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Beiträge zur Geschichte von Wissel und Grieth und zur Genealogie niederrheinischer Geschlechter
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umgekehrt. Die Möglichkeit der Gründung eines Kano-nikates in Wissel im Laufe des neunten Jahrhundertskann demnach nicht beanstandet werden.

Hören wir nun, was die vorhandenen urkundlichenNachrichten über den Stifter des Kanonikatesin Wissel sagen. So spärlich diese auch sind, soviel steht fest, dass die Grafen von Cleve sich alsGründer desselben betrachteten und daraus das Rechtherleiteten, sämmtliche Stellen an der dortigen Stifts-kirche zu vergeben. So hebt Graf Johann eineUrkunde von 1353, worin er die Privilegien des Ka-pitels bestätigt, mit den Worten an: „Wir Johann,Graf von Cleve, machen kund, dass wir in Anbetrachtdes Wohlwollens, das uns für den Dechanten und dasKapitel der Kirche in Wissel und die Kirche selbst,die durch unsere Vorfahren fundirt unddotirt worden ist, beseelt u. s. w. Und dieStiftsherren selbst erkennen dieses dankbaran und appelliren an die Grafen nicht etwa alsan ihre Schirmvögte, sondern als an ihre Stifter.Ihr Zeugniss ist um so wichtiger, als sie an demlebendigen Strom der Ueberlieferung sassen, und auchvon ihnen das Wort gilt „Der Mönch stirbt nicht".Diese Ueberlieferung aber nannte ihnen keinen anderenStifter als den h. Luthardus.

Die Heiligkeit des Luthard ist allerdingsstark bezweifelt worden; wir fügen deshalb den vonTerwelp beigebrachten Zeugnissen eine Reihe ältererhinzu, die, mindestens theilweise, zugleich die Tra-dition der Kirche in Wissel über ihren Stifter darthun.Zunächst ist jedoch festzuhalten, dass wir in Luthardjedenfalls nur einen Lokalheiligen erblicken dürfen,wie es deren in Klöstern Viele gibt. Er lebte undstarb eben in einer Zeit, wo die feierliche Kanoni-sation durch den Papst noch nicht stattfand, die

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