Druckschrift 
3 (1775)
Entstehung
Seite
217
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Ein Gedicht.217an seinen Wangen! dann komm o Malvina,komm mit all deiner Musick. Leg Ossian an dieEbne von Lutha: laß sein Grab in dem einsa-men Felde sich heben.Wo biſt du Malvina mit deinen Geſän-gen, mit dem sanften Klang deiner Tritte? Al-pins Sohn bist du nahe? wo ist die Tochter vonToscar? "Ich gieng o Sohn Fingals, Torlu-thas moosigten Mauern vorbey. Der Rauch derHalle war hin. Schweigen herrschte in den Bäu-men des Hügels. Die Stimme der Jagd warvorbey. Ich sah die Töchter des Bogens. Ichfragte nach Malvina, aber sie antworteten nicht.Sie wandten ihre Gesichter hinweg: dünne Schat-ten bedeckten ihre Schönheit. Wie Sterne amHügel des Regens bey der Nacht, jeder schautbleich durch seinen Nebel.Dein Schlaf sey reitzend, o lieblicher Strahl!früh bist du von unsern Hügeln geschieden! statt-lich waren die Schritte deiner Scheidung, wieder Mond an der blauen und zitternden Welle.Aber du hast uns in Schatten verlassen, du ersteder Mädchen von Lutha! wir sitzen beym Fel-sen, dort ist keine Stimme; kein Licht als dasfeurige Luftbild! früh bist du geschieden Malvina,du Tochter des edlen Toscar! aber du steigst,wie Strahlen in Osten, zwischen den Geisterndeiner Freunden, wenn sie in ihren stürmischenHallen, in den Gewölben des Donners, sichsetzen. Eine Wolke schwebt über Cona. Hochsteigen ihre blauen gekräuselten Seiten, unter ihrspreiten die Winde ihre Flügel, in ihr ist dieWoh-O 5