasparBraem 1560—1587. Hermann Schuring 1587, f 1591. — Gui- chard Seh., utr. jur. licent., Dechant in Cleve und Kanon, an S. Maria in Utrecht, f 4. Aug. 1581. Albert Volkman, seit 21. Jan. 1592 bis 1601. Vincenz v. Harff 1602, resign. 1614. Jos. Wilh. Breuer aus Cleve 1614, resign. 1627, f 1631. Peter v. Merken 1632, f 1661. Heinrich v. den Swerdt, resign. 1662. Joh. Casp. v. Gunninck aus Sonsbeck, seit 4. Sept. 1662, Diakon 1665, resignirte 1672. Joh. Heinr. v. Groen, seit 7. Febr. 1673 unter der Bedingung, dass er sich für die Weihen qualifizire, und seine Krankheit ihn nicht untauglich mache zum Chordienst; er starb 1719. Casp. Wilh. Kaufmann, seit 1. Sept. 1725, resign. 1742. Joh. Theod. Schumacher aus Düsseldorf, seit 6. Nov. 1742; über seine Stiftung vom 22. Juli 1782 siehe Terwelp S. 60. Bei der Aufhebung des Kanonikats am 31. Aug. 1802 waren zugegen der Dechant H. G. Po eil und 9h mm 91 die Kanoniker Cano aus Venlo, Franz Jos. Neuhaus aus Jülich, Franz v. Geniert aus Neerloon, Reiner v. Düren aus Herpen. Pfarrer. Heinrich v. Aachen 1383 (siehe unter Grieth); sein Jahrgedächtniss am 27. Juni und 30. November. Engelbert Roglant 1409 (s. S. 32). Heinrich v. Iseum 1417. Johann v. Niel 1438, 1441 zugl. Vikar S. Joh. bapt., bezeugt 1444, dass er Freitags n. Cantate 1441 nach Bovenholt in Lambert's Papen Haus, wo dessen Schwager „Her Derk v. Benninckhoven" krank danieder lag, entboten und von diesem ersucht worden sei, das Testament zu machen. — Ein Joh. v. Niel 1463 Vikar in Cleve. 1 Wolter Horninck 1564. 2 Johann Bulich 1579, zugleich Schulrektor. — Engelb. Bulich, Pfarrer in Bimmen, f 1524. Peter v. der Heyden, Dechant, eine Zeit lang zugl. Pfarrer, f 1599. Johann Huiting verliess am 24. Sept. 1602 die Pfarrstelle und Hess sich in Calcar nieder, wo er für Leistung gewisser Dienste 100 Thlr. von der Kirche bezog. 3 Wierus Abel aus Emmerich, seit 1612 Vikar, 1620 Pfarrer, 1647 Pfarrer in Hönnepel. Gern. Hinsen aus Sonsbeck, Prokurator des Karmelitenklosters in Geldern, Pfarrer in Wisset und Vicepastor in Emmerich 1643 und 1647, f 10. Oct. 1654.* 1 Stifts-Arch. in Cleve. 2 Schölten, Cleve 204. 3 Calc. Stadt-Arch. 4 Necrol. Carmel. in Geldern. «ffflife mm 92 Joh. Mathias Pampis 1652, f 1654. Hubert Jordans, obgleich längst erwählt, erst am 16. Juli 1660 investirt. Haymo Polmann, Vik. S. Lutharcli, 1663, in- vest. 1666, dann Kanon., 1694 Dechant, f 1708. Theod. Vierboom 1669—1689; nach ihm versieht Dechant Diepenbruck ein Jahr den Pfarrdienst. Heinr. Dickmann, Pfarrer in Büderich, erw. 27. August 1690, f 24. April 1691. Anton van Haaren, 3. Juli 1691 bis 1698. Alexander v. Oyen, 13. Juli 1699, f 1704. Theod. Streuff, Vikar anim., 24. Juni 1704, resign. 3. Aug. 1713. Von den drei Bewerbern Hartmann, Pfarrer in Praest, Joh. Huberti, Kaplan in Grieth, und Vikar Arntzen in Calcar bekommt der Letzte die Stelle. Innocenz Arntzen, 15. Sept. 1713. Theod. Howegen aus Haldern, Kapl. in Grieth, 12. Mai 1741, 1765. Bernh. v. B ebb er, f 1804 in Xanten. Joh. Janssen, Prior der Dominikaner in Calcar, f 29. Dec. 1816. Joh. Heinr. Smitz aus Herpen, 8. Dec. 1819, f 1856. J. H. Casp. Segbert aus Lette bei Coesfeld, bis dahin Pfarrer in Bedburg bei Cleve, 17. Juli 1857. Eduard Haal aus Calcar, Kaplan in Goch, seit 10. Sept. 1872, f 27. Febr. 1887. Bern. Josten aus Keppeln, Kaplan in Kerven- heim, dann Pfarrer in Wardt, seit 5. Juni 1888 Pfarrer in Wissel. Vikare und Kleriker. Wir führen zunächst diejenigen Vikare und Kleriker an, deren Offizium nicht angegeben ist. 93 Theod. Poelmann 1410. — Joh. P. Vikar in Zyff- lich-Cranenburg 1436. Joh. P. Pfarrer in Hönnepel 1486. Otto Hollant, Kleriker 1410. Joh. Wynman 1409, seit 1417 Kanon. Arnold Conradi von Cleve 1413 (Schölten, Cleve 128, 174—176). Johann von Aldenhoven, 1412 Vikar, Bruder der Slina v. Aldenhoven, 1433 Nonne und 1455 und 1465 Äbtissin zu Fürstenberg bei Xanten, und der Aleidis von Bellinghoven. — Am 10. Februar 1433 schenkte Johann seinem Sohn Jacob gewisse Schuldbriefe, welche ihm sein Schwager Johann von Bellinghoven ausgestellt hatte; die Nonne Slina verzichtete zu Gunsten ihres Neffen Jacob auf ihren Antheil daran. — Am 1. Juli 1573 präsentirte Herzog Wilhelm für den S. Laurenzaltar in der Stiftskirche zu Cleve den Christian v. Aldenhoven, Rektor der Clevischen Schule, der bald darauf eine Präbende erhielt. — Jutta v. Aldenhoven, Äbtissin an S. Ursula in Köln, hatte nach einer Urkunde von fer. 6. p. omn. sanctor. 1329 ihren Bruder Wilhelm v. A. mit dem Hof Wolfculen im Distrikt von Moers und Budberg belehnt (Anholt, Fürstl. Salm-Salm'sches Archiv). Heinr. de Loe, Kler., 1418 Küster, 1422 Vikar. — In Rindern, Emmerich und Rees kommen die de Loe wiederholt vor. So war 1314 Gerh. de Lo Kanon, in Rees und Amt v. Lo 1350 Schöffe daselbst. Lamb. Fabri, 1423 und 1428 Küster. — Theod. Fabri v. Wissel, 1423 Ofüziant in Bienen, ernennt am 28. Aug. 1410 in der Kirche zu Rees im Beisein des Reeser Kanon. Arn. Gruter, des Pfarrers Joh. Wael in Bienen 1 und des Vikars Gobelin v. Calcar in Rees 1 Es ist wohl bezweifelt worden, ob Bienen neben Sulen ursprünglich eine eigene Pfarrei gewesen sei. Am 4. October 94 den Vikar Arnold Aldemarkt in Wissel und seine eigenen Brüder Gerhard und Lambert zu seinen Executoren. Nicolaus de Heze 1417, 1435 Vikar. — Wendete de Heze hatte ein Jabrgedächtniss in Wissel. Heinr. Boll, 1439 Kleriker. Theod. v. Benninghoven, Bruder der Kath. v. B., der Frau des Larab. Paep (s. S. 74). 1410 verkaufte Johann Wael, Pfarrer in Bienen, an den Reeser Bürger Johann v. Papenhave im Beisein des Stephan Ruys und des Diedrich Gudensoen seine Zehnten von dem Hof in Anrop, den dermalen der genannte Steph. Ruys, Schultheiss in Anrop, bebaute. 1417 hatte der Vikar Heinrich Hapzomer in Bienen unter anderen Excessen gewaltsame Hand an seinen Pfarrer Bitter angelegt, jedoch ohne Blut zu vergiessen; am 25. September gelobte er dem Kölner Offizial Besserung. Bitter, pastor eccl. in Beynen, hatte mit dem Reeser Dechanten Hinricus (ter Porten) ein Jahrgedächtniss in Marienvrede 1-144 gestiftet. 1432 kommt Jacob an gen Craenley (vielleicht identisch mit Jacob Craenlaen, Oheim des Pfarrers Theod. Gans in Vynen 1441) als Pfarrer von Bienen vor; 1519 Wolter Heysen, dessen Vicekurat Heinr. Winkelhoff bezeugt, dass Heysen seine früheren Testamente in Rees revocirt habe. — 1492 erhielt die Vikarie in Bienen, die damals Steph. v. Kampen besass, aus einem Kamp Land bei „den assenbell" (ossenbuel?) jährlich 5 Rhein. Gulden. 151ö am 17. Januar erhielten Schöffen und Kirchmeister von Bienen für nothwendige Reparaturen ihrer Pfarrkirche, womit sie beschäftigt waren, von den Eheleuten Heinr. und Adelheid Becker 100 Rh. Gulden und wiesen dafür jährlich neun Malter Gerste Rees'schen Maasses aus dem Kirchenschlag und einem Kamp in Huetherbruch an (Hueth. Arch.). 1609 war die Marien- vikarie in B., die der Herr von Anholt und der Dechant von Rees zu vergeben hatten, der Pfarrstelle wegen deren geringen Einkünfte zugewiesen (design. stat). 1647 am 5. Oct. wurde Joh. Sigismund v. Wylich zu Grondstein und Hueth mit Bienen und den Bauerschaften Berg und Androp zur Civil- und Criminal- jurisdiktion gegen Erlegung von 2000 Thl. nach Zutphenschem Recht belehnt. Der Jurisdiktionsherr hielt sich einen Hausgeistlichen ^reformirter Religion (Lagerbuch). ■■M 95 Johann Scryfhuis, campanarius oder Küster, starb vor 1460; er hatte sieben Memorien in der Stiftskirche. Derick v. Randenberg. Am 14. Nov. 1471 verpachtet Derick v. R., Vikar zu Wisschel, mit Joh. Vysser, Vikar an S. Aldegundis in Emmerich, an Riquyn Kemp gen. Steenmetseler einen Hof op der Lewe, der in ihre Vikarie gehörte, für 18 alte Rud- dreger, wovon Derick 10 und Johann 8 bezogen. Reide Vikare werden auch noch 1485 genannt (Anholt, Fürstl. Salm-Salm'sches Archiv). Stephan Kael, f 1527, hatte am 27. Mai ein Jahrgedächtniss. Joh. Rrück, gestorben vor 1559. Nicolaus Kruiss fundirte in Wissel auf Kor- vershöfchen ein Armenhaus für zwei unbescholtene Personen, die 50 Jahre alt sein mussten und sich selbst nicht mehr helfen konnten; Kruiss f 1559 als Kanoniker in Cleve (Schölten, Cleve 204 N. 2). Vikare mit bekanntem Offizium: 1. Animarum. Joh. Wynman, der am 27. Offizium niederlegte. Joh. Aldemarkt bis 1432. Gottfr. v. der Heyden 1432. Joh. Middeldorp, f 1576; ein kleines steinernes Epitaphium, worauf der Verstorbene zu Füssen des Gekreuzigten kniet, ist oberhalb des Weihwasserbeckens im nördl. Seitenschiff eingemauert. Ihm folgte Joh. Venrait. Wessel Nicolai, zuvor Vikar in Cleve, seit 15. Nov. 1586, kommt noch 1591 vor. Heinr. Gabriels 1595, resignirt. Rernh. v. Rebber, 1628 erwähnt. Gerh. Hartmann 1651, f 16. Sept. 1664. 1 ESBBmM "■■■'" ■'■■ l -:•■■'• MW i HH^BBW ■MBWBI BWBBB ■■■■■■■■■■■HBnVwH^Hill ■ Lamb. Streuff, 96 Bruder des Kanon. Heinrich, m seit 2. Dec. 1664, resignirt, weil er Kanon, in Rees wurde. Theod. Everh. Streuff, seit 18. Dec. 1698, wird 1714 Pfarrer in Wissel. Lamb. Schleufert aus Till 1742, f 8. Juni 1748. Heinr. v. Bebber, 16. Juli 1748, f 1779. Michael v. Eisbergen aus Grieth, 4. Aug. 1779. 2. und 3. S. Luthardi, theilw. zugleich S. Jacobi: Arnold Aldemarkt, wohl ein Bruder des Vikars Johann, wurde 1419 wegen Excesse nach Köln beschieden. Am 8. September 1423 ernannte er den Dechanten van Brunen in Wissel, Pfarrer Otto v. Schuttorp in Dornick, Theod. Fabri, Offizianten in der Pfarrkirche zu Bienen, und seine eigenen Geschwister Albert, Burgherr in Griethausen, und Mechtild im Beisein des Vikars H. de Loe und des Küsters Lamb. Fabri zu seinen Exekutoren; 1441 jedoch den genannten Dechanten und seine Brüder Albert und Conrad unter Zeugenschaft des Pfarrers Joh. v. Niel und des Rektors Gottfr. v. d. Heyden. — Eheleute Johann und Griete Aldemarkt halten 1484 einen Sohn Albert im Karmelitenorden. Heinrich Kael 1441. Peter v. Hegelsum 1578, f 1580, -v „.. Joh. Optennoert, 12. Mai 1581, L l^cobi Everh. v. Wael, resign. 19. Oct. 1591/ Herrn. Graff. Peter Wennen, im Dec. 1596. Haymo Polman, 27. Dec. 1661, resign. 1667. Leonard Hartstein (zugl. Vik. S. Nicolai), 29. Febr. 1668. Rutg. v. Bebber, resign. 1715 zu Gunsten seines Bruders Jacob v. Bebber, 14. Juni 1715, f 29. Aug. 1748. 1 HMBOHI H 97 Matthaeus Böll, 25. Sept. 1748; er übernahm 1762 und 1763 das Rectorat bei den Nonnen in Goch und resignirte 1764, nachdem das Kapitel ihn ernstlichst zur Residenz aufgefordert hatte. Jacob Koppers, 23. April 1764. 4. S. Nicolai: Otto Diemer von Schuttorp, 1418 Pfarrer in Dornick und Dechant der Christianität Xanten, 1439 zugleich Vikar in Wissel. Als Pfarrer von Dornick 1 ernannte er 1418 den Clevischen Kanon. Nicolaus Kuke von Aachen, Pfarrer Joh. v. Nedenay in Grieth und den Laien Joh. ter Steghen zu seinen Exekutoren. 1 Arnold v. Empel, Pfarrer in Dornick (Gottfr. v. Ernpel 1379 Kanon, in Zyfflich; Gottfr. v. Empel 1407 Superier der Dominikaner in Köln), verglich sich mit dem Stift in Emmerich über die zwischen Beiden streitigen Novalzehnten im Vrass'elt'- schen Bruch, welche er einige Jahre bezogen und nunmelw dem Stift abtrat (Emmer. Arch. in Düsseldorf). Evert ter Porten, 1454 Pfarrer in Dornick, sollte als Executor die Vikarie S. Nicolai et S. Katharinae erigiren, die Heinrich v. Wylack mit Consens seines Bruders Gadert in der Kirche zu Dornick am 25. Juli 1476 gestiftet hatte. Erster Inhaber dieser Vikarie wurde 1482 Joh. v. Wylack, natürl. Sohn Heinrich's mit der Kath. v. Elsen, der sie 1500 noch innehatte. Nach ihm wird Arnold Vynck genannt, der am 22. Febr. 1545 an Gerberich v. Ossenbruch einen Kamp von 4 holl. Morgen für 14 Pachtgulden verpachtete. — 1590 am 15. Januar verkaufte die Kirche in Dornick mit Vorwissen des Amtmannes Christoph v. Wylich, Herrn zu Grondstein, Lotthum und Gribbenforst, an Adelhard v. Goer 2'ft Pfund Wachs, die dieser der Kirche aus einer Strasse von seinem Hause bis an den Hetterdeich schuldete, und gebrauchte das Geld zur Reparatur der Kirche, die von dem Statischen Kriegsvolk verbrannt worden war (Hueth. Arch.). — Evert ter Porten und Heinr. t. P., Kanon, und Dechant in Rees, waren wahrscheinlich Söhne des Evert und der Mecht. t. P. aus Rees, die im Anfang des 15. Jahrh. mit Vrylinkhusen in Vehlingen behandigt waren. 7 98 Am 28. Febr. 1420 wurde er neben dem Kleriker Joh. Timmerman von Joh. Gronlo als Prokurator zur Besitzergreifung der Pfarrkirche in Sulen 1 ernannt. Am 8. Aug. 1425 versprach Aleid Loeffs aus Grieth, 23 Schild, die sie von ihrer Schwester Hadewig erhalten habe, an die Brüder Wolter und Heinr. op den Water als Eigenthümer derselben durch den Pfarrer Otto von Dornick zu restituiren. (Luvo von Schuttorp, Bürger in Emmerich, wurde 1421 vom Bischof von Utrecht aufgefordert, sich wegen seiner Renitenz gegen Heinr. v. Emmerich, Pfarrer an der S. Aldegundiskirche, und die Provisoren d«r Liebfrauenbruderschaft in Emmerich zu verantworten.) Andreas Greveld, 10. Juli 1577. Heinr. Wintgens aus Cleve, 4. Nov. 1609. — Peter W. Kanon, in Cleve, f 1653. Theod. Speet 1617. 1 Die Pfarrk. S. Joh. bapt.-in Aldensulen bei Rosau, die der Propst von Xanten zu vergeben hatte, wurde unter dem Pfarrer Heinr. Rost wegen des Rheins nach Praest verlegt und hier Sonntags nach Octav Maria Himmelfahrt 1501 consekrirt. Als älteste Pfarrer von Sulen fanden wir gelegentlich genannt: Pfarrer Wilhelm (wahrscheinlich Isink), der in der Martinikirche zu Emmerich ein Jahrgedächtniss fuudirt hatte. — Herrn, v. Grolle, 1401 als Pfarrer investirt. — Nach Joh. v. Gronlo war Heinr. Priem daselbst Pfarrer 1422. — Heinr. Rost pachtet als Pfarrer 1454 vom Stift Xanten den Zehnten in Sulen und stellt als Bürgen Pfarrer Evert ter Porten in Dornick im Beisein des Pfarrers Gosw. Brunck von Haffen. — Johann Raterdynck resignirte 1528; an seiner Stelle wurde am 23. April Theodor Raterdynck investirt, der 1556 starb. Ihm folgten am 9. Aug. 1557 Gottfr. v. Ryswick, am 31. Aug. 1560 Joh. Kutim (Kutem), der nach 44jähriger Pastoration abfiel, verjagt wurde und in der Nähe von Emmerich im Elend starb. — Die S. Thomas -Vikarie in Sulen besass 1496 und 1500 der Seite 97 genannte Joh. v. Wylack, 1536 Gerlich Schölten und 1621 Theod. v. Hillensberg. 1 HD» 99 Joh. Roden aus Geldern, 23. Aug. 1654, resign. 1664. Joh. Gruver (Grouer), 30. Jan. 1664, resign. Leon. Hartstein, 6. Aug. 1669, resign. 1679. - Ant. Schmitz, 25. Oct. 1679, f 1720. Theod. Coeren, 15. Febr. 1720, wird Pfarrer in Bienen. Lamb. Otten aus Emmerich, wohl derselbe, der der Regierung 100 Thlr. ad pias causas für die Pastorat in Dornick anbot (Lehmann I, N. 752, S. 783, 3.), seit seiner Kindheit in Bienen domizilirt, 16. Februar 1730, f 1760. Theod. v. der Ruhr, 26. Aug. 1751, resign. Schraven, 13. Sept. 1756, wird 1764 Pfarrer in Cranenburg. Jos. Clemens, 9. Oct. 1764, 1765 Kanon, in Wissel und 1776 in Rees. Everh. Mölder aus Wissel, 22. Oct. 1765. — Joh. Mölder, Schullehrer, f 1765; nach ihm Joh. Caldenhoven Lehrer. 5. B. Mariae V.: Joh. Kael 1441, s. Seite 36. Heinr. v. Baix, 24. Nov. 1576, resign. 19. Jan. 1578, wird Kanon, in Cleve. Peter v. Hegelsum (interimist.), f 1580. Theod. Melcher 1591. Wierus Abel aus Emmerich, 5. Jan. 1612, ist 1646 Pfarrer in Hönnepel. Gerh. Braem aus Xanten, 11. Jan. 1616. Wessel then Ham 1619, nahm 1626 an allen Sonn- und Festtagen den Gottesdienst in Till wahr; das Kapitel concedirte, dass er bis Martin 1628 dieses fortsetze, jedoch nur an den Sonntagen. Joh. Rosmulen 1647, f 1673. Jac. Hoveling, 7. Oct. 1673, resign. 1675. 7 * m 100 Reiner Brans, 15. April 1676 bis 1711. Wilh. Ferd. v. Eisbergen gen. Wylick, Sohn Johann's, 7. Jan. 1712, wird 1715 Kanon. Lamb. Schleufert aus Grieth, Sohn des Bürgermeisters Heinr. Schi., 6. Nov. 1715, f 1718. Gerh. Eisberg, Sohn Johanns v. E. gen. Wylick, 14 Jahre alt, 12. Mai 1718, f 1733. Heinr. v. Bebber, 21. Nov. 1733, resign. 1749. Wilh. Mathias v. Asbeck, 24. April 1749, wird 1750 Pfarrer in Grietherbusch. Heinr. Druchtrup, 3. Oct. 1750, f 1756. Tenback aus Cleve, 27. Juli 1756, resign. 1763, wurde Pfarrer in Otersum. Theod. v. Ackeren, 3. Nov. 1763, wird 1767 Pfarrer in Warbeyen. Peter v. Ditshuysen, 27. Febr. 1763. — Gerh. v. D. 1776 Pfarrer in Kellen. V. Personen, welche in der Stiftskirche Jahrgedächtnisse hatten. 