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3 (1903)
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47
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Acta s(tm)t hec anno incarnat(ionis) d(omi)ni MCLXXXIII(über III eine Rasur, wahrscheinlich die übergeschriebeneEndung getilgt).Tafel 88. Kaiser Friedrich IL bestätigt den Rückkauf des Truchs-essenamtes der Kirche von Hildesheim durch Bischof Konrad, Parma1226 Mai 26, zwei Originale im kgl. preuss. Staatsarchiv zu Hannover.Böhmer-Ficker Nr. 1615, Huillard-Breholles, Hist. dipl. Frid. IL 2,573, Hoogeweg, Urkundenbuch des Hochstifts Hildesheim II, 69 f.Nr. 160; vgl. Philippi, Zur Gesch. d. Reichskanzlei unter den letztenStaufern S. 81. Die beiden Ausfertigungen unserer Urkunden veran-schaulichen die beiden typischen Schriftarten, die wir in der Reichs-kanzlei seit der Kaiserzeit Friedrichs IL (erst seit dieser Zeit, be-stimmter seit 1223, lässt sich wieder von streng kanzleimässigen Aus-führungen sprechen, bis dahin überwiegen Unregelmässigkeiten undAusfertigung durch Empfängerhand; vgl. Philippi a. a. O. 13 ff.,speciell 23 ff.) vertreten finden: a) die Cursive der Briefe und Register(vgl. die Facs. Kaiserurk. in Abbild. VI. 17, 18) und b) die Minuskelder grossen und kleinen Privilegien und der sorgsamer ausgefertigtenMandate (gute typische Facs. bei Philippi a. a. O. Taf. II und III; einAusnahmefall bei Sickel Mon. graph. V, 19: kleines Privileg, aber Cur-sive). Die gewandte, zierliche Minuskel zeigt durchaus normannisch-päpstlichen Einfluss. Die jüngere Cursive zweigt sich als Geschäftsschriftzu Beginn des 13. Jahrhunderts von der Minuskel ab und macht sichgeltend in der Vereinfachung und Verbindung der Buchstaben undin der Umformung einzelner Buchstaben zum Zwecke der Ver-bindung (am schärfsten hervortretend bei s: vgl. Z. 9 presentis undsonst vgl. auch die Kürzung qui in Z. 9 aliquis). Die schlichte,flüchtige Schrift und vor allem der Umstand, dass der Satz, derin b den Schluss des Textes bildet, in a auf dem Umbug nach-getragen ist, könnte wohl die Vermuthung nahe legen, in a dasConcept von b zu sehen. Dem widerspricht aber die Besiegelungbeider Ausfertigungen (a: Hängesiegel an rother und gelber Seiden-schnur, b: Hängesiegel an rothem Seidenband) und weiter nochdie Datirung; es war sinnlos und irreführend, in das Concept etwaseinzustellen, was in die Reinschrift gar nicht aufgenommen werdensollte; in diesem Fall das Tagesdatum. Die Datirung von a ent-spricht vielmehr ganz wie die Schrift und Ausstattung genau demStil der Briefe (Ort, Tagesangabe nach fortlaufender Zählung, In-diction), wie die von b dem der Privilegien (Ort, Incarnationsjahr,Monats-, aber nicht Tagesangabe, Indiction). Wir haben hier alsoeine Doppelausfertigung einer und derselben Urkunde vor uns, ein-mal als Brief und dann sorgsamer in der Art der kleinen Privilegien.Aehnliche Doppelausfertigungen für denselben Empfanger liegen vorin BF. 1616 I. IL (beide in Briefcursive), BF. 1614 und 1628, BF. 1617und 1627 (gleiches Schriftverhältniss, wie bei unserer Urkunde). Es istdaher unrichtig, BF, 1617 mit Philippi als »besiegeltes Reinconcept«von 1627 zu bezeichnen, gegen welchen unklaren und irreführendenAusdruck bereits Bresslau, Urkundenlehre 744 A. 2 mit Recht Ein-sprache erhob. Richtig ist die Beobachtung Philippis (a. a. O. S. 81),dass in der Datirung von a Parme nachgetragen ist; die Eintragungrührt von anderer Hand und hellerer Tinte her; dagegen ist seineBehauptung, dass in b Parme und wohl auch mense madü nachge-tragen sei, zurückzuweisen; für sie spricht nach Schrift, Tinte undRaumverhältnissen kein Anhaltspunkt, gegen sie sehr gewichtig dieZeilentheilung In j dictionis. Wenn der Schreiber Raum für die Nach-tragung des Monatsnamens freiliess, war es höchst auffällig, dass er,da er doch die ganze letzte Zeile noch zur Verfügung hatte, die ersteSilbe von Indictionis noch an den Rand der vorletzten Zeile stellte;gerade dies erklärt sich aber sehr wohl, wenn er alles fortlaufend ineinem Gusse schrieb und dabei den verfügbaren Raum ausnützte.

