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1 (1886) Zur Kritik sagenhafter Beziehungen Karls des Großen zu Aachen. - Die lutherische Gemeinde zu Aachen im Laufe des 16. Jahrhunderts
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wurde aufgegeben, die Kirchensteuer um Johanni und Weih-nachten von den Gemeindegliedern einzusammeln. Von denDiaconen*) sollte die erste Klasse die Verwaltung der Ar-menkasse führen, die zweite die Vorbereitungen zu Taufen,Eheschliessungen und zum Abendmahl treffen, sowie diezweite Klasse der Senioren unterstützen, die beiden zurdritten Klasse gehörigen Diaconen sollten endlich imGottesdienst die Armenbüchse halten und einmal jährlichAlmosen in den einzelnen zur Gemeinde gehörigen Fami-lien sammeln.

Die Feier des Abendmahls fand regelmässig an denhohen Festtagen, am Gründonnerstag, zu Ostern, Pfingstenund Weihnachten, sowie ausserdem noch etwa viermal desJahres statt.

Das Consistorium befasste sich sowohl mit Berathun-gen über das Bekenntniss als auch mit der Handhabungder Kirchenzucht. Auf ersteren Punkt werden wir nochzurückkommen; in Bezug auf letzteren ist zu bemerken,dass der Eindruck sittlichen Ernstes, den man an den Be-strebungen der reformirten Kirchenunter dem Kreuz"rühmt 2 ), auch durch die Massnahmen der Aachener luthe-rischen Gemeinde hervorgerufen wird. Mit Strenge wandte

1) Ueber die Thätigkeit dieser Diakonen herrschte in derkatholischen Bevölkerung Aachens, welche dieselben analog denDiakonen der katholischen Kirche auffasste, vollkommene Unkennt-nisn. Am 26. November 1599, also noch nach der Kestitutkm deskatholischen Regiments, wurde Johann Kalkberner (der öfter alsDiakon fungirt hatte) vor das Sendgericht gefordert, dessen Vor-sitzender, Dechant Franz Voss, ihm erklärte, dass er im Verdachtstehe, jetzt als Diakon an Stelle der weggegangenen Prediger dieTaufen in der lutherischen Gemeinde zu vollziehen. Erst auf dieVersicherung Kalkberners, dass bei ihnen die Diakonen Almosen-pfleger seien, beruhigte man sich.

2) Vgl. u. a. Ennen, Die reformirte Gemeinde in der StadtKöln am Ende des 16. Jahrhunderts in Pick's Monatsschrift fürrheinisch-westfälische Geschichtsforschung I, 397 ff.