1. Geistliche. Op den Kelre bezeichnet sie im Allgemeinen nur als Priester; Manche werden jedoch eine Präbende, ein Offizium gehabt oder sonst zu seiner Kirche in näherer Beziehung gestanden haben. Diedrich v. Alpen. Ist er identisch mit dem Pleban und Official von Xanten Theoder. de Alphem, der 1297 vorkommt? — Joh. v. Alpen, 1263 Dechant in Xanten, Gerhard und Otto, Brüder, Kanoniker daselbst (Bint. u. Moor. III, S. 400). — Adolph de Altena. — Heinr. Boelling. — Heinr. v. den Collick. — Jacob v. der Culen berentete das Fest Heimsuchung Marien's mit 6 Schild für eine Pitancie in der 1. Vesper und beim Hochamt und mit 4 Schild 101 für Wein im Chor bei der 2. Vesper. — Riquin de Dolre, Schlosskaplan in Cleve (Schölten, Cleve 117). — Heinr. Dubbel in Gemeinschaft mit Diedr. Vinck. Dubbel, Rentmeister des Grafen in Cleve 1415 und 1431 (Schölten 250 und 251). Peter Vinck bis 1464 Vikar S. Eligii in Calcar, wo ihm Heinr. Schutt folgte. — Johann, Sohn von Joh. Conegund und Aleid. — Joh. Eisberg, Sohn von Theodor und Hille, mit 12 Jahrgedächtnissen. — Falco. — Gunter. — Peter v. Goch berentete das Osterfest mit 4 Schild, wohl identisch mit Peter Goldschmied (auri- faber) von Goch, der die Stiftskirche in Emmerich mit liturgischen Gefässen beschenkte. Die Brüder Herrn, und Joh. v. Goch 1407 Kanoniker in Xanten. Vikar Joh. v. Goch stiftete in Zyfflich resp. Cranenburg die Vikarie der h. 3 Könige und der 4 Kirchenväter. — Joh. v. Haien mit 12 Jahrgedächtnissen. — Peter Happart. — Ludwig. — Joh. v. Moldick mit 3 Memorien. — Wilh. v. Nydeggen stiftete für Maria Reinigung, Verkündigung und Himmelfahrt je eine Pi- tancie und 4 Memorien. Neben ihm hatte Sophia v. Nydeggen mehrere Jahrgedächtnisse. Ein Winand v. Nydeggen, Kleriker, kommt am 27. Oct. 1365 als Zeuge bei dem Testament des Heidenreich v. Blancken- berg in vico opposito drancgasse in Köln vor. Gobels Kinder v. Nyd. besassen 1316 in Calcar eine halbe Hofstätte. — Harm. v. Pannerden 1374 (Schölten, Cleve 71 und 78). — Ruland. — Rütger, Pfarrer in Till, 1307 (s. Seite 54) * — Joh. de Thore mit 1 Pfarrer Johann von Till gab am 13. Dec. 1469 seine Einwilligung zur Errichtung einer Vikarie in der S. Antoniuskapelle bei Schloss Moyland. Magister Otto Scheere, Pfarrer von Till, 1491 Zeuge der Vereinbarung zwischen den Dominikanern in Calcar und dem Pfarrer daselbst. Tags vor Christi Himmelfahrt 1494 testirte er 102 ■ Mi 12 Memorien. — Heinr. v. Till, Sohn von Aleid, mit 3 Memorien. — Joh. v. Xanten mit 3 Memorien. 1417 am 22. Juni ernennt Vikar J. v. X. in Cleve den dort. Kanoniker Joh. v. den Bleek und Kanon. Joh. Wynman in Wissel und Goswin v. der Molen zu seinen Exekutoren. — Joh. v. Ysendyck. In dem Katalog der Präbendare in Cranenburg ist zu Johannes eanon. Zefflicen. et decan. Xancten. 1344 bemerkt: forte est idem, qui appellatur Joh. Ysendyck. 2. Andere Personen: Budel Joh. mit 2 Memorien, wohl Ritter J. Budel 1365 (Schölten, Cleve 315). — Duisberg v. Joh. Ein Joh. v. Duisberg 1339, 1347 Kanon, in Cranenburg. — Empel v. Heinrich. — Gadem in gen Joh. und Katharina. — Galen v. Wessel und Elisabeth. den obersten Theil des Schmachtkamps bei der Kapelle in Marienbaum, den er als zum Schwan'schen Gut gehörig nach dem Tod seiner Schwester Neesken, die im Schwan gewohnt hatte, von seinem Neffen Diedr. v. d. Bergel für 60 Goldgulden gekauft hatte, zu Händen der Äbtissin Kath. v. Mecheln und des Bruders Daniel v. Coelen für ein Jahrgedächtniss für sich, seine Eltern, seine Brüder und die genannte Schwester (Calc. Pf.-Arch. und Marienb. Copiar.). Auch im Kloster Marienvrede hatte er für sich und seine Magd Marg. Nouwen ein Jahrgedächtniss gestiftet. — Barthold Scheere leistete 1370, unter Mitsiegelung von Lutze v. Hönnepel, Reiner's Sohn, und Herrn. Hugingh, Richter in Rees, der Stadt Rees Urphede. Gottfr. Scheere 1455 Vikar S. Georgii in Calcar. Arnold Rypman, Erzieher am Fürstl. Hof zu Cleve, als solcher wohl Nachfolger des -Magisters Theod. Poet, Pfarrers in Götterswick. Von ihm als Pfarrer in Till erhielt der Fabrikmeister der Victorskirche in Xanten 1500 ein Darlehen von 100 Goldgulden. Arnold v. Ryseren 1507 Pfarrer in Till, s. Seite 61. Heinr. Kael, bis zum 2. Aug. 1512 Vikar in Niedermörmter, dann Pfarrer in D'revenach, wo er 1515 zu Gunsten des Bastards Gerhard v. Cleve resignirte und Pfarrer in Till wurde; f 1531. 103 — Gensers Steph. und Aleid, Eheleute. — Gen- sers Aleid und Gertrud. — Hugonis Gerhard und Kath., Eheleute. 1413 trägt Gerbrigis, Wittwe von Gottfr. v. Vliederen aus Emmerich, vor Gerh. Hugonis, Vicedekan in E., und den dort. Kanonikern Wilh. Hoen, Gosw. v. Wyck, Herrn, v. Herstel, Gerh. v. Millingen, Joh. v. Werdhusen, Diedr. v. den Sande zu Budel"s Gut gehörige Zinsgüter im Beisein des Vik. Steph. v. Bienen und des Laien Diedr. Biperbant an das Stift in E. auf (Emmerich, Pf.-Arch.). — Gysonis Wessel und Nesa, Eheleute; Stina und Wessel (Kanon, in Emmerich und Essen), deren Kinder, aus Calcar, hatten auch in Emmerich eine Memorie. Meister Giso 1345 Gerichtsmann in Altcalcar. Bela, Tochter von Heinr. Gisonis, 1365 in Calcar. 1358 Margaretha, Wittwe von Heinr. Giso, und deren Sohn Vincenz v. Ossenbruch, Pfarrer vom 13. October 1531 bis 1533, wo er resignirte. Johann v. Till, Pfarrer vom 26. Jan. 1533 an. Gadert Francken aus Venlo 1564 (Schölten, Cleve 205). Heinr. Plaet, Vikar in Cleve. musste am 18. Nov. 1667 auf seine Vikarie verzichten, weil er seit 17 Jahren die Pfarrstelle in Till (pinguis pastoratus) besass (Schölten, Cleve 281). Wessels, pastor circiter 55 annis in Till prope Calcar, in aquis proxime pastoratui submersus est 1816 in der Nacht vom 1. auf den 2. September (Notiz des Pfarrers G. van der Grinten von Grietherbusch). 1527 am 21. Dec. erhielten Pater Peter v. Andernach und Christine v. Wiel, Vorsteherin des kl. Convents in Calcar, von dem zeitigen Vikar der Liebfrauen-Vikarie in Till 50 Goldgulden als Darlehen (Calcar. Pf-Arch.). Vergl. noch S. 61. 1694 erlangte Heinr. Janssen ans Zyffhch, bis dahin Vikar S. Quirini in Till, nach dem Tod des Pfarrers Jac. Steenhoff in Düffel-Mehr die Vikarie S. Georgii et Ss. Trinitatis in Cranen- bnrg. Er starb am 12. Aug. 1700, und folgte ihm Laurenz Ha- maker aus Xanten als Vikar in Till und Cranenburg (Cranenb. Pf.-Arch). 1647 begann man den Inhaber der S. Katharina- Vikarie in. Till zu molestiren (design. stat). w^m 104 Benno in Cleve. — Hacken Hilla und Gisbert, Eheleute. Hilla, einzige Tochter von Otto und Bela Hugen, rief den Landesherrn an, da ihr Vater sie enterben wollte; nach dem Tode Otto's verfolgte die Mutter denselben Plan. 1441 am 4. Mai überwies Hilla mit Einwilligung ihres Mannes für die Peter Heysen'sche Armenstiftung in Calcar den Moiren'schen Hof in Labbeck. 1445 schenkte sie 40,000 Steine und die Hälfte ihres Hauses für den Kirchenbau in Calcar. Im Juni 1442 machte sie im Beisein ihres Mannes ihr Testament und ernannte diesen zum Universalerben, warf jedoch für die Kirche, das Dominikanerkloster, das Gasthaus und die Hausarmen in Calcar, sowie für sämmtliche Klöster und Hausarmen aller Orte und Bauerschaften der alten Clevischen Grafschaft Legate aus. Aus dem Testament ergibt sich, dass sie eine Tochter Katharina hatte, die vor ihr starb. — Have (de curia) van den Joh. und Heilwig, Eheleute, mit 4 Memorien. Stephan und Aleid v. d. H. — Hönnepel v. Arnold. — Hoport Theod. und Gesa, Eheleute (1437 in Calcar. Urkunde genannt). — Lanskroen Gerh. und Bertradis. — Lantorp v. Elisabeth und Heinrich (Zeuge des in Wissel 1438 gefertigten Testamentes von Joh. Haeck von Calcar, Pfarrer in Loet und Vikar in Zyfflich, dann Pfarrer in Cranenburg. Heinrich, Johann und Ida v. Lantorp 1451 Geschwister. Aleidis, Tochter von Johann und Heilwig 1498). — Loeff Wolter (Diedr. Loeff 1492 Vikar in Bees). — Mark v. der Diedr. und Heilwig. 1435 am 29. März beurkundet vor Diedrieh v. d. M., Bastard, Küchenmeister und Burggraf zu Isselburg, am Gericht zu Millingen Aleid v. Lantorp aus Millingen, dass sie auf Bitten ihres Pfarrers Heinr. v. Hassent ein in Linnen verhülltes Kleinod mit Reliquien in die S, Aldegundiskirche in Emmerich gfi' mm n 105 I tragen und am Hochaltar deponirt habe. 1458 gab Diedrich mit seiner Frau Heilw. v. d. Heyden gen. Rinsch den Augustinern in Wesel 15 Morgen Land in Wertherbruch. Ein Evert v. d. Mark und seine Frau Nenneken v. den Boegel bekommen 1407 von Hub. v. Culenborg, Jan v. der Straten, Maes v. Bellinghoven einen Schuldschein. Ein Evert v. d. Mark heir. 1441 Kath. v. Wickede, Tochter von Heinrich (Anholt). — Prick Ywan. Ein Ywan Pr. 1393 und 1401 Richter in Büderich. Ein Ywan Pr. 1399 Pfarrer in Hoch- millingen. Ein Ywan Pr. 1434 Vikar in Calcar, dann Kanoniker in Xanten, stiftete mit dem Priester Heinr. Amelong am 3. Sept. 1438 unter Zustimmung des Pfarrers Tillmann Schynsel die S. Katharina-Vikarie in Büderich. Joh. Pr. 1454 Kommandeur des Hauses de Eick in Rheinberg. An Herrn. Pr. 1428 auf Pricken- hof in Kellen verkaufte Knappe Diedr. Hetterscheid die Gort in Hanselaer. — Rees v. Eustach und Gertrud, Eheleute. — Rode die Gerlach's (Ritter) Wittwe Christina. Joh. die Rode 1380 und 1402 Knappe, Everhard Kanon, in Zyfflich (Schölten, Cleve 89 und 363). — Schuren v. der Hilla mit 3 Me- morien, wohl Frau des Peter (Schölten, Gert v. d. Schuren XVIII). — Schmülling Wolter und Aleid, Eheleute. — Till v. Bernh. und Aleid. — Tygele v. Heinr. und Johanna, Eheleute. — Verkeile Joh. und Irmgard. — Wada de Joh., wohl derselbe mit dem Wisselward'schen Schöffen Joh. v. der Wayen 1438. — Zelem v. Gerhard. VI. Besitzungen des Stifts. Das Königl. Staats-Archiv in Düsseldorf bewahrt mehrere Register oder Grundbücher der Güter des 106 Wisseier Stiftes; darunter eins, das der mehrerwähnte Kanoniker op den Kelre 1460 abschrieb. Wir geben daraus einige summarische Angaben, womit wir anderweitige urkundliche Nachrichten verknüpfen. In Till war der grösste Theil des Lambertshofs dem Kapitel zinsbar; nämlich der ganze Kamp von der Strasse an, die vom Till'schen Baum herkam und in die Strasse längs des Kalflacks zur Fährstätte (Bolk) hin mündete, bis zum Baumgarten an der einen Seite dieser Strasse und an der anderen Seite vom Till'schen Baum die Laecke oder die Slinck entlang auf die Mühle zu bis zu dem grossen Weidenbaum auf dem Hoenacker. — 1473 behandigte das Stift mit seinem Gut in Birk, mit dem Hofaeker an der krummen Wade und mit Land gegenüber „den Specken" Jacob Ridder und Joh. Verwer. An der Hälfte des Gutes ter Marwick war im 16. Jahrb.. „Alit Hellinks Hermans huisfrouw van Ossenbroick" behandigt. Die Grenzen der Zehnten in Wissel beschreibt op den Kelre folgendermassen: Der Pedel, 1450 ca. 50 Morgen gross, beginnt butendeichs am Dubbel und endet an der Ecke nach dem Kolk hin. Hier fängt das Mittelfeld (1455 65 Morg.) an, den Rhein und das-Dorf entlang bis an Eifler's Hecken, von dort längs des zum Rhein führenden grünen Weges. . Der Kalflack'sche Zehnte, 138 Morg., erstreckt sich von Eifler's Hecken den Weg entlang durch das Heerenmeer bis an die Weide und längs des Rheines und der Dünen (duynen) zu Eifler's Hecken zurück. Der Tragel, 151 Morg., binnendeichs an der Steege zwischen der Fährstätte und Durchtrift (doerdrift) bis an den Deich bei Evert van den Ryn, weiter bis an die Haeck'sche Steege auf Kaldenhoven zu. Zu ihm gehört auch das'Roezelfeld, 155 Morgen, einerseits den grü'nen 107 Weg entlang, wo das Mittelfeld kehrt, bis an den Rhein, anderseits von dem Wege an, der bei Eyfler's Hecken durch das Heerenmeer zur Weide geht, wovon ein Theil zum Kalflack'schen Zehnten gehört. Der Grieth'sche Zehnte von dem Mühlenkamp den Rhein entlang bei Land der Seelenmesse-Vikarie und an der anderen Seite des Weges hinter dem Hof und Garten her zum Rhein zurück; er ist 20 Morgen ausser dem Hof zehnten, der von der Ecke op ten Wyer bei dem Mühlenberg bis an die Ecke, worum man nach Wissel fährt, sich erstreckt. Der obere Propstwerd, 51 Morgen, beginnt mit dem Herrenkamp bis an die Horst'sche Stiege, Lyfger's Kamp bildet das Ende. Der untere Propstwerd von der Horst'schen Stiege bis zur Mitte des kleinen Kamps hinter dem grossen Schlag ist mit dem grossen Schlag und Gilland 67 Morgen. Das Grind, 118 Morgen, erstreckt sich von der Fährstiege die Durchtrift entlang bis auf den Weg nach Cobleck hin und weiter um den Hövel'sehen Kamp, der vor Cobleck liegt. Der Wissel war d'sche Zehnte in dem Feld nach Hönnepel 19 Morgen und 2 M. in Hermen Robert's Land; zu diesem Zehnten gehören noch 11 M. am Kalflack und das Gemeindewieschen mit 7 M. und das Neuland (nylende), das die von Calcar von der Wisselward'schen Gemeinde abgebrochen haben. Hermanswerd ca. 52 M., Molenbleck 65 M., beginnt am Rhein bei Derk van der Wayen Haus den Kalflack entlang an die Haeck'sche Stege. Ombloep von der Haeck butendeichs nach Reiner v. den Ryn bis an die Poll; die Zehnten davon verschieden, je nachdem man mehr oder weniger säet. Das GansLand, ca. 35 M., beginnt bei Reiner v. d. R, und endet an der Coblech*sehen Stiege; die Poll gehört in diesen Zehnten. Cobleck, ca. 38 M., und m 108 im Galberg 9 M. Zeitweise säet man mehr im Galberg. Das obere Ende von Luttelwerd beginnt an Reiner's Stege den Hohengrind entlang bis an die Stege, die durch den Grind an das Ende des Gansland führt, 57 M. Das untere Ende von Luttelwerd beginnt an der vorgenannten Stege an die Cobleck'sche Stege und vor Cobleck bis zum Dubbeldyck, ca. 96 M. Aus dem Zehnten in gen Busch (Grietherbusch) bezog das Stift 40 alte Schild und 12 Malter Gerste, die S. Jacobi-Vikarie 16 Schild, die S. Luthardi-Vikarie 6 Schild und die Seelenmesse-Vikarie 5 Rhein. Gulden. Mit dem Hollen ward'sehen Zehnten (Lenkensfeld, Sehmüllingsfeld, Hoeleacker, Schauenwerd, Wredenfeld, Mulartsfeld, grosser und kleiner Start, Novalzehnte, kleine Zehnten, Neuschläge) betrug er 177 alte Schild, 36 Malter Wintergerste und 12 Malter Rübsamen. Zinsland aus dem Hof zu Hasselt (Hassent). 1561 verpachtete das Kapitel die Kämpe in der Bauersehaft Hasselt im Gericht Qualburg neben der Hasselt'schen Gemeindeweide an Gerh. v. Osterwiek, Herzogl. Sekretär und Richter in Cleverham, für 1 Malter Gerste resp. 1 Thlr. und 1574 an Joh. Louwer- man, der Rechte Licent., Propst in Cleve, dann Kanzler (f am letzten Febr. 1590) und dessen Frau Eisken von Schrieck auf 12 Jahre die Zehnten in Hasselt. J Das Gut in gen schotel, 12 Morgen, gab das Stift 14 79 /so an Eheleute Diedrich v. Wissel und Griet Hesseis. Zehnten aus dem Hof to Bergen in Kellen: Der ganze Hof to Bergen, genannt op den Zelick, mit der Heggen und dem Speet. In diesen Zehnten gehören ein Kamp Land nächst „der Zelick" neben „dem Speet", der in den Hof von Amt 1 In Xanten. Behandigungen finde ich noch Aleid Louwer- rnann und deren Sohn Diedrich 1509, 1 ■, 109 v. Holthusen in Ryswick gehört; ein Kämpchen daneben nächst der Landwehr; ferner ein Kamp Land zwischen den beiden Wegen, wovon der eine von der Fallbrücke (vallbruggen) zu dem Banndeich und der andere von der Fallbrücke nach Qualburg führt, auch dieser gehört in den Hof des Amt v. Holthusen; dann ein Stück Land vom verstorbenen Propst Wessel Swartkop, davon zehntet das Stift Bedburg IV2 und Wissel 4 Morgen; endlich drei Stücke Land in der Oycn (Nedenoy). Von den Käthen in Schmithausen von der Zelick bis an den Weg über den Deich bekommt das Stift auf S. Lambert 13 Hühner. Güter in Keppelen: Die Latenschaft des Hofes to Stenen in Verkeile (Verkeyl, Verkelt). Eine Hufe gilt in Verkelt 16 holl. Morgen oder 20 Maltersaat. Latentag auf S. Cunibert; jeder nicht erscheinende Late zahlt nach einer Stipulation von 1454 eine Wedde d. h. neun solche Pfennig, welche man im Hof als Zins entrichtet. Behandigt waren damit um 1460 Eheleute Conrad und Mecht. van den Steen. Der Hofmann fährt für die Pacht des Hofes, des Zinskorns und der in den Hof gehörenden Zehnten 50 Malter Roggen und 52 Malter Hafer nach Wissel; die Fährstatt bezahlt jedoch das Stift. Der Hofmann gibt am S. Cunibertstag den Herren eine Mahlzeit, wofür diese den Wein und 4 Hühner geben; er holt die Herren ab und bringt sie bis an den Kalflack, wo der Fuhrmann ein Trinkgeld erhält, zurück. Dependirende Güter: Boswick, auch Busswick (jetzt Bossenhof), eine Hufe, galt 16 Denar, 3 Hühner, 1 Malter Roggen und 7 Scheffel Hafer; gekauft von Arnt v. Holthusen für 600 Rhein. Gulden. Das Stift besass nämlich in Unkelbach im Kreise Ahrweiler einen Hof (curtis), den es 110 m am letzten Februar 1438 als zu weit entlegen zu verkaufen beschloss. Der Kanon. Arnold v. den Berg, Engelbert v. der Mark und dessen Sohn Magister Adolph referirten als Bevollmächtigte des Stifts an der Kölner Kurie am 13. Juni, dass der Hof an das Marienstift in Köln für 475 Bhein. Gulden verkauft, und ein anderes Gut für 600 Gulden gekauft worden sei (lib. quond. not.). 