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1 (1886) Zur Kritik sagenhafter Beziehungen Karls des Großen zu Aachen. - Die lutherische Gemeinde zu Aachen im Laufe des 16. Jahrhunderts
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deutlichende Ueberarbeitung 3 der Invariata vom Jahre 1530augesehen uud anerkannt wurde; aber es ist bekannt genug,wie sehr die Frage nach der Gleichberechtigung beiderFassungen seit der Weimarer Disputation vom Jahre 1560und seit dem Naumburger Fürstentage vom Jahre 1561 dieganze protestantische Welt des Keiches in heftigster Span-nung und tiefster Spaltung erhielt.

Der Gegensatz der lutherischen Gemeinde in Aachenzu den Reformirten fand in der Stadt selbst schon gleichnach der Gründung der Gemeinde lebhaften Ausdruck, wieer denn auch schon in Antwerpen zu Streitigkeiten Veran-lassung geworden war 1 ). Es war das ausgesprochene Be-streben der Lutheraner, möglichst ausser jeder Berührungmit den beiden calvinistischen Gemeinden zu bleiben. Desöftern wird in den Consistorialprotokollen von der Theil-nahme an den religiösen Akten der Reformirten, an ihrenPredigten, Taufen und Eheschliessungen abgerathen; dielutherischen Prediger hatten seit dem Jahre 1579 denAuftrag, ihre Gemeinde ausdrücklich vor dem Verkehr mitden'Papisten, Cal vi nisten, Wiedertäufern, Sckwenck-feldern und andern Sekten 3 zu warnen.

Aufs deutlichste zeigte sich dieser Gegensatz in demöffentlichen Religionsgespräch, das die beiden Predigerder lutherischen Gemeinde, Johann Engels und ChristianGerhardi, in den Tagen vom 31. Juli bis zum 2. August1580 in dem Hause zum Löwenstein am Markt mit denbeiden Predigern der deutschen reformirten Gemeinde,Johann Otzenrath und Petrus Pedius, hielten 2 ). In zweientscheidenden Punkten, in der Frage nach der mensch-lichen Natur Christi nnd in der Abendmahlslehre, dem10. Artikel der Augsburger Confession, standen die

1) Preger a. a. 0. II, 287.

2) Vgl. a Beeok, Aquisgranum (1620) p. 271 ff. Das voll-ständige Protokoll dieses Gespräches befindet sich im StaatsarchivDüsseldorf, Reiehssachen (Jülich-Berg) n. 55.