Druckschrift 
3 (1903)
Entstehung
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die in jenen Vorschriften so verpönte Zeilentrennung eintreten.) Vielwichtiger aber war, dass gegenüber der immer steifer werdenden(vgl. Taf. 103) und zur Missgestalt der scrittura bollatica sich fort-entwickelnden Schrift der übrigen Papsturkunden für die Breven sehrbald die Renaissanceschrift verwendet und fortan dauernd beibehaltenwurde. Während das Breve Martin's V. noch in der sogenanntengothischen Minuskel geschrieben ist, weist das Eugen's IV. bereitsRenaissanceschrift auf. Die Datirungen beider Urkunden geben unsdaher auch bestimmte Zeitgrenzen, innerhalb deren der wenigstenstheilweise Anschluss der päpstlichen Kanzlei an die humanistischeSchriftreform erfolgte. Im Formular fällt besonders der verkürztePapsttitel (gegenüber episcopus servus servorum dei), die directeAnrede des Empfängers und die Tagesbezeichnung nach fort-laufender Zählung auf. Breven wurden stets verschlossen; zu diesemZwecke wurde das Pergament zunächst von oben und unten einge-bogen und dann in der Mitte gefaltet, so dass ein ganz schmalerlanger Streifen entstand; dieser wurde dann der Länge nach eben-falls dreimal geknickt, durch die übereinander lagernden Pergament-schichten ein kleiner Schnitt geführt, durch die (auf den Facsimileszum Theil deutlich sichtbaren) Schnittöffnungen eine Bastschnur ge-zogen, um die gefaltete Urkunde gewunden und durch die Besiege-lung festgehalten. Diese Besiegelung erfolgte durch Aufdrücken desFischerringes (anulus piscatoris) auf rothes Wachs. Die Öffnung derUrkunde geschah durch Zerschneiden der Schnur. Die der Siegel-fläche gegenüberliegende Aussenseite trug die Adresse (Taf. 99 b).Unten rechts auf der Innenseite der Breven unterschrieben sich dieSekretäre, zu deren besonderen Obliegenheiten die Abfassung undExpedirung der Breven gehörte; Taf. 99a: A(ntonius) de Luschis,Sekretär seit Gregor XII. (vgl. über ihn v. Ottenthai, BullenregisterMartin's V. und Eugen's IV. Mittheil. d. Instituts f. österr. GF.Erg. B. 1, 475). Taf. 99c: Blondus, der vieljährige Beamte derpäpstlichen Kanzlei und bekannte Humanist (vgl. über ihn v. Ottenthaia. a. O. 476 und Pastor, Gesch. d. Päpste 1, 229 f.).99 a: Marlinns p(a)p(a) V.

Dilecti filii: salutem et ap(osto)licam ben(edictionem). Cog-nita translatione concilii generalis de civitate Papien(si) adeivitatem v(cst)ram Scnen(scm) decreta ex iusta causa post-q(u}a(m) neecsse erat | mutarc locum, remanshnus de v[est)racivitate, quam paterna caritatc diligimus bene contenti, spe-rantes in devotione et fiele v(cst)ra q(uod) concilium apud vosfavorabilitcr J et benigne traetabitur et erit liberum et seca-ruvi in v{est)ra protectioue , et in rebus omfnjibus opportunisprovidebitis diligenter . Super qua materia insfruetos et \ in-formatos ad vos destinare decrevimus dilectos filios Barthol0-nicum de Laute et Joliannem Azel decretor(um) doctores etap(osto)lice camere clericos, quibus velitis in j hiis que n(ost)riparte retulerint fidem, et in agendis prebere eonsilium et fa-vorem . Datu(m) Rome apud Sanctammariammaiorem subanulo piscatoris pcnultima \ Junii poniificatns nfostjri annosexto. | A(ntonius) de Luschis.

99b: Dilcctis filiis . . gubernatoribus j co(m)munis et ca-pitaneo populi civitatis J Sencn(sis).99 c: Eugeuius p(a)pa IL IL.

Dilecte filii salutem et apostolica(m) ben(edictionem). Cu-pientes dilectos filios fratres tui ordinis midtiplicari numero .nt melius valeant divinis deservire . divotioni tue cu(m) j iisex dictis fratribus qui cssent illegitime geniti . dummodo aliassiut idonei . ut eiusmodi geniture defectu non obstante valeantad- sacros ordincs promoveri et cura(m) \ administrationem-q(uc) bcTieficior(um) ipsius ordinis que canonici eis conferan-iur . habere concedimus auetoritate ap(osto)lica tenore presen-tiu(m) facultate(m) . Datum Rome apud \ Sanctumpetruinsub anulo nostro secreto die VLLL iulii MCCCCXL VI . pon-t(ificatus) nostri anno sexto deeimo . \ Blondus.Tafel 100. Markgraf Johann von Brandenburg für das KlosterDiesdorf, Salzwedel, 1428 März 17, Original-Pergament im kgl. geh.