1568 waren mit dem Gut behandigt Otto und Floris v. Spaen und Anna v. Bingarden, Wittwe von Gossen v. der Horst zu Roderholt, Frau des Otto v. Spaen (1553 Maria und Mecht. v. Spaen, Nonnen im S. Ursulaeonvent zu Niederelten). 1571 verkaufte Otto, Herr zu Holthusen, unter Zeugenschaft der Laten des Wisseier Stifts an das Kloster Marienbaum eine Rente aus einem Gut zu Verkelt an der Verkelt'schen Strasse und Spaen's Feld (Marienb. Copiar. f. 268, N. 411). 1601 wurden behandigt Johann, Anna und Christina v. Spaeri v Kinder von Floris und Elberta v. Spee; 1629 Anna, Frau von Diedr. v. Olmussen gen. Mülstroe zu Holthusen, und Christina, Frau von Bernh. v. Rinsch, und deren einziger Sohn Elbert" v. Rinsch; 1641 Peter v. Spaen, Bürgermeister in Calcar, und Wolter v. Sp., Kanon, und Dechant in Cleve, Söhne vom Clevischen Drost Jacob; 1658 den 13. Dec. Jacob v. Spaen, Dominikaner in Calcar. (Peter v. Sp. heir. Anna-Christina Kempinx,: Johann, Jacob und Wolter deren Kinder.) 1695 wurden behandigt Joh. Ign. Grund, Rektor des Cäcilien-Convents in Calcar, Sohn des Bürgermeisters Grund und der Anna Kath. Erlewyn, Henrica Braem, Hermen Koenen, 1741 Monica v. Wickeren, Schwestern des genannten Convents. W T ilrade (jetzt Welleshof?), 32 Maltersaat, galt 20 Denar, die Zehnten und ein Lamm, und Stebkes £äU m 111 Gut zu Horlen Vk Hufe. — Herrn, v. Eyl und sein Baumann Heinr. v. der Hoeven hatten den Hof zu Wilrade dem Stifte streitig gemacht und auf eine Besehwerde desselben bei dem Grafen Adolph mit einem Brief vom Grafen Diedrich VIII. vom 10. Oct. 1294 des Inhaltes geantwortet, dass der Graf Margaret ha, Tochter seines verstorbenen Oheims Loef, in Anbetracht der von ihr gehabten Dienste die Güter Wylrade (bona dicta Wylrade sita in parochia de Keppel) frei von dem ihm zustehenden Schirmvogtrecht eingeräumt habe. Freitags nach Peter und Paul 1393 wurde Hermann verurtheilt, die Leibgewinns-Güter an die Kirche in Wissel, die diese seit mehr als hundert Jahre gehabt, zurückzugeben. Am 5. Oct. 1393 erbat sich der Kanon. Heinr. v. den Wiele unter Zeugenschaft des - Mauritius de Aerde und Wilh. Hoene, . Kanoniker in Emmerich, und des Laien Engelbert Swengele aus Emmerich von dem Notar Winand Bei aus.Cleve eine Kopie dieses Rechtgedinges, worin ein Arnt- v. den Berge als Sachwalter des Stifts und'unter .dessen S 126 Kindern gleich stünden, und falls keine legitimen neben ihnen vorhanden seien, so würden sie solchen gleich erachtet. „Ind die des nyet en weet, die mach't vinden in onser Stat van Gryet Privilegien." Mit Wissel, Wisselward und vielen anderen Gerichtsbänken hatte Grieth in Calcar seinen Oberhof. Bestätigt wurden seine Privilegien 1341 und von Herzog Johann II. am 20. August 1522.* Während im Heberegister der Grafen von Cleve vom Jahre 1316 bei den übrigen Städten diejenigen Personen, die um diese Zeit von den Landesherren eine oder mehrere Hofstätten in Erbpacht hatten, namentlich aufgeführt worden sind, fehlen sie leider bei Grieth und Uedem. Sollte dieses, was Grieth anlangt, etwa damit zusammenhängen, dass Graf Diedrich IX. mit Einwilligung seiner Brüder Johann und Everhard seiner Mutter Margaretha, nachdem ihm diese die Stadt Duisburg, welche sie von Beichswegen als Brautschatz erhalten hatte, auf sein Anhalten zur Aussteuer seiner Schwester Agnes, Gemahlin des Grafen Adolph v. Berg, abgestanden, am 31. März 1312 die Stadt Grieth und das Wisseier Feld nebst allen Gerechtsamen, Hörigen, Wiesen und Weiden und Fischereien eingeräumt hatte? 2 Ueber die Entwicklung des Ortes, über seinen Handel und Wandel fehlen uns bis jetzt alle Nachrichten. Von Nachtheil war es für ihn, dass er zu beiden Seiten weit ältere, ebenfalls am Rhein gelegene Städte, Emmerich und Rees, vorfand und ausserdem in nächster Nähe Calcar hatte, das einen Vorsprung 1 Pfarr-Arch. in ürieth. 2 Lac. III, 113. Die in der Original-Urkunde defekte Stelle camp .......schelensem ist offenbar als campum Wisschel. zu ergänzen, wie der Augenschein lehrt. liBiliimi^p 127 gewonnen und wegen der Nähe von Monterberg mit dem landesherrlichen Schloss eine bedeutendere Anziehungskraft besass. Die Verlegung des Rheinzolls von Huissen nach Grieth, wozu Graf Diedrich IX. auf sein Gesuch von Kaiser Ludwig dem Bayer Mitte August 1336 die Er- laubniss erhalten hatte, 1 hätte unter anderen Umständen für das Städtchen von Bedeutung werden können. Allein der Rheinzölle gab es auch am Niederrhein zu viele; zudem war in Griethausen ein neuer entweder eben errichtet worden oder wurde doch gar bald dort eingerichtet. Fast ein Jahrhundert lang verlautet denn auch von dem Zoll in Grieth nichts. Um 1402 verkauften die Stadtgemeinden von Grieth und Büderich an den Ritter Johann v. Lintlar in Köln eine Rente von 63 Florent. Gulden (ä 12 Tournosen) vermuthlich, um die Zollstätten sich zu erhalten oder wieder zu erlangen. Wir erfahren dieses aus einer nicht datirten Anklage des Aegidius v. Merwele als Prokurators des Mag. und Dr. med. Gerh. v. Hönkirchen bei dem Abt von S. Martin in Köln. Danach hatten die beiden Städte die bei dem Verkauf vorgesehenen Zahlungstermine 13^2 Jahr nicht eingehalten und schwere Geldbussen contrahirt. Da nach dem inzwischen erfolgten Tod des Ritters Joh. v. Lintlar der gleichnamige Sohn gleichfalls vergebens gemahnt hatte, cedirte dieser die ganze Forderung an den Schuhmachermeister Gerhard van der Horst, Bürger in Köln, der sie seinerseits dem Magister G. v. Hönkirchen überwies. Am 10. December 1416 ernannten nun durch den Notar Wilhelm Ysenbrand von Cleve der Bürgermeister Heinrich van den Haghe von Grieth und die Schöffen Theod. van Ryswick, Heinr. Genser, 1 Lac. III, 305. m- r 128 Conr. Busch, Herrn, v. der Steghen, Joh. Visscher, sowie die Griether Räthe Jacob v. der Specken und Joh. Alberti (Albers) und der Bürgermeister Joh. Boeghel, Hermann's Sohn, von Büderich und die Schöffen Joh. Boeghel, Rütger's Sohn, Gisb. Amelong, Johann's Sohn, sowie die Bäthe Alb. v. den Galen, Theod. Schaefdries, Amelong v. Winnenthal und Theod. Gruter im Beisein des Griether Pfarrers Joh. v. Wissel (presb. et pastor ecclesie Griten.) und des Klerikers Heinr. Lyven und. der Büdericher Zeugen Wilh. ten Have und des Klerikers Thomas v. den Berg von S. Trond den Tilmann (Schynsel) von Duisburg, Pfarrer in Büderich, zu ihrem Sachwalter gegen den Magister v. Hoenkirchen. 1 Am 20. Juni 1468 erlangte Emmerich von Herzog Johann I. eine gewisse Zollfreiheit zu Grieth, die sein Sohn und Nachfolger Johann II. am 2. April 1482 für 1500 Gulden, die ihm die Stadt vorstreckte, noch erweiterte. 2 1495 Montags nach Hubertus gab der Herzog zu erkennen, dass er auf Bitten der Städte Xanten, Calcar, Bees und Büderich, die ihm vordem 460 Rhein. Guld. vorgestreckt, den Zoll von Grieth nach Büderich verlegt habe, aus den Rechnungen jedoch ersehe, dass dieses zu seinem Schaden geschehen sei. Deshalb und zugleich auch auf Ansuchen der Bürger von Rees, die ihm 200 Goldgulden geliehen hätten, wolle er Donnerstags nach S. Katharina den Zoll von Büderich nach Bees verlegen und dort 8 Jahre belassen. Sollte sich jedoch herausstellen, dass der Zoll anderswo ihm mehr Vortheil bringe, so habe Rees sieh zu fügen; 1 Lib. quond. notar. Am 21. Nov. 1416 hatten sie den Joh. Peels, Kanon, an S. Cunibert in Köln, ernannt. ■""'*"* Dederich, Annal. H> H 129 er werde das jedoch eventuell erst nach Ablauf von 4 Jahren thun. Dafür müsse.Rees den Städten ihren Antheil an den 460 Gulden auszahlen und möge vier Jahre hindurch jährlich 115 Gulden aus dem Zoll erheben ; Rees selbst erhalte, falls der Zoll 8 Jahre dort verbleibe, von den jetzt vorgestreckten 200 Goldgulden nichts, im andern Fall 150 Gulden zurück. An demselben Tag wies der Herzog den Zöllner in Büderich an, den Zoll noch desselben Tages nach Rees zu verlegen. Am 29. November 1495 nahm Rees 100 Rh. Guld. für die erfolgte Verlegung des Zolls von Büderich nach Rees auf und 1501 Dienstags nach Laetare 60 Gulden zur Zahlung der 400 Gulden, welche der Herzog verlangt habe, „weil Se. Gnaden den Unwillen, den er wegen etlicher Punkte und Geschäfte gegen die Bürger hatte, remittirt und erlassen habe". In einem aus Wien vom 28. Sept. 1575 datirten, von Herzog Johann III. unterschriebenen Rescript auf eine Beschwerdeschrift, die er an demselben Tag, wo er mit seinem Hoflager von Cleve aufbrach, erhalten hatte, wird auch der Beschwerde der Einwohner von Grieth gedacht „wegen des dort andringenden Rheinstroms, auch dass sie die früher gehabte Zollfreiheit in Nymegen wieder erlangen möchten, und zuletzt, dass ihnen der neue oder der doppelte zu Büderich und Grieth gelegte Zoll schädlich und nachtheilig sei." Der Herzog replicirte, dass der Magistrat der Stadt Grieth doch wissen sollte, welch' gnädigen Rath, Hülfe und Beistand er in Anlegung und Erhaltung von Kribben (hoefden) und sonstwie zur Abwendung des Stromes für und für bewiesen. Wäre der Zoll zu Nymegen, der eine Zeit lang seinen Vorfahren zugestanden, noch in seiner Gewalt, dann müssten die Griether, wenn sie einige Freiheit gehabt hätten, 9 «HB «SB BS HH- 130 dieserhalb bei ihm desto eher anfragen. Was zuletzt den Zoll zu Büderich und Grieth anlange, so finde dieses darin seine Erledigung, dass ihm der gebührende Zoll bei den zeitigen rohen Kriegslasten vielfach veruntreut ■ '■: : "!&:' ■ ■" —— *» Die Häuser Kemnade, Wardensteio und Grieth. Der Häuser Kemnade gab es mehrere am Niederrhein. Fahne hat das Wissel'sche mit dem ehemals zu Androp in Bienen gelegenen und vom Xantener Stift lehnsrührigen Haus Kemnade verwechselt. Das Wissel'sche war ein Dienstmannslehen. Von demselben sind der Hauptflügel mit vorgebautem, achteckigem Thurm und die Gräben noch vorhanden oder erkennbar. Nach Turk (Privil. nobil. f. 51) waren damit belehnt: Wilhelm v. Wissel 1379. Evert v. W. Sophia v. W. heir. Friedr. zur Heinrich 1421. Wilhelm 1426. Evert 144«. Diedrich Heinrich 1437. 1472. I Friedrich. Diedrich. Evert. Wendel. Wilhelm. Heinrich. Diedrich. Hille Evert. Diedrich. Agnes Friederike, heir. heir. Conr. v. Singendonk 1. Bald. v. Gysel. 1493, 1523. /- ----------""—-T—r-} Heinrich v. Wissel durch Cession des A e nes v - G he ' r - God - Singendonk 1540. ■ . Turk v. Alst. ,________*______________, 2. Christ, v. Rolshusen. Helena v. W. heir. N. Momm.--------------f '.■. ,______________*----------------------------, Marg. v. Rolshusen heir. Otto Momm heir. Rud.Heinr. in gen Gaem Reinh. v. Lützenrath 1603. zu Ciarenbeck. Von den Momm finde ich noch Jordan, der am 10. Nov. 1383 der Stadt Rees Urphede schwört. Pelegrin Mumme, Dechant in Emmerich, f 15. Sept. 1388. Johann Momme 1432 Richter in Wyler. Heinrich Momme auf dem Ritterzettel von 1536 und 1542. Rudolph auf dem Ritterzettel von 1536 durchstrichen. Bernhard auf dem von 1542. Jost v. Diepenbruch, Wittwe von Heinr. Momm, Bürgermeister in Bocholt, die mit ihrem ältesten Sohn Heinrich M. an Eheleute Amt und Merrie Palick in Rees eine Erbrente verkauft. 1517 Heinr. M., Sekretäir der Stadt Calcar. 1585 Jq- «•Ti g*i ■■ r -i^-. llO hänna M. an Joh. v. Ülft zu Laikhusen verheirathet. Rudolph M., Vöii 1604 hiehfmals Schöffe ih Cleve, f 1630. Anton M. i648 und Theodor 1669 und 1714 Sehäffen in Rees. Rud. Heinr. in gen Gae'ni, auch Gäderri; verwandt mit Herrn, in gen G., in Emmerich ansessig. Dort begegnet uns 1424 Heinr. in gen G., verwandt mit Joh. v. Brienen. Jacob war daselbst 1517 Schöffe und stiftete 1533 in der Kassstrasse einen Armenhof. Wilhelm 1617 und 1618 Bürgermeister in Emmerich. In Ginderich und Büderich finde ich 1429 Abel in gen Gadem und als dessen Kinder Bela und Johann genannt; 1460 Ida, Wilhelm und Heinrich, Kinder Abels, wovon 1479 Wilhelm allein noch lebte. Johann und seine Tochter Katharina hatten in Marienvrede ein Jahrgedächt- niss. Abel 1493 und 1515 Vikar in Büderich, ein Bruder von Jacob, der einen Sohn Heinrich hatte. Heinrich verkaufte 1558 als Rentmeister Wilhelm's v. Wylich die Wingerhuf zu Bredenbruch im Gericht von Bislich an die Liebfrauenbruderschaft in Rees. Ein Vikar Jacob liegt in der Aldegundiskirche zu Emmerich begraben. Magister Abel, f am 4. Mai 1547, war dort 1515 Kanoniker. Um 1740 besass Gerh. Sleufert Kemnade. Wardenstein, von Gert v. der Schuren unter den Lehen des Clev. Hauses als „Werdensteyn, dat huys by Gryet" aufgeführt, war ebenfalls ein Dienstmannslehen. Von demselben sind nur noch die Gräber theilweise vorhanden.- Nach Turk f. 49 waren damit belehnt: Wilhelm v. Wissel 1369. Wolter Schmülling durch Cession Wilhelm's 1395. Diedrich Schmülling 1441. , -----------"-----------, Diedrich Schmülling 1444. , ----------- * -----------> Wolter Schmülling 1519. \ Wolter Schmülling heir. Arnoida v. Marhüls 1523. Ida Schm. heir. J. v. Brempt. N. Schm. den Carl v. den Wiel. Carola v. Brempt, Erbin zu Clörath, Vorst und Wardenstein, heir. Wolter v. Büren zu Calbeck, Amtmann in Goch, f 1603. Joh. v. Büren 1609 a. d. Ritterzettel. Joh. Christoph, v. Rolshusen -\ Godert v. Lützenrath > Lehensverzeichniss. Marhüls 1722 ) m ik ^M ■MH ■H ■>r^^ —■§ — 171 Wolter Schmüliing> der eine Alfeld V. Keeken zur Frau hätte, nennt 1373 als Knappe die Brüder Adam und Keinr. V. Keekeh seine Schwäger und kommt noch auf d§ih Rittferzettel von 1418 vor. Er hatte mit seiner Ffaü Alfeia ein Jahrgedächtniss in Wisse!. Di^dri'cn tritt als Sohn von Wolter und Dröät dös d'ev. Landes 1401 und 1402 auf. Died- riteli) Bttnh von Diedrich, bekommt 1418 und 1442 Land in Sevenaer vom Kapitel in Cleve; er hatte Margaretha, Tochter von Bastard Johann v. Cleve gt. Blankenstein und Margaretha v. Appeldorn, zu Ciarenbeck in Nütterden zur Frau. Von ihren Kindern wurden eine Tochter an Heinr. v. Seibach verheirathet, und ein Sohn Johann und nach diesem dessen Söhne Diedrich und Wolter mit Ciarenbeck belehnt (Schölten, Cleve, N. 29, S. 342, 3B9 u. Calc. St.-A.). Ein Wilhelm Schmülling hatte 1451 Margaretha v. Galen, Schwester der Stiftsdame Agnes in Grefenthal, zur Frau. Raab, Engelbert und Wolter Schmülling kommen auf den von Gert v. d. Schuren geschriebenen Ritterzetteln vor. Engelbert bezog nach dem Tod der Eheleute Wolter v. den Gruythuys (f 11. Nov. 1493) und Aleid v. Grasdorp (f 13. März 1498) die Burg Gruythuys bei Xanten, die von ihm Armuths halber verlassen wurde, einige Jahre unbewohnt blieb, in Folge dessen zerfiel und veräussert wurde (Memorien von Marienvrede). Nach Turk f. 73 wurden Wolter 1513, Johann 1536 und Diedrich Schm. mit „Up gen Poll" belehnt. Johann hatte vom Kloster Marienbaum ein Darlehen von 100 Rh. Gulden erhalten uud schuldete daselbst als Mitgift für seine Tochter Johanna 150 Gulden; für beides wies er 1539 eine Rente von 14 Gulden an. Diedrich schuldete demselben Kloster 1150 Gulden und stand dafür 1651 die Wiesen „hoge und neder Albrecht" im Kirchspiel Duven ab (Marienb. Copias 192 u. 194). Johann und Gossen Schm. finden sich 1536 und 1542 auf dem Ritterzettel; zu „Johann tho Wardenstein" ist am 11. August 1542 bemerkt „mortuus". Demnach ist in der Belehnungsreihe zwischen Wol-< ter und Ida Schm. Johann einzuschalten. Ein Diedrich Schm. ist 1538 Inhaber eines Kanonikates in Rees, das am 15. Sept. 1543 sein Bruder Wolter erhielt, dem jährlich 35 Thl, zur Fortsetzung seiner Studien zuerkannt wurden. Raab erwarb 1541 für sich und seine Frau Land bei dem Polldyk in Groin (Rees. Pf.- u. St.