135§. 4.Wann der Universitäts Vormund solcher Kir-chenreformation, als welche vorzüglich von derBildung der Jugend, und der Geistlichkeit vorgeb-lich handelt, in seiner Rede vor dem Throne desLandsherrn anrühmt, wann er daraus richtige,und merkwürdige Grundsätze anführt, wann eranmerckt, daß der Ertzbischof Hermann vonWied durch die von dem Pabst, und dem Kay-ser angedrohete Strafe in der Unmöglichkeit sei-nem Amte mit Nutzen vorzustehen, und die ertz-catholische Kirchenreformation einzuführen, gesetztworden seye, wann er mit seinem Pflegbefohle-nen Hedderich, als der Zierde, und Ruhm desCatholischen Teutschlandes, und der Stütze derTeutschen Kirchenfreyheit das harte Schicksaal desunseeligen Ertzbischofs bedauret, wann er diesesalles in seiner Rechtfertigungsschrift (1) wieder-hohlt; rechtfertiget er sich dann nicht vollkommenbey einem Catholischen Ertzbischofe, oder klagt ernicht vielmehr sich selbst an, daß er, als einSchmeichler, Heuchler, und Sophiſt tödlichesGift, das den Saamen seines Verderbens ver-mehrt,(1) Hätte er darin nicht eben so, wie Gundling §. 26.Bl. 936, anrühmen können, daß Beza diesem Erzbi-schose Hermann zugeschrieben: Non modo conscien-tiam tuam liberasti, sed Te ipsum quoque memorabili se-culis omnibus exemplo superasti: quam ultro vi majoricedens paternis bonis contentus, placide, christianquevivere, quam, licet immerito, erepam dignitatem Tus-rum subditorum sanguine tutari maluisti.
Druckschrift
Des catholischen Pfarrers zu Calenberg fortgesetzte Aufklärungen des aechten Actenstucks der Lästerung, Verläumdung und Unverschämtheit aus dem bönnischen Universitäts-Briefschranke
Entstehung
Seite
135
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten