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1 (1923)
Entstehung
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Die Begründung der Gesellschaft

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gibt in seiner Chronik von Eavensburg als Stifter: Lütfried Munt-prat, Bürger von Konstanz, Joh. Humpis, Budölf Möttelin undKonrad Täschler von ihrer selbst und gemeiner ihrer Gesellschaftwegen an. Vielleicht lag ihm noch die Urkunde selbst vor. 1

Nun lege ich meinen schwersten Grund auf die Wagschale undweiß doch nicht, ob nicht auch er zu leicht erfunden werden wird.Das Handelszeichen, das die Gesellschaft später als das ihrigeführt, hat Lütfried schon im Jahre 1408 benutzt. 2 Es wäre denndoch sehr wunderbar, wenn die beiden Bavensburger Gesellschaftenbei der Aufnahme der Muntprats deren Warenzeichen übernommenhätten.

So komme ich unter vielen Vorbehalten zu der Meinung, daßdie Gesellschaft schon 1408 die drei Familien umfaßte, in Eavens-burg ihren Sitz hatte, ich glaube auch den Worten Suntheims,daß sie zunächst unter Leitung eines Mötteli, dann aber vonHumpis stand, glaube aber, daß der Konstanzer Zweig ziemlichselbständig von den Muntprats geführt wurde. Das äußert sichvielleicht auch darin, daß noch 1458 sich die Muntprat undetliche mit ihnen den Begierern der Gesellschaft zum Gehorsamverschrieben. 3 Es ist aber auch nach Schiaparitz denkbar, daß derSchöpfer Lütfried Muntprat war und die Gesellschaft von Konstanznach Eavensburg übersiedelte.

Die ältere Geschichte der Gesellschaft würde eine eigenartigeBeleuchtung erhalten, wenn man Karl Jägers Nachricht glattannehmen könnte, daß 1426 Johann Besserer und Nikolaus Un-gelter von Ulm mit den Geschlechtern Eberhard Becht undEberhard Teufel aus Beutlingen, Jodocus Hundbiß und UlrichBrück von Eavensburg, Hermann Hipp von Eßlingen und JohannesWüheimer von Weil zusammen eine Kaufmannsgesellschaft gebildethätten. 4

Solange die Quelle Jägers nicht aufgedeckt war, war ein sicheresUrteil unmöglich. Heute aber kann ich feststellen, daß da ein Miß-verständnis der Quelle vorliegt. Nach Niederschwaben hat die Ge-sellschaft sich niemals ausgedehnt. 5

1 Staatsarchiv Stuttgart, S. 64. 2 Zeitschrift f. Gesch. des Oberrheins 4, 42.Die Zeichnung verdanke ich dem Generallandesarchiv. 3 Allerdings könnte dasauch wegen der räumlichen Entfernung geschehen sein. Unten 3, 486..

4 Jäger, Ulms Verfassung, bürgerliches und kommerzielles Leben, S. 673.

5 In Wahrheit hatten eine Anzahl von Adeligen und anderen die genanntenKaufleute vor Eitter Konrad Truchseß Bamberger Diözese geladen, weil diesejener Schuldner seien, was die Kaufleute bestritten. Da wollte sie der Ritter zurÜbernahme eines Gottesurteiles nötigen. Die Kaufleute wandten sich daraufan den Papst und der gab nicht nur im Einzelfalle, sondern an die Bischöfevon Augsburg und Konstanz die allgemeine Entscheidung, daß das dem kanoni-schen Rechte widerspreche, und verbot es. So bleibt nichts für uns übrig, als dieallerdings sehr interessante Tatsache, daß noch damals Kaufleute mit diesemBeweismittel bedroht waren. Vgl. die Regesten Nr. 9159 und 9240 in Rieder,Regesten der Bischöfe von Konstanz, Bd. 3.

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