-A.). Arnold Schm. heirathete Hille v. Hertefeld und beider Tochter den Jost v. Lintelo zu Bovenjiolt, die am 17. Juli 1564 festirt,, Christine |D Bon ^■■1 WfPS m m 172 Schm. begegnet uns 1592 als Wittwe von Schlüter Heinr. v. Ryswick. Das Haus Grieth, auch die Burg, der Thurm in Grieth genannt. Von demselben sind nur noch ein Theil der Gräben und Mauern und der nördliche Eckthurm vorhanden. Der Thurm geht aus einem mächtigen, runden nach oben eingeschnürten Grundstock durch Kragsteine in's Viereck über. Het verheerl. Kleefschland bringt ein Bild des stattlichen Hauses aus dem Jahre 1758. Nach Turk f. 50 a waren damit belehnt: Wilhelm uit den Hamme, Amtmann zu Grieth und Wissel, 1371. Amt Snoek 1383 für Lebenszeit. Evert v. Wissel, Sohn von Wilhelm, 1392. Luiss v. der Carenhorst 1401. Otto v. Büren 1425. , ---------"-------------------------------------------------------. Wolter v. Büren 1459, 66, verheir. mit Jutta v. Till. Otto v. Büren 1185 heir. Helena Bastard von Cleve. i ' s —-----------------------------------------------------------------------------------1 Johann v. Büren. Wolter. Jutta heir. Claes Tengnagel. Johann v. Büren. Wolter v. Büren heir. Carola v. Brempt (s. Wardenstein). Adolph v. Büren. Ida. Margaretha (1619 behandigt). Von den van den Hamme trägt Ritter Diedrich 1319 vor Loeff v. Hulhusen, Richter in Düffel, an Ritter Roland v. Hagedorn Land in Mehr auf. Wilhelm, wahrscheinlich Died- rich's Sohn, siegelt 1368 als Knappe; er hatte einen Bruder Loeff und eine Schwester Elisabeth im Stift Bedburg und einen Sohn Evert (s. die Herren von Wissel). Arnold Snoek war Bürgermeister inCalcar, Nachfolger des Bürgermeisters Joh. v. Birk. Die van Büren (s. S. 136—140) sind wohl ein Zweig der späteren Grafen v. Büren (Schlichtenhorst I, 51). Otto, Bruder von Johann, wurde 1355, Johann, Sohn von Johann, 1390 vom Herzog von Geldern mit Arssen belehnt und erhielt dieses 1402 als erbliche Aussteuer bei seiner Heirath mit Maria, Tochter von Herzog Wilhelm (Die Familie Schenk v. Nyd. 93). Junker Otto und Alard v. B. finden sich in der Kölner Matrikel von 1392. Otto, der 1425 mit der Burg Grieth belehnt wurde, wird wohl ein Sohn des letztgenannten Johann sein; er heirathete Adelheid Schmülling. Am 21. Sept. 1428 verkauften Eheleute Otto v. Büren v. Arssen und Aleid Schmülling vor | SU ik gas msm. ■ : 'V-;',,. v -■:;■;■; 173 dem Richter Bruin v. Ryswick in Hetter an Joh. v. Wylack eine Rente von 14 Schild aus ihren Wisselward'schen Zehnten (Hue- ther Arch.). 1435 tritt der Kleriker Everhard v. B., Sohn des Knappen Otto v. B. v. Arssen, als Zeuge auf. 1441 Heinrich v. Buren, Regulier-Kanoniker, Prokurator des Convents U. L. Frau in Rediehem. 1446 war Hermann v. B. Kanoniker und Archidiakon in Münster. Hermanna, Tochter von Johann und Ida v. Rechteren, heirathete nach 1440 Wilh. v. Spaen zu Cruisforth bei Cranenburg. Ida v. B. heirathete Gerh. v. (Jssenbruch, Sohn von Johann (f 1449) und Elis. v. Wi- tenhorst. Hadewig v. B. begegnet uns 1482 in Xanten. Balthasar v. B. war 1489 mit Elisabeth v. Wickede, Tochter des f Evert v. W., eines Bruders von Heinrich, verehelicht. Ein Otto v. B. f 10. August 1518 und eine Elisabeth und Helene v. B. hatten in Marienbaum Jahrgedächtnisse. Johann, Raab und Wolter finden sich in beiden von Gert v. d. Schuren geschriebenen Ritterzetteln, Johann und Wolter auf dem Zettel von 1536 und auf dem von 1542 Johann als Burgrath zu Lobith. Diedrich v. Bronckhorst-Bathenburg zu Anholt, Gemahl der Elisabeth v. B., nennt 1575 Melchior v. Büren seinen Neffen. Margaretha v. B. war 1594 mit Heinr. v. Töven verheirathet. In einem Lehensverzeichniss aus dem 17. Jh. finden sich unter Wisselward noch: 2 Schlag Land Dienstmannslehen Jan v. Büren 1605, Klapperskule, Kyffward, Endenbusch, Rissward mit An-und Zufall, Wredengut D. M. L., Kelbeck Zutphen'sches Lehen mit 2 Goldgulden, Hof in den Schlibeck, Mannslehen mit 15 Goldgulden, Pülkenskamp und Stickers- kamp D. M. L. Unter den antiquata et confiscata: Sponde. N. Schmülling 1478. Die Herren yon Wissel. Die Herren von Wissel — Wiesele, Wischele, Wisschel — führten in ihrem Siegel zwei offene rothe Flügel (Wische, Wischel) auf silbernem Grund, die auf dem Helm, der eine roth, der andere silbern, sich wiederholten. Einen solchen Flug führten auch die Hollant, die v. Medevorden (Mewerden, Mevert) und die Paep oder Pape. Die v. Wissel finden wir frühzeitig sesshaft in Hanselaer, Calcar, Grieth, Keppelen, Cleve und Ker- venheim und belehnt mit Kemnade, Wardenstein, Klapperskule, '-s ■-&■*■■ ■ 174 der Burg in Grieth, auf Monterberg und in Kervenheim. Ein Zweig führte den Beinamen Mönch (monachus), ein anderer den Beinamen Kaientier, wobei wohl schwerlich an die fratres ka- lendarii oder die Kalend-Gesellschaft gedacht werden kann; wahrscheinlich war er nach Gütern so benannt, da uns Liegenschaften mit der Benennung „Kaientier" mehrere, wie in Esserden bei Rees und in Renen (Haffen), begegnen. Als Erste des Namens v. Wissel finden wir 1144 Erenbert und dessen Sohn Diedrich unter den Wohlthätern des Klosters Fürstenberg bei Xanten. 1162 begegnet uns Diedrich noch einmal als Zeuge des Grafen von Cleve (Bint. u. Moor. III, 38 u. Lac. I, 404). Ritter Arnold monachus und sein Bruder Gottfr. v. Wiesele (Wisele) anerkennen 1208 den Schiedsspruch des Kölner Erzbischofs in ihren Differenzen mit der Abtei Kamp wegen einer Liegenschaft in Caldenhoven in der Pfarre Götters- wick (Lac. II, 24. Bint. u. Moor. IV, 241). Die Brüder Wilhelm und Diedr. v. Wissel bürgen 1220 für den Grafen Diedrich VI. von Cleve bei dessen Versöhnung mit dem Kölner Erzbischof Engelbert I. (Lac. II, 85). Diedrich tritt von 1220— 1247 mehrfach als Zeuge desselben Grafen auf (Lac. II, 258, 265, 311. Sloet, Bedb. N. 26). Er hatte eine Helena zur Frau und wohnte mit seinem Bruder Stephan in Hanselaer; 1247 treten beide als Brüder von Hanselaer auf (Sloet, Oork. 659. Im Heberegister kommen vor Joh. v. Hanselaer und dessen Frau, im Calc. Rotel von 1353 Gesa v. Hanselaer). Demnach waren Wilhelm, Diedrich und Stephan wohl Brüder. 1228 The- odericus Wisschelensis, Kanoniker in Rees (1. Seite 64), und Petrus monachus Zeugen des Erzbischofs in dessen Privilegienbrief für Xanten (Xant. Pf.-Arch.). Der eben genannte Stephan kommt als Ritter neben Ritter Everhard v. W. (Sloet 1. Gerhard) erst 1260 wieder vor (Lac. II, 787, Sloet, 835). Am 4. März 1267 trug er mit seinem ältesten Sohn Wilhelm unter Zeugenschaft des erwähnten Everhard an den Grafen von Cleve seine Burg Kervenheim als Lehen auf, machte alle übrigen noch unmündigen Kinder, die er von seiner ersten Frau Helwig hatte, zu dessen Ministerialen, wurde Burgherr des Grafen auf Monterberg und empfing von ihm Höfe in Wissel, bei Calcar, in Mörmter und Bulhorst und eine Summe Geld zum Erwerb geeigneter Güter bei Monterberg mit dem Versprechen, dass er und seine Söhne diese alle nach Lehnsrecht vom Grafen halten wollten (Lac. II, 598). Stephan scheint Mitte 1282 gestorben zu sein; denn am 27. September verzichtete -l&si sSpjä* MBHn —— 175 1 sein ältester Sohn Wilhelm auf die Vogtei Hönnepel, die sein Vater und Grossvater vom Xantener Stift gehabt, und er und seine Geschwister nach dem Tode des Vaters erlangt hätten (Bint. u. Moor. III, 196). Diese Urkunde nennt uns zugleich I. die übrigen 1269 noch unmündigen Geschwister Wilhelms, nämlich: 1. Stephan; 2. Sweder; 3. Heinrich; 4. Ludolph; 5. Aleid, zweite Frau Rütger's v. Butzelar; 6. Lise, Frau Wessel's v. Butzelar; II. die eigenen Kinder Wilhelm's von seiner Frau Christine: 1. Arnold; 2. Stephan; 3. Diedrich; 4. Mechtild; 5. Aleid; 6. Grete. Stephan, der älteste Bruder Wilhelm's, verkaufte 1289 seinen Hof Kiers nebst Zehnten in Appeldorn an Heinr. Santrel, Heinr. Lone und Wilh. v. Brabant mit Zustimmung von Frau (Gertrud) und Kindern: 1. Diedrich; 2. Johann; 3. Hele- wigis (nicht, wie bei Fahne, Helrugis); 4 Herbrugis; 5. Aleid, 1332 Stiftsdame in Bedburg (Sloet, Bedburg N. 69); 6. Gese (Düsseid. St.-A. nach d. Original). Tags vor Palmsonntag 1316 bediente sich Knappe Arn. v. Nuwenhove bei Uebertragung des in der Pfarre Till gelegenen Zehnten von Rodenholt und Burstade (Bur-Berstay) an Ritter Jord. v. Monument des Siegels seines Blutsverwandten Steph. v. Kervenem und ersuchte auch den Grafen von Clsve und Ritler Daniel v. Ossenbruch zu siegeln (Anholt, F. S.- Arch.). 1323 sind Ritter Stephan und Gertrud, die am 27. April und 18. September in Wissel ein Jahrgedächtniss hatten, beide todt; im Heberegister ist die Wittwe Stephan's mit 5—6 Hofstätten in Calcar eingetragen. Ihr ältester Sohn Diedrich schenkte 1323 seiner Frau Aleid v. Langendonc den ererbten Hof ter Wayen und kaufte 1327 von den Brüdern Heinr. und Diedr. v. Kervenheim, Söhnen seines Oheims Ludolph, der 1327 todt war, den Zehnten zu Hanselaer und Grundstücke zwischen Hönnepel und Hanselaer im Kirchspiel Niedermörmter (Düsseid. St.-A.). Auch Diedrich und Aleid hatten am 21. Februar ein Anniversarium in Wissel; Aleid besass als Wittwe zwei Hofstätten in Calcar. Wasmoet v. Kervenheim, Pfarrer von Niedermörmter und Mitstifter der Marien-Vikarie in Calcar, scheint ein Sohn derselben gewesen zu sein, da er 1356 vom Grafen die Lecke in Calcar als Lehen erhielt, wie Frau Aleid v. K. sie gehabt hatte, und den Zehnten in Hanselaer an Friedr. v. Hönnepel verkaufte. 1360 den 21. Februar quittirte Wasmoet, der einen Sohn Heinrich gehabt zu haben scheint, fast . 176 ':-■■,/.' ■-■■■■■ " ■;■ der Stadt Calcar 250 Goldschild, die ihm der Graf von Cleve schuldete. 1365 erlegte er für Wolter v. der Keldonk 76 Mark, damit er damit das Gut „die Way" befreie (Calcar, St.-A.). Von den v. Wissel-Kalentier sind im Heberegister genannt: Heinrich und Lisa „Kalentir", Barthold, Bruder Heinrich's, und Merreken, und Wilhem „Kalentyrs styfsoen", die in Altcalcar und um Calcar dem Grafen zinspflichtig waren. Der Laie Heinrich Kaientier hatte am 2. October in Wissel eine Memorie. Wahrscheinlich ist er der Vater von Diedrich v. Wissel-Kalentier, Dominikaner und Weihbischof von Münster, der in Wissel drei Jahrgedächtnisse am 12. Mai, 6. August und 5. December hatte (mem. dni. Theoderici Kalentyr episcopi Naturensis). Nach seinem frühzeitigen Eintritt in das Dominikanerkloster in Wesel erhielt er Freitags nach Johannis Enthauptung 1341 vom Grafen Diedrich IX. einen Pachtzins von 30 Brab. Pfennig für 7 Maltersaatland und eine Kathstätte in Wisseier Feld unter der Bedingung erlassen, dass er für den Grafen bete, und der Zins nach dem Tod des Klosterbruders an das Clevische Haus zurückfalle (Düsseid. St.-A. Cleve-Mark 205). Als am 7. August 1354 Wesel fast zur Hälfte, darunter auch das Dominikanerkloster nebst Kirche, abgebrannt war, gab er in Verbindung mit Diedr. v. der Mark, Grafen v. Dinslaken, und Weihbischof Ludwig v. den Markt (de foro) von Münster, der ebenfalls diesem Kloster angehörte, die Mittel zum Wiederaufbau des Convents (Tibus, Weihb. v. Münster, 29 und Nachtr. 4 u. 5). 1357 verkaufte die Stadt Wesel an den Predigerordensbruder Diedr. v. Wissel und nach dessen Tod an den Convent für 60 Mark eine Rente von 5 M. aus ihrer Grüt (Wesel, Arch. Bürgerbuch F. 159). Diedrich war wohl der unmittelbare Nachfolger des vorgenannten Weihbischofs Ludwig; er führte den Titel vom Bisthum Natura am Pontus Euxinus. Als Weihbischof begegnet er uns zuerst 1373, wo er im Auftrag seines Bischofs Florenz am 25. September den Altar in der Schlosskapelle zu Wolbeck consekrirte, und zuletzt 1380, wo er eine Kapelle in Darup einweihte. Bald nachher muss er in sein Kloster zu Wesel sich zurückgezogen haben, da Ende August 1384 der Weihbischof Wenemar einen Kirchhof reconciliirte, den sein Vorgänger Diedrich, Bischof von Natura, geweiht hatte. Diedrich starb 1408 und wurde in dem Chor der Dominikanerkirche zu Wesel zur Rechten des Grafen Diedrich von Cleve begraben (Tibus, a. a. O.). In Wissel berentete er das Fest seines Ordensstifters Dominicus mit 12 Schild, wovon der kpes» —1—— 177 Organist 6 Denar, der Bälgetreter und Küster je 3 bezogen, und die übrigen 11 als Präsenzgelder vertheilt werden mussten. Von den v. Wissel finden sich im Heberegister: 1. die Wittwe von Diedrich, die in Calcar eine Hofstätte besass; 2. Wilhelm und seine Söhne; 3. Everhard; 4. Hadewig, die dem Grafen 6 Brab. Pfennig von einer Maibede in Altcalcar galt; 5. Conrad, der ihm von einer Herbstbede ebendaselbst 6 Schilling und ein Schwein galt; 6. Herr Arnold, wohl identisch mit dem Kanoniker in Xanten 1341; 7. Iwan und seine Kinder unter den Dienstleuten des Grafen in der Vogtei Weeze. Früher noch treten auf Ritter Sweder v. Wissel, 1273 Zeuge ^ des Grafen von Cleve (Sloet, 951), Wilhelm v. W., 1299 und 1302 Kanoniker in Rees, Otto v. W., Kanoniker in Xanten, dem - der Xantener Propst 1305 nach dem Tod Diedrich's v. Erprath, Propstes in Zyfflich, und dessen Bruders Heinrich eine Hand für das Küchenmeisteramt verspricht, und für den 1318 ein Jahr- gedächtniss in Xanten gestiftet wurde (Bint. u. Moor. IV, 292. Xant. Report. I, 205 u. 264). Bata v. Wissel, Schwester Jo- hann's und Frau des Heinr. Pape (f 1328, Schölten, Cleve 307). 1330 lernen wir Diedr. Monick in Grieth und 1334 dessen^ Wittwe Aleid und 1332 Geisborg v. Wissel als Nonne in Bedburg kennen. Vielleicht ist auch „Herr Moncke" hierher zu rechnen, der 1353 den Gerh. von Cleve bei Wessel Gysons schadlos zu halten verspricht (Calc. St.-A.). Nach dem 1460 von Alb. op den Kelre abgeschriebenen Memorienbuch hatten in der Wisseier Stiftskirche Jahrgedächtnisse : Theodericus de Wisschel, miles, et Hadewig de Apelteren, eius uxor (neben diesen auch Gerhard und Mechtild v. Apelteren). 2. Theodericus de W. et Ida uxor. 3. Theodericus de W. et Stina uxor. 4 Theodericus de W. et Irmgardis uxor. 5. Everhardus de W. et Aleidis uxor. 6. Everhardus de W., Otto de Buren et Aleid. uxor. 7. Everhardus de W., miles, et Wilhelmus, frater. Beide hatten auch in Cleve Jahrgedächtnisse; ebenso auch Alanus v. W., Priester. In Marienvreden stiftete Mecht. Hacken für Mechteld und Heinrich v. W. Memorien. Der Stammbaum des im Heberegister genannten Wilhelm und seiner Söhne wird dieser sein: 12 1. ■ !, . I 178 Wilhelm: I. Arnold, Kanon, in Xanten 1341 und 1348. II. Diedrich, f 1 373 > h^ 1 - Irmgard (v. Boezelar?). Deren Kinder: 1. Wilhelm. Kinder desselben: a. Heinrich. b. Diedrich, 1372 Richter, heir. wahrscheinlich Stina v. Niel. Kinder: 1. Diedrich; 2. Stina, verheir. an Wasmoet v. Schevick. 2. Elisabeth heir. 1. Wolter v. ßlitterswich, 2. Wilhelm v. Tiegel, deren Tochter Aleid v.T. an Sander v. Spede verheirathet wurde. 3. Gertrud. 4. Amt, 1377 Knappe. HI. Everhard, f 1370. Kinder desselben: 1. Wilhelm heir. 1. Jutta, 2. Aleid. Kinder: a. Evert heir. Aleid v. Suytkamen, Tochter von Druda der Oesten v. Suytkamen und Schwester von Rentm. Adolph und Engelbr. v. S., die nach dem Tode Evert's den Gerh. v. Ossenbruch heirathete. b. Wilhelm heir. Bela. Kinder: Evert und Aleid. c. Otto. -**r d. Sygher. e. Gertrud heir. Heinr. Rost v. Krickenbeck. f. Sophia heir. Friedr. v. Neersen. g. Johann, Pfarrer, Kanoniker. ad a. Evert hinterliess drei Söhne: Heinrich. /\ a, Wilhelm, Kanon, in Wissel (s. Seite 41). Evert Monik heir. Lubbrecht v. Bocholt. Beider Kinder: 1. Evert, 2. Claes, 3. Aleid heir. Joh. Pelen. 2. Diedrich heir. 1. wahrscheinlich Elisabeth v. Ringenberg, 2. Griete, Tochter von Luef und lda v. Hul- husen (Everhard v. Hulhusen, der eine Margaretha zur Frau hatte, Bruder Luef's). Diedrich hinterliess Heinrich, f 1374, der eine Aleid heirathete und mit ihr eine Tochter Irmgard hatte (s. Seite 41 und 42). 3. Jordan heir. Griete. Kinder derselben: a. Evert. b. Gertrud heir. Heinr. v. Wylack. c. Agnes heir. Jac. v, der Horst. ^H ,.-■.-''..■.-■ i -. ■■ ■»—■■■ 179 4. Margaretha. 5. Sweder. I- 6. .Stephan, f 1376, heir. Lutgard. Kinder: \y~ & a> Wilhelm hatte einen Sohn Heinrich. b. Otto. c. Johann heir. Fie v. Honselaer. Fie, deren Tochter, Nonne in Emmerich. d. Lutgard heir. Diedr. Pieck, Beider Tochter Griete den Otto v. Bellinghoven. Stephan, Pfarrer in Dingden. Agnes, Nonne in Bedburg. e. f. Nonnen in Wesel. i. Griete heir. Herrn, v. Weidenfeld, k. Bernhard, f 1414; Stephan, dessen Sohn, und Richter Diedrieh 1419 und 1430, Sohn Stephan's. 1. Elsebe heir. Gerd. v. Brune (f 1396). m. Amt in Cleve f 1417. Johann. Diedrich heir. Griet Hesseis. 1. Johann 2. Marie, Nonne. 3. Tochter N. (Mechteld?) 4. Bernt. heir. Elisabeth. , *■ -. 1. Heinrich heir. Ida v. Egeren. 2. Billi heir. Amt v. der Horst. Urkundliche Belege. Heinr. v. Hetterscheit, Kanon, in Rees, sichert 1354 dem Diedr. v. Wissel, .Bruder von Everhard, Schadloshaltung zu (Rees. St.-A). 