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Die Gewitter sind in den pfälzischen Bergen nichtselten schwer und schädlich. Die Donner krachen und grollenin den Gebirgstälern zumeist fürchterlich lang und dumpf, zu-mal wenn die niederhängenden Gewitterwolken an den Berg-gipfeln „anstehen", sich da entladen und nicht weiter ziehenkönnen. Dann zündet die fromme Hausfrau ihren Osterbrandund ihren geweihten Wachsstock an und kniet sich mit all denIhrigen zum Gebete um den Tisch. „Verzeih' uns Gott; es hatgeblitzt", lautet der weibliche Angstruf bei heftigen Schlägen.Dann bekreuzen sich alle und flehen inständig um Gottes Schutzvor Schaden. Der Mann aber macht still das Kreuz und schautnach, ob im Hause noch alles unverletzt und gut verwahrt ist.
Viele Frauen und Kinder fürchten sich aber nicht nur vordem Blitze, sondern auch vor dem Donner. Wenns „dümmelt",„zürnt der liebe Herregott". „Er schlägt den Bösen mit seinemKluppe! auf den Kopf". Seine „Donnerkeile" fahren krachendsieben Klafter tief in die Erde und heben sich dort jedes Jahrwieder um ein Klafter. Wer sie nach sieben Jahren findet, fürden sind sie heilkräftig gegen Geschwulst und Brand und gegenGewitterschäden. Auch geschwollene Küheuter werden damitgestrichen und geheilt, Sensen und Sicheln geschärft. Diemeisten dieser Donnerkeile kommen aber jetzt in die Museenals prähistorische Steinhämmer und Steinbeile, als Steinpflügeund Steinschaber. — So hängt auch an diesen Donnerkeilennoch ein gut Stück uralten deutschen Volkstumes, wenn auchvon Donars Gewitterhammer und Hammersegen und von seinenGöttertaten im Volke nichts mehr bekannt ist.
In der Vorderpfalz schleift jeder ordentliche Bub am Kar-samstag einen defekt gewordenen Wingertsstiefel aus Eichen-holz, an Draht oder Weiden gebunden, durchs Dorf zum Oster-feuer vor die Kirche um ihn als „J u d a s" verbrennen zu lassen.Auch die geweihten Kohlen dieses Judas gelten als heilkräftigund hilfreich gegen Gewitterschäden.
Die drei Kartage sind strenge Fast- und Abstinenz-tage. Fleischspeisen waren bis vor kurzem wie an allen Frei-tagen des Jahres so auch am Gründonnerstag, Karfreitag undKarsamstag strenge verboten. Ein V i g i 11 a g ist der Kar-samstag als Vorabend eines hohen Festes überdies. Trotzdemerzählte man uns jedes Jahr von alten Leuten im Dorfe, die„nach altem Brauche" am ganzen Karsamstag nichts afzen, bisder erste Stern am Himmel sichtbar wurde. Dann aber gingensie hungrig zu Tisch und verzehrten jedesmal ein gebratenes
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