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2 (1923)
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200 Neuntes Buch. Waren. IV. Metalle und Metallwaren. § 117. 118

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Erst nach unserer Zeit hat man erkannt, daß das Messing eineLegierung des damals unbekannten Metalls Zink mit Kupfer sei.

In Mailand machte man „schwarzen dicken lotton", diesen schlißman in Genua um 17 ß 10—18 ß den c. 1 Genua aber bezog auch ausDeutschland. 2

Von Deutschland — und überall darf man annehmen von Nürnberg —ging „Tafel Mösch" — Messing in Tafeln — nach mehreren Eichtungen.In Mailand diente es zur Herstellung der berühmten Schellen. 1480 erhieltman dort 3 Ballen, 1481 3, 1505 9, an denen man 10 3 / 4 °/ 0 verdiente. 1507hatte man noch 6 1 / i Zentner liegen. 3

In Genua bestellte man eine Saumlast zu 7 3 / 4 —8 fl rh, dann hatte man1504 28 Cantar auf Lager, der Cantar stand zu 14 U, 1505 nur 1, 1507aber wieder 14 Cantar, schließlich noch 37 2 , den Zentner zu 16 U. Da-neben führte man auch,,Haumessing". 1504 bedauerte man, nicht 10 Fäß-lein gehabt zu haben, hätte man mit sehr gutem Nutzen bar verkauft,man bestellte 6 Ballen. 4 1505. 3 Cantar auf Lager, dann ganz leer, manerwartet 16 Fäßlein, 10 noch bestellt. Man hatte an ihm 21 % Gewinngehabt und rechnete ihn auch jetzt für verkauft. 5 Auch nach Avignonkam geschabener Messing von Nürnberg her. 6

Für Valencia wurde Nürnberger Messing 3 475 bestellt. 7 1479 waren5 Ballen auf Lager, die schlecht abgingen. 8 Die Heimat des nach demValencianer Zollbuche 1503 und 1506 gebrachten Messing: 1 -j- 12 = 13Ballen lauto und 4 Ballen plancha de lauto — also Tafelmessing — gibtdie Quelle nicht an. 9

Die ältesten Nachrichten stammen wieder aus Barcelona, dorthinkamen von 1429—39: 68 Ballen und 2 große Fässer. 1435 kostete derQuintal nicht ganz 5 U Barcelon., 1443 stieg die Einfuhr auf 21 Ballen.

Die Nürnberger Eechnung 1479/80 unterscheidet Tafel Messing und„geschapen howmessing". Tafelmessing kostete der quintal 8 fl, dasandere aber 87 4 —8 1 / 2 fl, von jenem kaufte man 6 Quintal ll x / 2 &, vondiesem 14 Quintal 27 U. Es gab bei den 6 Geschäften nur 2 Verkäufer.Der ganze Vorrat ging nach Eavensburg. 10 Geschapen Haumessing istnoch zu deuten, die starke Form von schaben ist in Schwaben belegt,es ist also geschabtes Haumessing.

Der Schmirgel (smeriglio) selbst ist ein pulverisches Schleif-mittel. Der Hauptfundort ist Naxos, auch im benachbarten Klein-asien zwischen Ephesus und Mäander sind kleinere Vorkommen,unsere Papiere beweisen zum ersten Male frühe Benutzung deutschenSchmirgels. 11

Er stammte wohl sicher vom Ochsenkopfe zwischen Schwarzenbergund Wochau im sächsischen Erzgebirge, wo dem normalen glimmerigenQuarzphyllit ein Lager von Beilstein mit Schmirgel eingeschaltet ist,das früher ausgebeutet wurde. 12 Er kam aus Deutschland nach Mailand

1 3, 256; vgl. 304.278. 6 3, 262. 269.

2 3, 315. 3 3, 251. 283. 290. 308 f. 320. 359. 396. * 3, 217.293. 299. 314. 318. 6 3, 338. 7 3, 9. 8 3, 108, vgl. 3, 225.9 3, 531 f. 10 3, 355—358. u Die Namensformen sind stark verunstaltet schiw-ritgitt, schirwitz, schmerilio, schiermitz. Feldhaus, Franz M., Geschichte derSchleifmittel, Hannover-Hainholz 1919, kennt für das Mittelalter nur Bezug vonNaxos. 12 Erläuterungen zur Sektion 107 Schwarzenberg der geologischen Spezial-karte des Königreichs Sachsen (Mitteilung von Prof. Dr. Wilckens-Bonn).