letztes Lied.253fallen wie Blätter, neue Geschlechter, spriessenwieder wie Keime; aber sie reichen zum nemli-chen Ziel. Wie Wogen auf Wogen sich wälzen,und gegen die Ufer sich brechen, so stürzen dieSöhne der Menschen. Mächtige fallen wie Feige.Wer kann den dunkelrollenden Strom der Jahreeinhalten? wer binden die Flügel der Zeit? dashungrige Grab verschlingt unerbittlich das blühen-de Mädchen, den zarten Jüngling, und den grau-lockigten Krieger, den Schrecken des Felds. Sieliegen untereinander vermischt. Wo sind die grau-samen Gebieter, die im Blutvergiessen frolockten?wie Lanos tödtliche Dämpfe, verzehrten sieganze Länder in ihrer Wuth. Aber ihre Namensind vergessen; der Bard vertreibt sie aus seinemLied'. Ihre dunkeln Geister wandeln einsam inden dicken Nebeln der Sümpfe. Sie steigen niezur Wohnung der Wolken.Aber ihr Helden, ihr Freunde der Leiden-den, ihr, deren Schwerter nie Schwache verletz-ten, ihr lebt ewig im Lied! wir loben dich Tren-mor bey unsern Mahlen, Morven erschallt vomNamen Fingals. Auch Ossian du bist berühmt.Conas liebliche Stimm ist beehrt. Wer sangwie du an unsern Hügeln? wessen Schwert blitztewie deines im Streit deiner Freunde? wessenRath war so heilsam wie deiner? wer befördertewie du das Wohl deines Lands? Aber Glückfolgt nicht immer, o Barde, den Pfaden der Ge-rechten. Wie die schwarze Wolke des Westenüber das Antlitz der Sonne sich stürzt, und beymEnd ihrer glorreichen Reise den Glanz ihresschimmernden Laufes verdunkelt, so schließt sich
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