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einen reichen, schönen Inhalt gegeben, ja sie haben wohlauch, wo Alter, Krankheit oder Armut die Freude amSchönen und Guten noch nicht raubten, aber die Pfortendes Musentempels verschlossen, die Schaubühne ersetzt.Sie müssen es ja immer, wenn der Stift des Zensors eingutes Stück zwangsweise zum „Lesedrama" macht.
So darf denn auch die Tätigkeit der Bibliotheken fürdie Behandlung der poetischen Literatur als „Quellenmate-rial" nicht überschätzt werden, so notwendig sie ist. Siewird an unmittelbarer Bedeutung immer zurücktreten gegendie Hauptaufgabe: die Darbietung eines Bildungsmittelsersten Ranges, die Erschliessung der „Darstellung desSchönen durch das Wort". Wer die Herrlichkeiten einerDichtung voll in sich aufgenommen hat, dem ist sie mehr,als Belehrung und Unterhaltung. Er hat den tiefen undnachhaltigen Eindruck empfangen, den nicht nur auf dieSinne, mehr noch auf Charakter- und Gemütsbildung eingrosses Kunstwerk hervorbringen muss. Dann wird erauch dem Dichter in stiller Freude danken —
Der lebte nicht vergebens,Auch ihm sei Dank und Sang,Wer um den Ernst des LebensDen Menschen Rosen schlang.
Die Frankfurter haben ihrem Friedrich Stoltze diese Stro-phe auf sein Denkmal geschrieben.
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