1356 am 25. Juli beurkunden die Hyen von Wisselward, dass Diedrich, Everhard's Bruder, von seinem Bruder Amt, Kanon, in Xanten, ein Leibgewinnsgut des Clev. Grafen im neuen Feld zu Wisselward gekauft habe, womit nach dem Tode Diedrich's dessen Frau Irmgard und nach Beider Ableben ihr Sohn Wilhelm behandigt werden sollten; Ritter Diedrich v. W. und Ott v. Boetzelar siegeln mit. Am 9. Oct. 1356 finden sich Eheleute Knappe Diedrich und Irmgard mit ihrem ältesten Sohn Wilhelm ab; für Irmgard siegeln Alb. v. Blitterswick, Kanon, in Wissel, und ihre Verwandten Ritter Diedrich v. W. und Otto v. Boetzelar. 1358 Verspricht Everhard v. W., den Wessel v. Boetzelar und Wilh. Peel schadlos zu halten wegen einer Bürgschaft bei Diedr. v. 12* jgg pS fii 180 der Horst (1360 Arn. v. d. Boetzelar anstatt Wessel). 1365 am 8. Sept. (tot onser vrouwen misse, geheiten te Buedericker merct) beurkundet Wolter v. Blitterswick, dass sein Schwager Wilh. v. W. eine Ablöse gethan habe; Jordan v. W. siegelt mit. Derselbe Wolter bekommt 1367 von seinen Schwiegereltern Ritter Diedrich und Irmgard wegen seiner Frau Lisebeth, Tochter Beider, i holl. Morgen Land „dat Nyelant" in Ward bei Land Steven's von Wissel; neben Wolter siegelt sein Verwandter Sibert v. Blitterswick. 1366 am 23. Oct. bewithumbte Knappe Heinr. Rost v. Krickenbeck, Sohn von Johann, seine Frau Gertrud, Tochter von Ritter Wilh. v. Wissel (Henrichs, Gesch. v. Leuth, 204). 1368 bekommt Gertrud, Tochter von Ritter Diedrich und Irmgard v. W., vom Wisseier Propst eine Hand zu der Hufe in Appeldorn (s. S. 41). 1368 fer. 3 p. nativit. b. Joh. bapt. werden Jutta, Frau des Ritters Wilhelm v. W., und deren Kinder Everhard, Wilhelm, Otto und Sygher von Joh. v. Virnenburg, Bischof von Utrecht, als dessen seitherige Ministerialen an den Grafen von Cleve gegen Margaretha, Frau von Richard v. Calcar, und deren Kinder Gottfried, Johann, Elisabeth und Gertrud abgestanden. 1369 cedirt Ritter Diedrich v. W. vor dem Richter Gisb. v. den Eger und den Schöffen von Wisselward seinen Theil an 23 Morgen Land längs des Rienswards Sulen gegenüber, die noch nicht getheilt waren und von ihm, seinen Brüdern und Neffen verpachtet waren, an seine Tochter Gertrud, die dafür auf alles andere väterliche Erbe verzichtet; es siegeln mit Ritter Wilhelm und dessen Bruder Jordan, Neffen von Diedrich. 1370 am 18. Januar theilt Ritter Wilhelm v. W., Sohn von Ritter Evert sei. And., mit seinem Bruder Jordan das elterliche Erbe und überliess diesem den Hof zu Dornick, den Heinr. Luef baute, und das Haus up der Wengen, das Jordan bewohnte, nebst der Wade und zwei alten zehntfreien Schlägen in dem neuen Ward „butendyks". 1370 wird in dem Vergleich Wilhelm's v. W. mit dem Wisseier Stift Wilhelm's Vater Evert ein Sohn Wilhelm's genannt (s. Urk. Nr. IV). 1372 verkauft Evert Quade unter Verbürgung von Diedrich v. W., Richter in Wissel, an Joh. Zewel Roggen (Calc. Rotel). 1373 am 10. Oct. verspricht Wilhelm v. W., Sohn Ritter's Diedrich sei. And., seiner Mutter Irmgard, dass er und seine Erben von ihr nichts fordern würden. Diedrich und Irmgard hatten Jahrgedächtnisse in Wissel, ebenso Bela, Wittwe von Wilhelm v. W. 1374 am 21. Jan. leistet Sweder v. W., Helfer des jungen Burg- ■M s — BBKSSH »Sä! H 181 grafen von Odenkirchen, der Stadt Köln Urphede unter Anhängung eines Siegels mit der Legende: S. Everardi de Wischelle (Köln. St.-A.). 1375 am 18. Jan. erhält Wilhelm v. W., Ritter Diedrich's Sohn, von Amt v. den Kolk ein Schuldbekenntniss. 1375 am 14 Dec. wird Ritter Wilhelm v. W. wegen einer Geldangelegenheit und Beraubung Kölnischer Bürger belangt (Köln. St.-A.) 1376 wird Stephan's v. W. Nachlassenschaft unter dessen Kinder vertheilt: 1. Wilhelm erhält Hollenward und zahlt jährlich an seine Mutter 16 und an Wilhelm uten Harn 2 Mark, 2. Otto den alten Schlag am Deich, der nach der Sponden geht, 3. Johann und 4. Lutgard erhalten 6 Morgen gegen Grieth „up die Calflacke" stossend, Wilhelm und Johann 15 Maltersaatland in Gaedkens Feld. (Junfer Lutgard v. W. ist 1394 in Bislich begütert.) 5. Stephan und Wilhelm bekommen den Antheil ihres Vaters an Rysward, und zwar Stephan 1 h, Wilhelm 2 /3, zahlen aber an ihre Schwester 6. Nese, Klosterjunfer in Bedburg, jährlich pro rata 4 Mark (Nese noch 1413 erwähnt. Sloet, Bedb.). 7. Griete und ihre beiden Schwestern 8. und 9., Beginnen in Wesel, erhalten 10 Morgen Land zwischen den Schlägen Diedrich's v. W. und Wolter's v. Redichem, wovon Griete 4 zustehen. 10. Bernhard quittirt seinem Bruder Wilhelm am 25. Mai 1376, Johann am 6. Januar 1377. Beide bitten ihren Oheim Ritter Wilhelm v. W. und ihren Neffen Evert v. W., Sohn Wilhelm's, zu siegeln. Diedrich Pieck, der Lutgard zur Frau hatte, quittirt am 23. April 1376 und lässt Ritter Wilhelm v. W. und Wolter v. Blitterswich mitsiegeln. Graf Adolph v. Cleve, Rentmeister Ad. v. Suytkamen, Drost Lubbert v. Till und Amt v. den Vrythave, Richter in Altcalcar, bezeugen am 2. Febr. 1392 das vidimus dieses Theilungsaktes (Düsseid. St.-A. Cleve-Mark 557)^'1377 Sonntags nach Laetare sichert Evert v. W., Sohn Wilhelm's, dem Wilhelm v. W., Sohn Diedrich's, Schadloshaltung zu wegen einer Bürgschaft bei „Adolphus ons heren scriver van Cleve ind Johan Kyen". 1377 Dienstags nach Victor erhalten Wilhelm v. W., Sohn Diedrich's, und seine Söhne Diedrich und Heinrich von Ritter Rütger v. Boetzelar das Verkaufsrecht einer Jahrrente aus Mynnenberg im Gericht Labbeck. 1377 am Albinustag verspricht Knappe Amt v. W., Sohn von Ritter Diedrich, die mit seinem Bruder Wilhelm getroffene Theilung des elterlichen Nachlasses unverbrüchlich halten zu wollen; sein Onkel Ritter Wilhelm v. W. und Knappe Evert v. W., Sohn Wilhelm's, siegeln mit. 1378 OB 91 wm 182 Freitags nach Aegidius wird Johann v. W., Sohn Wilhelm's des Alten und der Aleid, die des Stifts Utrecht geborenes Dienstweib war, gegen Diedrich, Sohn von Sweder und Bela v. Sulen, vom Bischof Arnt an seinen Neffen Graf Adolph v. Cleve abgestanden (Düsseid. St.-A. Cleve-Mark 557). 1380 am 22. Oct. leistet Johann v. W. der Stadt Rees unter Verbürgung Evert's v. W., Sohnes von Wilhelm, Urphede (Rees. St.-A.). 1401 am 10. Nov. sichert Gerlach v. Vossem dem Ritter Diedr. v. Wisch Schadloshaltung zu wegen einer Bürgschaft bei Johann v. Wissel und dessen Frau Fie v. Honselar (Anholt, F. S. Arch.). Fye v. W., Nonne in S. Agnes zu Emmerich. 1387 Samstags nach Mathias verkaufen Wilhelm v. W., Bruder von Evert, und sein Sohn Evert eine Rentevon 10 Schild aus ihrem Hof im Entenbusch, einem Dienstmannsgut der Clev. Grafen, an Steph. v. den Eger; Diedrich v. W., Sohn von Wilhelm, und Wolter Schmülling siegeln mit. 1388 verkaufen Beel v. W., Wittwe von Wilhelm, und ihre Tochter Aleid an Eheleute Joh. und Jutta Culen ihr Haus nebst Garten in der Rheinstrasse zu Xanten (Xanten. Repert. II, 69). 1391 Dienstags nach Jubilate gestattet Evert v. W., Sohn von Wilhelm, seinem Neffen Diedrich v. W., Sohn von Wilhelm, den Entenbusch wieder zu erwerben. 1392 am 29. Nov. erwerben Griete v. W., Frau von Jordan, und deren Sohn Evert am Schöffengericht zu Grieth vor Richter Diedrich v. W., Sohn Diedrich's, von den Brüdern Arnt und Diedr. Winter ein Stück Land auf dem Rheinacker innerhalb des Kamps von Jordan v. W. 1392 Evert v. W., Sohn Wilhelm's, und Heinrich, 1393 Kämmerlin g Kv^t v. W., Sohn Wilhelm's, Zeuge (Calcar, Pf.-A.). 1396 am 7. Januar verkauft Elsebe, Wittwe von Gerdes v. Brune, an ihren Bruder Johann v. W. ihren Antheil am Erbtheil ihres Vaters Stephan unter Zeugenschaft Steven's v. W, Pfarrers in Dingden, und des Engelb. Monich (Düsseid. St.-A. Cleve-Mark 619). 1398 am 25. April überträgt Ritter Evert v. W. dem Grafen Adolph eine durch Ableben seines Schwagers Adolph v. Suytkamen ihm zugefallene Rente von 15 Schild aus dem Hof Clapperskule im Gericht von Wisselward, jedoch unter Vorbehalt seiner, seiner Frau Aleid und deren Mutter Druda Oesten v. Suytkamen Leibzucht daran (Düsseid. ebend.). Am 1. Sept. 1395 hatte Engelbr. v. Suytkamen auf die Nachlassenschaft seines Bruders Adolph verzichtet unter Zeugenschaft der Brüder Engelbert v. den Steenhuis und Adolph v. d. St., msZSiäsem ■■MM Wm 183 ml Scholasters in Essen (Düsseid. ebend. 586). 1399 am 3. Nov. verkaufen Knappe Otto v. Bellinghoven und seine Frau Griete, Tochter von Diedr. Pieck und Lutgard v. Wissel, an Gisbrecht Hacken eine Rente aus Hollenward (Düsseid. ebend.). 1400 am 7. Sept. verkaufen Evert v. W., Sohn Jor- dan's, Gertrud v. Wylacke und Agnes v. der Horst, Töchter von Jordan, vor dem Richter Diedrich v. Wissel in Grieth an Eheleute Heinr. und Aleid Genser die Wenge im Gericht von Grieth am Rheinacker op der Kalflacken. /1400 am 11. Nov. schiedsrichten Ritter Joh. v. Alpen, Herr zu Hönnepel, Ritter Otto v. Bellinghoven, Sohn Diedrich's, Evert v. Wissel, Sohn Wilhelm's, und Joh. v. Spellen in Sachen der Griete, Wittwe von Heinr. v. Wylacke, gegen Johann, Godart und Griete, Kinder von Godart v. Wylacke, und Otto v. Wylacke, Sohn Johann's, dahin, dass Griete zur Leibzucht die Hälfte von dem Gut zu Nennyncholt und von dem Land auf Loerward im Kirchspiel Mehr und Renen, die andere Hälfte Otto v. Wylack haben solle. 1401 Dienstags nach Blasius siegelten für Otto v. Wylack Diedrich v. Wissel zu Wissel, Evert v. W., Sohn von Jordan, und Joh. v. Ossenbruch. 1401 Sonntags nach Invocavit beurkundet Evert ut den Hamme dem Clev. Grafen, dass er keinerlei Recht mehr habe an dem Gut gegen Grieth jenseits des Rheins, woran der Bastard Diedrich v. Wissel seine Leibzucht hatte, und an dem Hof zu Wyel, den Joh. v. Wyel zur Zeit bebaue, sowie an allem andern Erbe, das sein Vater Ritter Wilh. ut den Hamme sei. And. und dessen Bruder Loef gehabt hätten; Ritter Evert v. Wissel, Diedr. v. der Keldonk und Joh. v. Eylswick siegelten mit (Düsseid. St.-A. 638). 1401 Tags vor Christi Himmelfahrt verkaufen Knappe Bernt v. Wissel und sein Sohn Steven an Eheleute Gisb. und Mechl. Hacken alles, was sie von ihren Eltern Steven und Lutgard geerbt hatten, unter dem Siegel des Richters Gerh. Ernst von Wisselward (Düsseid. ebend. 619). 1402 Mittwochs nach S. Mauritius geloben unter Zusicherung des Einlagers in Calcar Sweder v. Bocholt, der eine Heilwig zur Frau hatte, Diedr. v. Wissel, Sohn von Wilhelm, und Diedr. v. Wissel, Sohn von Diedrich, dass Elsbeen, Sweder's Tochter, sobald sie mündig sei, auf ein Stück Land in Wisselward neben Land der Wittwe Wilh. v. Wissel und auf Land in den alten Schlägen neben Evert v. W. sei. And. verzichten werde zu Gunsten von Evert Monik'und dessen Frau Lubken und zwei Kindern derselben. 1403 MÜ - ■ ■■■■■.Wi 184 werden Peter's v. Wissel Kinder in Cleve genannt. 1406 Montags nach Octav von Gereon und Victor verkaufen Lysbeth v. Wissel, Wittwe von Wilh. v. Tyegel, ihre Tochter Aleid v. T. und deren Mann Sander v. Spede und Wilh. v. Tyegel, Pfarrer in Aerssen, an den Kanon. Heinr. v. Nymegen in Kai- serswerth ihren Hof Mynnenberg in Labbeckerbruch, den 1432 Jac. Spronck, Prior der Karthäuser auf der Grave bei Wesel, von Joh. v. Nymegen, Bürger in Xanten, für 800 Rh. Gulden erwarb (Wesel, Urk. über das Karth. Kloster). 1407 am 23. April bekommt Johann v. W. von Anton Scherf Quittung üher zweijährige Zinsen eines Kapitals. 1410 Sonntag Remimscere beurkunden Eheleute Herrn, und Griete v. Wydenvelt, das Gut zu Goer bei Neuss, Lehen vom Kölner Domdechanten, das ihnen nach dem Tod ihres Neffen Heinrich v. Wissel, Sohnes von Wilhelm, zugefallen sei, an Gisb. Hacken verkauft zu haben (Düsseid. St.-A. 619). 1413 Freitags nach Pauli Bekehrung beurkundet Knappe Bernt v. W. dasselbe. 1413 am 5. Febr. verkaufen Bernt v. W. und seine Schwester Agnes, Klosterjungfrau in Bedburg, ihr Erbe in Wisselward an Gisb. Hacken; Gerlach v. Vossem und Amt v. Alpen siegeln mit als Mannen vom Lehen. Am 29. Nov. 1414 beurkunden der Richter Amt Schoelmeister und die Schöffen von Wisselward den Verzicht Steven's, des Sohnes von Bernt sei. And. (Düsseid. ebend. 502). 1413 am 18. Febr. dotirt Ritter Everhard v. W., Sohn von Wilhelm, den Luthardus-Altar (s. Seite 17). 1416 Donnerstags nach Mariae Geburt verkauft Diedr. Brant vor Richter Amt v. d. Vrythoff und Amt die Wrede und Dirk v. der Heyden, Schöffen in Wisselward, an Evert v. W. genannt Monik und dessen Frau Lubbrecht die Hälfte eines Kamps. Arnt v. W. f 1417 in Cleve; ihm folgt in den Rechnungen sein Sohn Johann. 1419 Donnerstags nach Ostern verkauft Nesa v. W., Wittwe von Jac. v. der Horst, vor Richter Bruyn v. Ryswick in der Hetter unter Assistenz ihres Vormundes Otto v. Buren zu Aerssen an ihren Neffen Joh. v. Wilack ihren Antheil an dem Hof zu Domick. 1419 und 1430 Diedrichv. W., Sohn Steven's, Richter in Mehr und Renen. 1421 am 16. Mai gibt Everhard v. W. gt. Monik aus Grieth in der Kirche zu Nieder- elten in Gegenwart der Ritter Wilh. v. Rees und Joh. v. Assewyn und der Knappen Otto v. Buren-Aerssen und Diedr. v. Kell dem erstgenannten Ritter 300 Goldgulden zur Aushändigung an Heinr. den Wysen und Gerh. Eykelman (Lib. quond. not.). 1429 bis 1439 pachtet Diedrich v, W. vom Xantener Stift die Zehnten ■Hk m» mm ii' iib ■■ 185 in Hamminkeln. 1431 Freitags nach Reminiscere überträgt E verh. v. W. zu Wisselward an den Herzogl. Rentmeister Heinr Nyen- huys, Kanon, in Xanten, in Behuf Johann's Pelen und dessen Frau Aleid, einer Tochter Everhard's, 2 /a Rente von 11 Morgen Land Erbzinsgut des Clev. Hauses, das Adam v. Niel hatte, unter Vorbehalt der Leibzucht für sich, seine Frau Lubbrecht und Beider Sohn Claes. 1433 cedirten die Eltern nebst ihren Söhnen Evert u. Claes dieselbe an Joh. Pelen. 1431 Mitte Juli verhandeln Amt, Daem und Heinr. v. Niel und Diedrich v. Wissel. Amt v. Niel und Diedrich v. Wissel nennen Heinrich v. Niel ibren Bruder (Calcar. Pf.-A.). Johann v. Wissel, 1416 Pfarrer von Grieth, 1419 Kanon, in Rees, 1423 Pfarrer von Keeken, Vikar in Beugen, Pfarrer von Bonn, 1433 Pfarrer von Brienen, Günstling der Herzogin Elisabeth von Bayern (Schölten, Gesch. Nachr. über Brienen, 34—36). Stina v. Wischeld (?) heirathet 1439 nach Fahne Boch. Taf. II den Wasmoet v. Schevick. 1431 cedirt der Fürstl. Rentmeister und Kanon. Heinr. Dubbel an seine Nichte Griete Hesseis, Tochter Heinrich's, und deren Mann Diedr. v. Wissel einen Hof auf Hau (Schölten, Cleve 251 u. 267). Diedrich und Griete wohnten in Cleve an der Hagschen Strasse in einer Behausung, die 1567 Propst und Kanzler Joh. Louvermann erwarb (jetzt Wilh. Mertens). Diedrich bis 1478 fast stets unter den Clev. Schöffen; 1479 verpachtet das Wisseier Stift an ihn und seine Frau wegen ihrer Verdienste um die Stiftskirche 12 Morgen Land in Hasselt. 1488 Montags nach Agnes verkauft Griete als Wittwe mit ihrem Sohn Johann Land in Uedemerbruch an Kloster Marienbaum; eine Tochter Maria wurde 1460 Nonne in Calcar, eine andere gab eine Rente an die Kirche zu Drevenack bei Wesel. Der Sohn Johann heirathet eine Elisabeth, war von 1486 — 1520 Schöffe in Cleve, wo er starb und bei seinen Eltern in der Stiftskirche begraben wurde. Beide hinterliessen 1. einen Sohn Heinrich, 1486 Richter in Wisselward, der Idken oder Ida v. Egeren, Tochter von Egert v. Egeren und Elisab. v. Holthusen, Erbin zu Kolck, heirathete, die nach dem Tode Heinrich's an Steph. v. Hertefeld, t 1562, verheirathet wurde; 2. Billi, die Arnt v. der Horst, Sohn Gossens und der Margar. v. der Eeken, bekam Beide 1487 mit dem Dienstmannsgut Roderholt auf Emmericher Eiland belehnt (Turk, Priv. f. 46). Das Testament Elisabeth's von Wissel, der Mutter Billi's, führt als Kinder der Letzteren auf: 1. Gossen, 2. Christoffel, 3. Johann, 4. Griete, 5. Marie, 6. Elisa- 186 beth. — Bernt v. W. 1475 — 1490 Schöffe in Cleve. Irmgard, Äbtissin in Neuss. Am 5. Mai 1439 ersucht Margaretha, Wittwe von Heinr. v. Wissel, Bruder Diedrich's, die Wisseier Kanoniker Arn. v. den Berge und Friedr. v. den Dam notarielle Aussage über ein Factum im December des Jahres 1432 zu thun. Beide de- poniren, dass sie in Heinrich's Haus von Wissel entboten seien, um ihn mit den Sterbesakramenten zu versehen. Bei der Gelegenheit habe Heinrich es beklagt, dass er seine Frau Margaretha nicht bewithumbt habe, und seinen Bruder Diedrich ersucht, dafür zu sorgen, dass die Mutter jährlich 20 Arnh. Gulden und das Triftrecht für eine Kuh, alles Uebrige aber seine Frau bekomme, deren Gut er theilweise missbraurht habe. Diedrich erklärte sich bereit, falls Margaretha die Kinder Heinrich's „festen und rechtigen würde" an ihren Hof zu Weeze, was Margaretha versprach. Zum Schluss bat Heinrich, dass man seinen zwei Bastardkindern 11 Rhein. Gulden geben möchte (Lib. quond. not.). Bastard Johann v. Wissel war 1425 in Rees ansessig. Eine Hilla v. Wissel war an den Notar Wilh., Ysenbrand aus Cleve verheirathet; in seiner Sammlung befindet sich auf einem losen, schwer zu entziffernden Zettel der Entwurf zu einer Auseinandersetzung zwischen ihm, seiner Frau Hilla de Wischel und seinen Kindern rücksichtlich der Legate, welche der Kanon. Friedr. v. Oirtlecke in Bonn einer gewissen Metza schuldig war (s. Seite 6). Heinr. v. Wissel, Propst, Diedr. v. W., 1441 und 1445 Propst in Wissel (s. Seite 46). 