Oberschwäbisches Leinen in Spanien. C4esamtbild
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waren; 1506: einfache Ballen telles 71 und teles „refetes" (Bavens-burger?) 16, zusammen 87. 1
Für die Berechnung des Preises der Leinwand bediente man sicheiner Schnellrechnung, wie ähnliche Bechnungen sich auch in denBaumgartnerschen Büchern finden. Es sind uns die Berechnungenfür St. Galler Leinwand, für Bavensburger schmale und weiße über-liefert. 2 Sie sind sehr verwickelt, aber sie paßten im Grunde nurfür einen bestimmten Ankaufspreis und enthielten neben demvariablen Elemente auch zwei feste, und diese festen mußten beianderem Ankaufspreise den Fehler herbeiführen. Variabel waren derPreis wie die Kurse der Münzen, fest standen dagegen die Un-kosten, die bis Bouc (oder Genua) erwuchsen, die man auch in deut-scher Münze berechnete, sodann die weiteren Kosten bis Valenciaund zu Valencia, die in Valencianer Münze berechnet wurden. Esist klar, daß solche Schnellrechnungen nur für einen einzigen Fallwirklich genau sein konnten.
Wir sehen, daß man aber bei der Bestimmung des Verkaufs-preises auf Grund der Erfahrung bei der St. Galler Leinwand denAnkaufspreis für die heimische Elle im Verhältnisse von 1 zu iy 2erhöhte, um so den Verkaufspreis für die Valencianer Elle (?) zu ge-winnen. Die angegebenen Normalfälle haben für St. Galler Lein-wand (1 Ballen = 5 Tuch = 20 Stück, bei feinen 24 Stück) den An-kaufspreis von 20 3 t St. Galler, den Verkaufspreis von 30 ^ Va-lencianer und einen Gewinn von 17—20 %, aber dabei waren dieUnkosten von Bouc bis Valencia nicht gerechnet, für Bavens-burger weiße ungefärbte (1 Ballen = 4%Tuch = 17 Stück) Ankaufs-preis 18 ,5), schmale aber (1 Ballen = 5 Tuch == 485 Valencianer Ellen)Ankaufspreis 10 ^ und Gewinn 22 1 / 2 °/ 0 . Diese Preise sind wohlNormalpreise. Beim Nachrechnen ergibt sich auch, daß sich Fehlerfinden. Baumgartner hat sorgfältige Tabellen für den Warenwerteiner Ausfuhrware am Orte der Erzeugung und des Verkaufes.
Im ganzen bietet sich uns also folgendes Bild. In den Land-schaften um den Bodensee blühte schon viele Jahrhunderte dieLeineweberei. Ihre besten und feinsten Erzeugnisse entstammtender Landschaft von St. Gallen, die Konstanzer verlor im 15. Jahrhundert ihr Ansehen und ihre Verbreitung. Die Linnen von Isny undBavensburg hatten schon eine mindere Qualität, die von Staufen,Wangen und Kempten stehen dahinter. Da schon lange vorher diedeutschen Tobalia (Zwehlen, Handtücher) in den romanischen Landengeschätzt waren, darf man annehmen, daß sie auch in unserer Zeitvon der Gesellschaft gepflegt wurden, doch fehlte es auch nicht anbreiter Leinwand, die für Bettlaken und sonst verwandt wurde.
Für den Absatz kam in älterer Zeit sicher auch Venedig in Frage,in Mailand ist mit Sicherheit kein Verkauf festgestellt, 3 Genua hatte
1 531 f. - 3, 238 f.; vgl. auch 148 1'., wo aber wohl dem Abschreiber Fehlerunterlaufen sind. 3 Vgl. 1, 249.