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Der Rhein und seine Funktionen in der Geschichte
Entstehung
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Sdi u i t e

Wasserstrasse, die heute beiden Ufern Anteil am Lebengibt.

In den älteren Zeiten war im Oberlaufe Fracht aus-schliesslich für den Talverkehr vorhanden. ErmoldusNigellus feierte im 9. Jahrhundert den Rhein als Trägerder elsässischen Weine wie des Getreides. Dazu kam dasHolz des Schwarzwaldes, das für den Schiffsbau durch alleJahrhunderte im holzarmen Rheindelta unentbehrlich war.Ein Mittelpunkt waren für den Schiffsverkehr die Messenvon Frankfurt a. M., die vom 14. Jahrhundert bis zum30jährigen Krieg die weitaus grössten deutschen Messenwaren. Da waren Ober- und Niederdeutsche fast allerLandschaften vertreten, das war ein internationaler Han-delsplatz, dessen Ruhm niemand höher gepriesen hat alsder grösste französische Buchhändler Estienne! Im Unter-lauf überwog ebenfalls die Talfracht. Das änderte sichim 19. und 20. Jahrhundert ins Gegenteil. Von der Kohlehängt heute nahezu völlig Bayern, Württemberg und Badenab. Die Getreideeinfuhr fasste am festesten Fuss inDuisburg und Mannheim. Wenn ich am Rheine spazierengehe, sehe ich fast niemals einen leeren Kahn in der Berg-fahrt, aber viele in der Talfahrt und doch hat s i e unend-lich viel mehr Massen von Gütern als einst: Holz, Steine,die Rohstoffe der Chemie, deren Fabriken sich vor allemam Rheine entlangziehen, und Hunderte von anderenFabriken leben von oberländischen Rohstoffen oder vonunterländischer Kohle. Das Herz des deutschenWirtschaftslebens ruht im Rheingebietund dem rheinisch-westfälischen Revier.

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