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184 Neuntes Buch. Waren. III. Spezereien. Südfrüchte. 3. Kapitel. § 114
Anis. Das kastilianische und katalanische Wort batafalua geht aufdas arabische habbat alhulua zurück und bezeichnet die Anispflanze,Pimpinella anisum, deren Anbau bis Thüringen vorgedrungen ist, dochin den trockenen Feldern Spaniens gut gedieh. Da sie auch in Italien gutgeriet, ist es sofort verständlich, daß sie nur im Verkehr mit Flandernvorkommt. Auch Valencianer brachten diese Südfrucht nach Brügge. 1In Flandern war Anis eine gangbare Ware. 2 Aber die Gesellschaft hattekeine gute Erinnerungen und nur bei gutem Preise (nicht über 7 ß)sollten die Valencianer höchstens 10 Ballen kaufen; der Tage eins kommtseine Zeit auch. 1480 hatte man in Antwerpen noch 7 Ballen. 3
Der römische Kümmel (Cominum cyminum) ist eine PflanzeNordafrikas, Südspaniens, Siziliens und Maltas. Der spanische wardschon von den Bömern sehr geschätzt. Noch heute wird er in Kata-lonien, Valencia und der Mancha als Gewürzpflanze im kleinen an-gebaut. 4 Der Valencianer Kümmel war in Flandern gut eingeführt,vorwiegend wurde er in Alicante verfrachtet. Münzer schreibt:,,Item ciminum in maxima copia, quod ex Alakant in Flandriammittunt."
1476 1 Ballen auf dem Wege nach Avignon. In Valencia kaufte man1477 viel zu viel. 5 1478 hatten die Gesellen in Antwerpen und Brügge42 Ballen verkauft und ihre Sorge, viel daran zu verlieren, erwies sichals unnötig, man verkaufte ihn alle Tage, soviel auch auf dem Marktewar, denn Valencianer Kümmel hatte man lieber als allen. Man hattenoch 44 Ballen und bestellte noch 50. 1479 wurden zu Alicante 4 Ballenper Flandern geladen, erwerben wollte man noch 30 in 40 Ballen. 61480 war auch für den Kümmel Myngot in Aücante der Kommissionär,er sollte bis 30 Ballen kaufen, gleichzeitig hatten die in Flandern noch24 Ballen (= 84 Quintal) unverkauft, durch die Schuld der ligadoresund garbeladores war die Frucht nicht sauber, jetzt wurde er in Flandernzum Verkaufe „schön gemacht". 7 In Lyon und Genf erscheint er nurbeiläufig. 8 Die Ankaufspreise schwankten für die Bubb zwischen 5 und8 /? 6. Nach 1480 ist der Kümmel völüg aus den allerdings sehr spär-lichen Papieren der Gesellschaft verschwunden.
Die „Früchte" des Feigenbaums spielen nur eine ganz bescheideneBolle. Die reiche Ernte guter Feigen erfolgte in Spanien weiter südlichvon Aücante ab. Es war eine Ware, die von der Gesellschaft nur ganz bei-läufig geführt wurde, hauptsächlich um Bavensburg selbst zu versorgen, 9als Handelsobjekt erscheinen Feigen sonst nur in Genf im Verkauf und inBarcelona und Lyon im Ankauf. 10 Gekauft wurden sie sonst vom Geliegerin Valencia. 11 Das einzige größere Geschäft wurde 1426 in Barcelona ab-geschlossen über 116 Quintal. 12 1431 wurden auch 7 Feigenbrote aus-geführt, 1443: 30 Stück; auch 1474 erscheinen große Feigenbrote. 13
1 Vgl. Sieveking, Medizäer, S. 45. 2 Vgl. Hans. Urkundenbuch, Bd. 9, S. 24,Anm. 3. 3, 420, Anm. als Ausfuhr aus Kastilien. 3 3, 59. 101. 184. 414. 423,431 f. 4 Willkomm, Grundzüge der Pflanzenverbreitung, 334. 6 3, 59. 85.228. 6 3, lOOf. 121. 409. 413 f. ' 3, 184. 422. 431 f. 8 3, 3. 228. 9 Ein Pf undkostete bis Bavensburg 7V 2 <S)- 3, 17. 10 2 BaUen (netto 256»). 3, 24. 214.11 3, 147. 12 Zollbuch, dann noch 1430 2 arrobas, 1431 weniger als 1 Quintal.13 3, 17. 147.
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