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geworden, dass man auf katholischer Seite die Existenzsolcher lutherischen Gemeinden des 16. Jahrhunderts fürweite Gebiete des Niederrheins zu leugnen versuchenkonnte 1 ). Der lutherischen Gemeinde in Aachen ist es er-gangen, wie ihren niederrheinischen Schwestergemeiuden;die folgenden Mittheilungen dürften also auch weiterenKreisen nicht unwillkommen sein, da sie einem oft empfun-denen Mangel unserer historischen Kenntniss, wenn auchnur zum Theil, abzuhelfen im Stande sind.
Was die mir zugänglich gewordenen Quellen betrifft,so sind dieselben zum weitaus grössten Theil archivalischerNatur. Die Aachener Chroniken von a Beeck (1020), Nop-pius (1632) und Meyer (1781) weisen für uusern Zweckeine noch grössere Unzulänglichkeit und Lückenhaftigkeitauf, als dies bei fast allen übrigen Fragen der Fall ist undsich jedem, der sich mit irgend einem Theil der AachenerGeschichte beschäftigt, in unangenehmster Weise zu er-kennen gibt. Das Werk von Haagen 2 ) braucht hier garnicht zu Rathe gezogen zu werden; es enthält nicht mehr,als die erwähnten Chronisten. Auch die neuere Darstellungder Aachener Reformationsgeschichte, die von Fürth seinemBuch über die Aachener Patricier 3 ) einverleibt hat, bietetüber die lutherische Gemeinde nichts Neues.
Von den kirchengeschichtlichen Darstellungen enthältvon Recklinghausens trotz mancher Schwächen und^Fehlerimmer noch recht brauchbares Buch 4 ) zwar Nachrichtenüber die lutherische Gemeinde seit dem 17. Jahrhundert;über die frühere Zeit weiss der Verfasser aber gar nichts
1) Koch, Die Reformation im Herzogthum Jülich (1883) S. 37.
2) Haagen, Geschichte Aachens (1873—1874) 2 Bde.
3) von Fürth, Beiträge und Material zur Geschichte derAachener Patricier-Familien II (1882) S. 37 ff.
4) von Recklinghausen, Reformations-Geschichte der Län-der Jülich, Berg etc. und der Städte Aachen, Cöln und DortmundI (1818) S. 278.