Druckschrift 
3 (1775)
Entstehung
Seite
254
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Ossians254öfters mit Unglück das Leben des edelsten Krie-gers.Ich irrte einst an dem Hügel, und hörtedie Klagen des alten Gellamin. Seine Stimmewar sanft wie das Lüftchen des Frühlings, dasdurch die grünkeimenden Zweige der Hayne sichschwingt; er saß an einem zertrümmerten Felsenneben der Quelle eines murmelnden Baches.Seine grauen Locken seufzten im Hauche, undwallten um seinen Stab. Thränen slossen überseine veralteten Wangen. Er sang, und die Gei-ster der Nacht horchten aufmerksam zu seinemLied. "Ach warum so still o du Wind! warumrollst du so sanft, du murmelnder Strom! daOrkane meine Seele durchwühlen, da Aufruhr derWehmuth meinen Busen zerreißt. Braust ihrdüstern Stürme des Nords! schlagt wilde Meeregegen die Wolken. Doch halt mit eurer eitlenBestrebung, ihr schildert nur schwach die Ver-wirrung meiner Seele.Ach wo bist du sanfte Sulvira, du lieb-reichstes Mädchen unsrer Hügel? wo ist deinBruder Colulla, die Hoffnung meines abnehmen-den Alters? warum flieht ihr vor eurem Vater,warum laßt ihr ihn einsam im Jammer? michdünkt ich sehe zu Zeiten eure blassen und däm-mernden Geister, wenn der schwache Strahl desMonds, die braunen Seiten der Wolken befärbt.Ich ruf eure liebreichen Gestalten, aber ihr glei-tet unfreundlich hinweg. Ihr Felsen horcht meintrauriges Lied! ihr Wälder erschallt meinen Jam-mer! Meine Hallen waren die Zuflucht derFrem=