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Geschichte, Bd. XLTIIL, 1883, S. 54-88 und S. 339-341:„Mecklenburger auf auswärtigeA Universitäten". Hier sind auchNotizen über den Familienstand der Studirendeu und über ihreeigenen späteren Lebensstellungen beigefügt.
Von Livland aus wurden im achtzehnten Jahrhundert ausserden sieben Universitäten, von welchen Eckardt a. a. 0. Matrikel-auszüge gebracht hat, auch noch Erlangen, Tübingen, Heidelbergund andere besucht, so dass die von Eckardt gegebene Reihefür diesen Zeitraum keineswegs vollständig ist.
Im siebzehnten Jahrhundert finden wir die Söhne unseresLandes vorzugsweise in Rostock und Leyden, dann aber auch inKönigsberg, hier namentlich Kurländer; ferner in Leipzig, Jena,Wittenberg und Einzelne auch in Frankfurt a. 0., Giessen, Helm-städt, Köln und Strassburg. Rutger Hemsing und Johann Fuhr-mann aus Riga wurden zu Padua zu Doctoren der Medicin pro-movirt, ersterer 1632, letzterer um 1657.
Im sechszehnten Jahrhundert sind Köln, Rostock, "Witten-berg, Leipzig und Königsberg die Orte, wohin sich unsere Jugendzur Erlangung wissenschaftlicher Ausbildung wendet. Zwei habensich auch in Marburg immatriculiren lassen. In Heidelberg er-scheinen nach fast hundertjähriger Unterbrechung mit dem Jahre1531 wiederum auch einige Livländer. Hieher wandten sichwahrscheinlich diese Wenigen, weil sie der katholischen Religionanhängig geblieben waren, und Heidelberg bis zur Mitte dessechszehnten Jahrhunderts eine katholische Universität war,während die norddeutschen Universitäten sich dem Lutherthumzugewandt hatten. Nach den im Jahre 1551 abgefassten undgenehmigten Statuten der Artistenfacultät in Heidelberg musstejeder Baccalaureus schwören, dass er treu sein werde der Sacro-sanetae catholicae et orthodoxae Romanae ecclesiae et ejusPontificibus legitime et rite electis. Während die Stadt Heidel-berg sich schon 1545 für Luthers Lehre erklärt hatte, folgte ihrdie Universität erst 1556 nach, um bald unter dem KurfürstenFriedrich III. (1559—1583) durch seinen Einfluss einen strengcalvinistischen Charakter anzunehmen, woher sie wohl kaumweiter von Livländern besucht sein wird.