als nur das eine des Propheten Ionas. Wie der Prophet Ionas,er allein, der fremde Mann von der verachteten Sekte der Hebräergegangen ist, hin in die große Stadt Ninive mit drei MillionenEinwohnern und hatte nichts in sich als den Glauben, den Glaubenan den Gott, der ihn errettet hatte aus der Tiefe des Meeres,auf daß er sich bekehre zu den heiligen und unsichtbaren in derHöhe, wie dieser eine Mann, Ionas, ist hingegangen und hatdie Dreimillionenstadt umgewandelt und bekehrt mit der Botschaftvon dem Gott, der ihm geholfen hatte aus der Meerestiefe heraus,fo haben auch die Christen und die Christenheit allezeit nichtsanders als nur den Glauben in sich an den Gott, der seinen SohnJesum Christum nicht gelassen hat in des Todes Bann, sondernder ihn hervorgebracht hat, auf daß nun von den armen FischernGalliläas aus die Botschaft und das Evangelium von der Auf-erstehung Jesu Christi aller Orten glaubensstarke Männer hervor-riefe, die in Kraft ihres Glaubens auftreten und mehr denn dreiMillionen mit aller ihrer weltlichen Macht überwänden und zuden Ihrigen machten.
Aber die innerhalb der Christenheit entstandene Reliquienver-ehrung hat doch, geschichtlich betrachtet, noch eine andre Herleitung.In der ersten Christengemeinde ist solches Heidentum nicht imSchwange gewesen, sondern die nachher entstandene christliche Re-liquienverehrung, falfche christliche Reliquienverehrung, ist anders-wo hergekommen. Ihr kennt die Zeiten, als die schrecklichen Ver-folgungen in dem römischen Kaiserreiche ausbrachen wider dieChristenheit, als diese bis aufs Messer und aufs Blut verfolgtwurden, und als die Christen Märtyrer lieferten, die den Todnicht fürchteten, fondern, ehe sie ihren Glauben und ihre Ueber-zeugung preisgaben, sich martern und auseinanderreißen ließen.Die Gebeine dieser christlichen Märtyrer wurden alsdann von denChristengemeinden gesammelt, sie wurden gesammelt aus der Arenaheraus, wo die wilden Tiere die Märtyrer zerrissen hatten, siewurden herabgenommen vom Kreuz und wo sonst sie in qualvollemTod geendet hatten. Und diese Gebeine der Märtyrer setzte manmit Vorliebe an den Orten bei, wo die christlichen Gemeinden ihreVersammlungen hielten. Mehr noch da, wo, wie in den Kata-komben, die Märtyrer beigesetzt waren, da versammelten sich diechristlichen Gemeinden, und eine Erinnerung daran ist es zumBeispiel auch, daß unsre alten Kirchen allesamt auf Friedhöfengebaut sind. Es ist das noch ein Rest des schönen Gedankens,daß wir mit denen, die vor uns in Christo entschlafen sind, auchäußerlich vereinigt bleiben wollen, und daß alle Zeit das Haus derGemeinde, wo sie vor Gottes Angesicht steht, immerdar da sei.