Staatsarchiv zu Berlin, (Kloster Diesdorf Nr. 384), 36 x20 cm, hierunbedeutend verkleinert. Riedel CD. Brandenburgensis A XVI, 473Nr. 122. Die Urkunde ist ausgewählt als Beispiel für die schlichteSchrift und Ausstattung der Fürstenurkunden jener Zeit, von denensich auch die Königsurkunden, für die nur noch in Ausnahmefällenprunkvollere Ausstattung verwandt wird, in keinem wesentlichenPunkte mehr unterscheiden. Von charakteristischen Buchstaben-formen mache ich auf die a (vgl. besonders Z. 3 bukmasten) rund die allmählich überragenden t, ferner auf die Punkte über uund o aufmerksam. Über die Brandenburgische Kanzlei jener Zeitvgl. Levvinski, Die Brandenburgische Kanzlei und das Urkunden-wesen während der Regierung der beiden ersten HohenzollernschenMarkgrafen (14111470). Über die in Brandenburgischen Urkundenseit dem 15. Jahrhundert aufkommenden Kanzleivermerke S. 74 fr.Hier ist S. 81 auch der Vermerk unserer Urkunde besprochen; erlautet in der uns ebenfalls erhaltenen Registereintragung der Urkunde»relator dominus per se«, woraus Lewinski wohl mit Recht schliesst,dass die wesentliche Bedeutung des in den Vermerken häufig vor-kommenden Relators im Ertheilen des Beurkundungsauftrages bestand.Das Hängesiegel abgefallen, nur der Pergamentstreifen (Pressel) nocherhalten.

Markgraf Johann, der älteste Sohn Friedrichs I., führte seit 1425im Namen seines Vaters, der sich von da ab ganz den fränkischenStammlanden der Hohenzollern widmete, die Regierung in der Mark.Wir Johanns von gots gnaden marggrajf zu Brandburgund burggraff zu Niiremberg (et)c'etera) Bekennen öffentlichenmit diesem briefe für uns uns(er) erben j und nacIiko(m)menund sünst für allen den die in sehn oder hören lesen . das dieic'irdigen und andechtige?i unser lieben getrewen priorinn undganeze sa(m)mpnu(n)g | des closters Distorfffür uns ko(m)mcnund u/is fleissiglichen gebete(n) . in und irem closter das dorffWiwal zu u(cr)eygen . das sie von den Bukmasten um(m)bneiinezig Lübischc marck gekauft haben und wann wir er-kant und betracht haben solch gnade überflüssig barmherezig-keit und ucrleihung leibs und guts so uns der j almeclitiggot von seinen gnaden geben und uerlihen hat. und auch demalmechtigen gote der hy(m)mellischen(n)niginn Marie undallen gotes heiligen zu lobe und zu eren auch durch unser .unser fürfarn und nachko(m)meu seien Seligkeit willen sünder-lichen darezü geneiget sint . und auf das gotes dinst desterbaszund vullen\k'ömlicher begangen und vullcnbracht werde . hir-um(m)b und auch von besunder gnaden wegen . haben wir dengnanten priorinn ganeze(n) sampnu(n)g und iren nach-ko(m)men des abgeschrieben closters Distorff das abgeschriebendorff Wiwal uercigent und ucreigen in das auch in crafftcliecz briefs also . das sie und ire nachko(m)men das \ abge-schrieben dorff Wiwal mit übersten und nidersten gerichten .mit ackern zviesen weiden luassern hölezen heiden . als dasligt in dorffe und felde tiud sünst mit allen gnaden nütezenzügeh'örungcn freiheitcn und gerechtigkeiten gar nichts ausz-gno(m)men in allermasz als das die Bukmasten furmalsbiszher von uns || und der marggraue schafft zu Brandburgzu lehn gehabt und besessen haben . fürbasscr meer zu ewigenczeiten freilicli fridlichen und gerülichen innhaben besitezengnicssen nach iren besten gebrauchen sullen . und domit tunund lassen mügen als mit andern iren eigen gutem . un-gehindert für uns uns(er) erben und nachko(m)men undsünst aller meniglichen ongeuerde Und darauf verezeihen wirunser erben und nachko(m)men marggrauen zu Brandburgaller lehnschafft eigen thüms und aller gerechtigkeit die wirunser erben oder nachko(m)mcn an dem abgeschrieben dorffWiwal haben und geivy(n)nen möchten genczlichen und gar .kein J ansprach oder gerechtigkeit darnach meer zu haben inkein wüsz Doch mit beheltnisz . ivenn man ein gemein schosz15 und landbete in unsern landen ny(m)met oder gemeyne(n) !dinst . so sullen die imv'öner des abgeschrieben dorffs Wiwal

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