Ermahnungen an Gesellen
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Wir sind damit schon zu älteren Gesellen gelangt. Deren Ehrgeizsuchte man zu stacheln. An Felix Humpis, der in dem offenenLaden zu Valencia zum Obmann gemacht wurde, schrieben dieHerren: „Wenn Ihr denn da emsig seid, so braucht man Euchhinfüro zu einem Größeren, aber wenn einer im kleinen laß und hin-lässig ist, was sollte denn einer im großen tun?" *
Hans Homps saß in Avignon und hatte die Waren zu den Passa-gien, zu den Schiffen zu bringen. „Auch so siehst Du wohl, wieetliche Leute meinen, uns ganz einzutuen und meinen, Ihr seietalle Narren, so von unsern wegen drinnen sind, da sei auch dar-an .. ." Man zählte ihm seine Obliegenheiten auf. „Hans, da lasseDich merken, Du bist kein Kind mehr, ist Deine Ehre und unseraller Nutzen." 2
Großes Vertrauen brachte die Leitung dem jungen Lamparterentgegen, der von seinem Vater in Lyon völlig eingeführt werdensollte, um ihn dann zu ersetzen. „Du hast billig einen treuen Unter-weiser, dem folge, so wird wohl ein rechter Mann aus Dir, willstDu es selbst. Und Hans, sei ihm nur nicht zu zart; denn Du fügtestihm nur Übel zu. Vor allen Dingen, sei gottesfürchtig und hüteDich vor böser Gesellschaft; denn Du bist nicht mehr so kindisch,daß Du alle Tage wohl verstehst und verstanden hast, was man un-gern hat. So weiß Dein Vater wohl dich darin zu unterrichten." aUnd als ihm dann die Eechnung in Lyon übergeben wurde, schriebman ihm: „Hans, Du bist jung, und sicher solltest Du Gott unduns danken, daß man Dir so jung und so früh so viel und so großesempfiehlt. Dessen überhebe Dich nicht . . . An dem Ende möchteDir wohl einkommen, was Dir Dein Lebtag nützlich und ehrlichsei. .. Wolltest Du aber faul und laß sein, so ließe man Dich hierumhergehen. Dann hast Du die Zeit, die Du draußen gewesen bist,wohl gesehen, was man einem umsonst gibt, und bist der LeuteSpott . . . Fleißige Dich dessen, so Du weißt, das man gern hat,und hüte Dich vor dem, so Du weißt, daß man nicht gern hat.Also verleihe Dir Gott und Maria Vernunft, daß Du ihm recht tuestan Seele und Leib. Amen." 4
Das übelste Sorgenkind der Gesellschaft war der Sohn eines treff-lichen Lindauers, der junge Klaus Bützel. Man hatte ihm die Eech-nung über das Lyoner Gelieger übergeben, und er besorgte auch denAnkauf von Kanemasserie in der Landschaft Bresse. Das ersteAktenstück läßt fast noch mehr Hoffnungen durchschimmern alsBefürchtungen. 6
Sechs Monate später erhielt er folgende Mahnung: „Item, Claus,auf Deinen Brief, so Du her von Genf schriebst, wissen wir Dirnicht viel zu schreiben, denn uns dünkt, Du schriebest gleich inDeinen Briefen von der Kaufmannschaft, als Du einen Willen dazu
1 3, 56. 2 3, 78. 3 3, 131. 4 3, 180 f. * Unten 3, 69.Schulte, Gesch. d. Ravensburger HandeUges. I. 10
Hefe
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