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Verzeichniß empfehlenswerther Bücher aus dem Verlage der Königl. Hofbuchdruckerei von L. Voss & Cie. in Düsseldorf
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Verlag von L. Voß ^ Cie. in Düsseldorf.

Lesung vor der Oeffentlichkeit sein Urtheil darüber abzugeben, der liest ja ganzanders als der harmlose Leser, der in einem Buche Belehrung, oder Behagenund Abspannung sucht, und es ist eigentlich das größte Kunststück des Roman-schriftstellers, so zu schreiben, daß selbst der Rezensent sich während des Lesensin einen einfachen Leser verwandelt, der von der Macht der Schilderungergriffen, ohne Nebengedanken und Nebenzweck, gespannt liest und weiterliestbis zu Ende .... und sich dann später erst wieder daran erinnert, mit welcherAbsicht er zu lesen anfing. Fritz Bley versteht das Kunststück.An's Herzder Heimath", die Erzählung, durch die er jetzt wenn wir nicht irren zumersten Male -- als Romancier vor die Oeffentlichkeit tritt, ist eine hervor-ragende Leistung, Um eine einfache, lebenswahre, geschickt und spannend ent-wickelte Handlung, die durch eine geradezu verschwenderische Fülle von bezeich-nenden Einzelheiten belebt wird, schlingt sich ein reiches, vielfarbiges Rankenwerkvon geistvollen, anregenden Beobachtungen und Ausführungen, denen wir selbstda mit regem Interesse folgen, wo wir mit den Ansichten des Verfassers nichtübereinzustimmen vermögen. Die Personen, die uns vorgeführt werden, findvon den Hauptfiguren an bis zu den Trägern der kleinsten Nebenepisoden vongeradezu dramatischem Leben durchhnucht; sie haben wirkliches, kräftig pulfirendesBlut in den Adern und bewegen sich so lebendig vor uns, daß wir sie fastmit den leiblichen Augen zu sehen vermeinen und uns für ihr Schicksalinteressiren, als gehörten sie zu unserm nähern Umgangskreise. Die Spracheist vorzüglich: originell doch nicht gesucht, voll sprudelnden Lebens doch nichtüberladen, voll zarter Poesie und rührender Innigkeit bei den stimmungsvollen,von feiner Beobachtung und tiefer Empfindung zeugenden Naturschilderungenwahre Wortmalereien, die zu den Glanzpunkten der Darstellung gehören,voll kräftiger, naturwüchsiger Derbheit bei manchen Gesprächen, voll lebendigerÜberzeugungskraft bei den eingestreuten Reflexionen, Und zu all diesenäußern Vorzügen kommt dann noch ein innerer, der uns gleichfalls sehr wohl-thuend berührt: die Erzählung ist von einem frischen, wahren, kerndeutschenGeiste durchweht und fließt wie ein reinigender Hauch unter den Wust vonNachahmungen der Zolnschen Naturalistik, die sich gegenwärtig auf dem deutschenLesemarkt so breit macht . , , , Wir möchten wünschen, daß BleysAns Herzder Heimath" auf recht vielen Weihnachtstischen als Angebinde für deutscheMänner und Frauen zu finden wäre; es ist im besten Sinne des Wortes eingutes Buch, für das wir dem Verfasser aufrichtigen Dank fchuldig sind. Dasist eine edle poetische Arbeit,"

Zeitschrift für bildende Kunst:Der Uebelgriff in das Gebiet derDichtkunst, den wir uns bei dieser Gelegenheit gestatten, findet seine Recht-fertigung in der Tendenz der Erzählung, die darauf hinausläuft, die deutscheKünstlerjugend vor den Extravaganzen des französischen Impressionismus zuwarnen, und siean das Herz der Heimath" zu verweisen, als den frischen,lebendigen Born wahrer Schönheit und schöner Wahrheit. Der Verfasser weißindeß die Tendenz so geschickt im Gewände einer flüssigen und farbenreichenErzählung zu bergen, daß die Absicht niemanden verstimmen wird. Ein Forst-haus am Südharz und der Pariser Salon, die Wohnstätte treuherziger, natürlichempfindender Menschen und der Schauplatz eines wüsten, von der hohlenPhrase beherrschten Kunsttreibens, sind in einen.überaus wirksamen Gegensatzgebracht, der gleiche Gegensatz drückt sich in den ^Charakteren zweier Brüderaus, die beide die Malerlaufbahn eingeschlagen haben. Von dem weiterenInhalt wollen wir dem Leser nichts verrathen und nur bemerken, daß wersich in das hübsche Buch einmal hineingelesen, so leicht nicht davon «blassenwird, bis er die letzte Seite erreicht hat."

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