Druckschrift 
3 (1775)
Entstehung
Seite
157
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Sechstes Buch.157einer brennenden Eiche, rührte zu Zeiten Sul-malla die Harfe. Sie rührte die Harfe, undhörte in ihren Locken die Lüfte dazwischen. Nahin den Schlachten, lag Athas Gebieter, untereinem veralteten Baum'. Der Strahl der Eichewar von ihm gekehrt. Er sah das Mädchen, eraber ward nicht gesehn. Heimlich zersloß seineSeele, wenn er ihre furchtsamen Augen erblickte.* Aber die Schlacht ist vor dir, du Sohn vonVorbar=Duthul.In der Mitte der Stimme der Harfe,horchte sie zu Zeiten, ob der Krieger erwache:ihre Seele war auf: heimlich verlangte sie ihrwehmüthiges Lied zu ertönen. Das Feld liegtim Schweigen. Auf ihren Hügeln ziehn sich dieLüfte der Nacht zurück. Die Barden sangennicht mehr, und Luftbilder kamen rothschlängelndmit ihren Geistern. Der Himmel ward düster,die Bildungen der Todten waren mit den Wolkengemengt. Aber ſorglos neigt ſich die Tochtervon Conmor über die sterbende Flamme. Duwarst allein in ihrer Seele, Athas im Wagengetragener Führer. Sie hob die Stimme desLieds, und rührte die Harfe dazwischen. Clun=Galo (*) kam, sie mißte das Mäd-chen.(*) Clun=galo, Gattin von Conmor, König von Inis-huna, und Mutter von Sulmalla. Man stellet siehier vor, als misse sie ihre Tochter, nachdem sie mitCathmor entflohen war.