Druckschrift 
1 (1886) Zur Kritik sagenhafter Beziehungen Karls des Großen zu Aachen. - Die lutherische Gemeinde zu Aachen im Laufe des 16. Jahrhunderts
Entstehung
Seite
26
Einzelbild herunterladen
 

26 I.

Schreiben, auf das wir noch mehrmals werden zurück-kommen müssen, ist für uns an dieser Stelle besonders ausdem Grunde wichtig, weil aus ihm hervorgeht, dass dielutherische Gemeinde im Jahre 1577 zum grössten Theilnoch aus fremden aus den Niederlanden eingewanderten Per-sonen, nicht aus einheimischen Aachener Familien bestand.Solcher aus den Niederlanden eingewanderter lutheri-scher Familien lassen sich in Aachen für diese Zeit mehrerenoch nachweisen. So vor allem die Familie des auch indem Schreiben des Conrad Geräus erwähnten Johann Bode,der einflussreichsten Persönlichkeit aus der Entstehungs-zeit der Gemeinde, in dessen Hause, wie wir noch sehenwerden, der erste lutherische Gottesdienst stattfand. Erwar ein Sohn des schon 1544 aus Antwerpen seinesBekenntnisses wegen verbannten und von dort nachFrankfurt a. M. verzogenen Nikolaus Bode; die Zweigevon dessen Familie zerstreuten sich nach Frankfurt a. M.,Hamburg und Aachen 1 ). Ausser dieser Bodeschen Fa-milie sind noch mehrere Glieder der Aachener Gemeindeals Niederländer nachweisbar, allerdings nur dadurch,dass dieselben bei ihrer später erfolgten Uebersiede-lung nach Hamburg sich dort als aus den Niederlanden,speziell aus Antwerpen stammend zu erkennen gaben. Essind das die Familien von Broucken, Heusch, Verstraaten,Malapert, Huet und die mit der bekannten Aachener Fabri-kantenfamilie Amya verschwägerte Familie Verpoorten 2 ).Die Spuren der Einwanderung von Anhängern des lutheri-

die ganzen Bheinlande als 'Belgien' bezeichnet, doch liegt aufder Hand, dass hier nur an eine andere als die Aachener Sprachezu denken ist.

1) Vgl. J. C. Schultz Jacobi, Oud en Nieuw uit de ge-schiedenis der nederlandsch-luthersche kerk 1863 p. 31; W. Sillemin der Ztschr. für hamburgische Geschichte, Neue Folge IV, 535 f.;Steitz und Dechent, Geschichte der niederländischen GemeindeAugsburger Confession in Frankfurt a. M. (1885) p. 43, 51, 56.

2) Sillem a. a. 0. p. 513, 519, 528, 549.