1455 vergibt Elb. v. Alpen die Leibzucht an seine Güter in Sonsbeck, wovon Diedr. v. Wissel einen Theil hatte (Hönn. Pf.-A.). 1453 am 20. Nov. verkauft Claes v. W. vor Richter Gadert Hertoch und Schöffen Herrn. Rubert und Joh. Klappers- kule in Wisselward an Joh. Pelen Renten aus des Marschalls Kämpen an der Sponden neben dem Kirchhofskamp. 1463 resignirt Lamb. v. Langenhaven zu Gunsten Diedrich's v. W. auf seine Kanonikalpräbende in Cleve; in derselben Zeit hatte daselbst Richard v. W. eine Präbende. 1469 resignirt Frater Gerh. v. Wissel auf die Pfarrstelle in Walsum (Niederrh. Ge- schichtsfr. 1883, 167). 1480 verkauft Derick Monick (f 1488) einen Erbzins in Calcar. 1487 fungirt Evert Monick als Notar in Calcar (Calcar. St.-A.). Hillecken v. Wissel, Tochter Heinrich's, heirathet Conr. v. Singendonk 1494; Beide 1527 behandigt an einem Ward zwischen Wissel und Grieth. Heinr. v. Wissel heirathet Hillecken v. der Keldonk, wohl eine ■ÜB . ESRIB&B 187 Tochter von Margaretha; 1559 am 2. Sept. werden Beide mit dem genannten Ward behandigt. Heinrich hatte um Fastnacht 1535 Personen, die in Rees vor dem Kreuz auf dem Kirchhof für die armen Seelen beteten, mit den Worten: „Woe sitten die aide wyven ind beden die Affgode aan" verspottet. Dafür musste er drei Wochen lang in der Doerenkast am Dellthor büssen und wurde dann noch vom Herzog für drei Tage bei Wasser und Brod verurtheilt. Er wurde nach gethanener Or- phede vor Drost Heinr. v. Wylick und Richter Steph. v. Wyten- horst entlassen. „Dese Henrick v. Wisschel, heisst es am Schluss des Protokolls, was ein dullart; ter gedechtnisse (Rees. St.-A.). 1580 am 9. Jan. erhält Beider Tochter Johanna die üand der verstorbenen Mutter. Allard v. Wissel 1550 Raths- herr in Cleve. Engelbert v. Wissel heirathet Melchior v. Wyenhorst, Johann, Beider Sohn 1581. Dieser Engelbert zu Haus Caen wurde Drost in Geldern, ernannte 1578 einen gewissen Qaspar zum Prädikanten in der Stadt Geldern und führte die neue Lehre auch im Amt Geldern gewaltsam ein (Nettesheim, Geldern, 296, 299 und 324). Hillecken v. Wissel, Tochter Heinrich's, heirathet einen Momm; am 23. October 1601 bekommt sie als Wittwe unter Zuthun Heinrich's v. Haegh, Bürgermeisters in Grieth, für ihre Tochter Johanna Momm die erste Hand an den erwähnten Ward, die zweite erhielt Bernh. v. Haegh, Sohn des genannten Heinrich. Otto Momm, eine Schwester Johanna's, wird an Heinr. in gen Gadem verheirathet (Düsseid. St.-A. u. Turk). Die Herren yon Eyl. Das Haus Eyl, ursprünglich Merlhusen genannt, in der Gemeinde Huisberden war eine stattliche, durch Gräben und Wälle stark befestigte Burg. Eine Abbildung von 1746 bringt „Het verheerl. Kleefschland". Durch Heirath der v. Eyl kam es an die v. Alpen und durch diese an die v. Bronckhorst-Batenburg, Herren zu Gronsfeld, Hönnepel und Rimberg. Vom Hause besteht nur noch ein Theil der Vorburg. Gegenwärtiger Besitzer Theod. Baumann. Die v. Eyl bildeten ein äusserst verzweigtes Geschlecht und führten mit den v. Dodenberg, v. Hoen, v. Langenfeld, v. Pel- lant, v. Wachtendonck eine Gleve im Schild. Nach dem Nekrolog des Münsterstifts in Roermond (Fahne, PS* 188 Bocholtz I, 144 u. ff.) war im 13. Jahrhundert Elbert v. Eyl (ungewiss, ob Vater oder Sohn) verheirathet mit Margaretha v. Ueft (v. Ulft), Tochter von Heinrich und einer Spee. Kinder Beider: 1. Margaretha, 2. Christina, Beide Stiftsdamen in Roermond, 3. Heinrich, verheirathet mit Odilia v. den Steenhuis, Tochter von Gottfried und Judith v. Beren- bruch, 4. Johann, heirathete eine Hille und war wahrscheinlich Vater des Kanonikers Johann in Wisset (f 14-28) s. S. 72. Johann wohnte im späteren Bylant'schen Haus am Cava- rinerthor zu Cleve. Hier waren zwischen 1305 und 13B0 aucli ansessig die im Heberegister genannten Diedrich, Elbert und Wolter. Diedrich und Wolter treten 1317 als Clevische Ministerialen auf (Xant. Rep. II, 11). Wolter, 1338 Knappe, zeugt 1329 und 1344. Elbert, 1332 Ritter und Rath des Grafen von Cleve, Bruder von Johann, heirathete Jutta, Erbtochter von Merlhusen, und starb am 13. December 1353. Kinder Beider: 1. Diedrich, der am 5. Febr. 1363 mit seiner Mutter Jutta für das Stift in Emmerich einen Revers über die von diesem gepachtete Fischerei zwischen Dornbusch und Gemunde ausstellt, mit Haus Eyl, 1369 mit Kivitsward und 1377 mit Selem belehnt wurde (Emmer. Urk. und Turk f. 43 2 ). Von Diedrich's Töchtern wurde Jutta Nonne in Bedburg, und Margaretha an Arn. v. Alpen, Herrn von Hönnepel, verheirathet. Vielleicht war auch Odilia eine Tochter von ihm; denn am 25. Juni 1368 schuldete die Stadt Köln Jutta und Odilia, Schwestern v. Eyl, eine Rente von 30 Mark (Köln, St.-A. Urk. 2533). 2. Hermann, der nach Diedrich 1386 mit Eyl belehnt wurde. 1378 war beiden Brüdern Ritter Diedrich und Knappe Hermann der gräfliche Zehnte auf dem Hau verpfändet (Schölten, Cleve 237). H. führte in dem Geldern'schen Erbfolgekrieg das Clevische Heer an, versöhnte sich mit dem Herzog Wilhelm von Geldern und kam an dessen Hof (Berchem, de nob. prineip. 117). Sander, Sohn von Diedrich, verkauft 1394 mit seiner Frau Hedwig Balderich deren Mitgift, nämlich den Hof ten Plancken in Menselen an das Stift in Xanten (Xant. Rep. II, 772). Sander, Sohn von Sander, zu Berendonck sichert 1467 dem Heinr. v. Honseler für eine bei Joh. v. Boedberg gethanene Bürgschaft Schadloshaltung zu (Arch. v. Haus Wissen). Einer von diesen Sander hatte eine Bela zur Frau und eine Tochter Druda im Kloster Bedburg (Sloet, Bedburg). Diedrich, Sohn von Gadert oder Gottfried, behandigt 1379 Yve v. Wickrade und Conigonde v. Mirle, Nonnen in IHM » M_f|gjK| wm 189 Graefenthal, mit seinem Erbzinsgut — Lullingmansgut — in Walbeck; ebenso 1383, wobei ein Peter v. Eyl als Schöffe in Walbeck fungirt (Graefenth. Urk.). Wolter v. Eyl, seine Frau Elske und Beider Sohn Johann werden 1391 vom Xantener Stift bei Weeze behandigt; ein zweiter Sohn Sander fungirt 1422 als Gerichtsmann in Weeze (s. S. 120). 1393 Donnerstags nach Ostern stiften die Geschwister Sander, Emont, Alferna und Breese v. E., Kinder von Wolter, zwei Jahrgedächtnisse für ihre Eltern in der Kirche zu Issum. 1403 gibt Graf Friedrich III. von Moers den Eheleuten Emont und Margaretha v. Eyl für geleistete Dienste die ganze Leibzucht an Schloss und Herrlichkeit Issum. Beide vermachten 1414 der Kirche in Issum eine bedeutende Rente aus einem Gut in der Hontschaft Sevelen (Issum, K.-A.). Gudchen, Enkelin von Hermann, heirathete 1. Joh. v. Bruchhusen, 2. Joh. Vleck v. Caldenbruch (Turk f. 43 2 ). Sie scheint Kivitsward gehabt zu haben, woraus der Kanoniker Joh. v. Loet seine Jahrgedächtnisse in Emmerich fundirte (s. S. 65; de uno prato up Kivitswerde et habet nunc domicella de Bruchhusen). Rütger streckte 1405 dem Ritter Joh. v. Alpen, Herrn zu Hönnepel, 300 Schild vor. Elbert 1389 als Sohn von Evert? (Elbert) bezeugt, 1397 Küchenmeister, 1401 —1406 Zeuge des Herzogs von Geldern (Niehoff III, 259 u. Goch. Cop. f. 25 2 ), erwirbt 1406 am 10. Oct. als Sohn von Elbert von Graf Adolph von Cleve das Gut up ter Boickholt im Gericht von Capellen, sowie Loef v. Yshem es vom Vorgänger des Grafen erworben hatte, und ausserdem die Belehnung mit einer Rente von 10 Mark aus demselben Gut, die der Graf von Gert v. Yshem abgelöst hatte (Anholt). Elbert, Sohn von Elbert sei. Andenkens, sichert Montags nach Invocavit 1456 dem Ritter Wilh. v. Goer, Herrn zu Vroenbroick, Schadloshaltung für eine Bürgschaft von 952 Rh. Gulden bei den Eheleuten Joh. v. Bellinghoven und Aleide v. Eyl zu. Elbert v. Eyl, Sweder Balderich und Amt v. Pellant schulden am 12. Nov. 1466 dem Haeck v. Honseler 325 Rh. Gulden. Samstags nach Agatha 1472 quittirt Ritter Elbert am Schöffengericht zu Geldern dem Wessel v. Loe eine Forderung, die er an Luef v. Berenbruch, Vater der Elisabeth, Frau von Wessel v. Loe, hatte (Anholt und Wissen). Stina v. Eyl, Tochter von Sibrecht, wird am 24, Aug, 190 1447 von ihrem Mann Joh. v. Loe, Drost in Liemers, Sohn von Wessel und Eisken, mit den Gütern in Liemers, im Amt Emmerich und mit dem Schloss zu Sevenaer bewithumbt. Ritter Elbert war mit Margaretha Fytze verheirathet, Beider Tochter Adriane an Adrian v. Boedberg. Agnes v. Eyl war 1414 an Maes v. Bruchhusen verehelicht (Grafenth. Urk.). Tilman und Bernhard v. Eyl neben Elbert 1418 unter der Geldern'schen Ritterschaft. Tilman will 1453 den Ritter Wilh. v. Goer schadlos halten wegen Bürgschaft bei Joh. v. Yelt, Bürger in Orsoy. Johann, Sohn von Tilman, beurkundet am 13. Dec. 1486, dass er mit Aleid v. Alpen-Baten- burg sich dahin verglichen habe, dass diese ihm 600 Rh. Gulden zahle, wovon sie 100 an Heinr. v. Wyenhorst entrichten solle. Johann heirathete Bartholde Grouwels und hinterliess einen Sohn Gerhard, der am 8. Mai 1537 von Herzog Karl v. Geldern mit Grouwels- oder Swaellenborch's Gut im Kirchspiel Sulen, das ihm von seiner Mutter zugefallen war, nach Zutphen'schem Recht belehnt wurde (Anholt). Bernhard v. Eyl zu Gastendonck (1418) hatte einen Sohn Johann, der Agnes v. Dript heirathete. Am 4. März 1476 quittirt Bernh. v. Münster dem Heinr. v. Honseler, Herrn zu Vedeler, Bevollmächtigten der Frau Agnes, Wittwe von Joh. v. Eyl, Ritter Bernhard's Sohn, 23 Rh. Gulden (Wissen). Als Kinder von Ritter Johann finden sich im Nekrolog von Roermond: 1, Agnes, Nonne in Roermond. 2. Maria, Nonne in Marienbaum. 3. Eva, Nonne in Bedburg. 4 Theoderica, Nonne in Keyzersbosch. 5. Diedrich. 6. Bernhard. 7. Johann. Davon heirathete Diedrich Jutta v. Lembeck, später Frau von Joh. v. Alpen, Herrn zu Hönnepel; Bernhard, der 1479 bei Hoemen fiel, Otto v. Hoevelich, Beider Tochter Anna den Rütger v. Diepenbruch, die am 31. August 1537 als Wittwe vom Reeser Stift für sich und ihre Töchter Jost und Hilleken drei Hände an Altenhof in Anholt erhielt (Rees. Pf.-A.); Johann die Maria v. Bruchhusen; am 13. October 1570 wurde für ihren unmündigen Sohn Sibert der Vormund Wilh. v. Bruchhusen mit der Burg Baerle im Land von Kessel belehnt, die Leibzucht jedoch seiner Mutter Maria vorbehalten (unter den Lehnsmannen Wynold v. Bruchhusen). Mathias v. Eyl 1439 Mitglied des Ordens der Eremiten S. Augustini und Testamentsexekutor des Pfarrers Joh. v. der Waden in Niedermörmter (Lib. quond. notar.). mm 191 Johann v. Eyl, Vikar in Hönnepel und Pfarrer in Hemmerden 1439 und 1464, hatte eine Tochter Aleid und einen Sohn Diedrich (Xant. Behand.). 1456 am 18. Juli trug Joh. v. Alpen alle Renten der S. Johannes ev. und S. Katharinen-Vikarie in Hönnepel, die er als Exekutor seines Oheims Elbert v. A. gestiftet hatte, an Joh. v. Eyl, Priester und Offizianten der Vikarie, auf. Dienstags nach Martin 1456 bezeugt Johann als Pfarrer von Hemmerden, dass er 1439 mit Gadert Mynsch aus Goch, Pfarrer in Hönnepel, eins geworden sei, dessen Stelle vier Jahre lang für den Bezug der Schraepzehnten in Niedermörmter wahrzunehmen (Hönnepel, Pf.-A.). Lysken v. Eyl und ihre Kinder Diedrich und Stina waren 1453 wachszinspflichtig an die Kirche in Rees. Diedrich wohnte 1469 in der Nähe des Hospitals daselbst und verkaufte am 25. Juni 1474 aus seiner Behausung an der Stadtmauer eine Rente. Ritter und Erbkämmerer Mathias, der 1468 bei Straelen fiel und wahrscheinlich eine Schwester des Adrian v. Bruch- husen zur Frau hatte, war ein Bruder des Jubilarkanonikers Johann in Xanten, der 1483 testirte. Freitags nach Johannis Enthauptung 1452 quittiren Margaretha v. den Gruythuys, Frau zu Hagenbosch, und sämmtliche Klosterjunfern den Eheleuten Wolter v. den Gruythuys und Aleid Graisdorp alle Schulden, die diese bei Margaretha hatten, und vergleichen sich durch Vermittlung des Joh. v. Eyl, Kanon, in Xanten, und „Thys v. Eyl ritter, gebrudere", über alles bis auf die Erbzinsen, die durch Wolter's verstorbene Eltern an das Kloster gekommen waren (Anholt). Söhne von Mathias: 1. Johann, 2. Sibert, und wahrscheinlich 3. Mathias und Allard (Schölten, Cleve 376). Johann heir. Eljsabeth v. Goer (f 1528). Vergl. Gesch. der Farn. Schenk v. Nyd. 203—205 und Fahne, Necrol., worin noch Elis. v. Ghoir, Mutter der Subpriorin Anna, t 1528, und als Geschwister der Letzteren aufgeführt sind: Elbert, Agnes, verheir. an Bernh. v. Huchtenbroick, und Lucia an v. Rynen; ausserdem sind dort genannt: Henr. Rover und seine Frau Loeff v. Eyl. Allard heir. Marie, Tochter des Bastards Joh. v. Cleve gen. Blankenstein und der Marg. v. Appeldorn, stiftete die S. Johannis-Gilde in Donsbrüggen, wo er Pfiingstmittwoch 1532 starb (Schölten, Cleve 359). Amt heir. Aleid v. Pellen, die 1610 den Franz Vell zum Manne hatte (Steph. Vell 1483 in Anholter Urk. erwähnt). 192 Von den Kindern Arnt's wurde 1. Katharina Stiftsdame'in Bedburg, wo sie 1525 ausgewiesen wurde, 2. Wilhelm und 3. Vincentia mit Land bei Wetten behandigt. In Stift Bedburg waren noch: Justina 1348 Subpriorin, Eva, Nichte von Katharina und von Bastard Wilh. v. Eyl gen. Varendorp, 1478, f 1522, Ailke und Guda 1450. Sibert, Sohn von Wilhelm (f 1392) und der Christine v. Kessel, 1440 mit Lauersfort belehnt 1475 vermacht Stina v. Delft (Ulft?) Lauersfort an ihren Neffen Elbert v. Eyl zur Bezahlung ihrer Schulden (unter den Exekutoren Kanon. Joh. v. Eyl); Stina war demnach wohl die Frau von Sibert. 1488 wurde Wilhelm, Sohn von Sibert, 1492 dessen Sohn Sibert mit Lauersfort belehnt. 1544 wurde Sibert vom Stift Xanten mit einer Käthe in Lüttingen behandigt (Xanten, Rep. 11, Schölten, Cleve 376). Agnes, Tochter von Sibert und der Sandera v. Tingnagel, heir. Ludw. v. Bernsau, Sohn von Wilhelm und Marg. v. Lutzenrath. Hermann v. Eyl, Mönch in Hamborn 1460 (s. S. 118). Vincenz, Dr. jur., Kanon, in Cranenburg, wo er 1467 für drei Jahre Studiums halber von der Residenz entbunden wurde; er erhielt 148') die Präbende des Joh. v. Eyl in Xanten und war zugleich Propst in Oldensaal; er starb am 23. April 1497. Jordan, 1469 und 73 Schultheiss zu Issum, siegelt mit der üleve (Anholt). Derick 1505 Richter in Liemers. Mathias 1517 Kanon, in Cranenburg. Margaretha, Nonne in Marienbaum, f 1533 (Marienvrede, Memorien). Johann um 1520 bei Cranenburg begütert. 1517 verschreibt Diedr. ten Walde dem Johann v. Eyl eine Rente aus einem Hause in der Hospitalstrasse zu Emmerich, die des Letzteren Wittwe an Vikar Jaspar Raphael, Schulrektor, für die Beleuchtung des h. Kreuzes in der Münsterkirche daselbst verkauft. Ein Johann von 1554 au bei Cranenburg begütert. Sibert, Kanon, in Xanten, resign. 6. Oct. 1571 u. heirathete. Junker Thies 1542—71. Junker Allard 1571 in Keeken gestorben. Anna 1573 Stiftsdame in Neuss. Elisabeth v. Eyl, Wittwe von Engelbert Drost aus Münster, bis zum 30. August 1585 Kanon, in Xanten, beauf- "-■''"'. ira&äiSää« §■^■1 193 tragt am 10. Mai 1632 den Küster Herrn, to Pütt in Kervendonk, das Gut Overfeld in ihrem und ihrer Töchter Katharina und Anna Christina Namen an den Herrn von Wissen zu übertragen, im Beisein ihres Sohnes Allard Drost, Kanon, in Xanten und Cranenburg, der zugleich für seinen abwesenden Bruder Johann Franz sich verbürgt (Marienb. Copiar. im Landgericht zu Cleve). Gerhard v. Eyl 1680 Vikar S. Johannis in Rees. Die Herren von Ossenbrnch. Ossenbruch, ehemal. Ritlersitz im Amt Cleverham, Gemeinde Till, in der Nähe des Westrheins. Abbildung des Schlosses in ,,Het verheerl. Kleefschland". Das Schloss war ein Mannlehen; zu demselben gehörten die nahe gelegene noch vorhandene Mühle, welche die v. Ossenbruch 1350 vom Grafen Johann zum Geschenk erhielten und 1720 an die Clevische Regierung verkauften, und die Höfe in Nedenoy bei Cleve und in Nyenhove (Ludinchove). Die v. Ossenbruch siegelten, wie die v. Till, mit einem Ochsenkopf en face. 1282 bezeugt Ritter Genekin v. Ossenbruch den Ankauf der Mühle bei Weeze durch das Kloster Grefenthal. Luze und Daniel und des Letzteren Söhne Johann und Diedrich kommen 1316 im Heberegister (f. 11) vor; ausser diesen Beiden hatte Daniel einen Sohn Genekin, der Kanoniker in Xanten wurde. 