Berrathon.218Wohnung von Fingal. Dort sitzt in Schattender Held. Seine Rechte faßt seinen luftigen Speer.Sein Schild halb bedeckt mit Wolken, gleichtdem dämmernden Monde; wenn eine Hälfte indie Wellen noch gesunken, und die andre blaßdas Feld überschaut.Seine Freunde sitzen auf Nebel, um denKönig herum, sie horchen zu den Liedern vonUllin: er schlägt auf die halbunsichtbare Harfe.Er hebt die schwachtönende Stimme. Die gerin-geren Helden mit tausend Luftbilder beleuchten dieluftigen Hallen. In der Mitte hebt sich Malvina;Erröthung bedeckt ihre Wangen. Sie erblickt dieunbekannten Gesichter ihrer Väter. Sie wendt seit-wärts ihre thränenden Augen. "Bist du sofrühzeitig gekommen?" sagte Fingal, "du Toch-ter des edlen Toscar. Wehmuth herrscht in denHallen von Lutha. Traurig ist mein veralteterSohn: ich hör das Lüftchen von Cona, dasdeine gewichtigen Locken zu heben gewohnt war.Es kömmt zu der Halle, aber du bist nicht dort.Seine Stimme ist traurig zwischen den Waffendeiner Väter! geh mit deinem brausenden Flügel,o Lüftchen! seufz am Grabe Malvinas. Es hebtsich unter jenem Felsen, bey Luthas blaulichemStrom. Hinweg sind die Mädchen (*) geschie-den. Du trauerst dort einsam, o Lüftchen.Aber wer kömmt aus dem dunklen Weste,auf(*) Daß ist, die jungen Mädchen, welche das Todtenliedüber ihr Grab fingen.
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