Geschäftsbücher. Inventur
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Da der Band 91 die Zeit von 1517 bis 1526 umspannt, also damalsvielleicht mangelhaft die Führung der Manuale erfolgte, scheide ichihn bei der Betrachtung aus. Die Gesellschaft legte also von 1474bis 1517 in 44 Jahren 38 Bücher an. Wenn man also einen gleichenUmfang in der früheren Zeit voraussetzen dürfte, was ja sichernicht genau stimmt, so käme man bis 1380 zurückgreifend, auf81 Bände. Da man von 1474 erst bei Nr. 54 stand, so würde früherentweder weniger oder knapper eingetragen, oder war der Betrieb derGesellschaft früher kleiner oder setzt die Numerierung der Manualeerst später ein. Die Berechnung ergäbe bei völlig gleichmäßigerEintragung als Anfangsjahr 1413. Aber das ist ja sehr unsicher.
In ein besonderes „Frachtbüchlein" trug man die Transporte einnach dem Gewichte. 1
Sombart ist für die Meinung eingetreten, daß eine wertbestim-mende Inventur, welche von dem Ankaufswerte der Waren ab-sieht und den wahren Wert der Bestände im Augenblicke desBilanzabschlusses darstellt, erst sehr viel jüngeren Ursprunges sei.Er hält es für möglich, daß das Zeitalter des Frühkapitalismus zuEnde gegangen sei, ohne die Idee einer außerbuchmäßigen Inventurals notwendige Ergänzung der doppelten Buchhaltung erzeugt zuhaben. Die Inventur, die die beiden Savary im 17. Jahrhundertforderten, habe sich nur auf die Detailhändler bezogen, die keinedoppelte Buchhaltung hatten und denen die Inventarisierung sieersetzen sollte. 2 Sombart ruft selbst die Spezialforschung herbei.
Demgegenüber ergibt sich, daß die Inventur nach dem augen-blicklichen Werte von der Bavensburger Gesellschaft, die sicherlichkerne Detailhändler waren, aber die doppelte Buchführung nichthatten, im Jahre 1479/80 durchgeführt wurde. Es ist uns dafür einevöllig klare Teilinstruktion erhalten. Die Gesellschaft wollte imSommer 1480 ihre Generalrechnung machen, „den so geht es fastlustiger zu denn im Herbst oder Winter". Sie wollten gern herein-bringen, was hereinzubringen wäre — also die Frühjahrsmessen zuLyon, Frankfurt und Antwerpen —, „damit uns Gott die Gnadetäte, daß wir eine gute Bechnung hätten". In Valencia sollten dieBeauftragten im April oder Mai anfangen die Bodega zu rechnen,mit allen Kunden zu akkordieren und mit jedermann abrechnen,dem man schuldig ist. Inzwischen seien die meisten Passagienhineinkommen und das große Verkaufen Ende Mai beschehen.Sollte es sich bis in den Juni verziehen, so könne man das nichtändern. Hans Cunrad Muntprat sollte vorher die von ihm geführteBechnung abschreiben und für alle Dinge Baum lassen, „wenn dasGrößte beschehen wäre, so schließt Eure Bechnung und übergebtderen weitere Führung Jakob Budolf . . . und wie Ihr ihm das Gutund die Schulden übergebt, also nehmt Ihr das in die Währung.Unse r Wille ist, daß Du, Hans Hinderofen (der Obmann) und Hans
1 Unten 3, 18. 2 A. a. 0., 2, 1, 116 f.