1316 bezeugt Ritter Daniel einen Verkauf in Till durch den Knappen Arn. v. Nuwenhove an Ritter Jord. v. Mo- nement (Anholt). 1318 zeugen Daniel und Lucillus oder Luze (Fahne, Boch. II, 39); 1343 Ritter Johanu und sein Enkel Heinr. Spechamer; 1361 schiedsrichten Johann v. 0. und Ritter Wolt. v. Bornick mit Graf Johann v. Cleve zwischen Stadt Calcar und Ritter Rütg. v. Boezelaer wegen der Gemeindeweide zwischen Calcar und Hanselaer (Calc. St -A.); 1365 gelobt Luze nach Calcar zu kommen, um Gerh. Rovers von einer Bürgschaft zu befreien (Calc. Rotel); 1373 geben die Brüder Genekin, Kanon, in Xanten, und Johann, sowie dessen Sohn Gerhard Land in Odengeist im Kirchspiel Birten, womit sie 1362 und vor ihnen ihr Vater Daniel behandigt worden waren, an das Xantener Stift zurück (Xant. Rep. I, 516, 593, 594 und Behandigungsbücher). Sweder, jedenfalls Sohn von Luze, tritt 1360 als Knappe 13 msm m 194 in Huisberden und 1383 in Qualburg auf, wo uns 1382 Luze und Heilwig als Kinder desselben begegnen (Schölten, Cleve 263). 1391 am 24 Februar versprechen Luze und Belie (eine Wohlthäterin der Kirche in Cranenburg), dem Diedr. v. Wisch für gethanene Bürgschaft Schadloshaltung (Anholt). Stephan, von 1355—64 wiederholt Schöffe in Cleve, hatte mit einer Sweneldis v. 0. ein Jahrgedächtniss in Cleve. Als Söhne von Gerhard kommen Johann und Gerhard auf dem Ritterzettel von 1418 vor. Johann, der die zweite Tochter von Thom. v. Bellinghoven und Elis. v. Oy hei- rathete (Schölten, Cleve 326 und 364), versöhnte sich 1397 mit der Stadt Köln wegen seiner Fehde für Arnold v. Hoemen (Köln. St.-A. A. III, 127). Gerhard heirathete 1. Marie v. Nyenhoven, womit er 1406 einen Sohn Gerhard hatte (Schölten, 188 und 190), und 2. Aleid v. Suytkamen, Wittwe von Ritter Evort v. Wissel. Auch der Wisseier Kanoniker Daniel ist ein Sohn von Gerhard (siehe Seite 78). 1450 geloben Gerhard, Sohn von Gerhard, und Reinold v. Rees dem Ludolph v. Schonenvelt-Graesdorp Schadloshaltung für geleistete Bürgschaft, und 1462 lässt Junker Gerhard den Gerichtsboten in Qualburg vernehmen, ob er nicht gesagt habe, dass Ludolph den Junker aufhängen wolle, wo er ihn nur fassen würde (Anholt). Ein Gerhard, wahrscheinlich der Vater, berentete in Wissel das Fest der h. Helena. Adolph, Kanon, in Cleve und Pfarrer in Rindern, f 1426, und Johann, um dieselbe Zeit Kanon, in Xanten, und Mech- teld, die 1421 ein Jahrgedächtniss in Cleve stiftete, waren wohl Kinder des Clevischen Schöffen Stephan. Dem Bastard Gerhard gestattete 1446 Diedr. v. Bronck- horst-Batenburg zu Anholt, Gronsfeld und Rimberg, dass er an Eheleute Friedrich und Reckssen v. Erde eine Erbrente aus der Hoeckenhorst in der Herrschaft Anholt verkaufte (Anholt). Das Huether Archiv im St.-A. zu Düsseldorf liefert für die Genealogie der v. Ossenbruch folgende Beiträge: Gerhard hatte 4 Kinder: I. Stina, verheirathet an Werner Esel, Schöffen und Richter in Cleve und Umgegend (s. S. 74). II. Aleid, verheirathet an einen v. Wylich; Otto, Beider Sohn. III. Gottschech oder Gottschalk (f 1441) heir. Heidwich v. Walhusen. Am 22. Sept. 1441 übergibt Hadewich Oess v. Walhusen, Wittwe von Gottsch. v. Ossenbruch, 1 ■ ■••■• flHk mann mmms^^mmmgmm 195 an Aleide v. Ossenbruch und deren Sohn Otto v. Wylich die Hälfte ihrer Güter in Linn. IV. Johann (f 1449) heirathet Elisabeth v. Witenhorst (t 1458). Kinder Beider: 1. Aleid, 2. Margaretha (Sloet hat Katharina), Beide Nonnen in Bedburg. 3. Gerhard, der mit Ida v. Büren 3 Söhne: a. Johann, b. Gerhard, c. Hermann hatte und bei der Theilung mit seinem Bruder Heinrich Tags nach S. Katharina 1449 Schloss und Mühle Ossenbruch erhielt. Seine drei Söhne theilten am 20. Sept. 1484 den väterlichen Nachlass, wobei Johann Ossenbruch und alle Güter in Till, Qualburg, Nedenoy, Warbeyen und Huisberden, Gerhard den Zehnten in Anholt und Nenninkholt, in Mehr und Haffensloe und nach dem Tod der Mutter die Güter in Grietherbusch, Hermann die Sende zu Etwick bei Nymegen erhielt. Hermann heir. Aleid Hellinck und erhielt durch Verzichtleistung des Wilh. v. Lintelo, der eine Tochter von Arn. v. Buzelaer zur Frau hatte, Freitags nach Pauli Bekehrung 1523 die Belehnung mit ter Horst bei Calcar (Turk, Privil. f. 50 u. Lehnsbuch im St.-A. zu Düsseldorf), das er jedoch an Eheleute Sander v. Ulft und Bartrud v. Bergel cedirte, während Johann in demselben Jahr Freitags nach Invocavit mit Ossenbruch belehnt wurde, wo ihm 1529 Sonntags nach S. Vitus sein Sohn Heinrich folgte. Heinrich starb bereits 1532, und es erhielt sein Bruder Neveling, der Anna v. Grietzam heirathete, Freitags nach Reminiscere die Belehnung und in demselben Jahre die Erlaub- niss, seine Frau damit zu bewithumben und 1400 Goldgulden zu 5 °/o daraus zu verschreiben. Neveling begab sich ins Ausland (Neveling uytlendich bestaidt. Turk auf dem Ritterzettel von 1536.), nachdem er seinem Bruder Vincenz Ossenbruch abgetreten, der am 12. Februar 1533 die Belehnung erhielt (Düsseldorf, St.-A. Lehnsbücher). 4. Heinrich, in Emmerich sesshaft; er hatte mit einer Elisabeth eine Tochter Elisabeth, die an Lubbert v. Till verheirathet wurde, und einen Sohn Everhard (1513 und 1517 Schöffe in Emmerich), der eine Johanna (Meinhertz?) heirathete und 1508 von Kurköln mit dem Hof Nyenhoven belehnt wurde. 1525 am 30. Mai trug Everhard in Vrasselt ein Lehnsgut von Anholt an den Herzog von Geldern auf (Anholt). Von den Kindern Everhard's mit Johanna vertauschte a) Heinrich 1536 mit Hermann v Ossenbruch Ländereien und starb ohne Leibeserben, traten b) Anna und c) Margaretha in den grossen Convent zu Em- 13* WT MMM. m m 196 merich, und heirathete d) Gerberich (f 1568) den Johann v. Wylich (f 1545) im Jahre 1524 1541 wurde Vincenz v. 0. für seinen unmündigen Neffen Everh. v. Wylich von Kurköln und von Anholt im Ceisein des Adolph und Rudolph von Meverden belehnt. Ich finde noch Johann v. 0., 1460 und 1480 Mönch in Hamborn, Aleid, 1500 Nonne in Snoek's Haus zu Calcar, die Geschwister Hermann, Wolter und Elisabeth 1521 sess- haft in der Kirchstrasse zu Cleve, Vincenz 1531 Pfarrer in Till (s. S. 103), Mechteld, Frau von Marschall Diedr. v. der Recke, Drost in Unna, 1558, Junker Diedrich 1562, Johann, Sohn des Haushofmeisters Johann, Amtmann zu Grevenbruch und Gladbach, Gemahl der Johanna Elis. v. Linden, am 28. Juli 1598 belehnt, und dessen Sohn Johann, der am 11. Juni 1633 die Belehnung erhielt, Joseph, 1582 Vikar in Hamminkeln, Johann von und zu 0. 1665, Wolfgang Wilhelm von und zu 0. 1676 am 16. April Pathe in Cleve. Ein von Ossenbruch war 1816 —1821 Thorwärter in Emmerich. Sein älterer Bruder Friedrich Ferdinand lebte in Till in selbstverschuldeter Armuth, von seiner Frau Lucia Friederica Pollmann aus Cranenburg geschieden. Die Herren von Witenhorst-Sonsfeld. Sonsfeld, ein allodialer RilLersilz im ehemal. Amt Aspel, wovon die v. Witenhorst zum Landtag erschienen. Die Civil- und Criminaljurisdiktion wurde am 26. Oct. 1647 dem Geheim- rath Herrn, v. Witenhorst gegen Erlegung von 3000 Rchthlr. als unsterbliches, untheilbares und dem Haus Sonsfeld annexes Erblehen, wobei die Söhne den Töchtern zu präferiren seien, für 30 Goldgiüden Hergeweide übertragen und am 30. März 1707 auf Anhalten von Freiherrn Friedr. Wilh. v. W., General- Lieutenant, Kammerherrn, Drost in Huissen, Liemers und Emmerich, nach Erlegung von 1000 Rchthlr. ausser auf die vier Bauerschaften Sonsfeld, Witenhorst, Helderlo und Töwen auch auf das Burglehen Aspel, das Dorf Haldern und die vier Bauerschaften Aspel, Haldern, Schaepdick und Haffenslo ausgedehnt und lehnsweise verliehen, jedoch ohne Präjudiz für die Haldern'- schen Kosgüter, die Vorspann- und Schiffsdienste und die Do- maine. Die erste Instanz bei Processen verblieb beim Haus Sonsfeld, die zweite ging nach Rees und die Appellation an das Clevische Hofgericht (Lagerbuch). ■■■■B^M Mi i( _M1 197 Das Schloss Sonsfeld, in dem Winkel, den die Haffen'sche Lei mit dem Bellinghoven-Sonsfeld'schen Meer bildet, gelegen, wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrh. abgebrochen. Der Plan von König Friedrieh Wilhelm I , den v. Witenhorst-Sonsfeld ein neues Schloss zu bauen, wurde durch dessen Tod vereitelt. Die Familie wohnte bis um die Mitte dieses Jahrhunderts in einem Ueberrest der Wirtschaftsgebäude. Nach den Xantener Behandigungsbüchern war das Gut Sonsfeld leibgewinnsrührig von der Propstei in Xanten, wohin jährlich 2 Schweine, 3 Malter Hafer und 33'/2 Denar abgeführt werden mussten. Zu Fahne, Köln. Geschl, und Bocholtz I, 2. Abth. 200 und IV, 58, 61 u. ff. hier diese Ergänzungen: Gerhard v. Suntfeld, 1259 und 70, bezeugt einen in Bocholt gethätigten Akt des Ritters Sweder v. Ringenberg (Sloet 817, 921). Heinr. v. W., Ministeriale des Köln. Erzbischofs Heinrich und Burggraf von Aspel, bekommt 1308 fer. 6 ante Michael, von diesem eine Rente von sechs Mark aus dem Karrenzoll in Rees. Albert und Diedrich 1313 chorisocii im Reeser Stift. Diedrich, inzwischen Scholaster geworden, schenkt 1329 seine neben dem Hause seines Bruders, des Klerikers Heinrich, gelegene Behausung an das Stift und fundirt 1336 die Vikarie aller Heiligen im Beisein des Pleban's Lambert v. W. und seines Bruders Heinrich, der mittlerweile eine Kano- nikalpräbende erlangt hatte. 1344 ersucht Scholaster Diedrich das Stift in Wissel, dass es seinen Bruder Stephan, dessen Frau Elisabeth und Beider Sohn Heinrich behandige. 1325 sind Jacob und Stephan v. W. im Reeser Feld behandigt. Heinrich v. W. und sein Verwandter (familiaris) Ritter Luzo v. Hönnepel, Sohn v. Rütger, verzichten am 9. Sept. 1339 zu Gunsten der Stadt Rees auf alles etwaige Recht an einem Haus neben der S. Michaelskapelle bei dem Markte. Heinrich v. W. besiegelt als Henricus senior eine Kopie der Privilegien des Erzb. Wälram für die Stadt Rees; in der That hatte er einen Sohn Heinrich, der 1370 urkundlich vorkommt. Lambert und Diedrich, Söhne von Stephan, kaufen am 19. Dec. 1342 eine Rente aus dem Haus der Eheleute Wilh. und Metta Sluyter an der Stadtmauer bei dem Rynwickerthor in Rees. Am 25. Febr. 1349 ermächtigt das Reeser Stift den Kanon. 198 Heinrich v. W., der eine Bertha zur Frau hatte, unter Zeugenschaft des Scholasters Diedrich v. W., über die Hälfte der von Joh. v. Bellinghoven gekauften Güter Lütkenbocholt zu Isselburg in der Pfarre Millingen zu verfügen. 1372 ist Heinrich todt; denn am 21. Juli d. J. ersucht Dechant Lambert v. \V. das Stift in Wissel, dass es mit den Gütern, die sein Vater Stephan sei. And. gehabt, die unmündigen Kinder seines Bruders Heinrich: Stephan, Arnold und Elisabeth behandige (s. S. 120 und 121); am 24. Sept. übergeben Dechant Lambert v. W. und Vikar Herrn. Koyt als Exekutoren Heinrich's v. W. die eine Hälfte der von Joh. v. Bellinghoven gekauften Güter Lütkenbocholt und auch die andere Hälfte, die Heinrich von seinem Bruder Johann gekauft hatte, und stiften damit sieben Memorien. Johann hatte mit Hadewig v. Herforst und Heinr. v. Loel, Sohn der Hadewig, an den Dechanten Lambert das halbe Gut zu Lütkenbocholt am 4. Dec. 1370 verkauft. Johann kommt 1388 Montags nach Maria Himmelfahrt als Dedingsmann der Brüder Heinr. und Joh. v. Wylac vor. 1375 Samstags nach Valentin geloben die Brüder Heinr. und Joh. v. Hetterscheit die von ihren Verwandten Heinr. v. Lole und Stephan v. W., einem Sohn von Heinrich, getroflene Erbscheidung halten zu wollen (Huether Arch.). 1393 am 8. Jan. verkauft Stephan v. W., Sohn des verstorbenen Knappen Stephan, an den Kanon. Joh. v. Köln in Rees Land und Gärten bei Bees. Dieser Stephan, bis 1417 mehrfach Schöffe in Rees, hatte einen Bruder Diedrich, der mit seiner Frau Coni- gunde in einer Stege an der Pfaffenstrasse zu Bees wohnte und 1410 von den Eheleuten Joh. und Hille v. Calcar ein Haus in der Rheinstrasse erwarb. 1404 am 1. October verkaufen Eheleute Derick und Gonigunde an Lisebeth, Tochter von Peter v. der Schuren, ein Haus nächst der Behausung seines Bruders Stephan, des Schöffen; 1413 gelobt Peter v. d. Schuren dem Stephan v. W., Rolofs Sohn, allen Unrath von diesem Haus abzutliun. Rolof und sein Sohn Stephan kaufen am 23. Oct. 1408 von der Stadt Goch eine in der Kirche zu Rees zu liefernde Leibrente von 32 Schild. Am 24. Aug. 1422 tauscht Stephan, Rolofs Sohn, einen Garten bei seinem Garten und dem des Stephan's v. W., eines Sohnes von Heinrich sei. And., gegen Land der S. Mauritius-Vikarie in ger Wolfersom. Heinrich v. W. siegelt 1410 als Lathe des Sadelhofes in Lüttingen. Er erhielt laut Weisung des Grafen Adolph v. Cleve 1BB fHBJAHMK * fi ■■■■ \, BBPI 199 &ß&S&EBk vom 25. Jan. 1413 jährlich 6 Mark von dem Burglehen in Aspel seitens der Stadt Rees. Er wird 1422 als todt beurkundet und hinterliess einen Sohn Stephan. Mit den drei Stephan tritt gleichzeitig ein Jacob v. W. auf, der nach Xantener Behan- digungen als Sohn von Johann zu betrachten ist. Am 11. Juni 1404 schiedsrichtet Ritter Otto v. der Lecke, Herr zu Hedel und Amtmann zu Aspel, im Beisein von Gert v. Herler, Wolter v. Ulft, Stephan und Jacob v. W. zwischen der Stadt Rees und den Fischern daselbst. 1409 verkaufen Eheleute Heinr. und Lute Schutte an Stephan v. W., Jacob v. W. und Gert Poppenberg die Hälfte der Breite von einer Hofslätte dem Kirchhof gegenüber. 1410 verkaufen Eheleute Gert und Johanna v. Hekeren an Wolter v. Ulft und Jacob v. W. ein Gut in der Bauerschaft Groin, das ehedem Ritter Wilh. v. Rees gehörte. 1418 wird das Haus des Bastards Jordan v. W. am Rynwickerthor genannt. 1425 verkauft Lysken, legitime Tochter des Schöffen Stephan v. W., mit ihrem Vormund Wilh. v. Ulft an Joh. v. Hönnepel und der Empel, Sohn von Johann, und an Jacob v. W. die Stephan einst zuständige Behausung an der Pfaffenstrasse neben den Wohnungen von Jacob und Stephan, Sohn von Roelof v. W. In demselben Jahr verzichten Jutte, Liese, Griete, Belie, Derk und Evert v. W., Bastarde von Stephan, zum Besten ihrer Schwester Lysken, Stephan's ächter Tochter, auf alles, was Stephan für sie testirt hatte. 1429 sind Lysken, Wilh. v. Ulft und dessen Sohn Gert mit „Kaientier'' in Esserden bei Rees behandigt. Elisabeth v. W., wohl Tochter von Heinrich, verheir. an Joh. v. Ossenbruch (f 1449). Mechteld, Äbtissin in Fürstenberg 1399 — 1429. Gisbert, Kanon, in Rees 1410 und 1434. Stephan, Kanon, in Wissel 1441. Christine, Äbtissin in Schiedenhorst 1437. Heydwich, Stiftsdame in Schiedenhort 1464.* i * 14G-1 gewinnen mit ihrer Einwilligung ihre Mitschwestern im Stift Elsa v. Vuirden und Amadea v. Stonimelen von der Xantener Propstei 2 Hunde an Overkamp in Hehr. An dem Gnt to Reede war noch behandigt Johanna v. Wissel; mit ihrer Einwilligung gewannen die Äbtissin Elisah. in gen Huson und Margar, v. Rynsch neue Hände. 1464 wurden an dem Gut ter Straaten behandigt die Stiftsdameu Henrica v. Pallant, Sirene "Wandten und Aleid Plencken; an dem Winkelstück Bertha v. Baeck, Ermgard v. Diepenbruch und Theodericus de Linderen (Beichtvater); an Verenhagen F w j jm jjw 200 Stiftsdamen in Bedburg. Heinrich, seine Mutter und deren Schwester Heidelwiltis behandigt an dem Gut zu Sonsfeld (ohne Jahreszahl um 1457). Amt hatte das Gut to Reede, woran in Scbledenhorst eine Memorie geknüpft war, gehabt. Wennemar, frater conversus im Kreuzherrenkloster zu Marienvrede, f am 29. März 1483. Anna, Nonne im kl. Convent zu Calcar 1532. Juffer Merry in Niel behandigt 1520. Mechteld im S. Johannes Ev.-Convent zu Rees 1553. Balthasar residirte zwei Jahre als Kanoniker in Xanten, t am 12. Oct. 1556. Barbara im Convent zu Calcar 1553. Christine 1585 — 96 "| Amalia Maria 1698 { Dorothea Charl. Wilh. 1751 j Hermine Wilh. 1714 — 48 J Henriette, Äbtissin in Schiedenhorst 1601. Jodocus, Sohn des Drostes in Sonsbeck, Kanon, in Xanten, t 26. April 1605. Ausserdem finden sich: Heinrich v. W., 1434 und 1441 Zeuge und Rath des Herzogs von Cleve, am 9. Aug. 1437 als Marschall von Herzog Adolph von Büderich aus beauftragt, mit Frank v. W. über die Eingriffe zu verhandeln, welche die Stadt Rees in die Fischerei des Elb. v. Alpen gemacht haben solle. 