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Die öffentlichen Bibliotheken und die schöne Literatur : mit besonderer Beziehung auf die Coelner Stadtbibliothek
Entstehung
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Magazinen durchzusehen; auch die Art der Magazinierunghat den für eine ausgiebige Nutzbarmachung der Bücher gel-tenden Rücksichten sich möglichst anzupassen. Soll, was inden Gestellen geordnet ruht, wieder zum Leben erweckt,sollen auch die Schätze der Poesie alskleine Münze" inden Verkehr gebracht werden, so können dazu nur günstigeBenutzungsbedingungen helfen, die in liberalen Vorschrif-ten und praktischen äusseren Einrichtungen zutage treten.Die Schaffung grosser, luftiger Lesesäle ist glücklicher-weise in der Zunahme begriffen, ein behaglicher Aufent-halt ist besonders da, wo es sich um ästhetische Wirkungenhandelt, am ehesten geeignet, zu fleissigem Besuche anzu-regen. Die Frage nach der unteren Altersgrenze für dieZulassung hängt mit anderen Einrichtungen unseres Biblio-thekswesens zu enge zusammen, um an dieser Stelle neben-bei abgetan zu werden; sicher ist, dass die Zulassung vonKindern, für welche besondere Leseanstalten gar nicht zuentbehren .sind, den praktischen Wert einer Bibliothekherabdrückt, denn sie erfordert der unreifen Jugend gegen-über eine stetige Rücksichtnahme, die für die Erwachsenen,auch den Belehrung suchendenkleinen Mann", auf einesehr überflüssige, wenn auch gut gemeinte Bevormundunghinausläuft und die gebildeten Kreise, die doch auch zumVolke gehören, fernhält. In Deutschland besteht ohnehindie Neigung, die geistige Kost fürdas Volk" mit einer ge-wissen ängstlichen Sorgfalt zuzuschneiden, in bedauerlicherUnterschätzungseinesgesundenMenschenverstandes.Auchwer der Art und Weise, wie grosse Bevölkerungsschichtenihre Interessen und Wünsche vertreten, nicht immer Ge-schmack abgewinnen kann, wird doch anerkennen müssen,dass die ursprüngliche Urteilsfähigkeit der grossen Massenkeineswegs rückständig ist; die Erfahrungen der Krupp-schen Bibliothek in Essen reden deutlich genug. Die Stel-lung der Bibliothekbeamten als Berater des Publikumssoll darum nicht unterschätzt werden, denn schon der An-regung zum Lesen guter Bücher bedarf es überall. Wirfinden auch unter den Gebildeten viele, die an Verse nichtgerne herangehen, vielmehr eine wahre Scheu vor der ge-bundenen Rede empfinden. Das sind die Leute aus der