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Aus dem alten Münster : Erinnerungen, Skizzen und Studien
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münsterschen Markt unterbrechen die Säulen das herein»flutende Licht. Die Kreuzgänge sind gewölbt. Dermünstersche Laubengang aber horizontal durch Balkendeck«geschlossen. Dadurch unterscheidet er sich auch von den aufPfeilern ruhenden, gewölbten, bürgerlichen Laubengängenanderer Gegenden, wie zu zeigen sein wird.

Ein Kreuzgang hat nicht entfernt so hohe Aufbauten zutragen, als sie der Bürger in Münster den Säulen zumutenmußte. Die Giebel streben empor; am höchsten der überauskühne Rathausgiebel. Die Kreuzgänge streben in die Breite.Es sind zwei grundverschiedene statische Aufgaben und Lösun-gen. Die Säulenhallen haben im Dogenpalast zu Venedigdie höchste Wirkung erreicht.

Wiesen Bauten in der Nähe auf eine derartige Lösunghin? Die Laubengänge, die in den Ruinen von Castra Vetera(Xanten) ausgegraben sind, lagen in Trümmern. Eher darfman an einen fast gleichzeitig entstandenen Bau denken. Essind die rheinischen Zwerggalerien, die dem Bischof Friedrichvon Are bekannt waren. Die Doppelkapelle von Schwarz»rheindorf wurde im Jahre 1151 eingeweiht, wobei derBruder des Bischofs der Propst von St. CassiuS in Bonn(1 126 — 69) Gerhard von Are zugegen war. An diesem, alsPfalzkapelle vom Grafen von Wied errichteten Bau findetsich zuerst eine reizvolle, von kleinen Säulen getragene Zwerg»galerie, die um das Obergeschoß läuft. Der Baumeistervertraute auf das Material der Säulen (Trachyt) und zogkühn die Kämpfer über ihnen auf ein Mindestmaß ein. Andem von Gerhard von Are erbauten Chöre von St. Cassiusin Bonn und gleichzeitig an St. Gereon in Köln wurde dasschwarzrheindorfer Motiv wiederholt. Auch Bischof Friedrichhatte bei seinen kühnen münsterschen Unternehmungen Ver-trauen zum Material, Vertrauen auch zu tüchtigen Stein-

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