1450 Dienstags nach Johannis Enthauptung fungirt Heinrich als Amtmann von Wachtendonck bei einer Behandigung, die das Reeser Stift mit dem Roixhof im Land von Wachtendonck vornehmen liess. Ein Streit zwischen ihm und Diedr. v. Bellinghoven, mit dem er den Hof Vorthusen theilte, wurde zu Gunsten Diedrich's entschieden, und dieser nebst Frau und Sohn Johann behandigt. Frank v. W. und seine Frau Elisabeth verabredeten 1455 unter Verbürgung von Heinrich v. W. mit Rütger v. Hönnepel- Empel und dessen Frau Elis. v. Hetterscheit die Verheirathung die Ahtissin Elis. v. Ingelsom, Gertr. v. Stommelen und Marg. v. Egerscheit; am Meinen Hagen Anna v. Stommelen, Katli. v. Loel, Ylendis v. Palant und 1505 Barbara v. Pellant, Tochter von Swcder und Agnoa v. Loen, und Mecht. v. Büren. 1189 El ; s. v, Enghusen und 1T52 Adelheid v. Bylant Ahtisain. Ohne Jahreszahl finden sich: Elisaheth und Evenvyn v. Hetterscheit, Scholastica Louise v. Yuerwich Ahtiss : n, Hadewich v. Menvich Priorin, Maria Clara v. Bols seniorisaa modo impotens oh omissam memoriam et loquelam. Eherharda Gisherta v. Vecht clauda et in oculis delectuosa. Florentia Maria v. Rhede clauda, Cornelia Marg. v. Bronckhorst. Josina Wilh. T. Scherpenseel. Henriette Sophia v. Vuerwich. Juliana v. Dort Küsterin. 201 ihres Sohnes Jacob v. W. mit deren Tochter Sara, sobald diese das 12. Lebensjahr erreicht habe. Die Heirath kam jedoch nicht zu Stande. Frank, seine Frau und ihr Sohn Jacob verkauften am weissen Sonntag 1460 an das Kloster Marien- vrede, wo sie, wie auch in Rees, ein Jahrgedächtniss hatten, eine Wiese in Loykum. Jacob und Hermann finden sich auf beiden von Gert v. der Schuren geschriebenen Ritterzetteln, Johann auf dem zweiten unter Dinslaken. 1490 verkauft Johann eine neben Erbe Jacob 's v. W. gelegene Käthe in Dornick. Nach Heinrich wurde Hermann (f 3. März 1526), der 1. Mechleld v. Culenborg, Wittwe von Elb. v. Alpen, und 2. Jo- doca v. Diepenbruch (f 3. Nov. 1513) heirathete, mit Sonsfeld belehnt. Hermann und Jodoca wurden in der Klosterkirche zu Marienvrede vor dem Presbylerium seitlich vom Hochaltar begraben. Dort hatten auch Jahrgedächtnisse: Wendele v. W. am 31. Mai, Eheleute Elb. v. Hönnepel und Kath. v. W. am 2. Juni (ein Elb. v. Hönnepel f 1499), Eheleute Steph. v. der Kemenaden und Elsa v. VV. am 18. Juni und Everhard v. W., custos iu Palude, im Oclober. Von den bisher genannten v. Witenhorst hatten in Rees Jahrgedächtnisse: Eheleute Heinrich und Bertha, Arnold, Rolof, Johann, Heinrich Kanoniker, Diedrich Scholaster, Lambert Dechant, Gisbert Kanon, und Frank. Nach Hermann kam Sonsfeld durch Heirath seiner Tochter Anna an Herrn, v. Winkelhausen, der ohne Leibeserben starb (Turk, Privil. f. 83). Die Belehnung erhielt Johann v. Witenhorst. Freitags nach Lucia 1529 war Johann, Herr zu Horst, Drost des Landes von Kessel, von Joh. v. Bronckhorst-Batenburg zu Rimberg und Gronsfeld, Drost von Cleve, in Gegenwart des Joh. v. Baerl und des Joh. v. Issum zum Besten seiner Kinder, die ihm seine jüngst verstorbene Frau geboren hatte, mit dem Hof ther Heggen, dem Gut then Meere und dem Gut des Rud. v. Dript, die Diedr. v. d. Iseren von Joh. v. Bruchusen erworben hatte, und die von den v. Alpen an die v. Bronckhorst gekommen waren, belehnt (Aus Prozessakten). Auf den Ritterzetteln von 1")42—68 kommt Johann unter Hetter als Amtmann von Kessel vor. Johann hinterliess zwei Söhne: Hermann, der ihm auf Sonsfeld folgte, und Heinrich, der 1571 als Drost in Huissen vorkommt, wo ihm 1593 ein Johann folgte. Am 8. Mai 1568 verkauften Hermann und seine Frau Elisabeth zu Sonsfeld 202 an Derick v. Hueth und Derick Schölten gen. Rütter, Vikare in Rees, zum Behuf der Armen Jahrrenten aus ihrem Besitz bei Rees; Hermann auf dem Ritterzettel bis 1585, Heinrich auf dem von 1577 bis 1606. Stephan v. W. f am 12. Febr. 1554. Degenhard führte Anna, Tochter Herzogs Wilhelm v. Cleve, 1574 ihrem Bräutigam Phil. Ludw. v. Pfalz - Neuburg zu. Diedrich, vielleicht derselbe, der Anfangs 1524 mit seiner Frau Mechteld eine Rente aus einem Haus an der Nyerstrasse „am geilen steen" in Rees verkaufte, kommt 1579 als Mitpächter des Gutes Karthuisen vor. Eine v. W. wurde an Friedr. Turk, Herrn von Gemert, Sohn von Lubbert, verheirathet (Turk, Stammbuch zu Wissen). Nach Hermann's Tod wurde dessen Sohn Johann, Amtmann in Bislich, Haffen und Mehr und Clevischer Rath, mit Sonsfeld am 10. Juli 1597 belehnt; er starb 1609 und erhielt am 22. April 1609 sein Sohn Hermann die Belehnung. Am 6. Jan. 1619 wird Frau Wittwe v. Sonsfeld durch kurfürstliches Rescript angewiesen, wegen des Sonsfeld'schen Bruches zu den Deichlasten zu contribuiren. Hermann v. W., Herr zu Sonsfeld, belehnt am 24. März 1641 den Rentmeister des Hauses üffenberg mit einer Weide, die unter den Hof zu Landrop gehörte. Er hatte Wilhelmine v. Gent zur Frau, die am 29. üct. 1654 als Wittwe eine Belehnung vornimmt. 1663 treten Wilh. Vincenz, Baron v. W., Freiherr zu Horst, und Joh. Walrav, Freiherr zu Gent und Dieden, als Vormünder von Friedrich Wilhelm v. W., Herrn zu Sonsfeld, auf (Huether Arch.). Personen- und Sach-Register. (Von den Personen sind mir dio hervorragenden aufgenommen worden.) Aldenbouchom v. 49, 208. Aldenhoven v. 93. Alkmaar v. Joh. und Pet. 58. Alpen v. 54, 81, 82, 100, 111, 188. Altcalcar 21. Altena de 100. Amstel v. 32, 89. Andernach 22. Angeli Joh. 71. Appeldorn 33, 41, 46. Appelteren v. 177. Are v. d. 22, 66. Aspel 199. Asperdoii 57. Assewyn v. 184. B. Baeck v. Bertha 199. Baerl v. J. 201. Balderich v. 188, 189. Bedburg 21, 24, 40, 41, 52, 56, 58, 113, 179, 181, 188, 190, 192, 200. Beer die 79, 114, 115. Beilerward 30. Bellinghoven v. 41, 66, 93, 105, 115, 122, 179, 183, 189, 194. Belosch (Lantzlott) 73. Bemel Gottfr. 82. Benninghoven v. 74, 94. Benthem v. Gese 69. Berenbruch v. 188, 189. Berg v. Arn. 76. Berge Willibrordi 11. Bergen Hof 108. Bernsaii v. 66, 192. Beugen (Maas) 63. Bienen 93, 94, 96, 208. Bildschnitzer 80, 81. Bimmen 64, 69. Bingarden v. Anna 110. Birten 121, 193. Bisterfeld v. Christine 31. Blitterswich v. 66, 67, 178—180. Boeckhorst 63, 84. Boedberg v. 189, 180. Boezelaer v. 32, 52, 68, 75, 114, 115, 120, 151, 179—181, 193, 195. Bols v. Clara 200. Bonn 69, 77. Bovenholt 28. Brakel v. Adriane 113. Brempt v. 138, 170. Brienen 62. Brienen v. 66. Bronckhort v. 59, 68, 81, 112, 200, 201. Bruchhusen v. 189 — 191. Brune v. 179, 182. Brusenward 30. Büderich 29, 63, 105, 119, 127 bis 130. Büren v. 82, 136—139, 143, 172, 173, 177, 184, 195, 2C0. Bylant v. 67, 131, 162, 200. C. Calbeck 138. Calcar 15, 31, 48, 61—64, 67, 72, 74—76, 79-83, 88, 92, 102—105, 110, 112, 114—117, 143, 185, 196, 200. Calcar v. 93, 180. Calcar'sches Gat 30. Caldenhoven 120. Camp 15, 16, 24, 57. Clapperskule 18, 158, 173, 182. Cleve 11, 14, 25-27, 31, 33, 44, 45, 65, 67, 69, 78. Coelen v. 100, 113. Collick v. d. 100, 181. Cranenburg 62, 73, 77, 80, 192, 208. Culenborg v. 62, 68, 102 — 104, 201. D. Delft v. Berth. 32. Dellen v. 43, 70. WOB 204 I Dernau 51. Diepenbruch v. 88, 169, 190, 199, 201. Dingden 179. Dodenberg v. 53, 65. Dolre v. Rig. 101. Dornick 34, 57, 71, 96, 97, 99, 208. Dornick v. Wolt. 193. Dort v. Jul. 200. Dript v. 190, 201. Drost 83, 192. Düffelward 77; Duisburg 126. Dunker v. 64. Düren v. Rein. 91. Düsseldorf v. J. 87. E. Echternach 11. Egeren von 179, 182, 185. Egerscheit v. M. 200. Emmerich 57, 60, 62, 64, 77, 103, 104, 111, 128, 182, 192. Empel v. 57, 97, 102. Enghusen v. Elis. 200. Entenbusch 173, 182. Esel v. 32, 70, 75, 76, 194. Essen 183. Eyl v. 60, 69, 72, 111, 187-193. Eylswick v. J. 183. F. Fischein 11. Fürstenberg 23, 41, 69, 199. G. Gaden in gen. 102, 170, 187. Gaesdonck in ger 122. Galberg 27, 33. Galen v. 42, 69, 102. Ghoer v. 63, 97, 122, 189 — 191 Ginderich 118. Glockengiesser 11, 142. Gnadenthal 69, 78. L Goch 15, 191. Goch v. 101. Graefenthal 65, 189. Grave op ter 29, 76, 81, 184. Grevinnenward 73. Orieth 19, 30, 32, 34, 38, 58, 62, 63, 70, 82, 107. Brand 153. Frühmesse 135. Glocken 142. Kapelle 131. Kapläne 147. Kirche 140—143. . Mühle 107, 151. Namen 123. Nonnenkloster 149 —151. Patron 135. Pfarrer 143 — 146, 208. Rheinzoll 127. Siegel 124. Stadt. Verfassung 124—126. Ueberschwemmung 154. Grieth Haus 172. Griethausen, 140, 208. Grietherbusch 29, 38, 108, 130, 147 — 149. Groen v. 90, 122. Groesbeck v. Ida 45. Gronsfeld v. Gollfr. 49. Gruythuys v. 191. H. Haate v. d. Jutta 32. Hacken 104, 183. Hackvort v. H. 131, 162. Haffen 75. Hagedorn v. Rol. 68, 157. Hagenbosch 41, 191. Halterade 116. Ham v. 172, 181, 183. Hamborn 118, 119, 192, 195. Hanselaer 48, 53. Harff von Vinc. 90. Hasselt 108. Havic 54. Hau 45. Hekeren v. J. 199. Hellinghave 114. Helsom 116. Herler von G. 199. Hervorst von 77, 198. HerzbachPet., Conr., Mecht. 82,83. Hessen v. 52, 53, 66,131,136, 162. Hetterscheidt v. 30, 53, 105, 179, 198, 200. Hoeckenhorst 194. Hoen 16. Hoen v. 53, 81, 82. Hoenkirchen von G. 127. 111 .-.''■;■';;-■■'■■":'.;".■:■ SSRs&äsl&la Wm W»3§! BJk~-A|j ösKü 205 Hönnepel 49, 59, 61, 81, 104, 197 199. Hövelich v. Otto 100. Hollenward 108, 181. Holthusen v. 73, 79, 109. Hommersum 61. Honselaer v. 179, 188, 189, 190. Horst Haus 195. Horst v. d. 53, 69, 110, 138, 178 — 180, 183, 185. Huchtenbruch v. 191. Hugen Otto 104. Huisberden v. Simon 52. Huissen 127, 137. Hulhusen 25, 64. Hulhusen v. 178. Hüpsch v. d. J. 75, 83. Husen in gen El. 199. Ingelsom v. El. 200. Irmina 11. Isenbrand Wilh. 71. Isentrudis Gut 121. Iseren v. 201. lsselburg 104. Issum 189. Issum v. 70, 72, 91, 189, 201. Jülich v. Walr. 43. K. Kaientier 174, 176, 199. Karmeliter 96. Keeken 69, 71. Keeken v. 68, 69. Kehrum 31. Kelbeck 173. Keldonck v. 183, 186. Kell v. Diedr. 184. Kellen 11, 20. Kemnade 73, 169, 170. Kendenich v. H. 31. Keppelen Höfe 109 — 114. Kerswich v J. 49. Kervenheim v. 26, 52, 72, 174 bis 176. Kessel v. W. 192. Keyzersbosch 100. Kivitsward 65, 188, 189. Kyffward 173. Kolk v. d. s. Collick. Kuytslar 133, 143, 163. li. Lauersfort 192. Lecke v. d. Otto 199. Leembecke v. Jutta 111, 190. Linden v. d. Elis. 196. Linderen v. Th. 199. Lintelo v. 87, 195. Lintlar v. J. 127. Lobith 130. Loe v. 57, 72, 93, 189, 190. Loel v. Kath. 200. Loen v. Agnes 200. Loet v. 65, 66, 198. Loo Hof 44. Louwermann die 85, 88, 108. Luthard 5, 6, 12-16, 19, 21. Lutharduskapelle 17, 18. Lütken Dortmund 44. Lüttich 74. Lysholt v. Huberta 32. M. Marhüls v. Arnolda 170. Marienbaum 31, 32, 62, 73, 76, 113, 114, 185, 190, 192. Marienvrede 47, 73, 200, 201. Marienwater 116. Mark v. d. 104, 105, 110. Medevorden v. 121, 141. Mehr 20. Mehr (Düffelt) 54, 58. Menselen 122. 188. Merode v. Scheiffert 82. Mervele v. Aeg. 127. Merwich v. Hedw. 200. Millingen 7, 32, 104, 105. Mittelward 30. Mom die 88, 169, 187. Monement v. 118, 193. Monterberg 27, 28, 33, 40, 43, 53, 65. Monterberger Meer 79. Mook 65. Morien v. J. 139. Moyland 32, 69, 148. Münster v. B. 190. Mynnenberg 181, 184. N. Neersen v. Friedr. 178, Nenninckholt 183. Neuss 5, 19, 20, 192. 206 I ! Nideggen v. 101. Niedermörmter 62, 82, 190. Niederwert 59. Niel v. 32, 36, 63, 91, 185. Nuwenhoven v. 193, 194. Nymegen v. 184 O. Obermörmter 59. Oemen v. Abt 53. Oest v. J. 115. Oldensaal 15, 192. Olmüssen v. Anna 110. Orschot v. 65. Ossenbruch Haus 193. Ossenbruch v. 67, 68, 75, 78, 103, 193-196. Osterwick v. 86, 108. Oy v. 54, 55, 194 Paep die 73—75. Pannerden v. H. 101. Papenhoven 117, 118. Pelden v. 31. Pellant v. A. 189, 199, 200. Pellen v. Aleid 191. Pelsward 30. Pieck die 179, 181, 183. Plenken Aleid 199. Poet Th. 102. Praest 33. Pülkenskamp 173. Qualburg 44, 84 Qualburg v. Mecht. 40. K. Raede v. 137. Raesfeld v. 37. 83. Raeskop 57, 77. Recke v. 48, 181, 196. Rees 50, 51, 67, 58, 63, 70, 73, 74 76, 77, 121, 128, 129, 152, 187, 191. Rees v. 40, 41, 64, 71, 89, 105, 113, 131, 162, 184, 194, 197 bis 202. Renen 74. Rhede v. Flor. M. 200. Rheinstrang 30. Rheinzölle 127—130. Riensward 180. Rindern 7, 43, 194 Ringenberg v. 47, 62, 85, 178. Rinsch v. 110, 199. Rissward 173, 181. Rode die 105. Roderholt 185. Roermond 190. Rottum 115. Rover H. 191. Rynen v. 191. Ryswick v. 14, 15, 47—49, 62, 63, 87. S. Schenk 46, 86, 115, 116. Scherpenzeel v. W. 200. Schewick v. Wasm. 178, 185. Schiedenhorst 199, 200. Schlibeck 173. Schmithausen 109. Schmülling die 32, 69, 71, 105, 170, 171. Schonenborn v. Liefm. 30, 53. Schonenvelt-Graesdorp v. 194. Schuren v. d. 72, 105. Schuttorp v. Otto 36, 57, 71. Scuko Arn. 64. Sevenaer 75. Singendonk v. 186. Slodenberg v. Diedr. 74 Sloyen ter 74. Snoik 31, 69, 83, 131, 162, 172. Sonsbeek 45. Sonsfeld 196, 197. Spaen v. 75, 86, 110. Spaenrebruch v. Mecht. 137. Speehamer H. 193. Spee 110, 178. Sponde 173, 181, 186. Spyck 65. Stackelwege 69, 70. Statisches Lager 38. Steck Wilh. 62, 85. Steenhuis v. 182, 188. Steensward 153. Steghen ter Hof 73. Stommelen v. 199, 200. Straten v. d. J. 105. Sulen 33, 98. Sulen v. Bela 182. \ Wmm mm 207 Suytkamer v. 44, 54, 131, 162, 178, 182. Swartkop Wessel 7, 8, 11, 36, 42—45. Taibert die 68. Tiegel v. 178, 184. Till 54, 101-103, 208. Till v. 35, 69, 181, 195. Tiller Bruch 75. Tiller Zehnte 106. Tingnagel v. Sandera 192. Twisteden 122. V. Uedem 57, 73, 75, 77, 79, 113,139. Ulft v. 37, 83, 151, 188, 195, 199. Unkelbach 109. Utrecht 77. V. Vecht v. Gisb. 200. Veen v. 52, 53, 65. Vell v. 191. Verwer die 89, 106. Vischel 22. Voshem v. 31, 32, 182. Vornick 122. Vrylinchusen 120. Vuerwich v. L. 200. Vuirden v.. Elsa 199. Vynen 118. W. Wachten donk v. 49, 75, 153. Walbeck 189. Walhusen v. Hedw. 194. Walsum 64. Wamboesgut 120. Warbeyen 65. Wardenstein 170—172. Wardhausen v. H. 131, 162. Weeze 193. Weidenfeld v. H. 179, 184. Wenge Haus 180. Werffeld 121. Wesel 25, 40, 42, 58, 179, 181. Wetten 72. Wickede v. 105. Wiel Hof 55, 183. Wiel v. d. 31, 34, 35, 55, 56, 75, Willibrordus 7—11. Wincken Sirene 199. Winnekendonck 72. Winnenthal 121. Wisch v. 32, 75, 182. Wisse! Armenhaus 95. Besitzungen des Stifts 105—122. Burg 21, 22. Dechanten 50—60. Fluren 27, 28, 33, 34,107, 108. Gemeinde weide 17, 27 — 29. Gilde 36. Kanoniker 64—91. Kirche 7, 8, 12, 20, 23. Kirchenfeste 26, 46, 47, 56 bis 63, 70, 72, 77, 78. Kirchweihe 22, 23. Kleriker 100—102. Küsteramt 27. Novalzehute 25. Patrone 7 — 12, 16. Pfarrer 91—92. Präbenden 26, 30—33, 37—39. Propste 27, 39 — 50. Rektoren 63 — 64. Scholaster 26. 60 — 63, 208. Seelsorge 32, 33. Siegel 8 — 10, 17. Stifter des Kanonikats 13. Vikare 92 — 100. Vikarien 34—37, 208. Wald 24. Zehntscheune 29. Wissel v. 173 — 199. Wisselward 9, 10, 30, 38, 107, 179. Witenhorst v. 36, 77, 195 — 202. Wolf v. Werner Metternich 49. Wolfersom 198. Wormgötterswick v. B. 53. , Wredengut 173. Wusic v. 52, 53, 69. Wyenhorst v. 111, 187, 190. Wylich v. 59, 82, 97, 138, 178, 183, 194. 195, 198. X. Xanten 15, 26, 40, 49, 52, 79, 81, 85, 102. Zyfflich 27, 65, 73. Zusätze. S. 49. Peter v. Aldenbouchem, Propst in Wissel und Inhaber der 46. Präbende in Xanten, heirathete als Letzter seines Stammes, erzielte jedoch nur 4 Tochter. S. 63. Am 2. Januar 1721 erigirte die Clevische Regierung die von 1631 wegen abgegangener Renten bis dahin supprimirt gewesene Scholasterie auf's Neue und zwar zu einer Dignität cum privilegio praecedentiae et habitus distincti (da doch der. letzte Scholaster cum rubra beffa, wie die gemeinen Canonici in der Stiftskirche abgeschildert findet) und die Renten der Vikarie s. Crucis derselben einverleibt, und auf diese Manier einem Canonico Joh. ßernh. Schmitz conferirt. — Schmitz hatte um Beides bei dem Könige petitionirt und zur Antwort erhalten, es solle ihm beides, Prälatur und Rang, wie in den Capitulis zu Xanten und Cranenburg verstattel werden (Demon- strat. S. 26 und 108; vergl. dazu S. 39 und 87). S. 94. 1514 Montags nach Jubilate schiedsrichten Wolter Heyssen, Pfarrer in Bienen, Arn. v. Ryswick und Gerh. Mylis zwischen Joh. v. Stain und Rütg. Weykamp wegen des Nachlasses von Meister Rütg. v. Stain, Bruder von Johann (Rees. St.-A.). S. 97. Die Clevische Regierung liess als Repressalien contra Reith die in Grieth, Griethausen und Dornick 1727 va.ki- renden Pastorate unbesetzt und liess deren Renten durch die Ortsrichter verpachten und einkassiren, gestattete den Eingesessenen auch nicht, auf ihre Kosten einen Stellvertreter zu nehmen (Demonstr. S. 28). — 1729 boten Franz v. Darth, Sohn vom Hofgerichtsrath Darth in Geldern, 110 Thlr. und Lambert Otto 100 Thlr. ad pias causas für die Pastorate in Dornick, worauf der König rescribirte: „Der da 150 Thlr. zur Rekruten-Cassa zahlt, gut. Friedrich Wilhelm" (Vergl. S. 146). S. 101. Johann v. Lair 1469, Arnold Kese im 16. Jahrhundert Pfarrer in Till. ^g2>^N2%^=j^—