Druckschrift 
Von der Neutralität Belgiens
Entstehung
Seite
20
Einzelbild herunterladen
 

1

m

I

I

ü

MB

Plan durchsetzen, weil Österreich, um allen weiteren Konflik-ten mit Frankreich aus dem Wege zu gehen, die alten belgi-schen Provinzen zurückzunehmen, sich weigerte. Preußen be-zog nur mit halbem Herzen die Wacht am Rheinstrome, die ihmmehr aufgedrängt, als von ihm begehrt wurde. Verwandt-schaftliche Bande des Oraniers mit dem König von Preußen,äußerst tätige Geschicklichkeit seiner Vertreter kamen hinzu,um einen neuen Staat zu schaffen, der in gewissem Sinne dieburgundische Macht erneute. Der Rest der alten burgundischenProvinzen wurde um Lüttich und andere Gebiete erweitertund erhielt nur für die meist deutschen Gebiete Luxemburgs dieVerpflichtung, in den deutschen Bund einzutreten. Derdeutsche Staatenbund erreichte also nicht die Grenzen desReiches von 1789, geschweige denn die von 1550 wieder. Dieschwache Autorität des Reiches lebte nur für Luxemburg inverblaßter Gestalt auf, der Gedanke, das ganze Königreichder Niederlande dem deutschen Bunde anzugliedern, war fallen-gelassen worden.

Die vier siegreichen Großmächte verfügten über Belgienzugunsten des europäischen Gleichgewichtesen vertu de leurdroit de conquete de la Belgique" 2 ).

Der neue Staat soll das ist die Absicht der vier sieg-reichen Großmächte im Sinne der Wiederherstellung deseuropäischen Gleichgewichtes so stark sein, um dem ersten

») Protokoll vom 21. Juni 1814. Auch Palmerston hat 1831 imParlament gesagt:Belgien ist niemals ein unabhängiger Staat ge-wesen; es hat zu Spanien, zu Österreich, zu Frankreich gehört, bises, durch Europa erobert und diesem Lande abgenommen, Europaim Interesse des Friedens mit Holland vereinigt hat." L a n n o yS. 188.

m

SHU

20

HHHHHm^HHHI