Druckschrift 
3 (1775)
Entstehung
Seite
255
Einzelbild herunterladen
 

letztes Lied.255Fremden; mein Schwert das Schrecken der Fein-de. Aber was nützte meine Kraft! was nütztemeine wirthliche Seele! Forlath kam von Al-bions Klippen, den sanften Strahl Slimonaszu werben. Hundert Hügel erkannten sein Herr-schen; zahlreich waren die Hirsche seiner Wälder,zahlreich seine kriegrischen Helden. Aber nurwenige begleiteten seine Schritte, denn seine Seelewar friedsam. Sulvira blickte den edlen Jüng-ling. Der geheime Seufzer ihrer Liebe erhob sich. Ichsegnete diesen Schimmer der Jugend, und versprach ihm das erröthende Mädchen, Wärde um-floß ihre stattlichen Schritte. Liebt flammte inihren blaurollenden Augen. Ihre Stimm' wardie Musick der Harfen, ihr Herz großmüthig undmild. Freud' herrschte in den Hallen Slimonas.Wir verzehrten die Nacht in Gesängen. So baldnun der graue Morgen erschien, und die Sonneihr ungeschornes Haupt aus ihrem wässerichtenLager im Meere erhob, sammleten wir die sprin-genden Hunde der Jagd, und schritten zu Gorm-bans waldigten Hügeln, zu den Pfaden derastigten Hirsche. Wir befärbten unsre Speere imBlute der Eber der Berge. Wir genossen dreyTage in den Wäldern das Mahl. Die Kraftder Muscheln goß sich herum. Mit eilendenSchritten kam Farbil heran. Wehmuth bedecktesein Antlitz. Seine Worte waren mit Seufzerngebrochen. Auf, sagte der Jüngling,Gel-lamin auf, Struthdarg, Mathons wildblicken-der Fürst hat deine Hallen bestürmt. Sein Armist der Donner des Himmels, der die Söhne derThäler versengt. Sein Schwert trieft vom Blutedeiner Freunde. Ich stürzte mit unsern Führernvon