Kechnungsweßen und Buchführung
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Die Prokura war jedoch nicht allein auf den Obmann abgestelltsondern auf mehrere Gesellen, so 1479 in Valencia auf JakobRudolf, Hans Hinderofen und Hans Konrad Muntprat. 1 Sie warin solcher Weise notwendig, damit sie nicht daständen als diebestyas — als das liebe Vieh. 2 Als eine Prokura lange ausgebliebenwar, schrieben die vom Gelieger heim: Wir haben auf die Prokuragewartet, wie die Juden auf den Messias. 3
Die Buchführung ist genau geregelt gewesen. Die im vorigenAbschnitt behandelten Tabellen enthalten häufiger Hinweise aufdie nicht erhaltenen Geschäftsbücher, so daß es möglich ist, folgen-des zu sagen.
Wie die Gesellschaft Koler-Kreß-Saronno in Nürnberg-Mailanddas, was jeder einbrachte, „in unser gemeinbuch, das man haystdas wertbüch", eintrug, so hatte auch die Gesellschaft ihr Wert-buch. 1497 ward ein Band begonnen, es wurden dann in demselbenBande die Posten nach jeder Bechnung erneuert und die Ehrungenhinzugeschrieben, z.B. die Konten von Hans Hinderofen hattenauf fol. 17, 103, 187, 205, 342, 365, die von Alexius Hillenson aberauf 32, 95, 180, 245, 341, 359 ihren Platz. Woraus hervorgeht, daßdie Reihenfolge der Konten wechselte. 1517 wurde ein neuer Bandangelegt: Hans Hinderofen hatte die Blätter 16, 100, 173, AlexiusHillenson 18, 96, 155.
Bei einzelnen Gesellen, die noch keine Einlage und daher keinKonto im Wertbuche hatten, wurde die Ehrung ins Schuldbucheingetragen, so bei einem Lehrlinge, aber auch bei älteren kommtes vor.
Die Abgänge wurden mitunter ins Schuldbuch eingetragen, meistjedoch ins Wertbuch. Sehr selten wurden die Ehrungen in bar be-zahlt, so bei dem Geschäftsfreunde Hans öhler zu Lindau, durch-aus die Regel war die Gutschrift. Bei diesem Systeme wuchs jedemtüchtigen Gesellen ein gewinnbringendes Kapital zu.
Für die übrigen Tabellen (außer Ehrungen und Abgänge) bildetedas Schuldbuch oder wie es auch genannt wurde, das Buch C dieGrundlage, also für die Listen der ganzen und halben Gewinnung,der zweifelhaften und guten Schulden und der Posten, die „wirgelten sond". Es waren also die Schuldner wie die Gläubiger derGesellschaft vereint; ob Soll und Haben auf die zwei gegenüber-hegenden Seiten verteilt waren, was wahrscheinlich ist, läßt sichnicht erweisen. Nach jeder Rechnung wurde ein neuer Band an-gelegt, und da begann der Rechnungsführer zunächst mit denfrommen Anstalten und Stiftungen, dann kamen die zweifelhaften,darauf die guten Schulden und dann kamen die Gesellen, unter-mischt mit Gläubigern. Aber das alles wurde nicht pedantisch ge-handhabt. Daß es mindestens von 1507 bis 1514 von Alexius Hillen-
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Unten 3, 153. 2 3, 100. 3 Unten 3, 78.
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