24
-Seh u f te
rheinischen Territorien waren ausnahmslos zu klein, umeine bedeutsame Truppenmacht halten zu können. NichtKurpfalz, nicht Kurköln, nicht Kurmainz hatten eine brauch-bare Armee, so viele Generäle man auch besass. DieFestungen unterstanden nicht einem Willen, im Gegen-teil, es gab nicht zwei, die einem Herrn gehörten. Sokonnte sieh denn hier die deutsche Zersplitterung zu Endeauswirken: die Herzader, des Reiches war das ständigeKriegstheater, mehr und mehr ging das linke Rheinuferverloren, und das war alles nur möglich, weil das Reichwohl im Osten Staaten hatte, die sich helfen konnten, imWesten aber nie eine ordnende Hand energisch eingegrif-fen hatte. Dies herrlichste deutsche Landhatte die deutsche Zersplitterung auf dieSpitzegetrieben. .Wenn man da einigermassen nachGruppen sondert, so hatte man ein starkes Reichsgut -Elsass und Pfalz — aber es zerläuft; militärisch ist das allesvon 1500 an unbrauchbar. Das Reichskirchengut, einst diestolze Grundlage auch der militärischen Macht der Reichs-Kirche zeigt nur noch Reste: die Festungen Philippsburg,Mainz, Koblenz-Ehrenbreitstein, Bonn, Kaiserswerth; danneinige Fürsten und eine Unzahl von Grafen, Freiherrn rAebten, Reichsrittern. Mit einem Worte: ein Chaos ist demVordringen eines Einheitsstaates ausgesetzt. Und nun sinddie Verteidiger noch konfessionell gespalten! Frankreichkann lange die Fürsten vor seine Interessen spannen, denn-,ihr Ideal ist ja die deutsche' Libertät, d. h. die Freiheit vomKaiser, von Reichsgewalt und Zwang von oben. DieFreiheit der Fürsten war das politische Mittel der Fran-
^ ^m^^m^^m^^mm