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Aus dem alten Münster : Erinnerungen, Skizzen und Studien
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Bürger dem Kirchenbanne verfielen und der erst 189!gänzlich erlosch.

Der allerfrüheste Termin für die Errichtung der Lauben«gange könnte die Verbrennung der Stadt und ihrer Kirchendurch den späteren Kaiser, damaligen Herzog Lothar vonSachsen, 1121 sein; denn, wenn seine Streiter Gottes-häuser nicht schonten, so schwerlich die der Bürger. Esbrauchte gewiß Jahrzehnte, bis die Bürger wieder Mittelgesammelt hatten, eine solch kostspielige Anlage zu errichten.

Unter den Bischöfen zwischen I l 2 1 und 11 69 ist nureiner, dessen Baulust und Tatkraft durch klare Zeugnisseerwiesen ist. Das ist Friedrich von Are (1152 bis Ende1 l 68), der dem tüchtigen Grafengeschlecht von Are (Alten-ahr)-Hochstaden entstammte. Die Bürgerfreundlichkeit diesesBischofs wird durch die für Münsters Entwicklung ent«scheidende Tatsache bezeugt, daß er mit dem Grafen Heinrichvon Tecklenburg einen Vertrag abschloß, der zwar im Wort«laute nicht erhalten ist. Die Bestätigung durch Kaiser Fried«rich I. von l 1 73 gibt uns aber genaue Kunde'.

Der Graf verzichtet gegen eine Geldzahlung des Bischofsauf die Vogtei, „die er hatte in der Stadt Münster undauf dem ebenda gelegenen Hofe des Bischofs und über diePräbenden der Domherrn". Bischof Friedrichs Nachfolger,Ludwig Graf von Tecklenburg (1169-73), ein Ver«wandter des Verkäufers, hatte den Ankauf der Vogtei be«stätigt. Damit schied die Stadt Münster aus dem Bereichder öffentlichen Gerichtsbarkeit des Grafen, der der Vogtdes Bistums war, aus. Eine solche Exemtion war eine derGrundlagen des Stadtrechtes. Bischof Friedrich hatte dieStadt freigemacht. Ein gleicher Freikauf ging 1190 mitder Stadt Paderborn vor sich.

« Stumpf, Nr. 4143. Druck Erhard, doä. äipl. 2, l 18.

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