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1 (1884) Prag, Köln, Erfurt, Rostock, Heidelberg, Wittenberg, Marburg, Leyden, Erlangen
Entstehung
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grossen Zahl der Inscribirten herauszufinden. Unter diesen Um-ständen können demnach als Livländer mit Sicherheit nur diesehr wenigen erkannt werden, welche als solche durch die An-gabe ihrer Heimath ausdrücklich bezeichnet werden. Aber ausserdiesen kommen doch auch einige Personen mit Namen vor, welcheaus livländischen Urkunden bekannt, und deren Träger daherunzweifelhaft zu den Livländern zu zählen sind. Endlich sindzu ihnen aber wohl auch noch einige wenige Personen mit sol-chen -Namen zu rechnen, welche livländischen Familien jenerZeit angehören und anderswo nicht angetroffen werden.

Das eben Bemerkte gilt auch von den Namenverzeichnissen,welche sich im Tomus II der Monumenta, in dem Album oderder Matrikel der juristischen Facultät der Universität Pragbefinden. Diese Matrikel, welche gegen viertausend Namen ent-hält, reicht nur von 1372 bis 1418, geht also nicht so weit herab,wie das im ersten Tomus enthaltene Verzeichniss der Decaneund Examinanden der philosophischen Pacultät. Es ist diesaber für den vorliegenden Zweck wohl von keinem Nachtheil,da sich auch in den Verzeichnissen der philosophischenPacultät nach dem Jahre 1407 keine Livländer mehr finden. NachGründung anderer deutschen Universitäten, namentlich Leipzigsund insbesondere Rostocks, ging der Zug aus Livland hierhin,besonders nach letzterem Ort, und Prag wurde von Livland ausnicht mehr besucht. Hatten doch die Uneinigkeiten zwischenBöhmen und Deutschen im Jahre 1409, veranlasst durch die kirch-lich-reformatorische und zugleich czechisch-nationale von JohannHuss beförderte Bewegung *), den Auszug einer grossen AnzahlStudenten aus Prag unter Anführung von Otto von Munsterbergund Johann Hofmann und die Gründung der Universität Leipzigveranlasst.

Die Einrichtung der Prager Matrikel der juristischen Pacul-tät ist folgende: Auf den ersten Blättern sind die Doctores bis1412, auf den folgenden die Baccalarii bis 1416 verzeichnet; dannfolgt vom Jahre 1372 ab, nach den Nationen der Böhmen, Baiern,

*) Vergl. Pypin A. N. und Spasovic Y. D.: Geschichte der slavischenLiteraturen. (Nach der zweiten Auflage) aus dem Bussischen (übertragen)yon Traugott Pech. Leipzig 1884. Bd. II. Zweite Hälfte, S. 80 u. ff.