a) Fr(idericus) dei gr(ati)a Roma(n)or(um) imp(er)atorse(m)p(er) august(us), Jer(usa)l(e)m (et) Sicil(ie) rex. P(er)presens sc(r)iptu(m) notu(m) facim(us) univ(er)sis \ univ(er)-sis [durch darunter gesetzte Punkte getilgt] imp(er)ii n(ost)rifidelib(us) ta(m) p(re)sentib(us) q(u)a(m) fut(ur)is q(uod) C.venerab(i)lis Hildensem(ensis) ep(iscopu)s dilectus p(r)inceps

n(oste)r \ iuxta i(n)t(er)pretacio(n)c(m) ep(iscop)alis no(min)iseccl(es)ie sue p(ro)dc(ss)e cupiens cni preist ad utilitate(m ieccl(es)ie sue ac successor(um) | suor(um) officiu(m) dapyfera-tus q(no)d Emestus ministerialis ei(us) i u) feudu(m) tenebatab ip(s)o, p(ro) centu(m) q(ui)nq(u)aginta , marcis argenti(et) duab(us) libris Hüdensem(ensis) monete i(n) certis red-5 ditib(us) ab code(m) Ernesto suisq(ue) lic(rc)dib(us / co(m)paravit officiuni dapyferat(us) p(re)d(i)c(t)i ad speciale(m)p(ro)p(r)ietatc(m) eccl(es)ie sue p(er)petuo revocando. Vcru(tn)q(ni)a nos pro j meritis (i(us)de(m) ep(iscop)i que magna (et)clara su(n)t in co(n)spectu u(ost)ro . p(ro)fectib(us) ecc(lesi esue tenem(ur) intendere \ emptionem predicta(tn) ratam ha-bentcs . ad op(us) ci(us)de(m) eccl(es)ie ea(m) p(er)pctuop(re)cipim 11s' i ii)violab(i)lit(er) obscrvarc . aucto j ritate p re -setitissc(r)iptifirmit(er) i(n)hibentes, ne ide(m) ep(iscopu)s :\e)laliq(ui)s successor(um) suor(um) de officio dapyferat(us) ; p(re)-d(i)c(t)i aliq(u)e(m) u(m)q(u)a(m) i(n)feudare . v(el) ip(su)mmodo quolibet alienare p(re)sumat s(et) ide(m) ep(iscopu)s (et)10 successores sui ad \ Jwnore(m) (et) co(m)modu(m) ecc(lesi)esue (et) ad usum specialiter suu(m) i'n) manib(us) suis ill(u)dp(er)petuo debea(n)t retinerc. [Darnach ein Kreuz als Ver-weisungszeichen, dem auf dem Umbug in kleiner stark ver-wischter Schrift folgender in b am Schlüsse des Contextesstehender Nachtrag entspricht: decfer nentes si q(ui)d in(contr)ariu(m) f(a)c(tu)m fu(er)it ip(s'o iure [die beidenWorte über der Zdlc]pe(n)it(us) no(n) tefiere] . Dat(um) ParmeXXVI man . XIIII ind(i)c(tionis).Tafel 89, 90. 89: Innocenz IV. gestattet dem Augustinerklosterin Salzburg, Befestigungen anzulegen. 90: Innocenz IV. giebt demAbt von St. Peter in Salzburg hiervon Nachricht und beauftragt ihn,das Augustinerkloster im Genuss dieser Vergünstigung zu schützen.Asissi 1253 August 4. Originale im k. u. k. Haus-, Hof- und Staats-archiv in Wien, das erstere mit Bleibulle an gelben und rothenSeidenfäden, das letztere mit Bleibulle an Hanfschnur. Potthast.Schon im 12. Jahrhundert machte sich mehr und mehr ein Unter-schied in Schrift und Ausstattung der Papsturkunden geltend, je nach-dem sie unter Seidenschnur oder unter Hanfschnur bullirt wurden.Mit dem 13. Jahrhundert erweitert sich dieser Unterschied, und etwaseit der Mitte dieses Jahrhunderts kann man von ganz festen Regelnfür Schrift und Ausstattung der einen und der anderen Urkundengruppesprechen. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurden dieseRegeln in der päpstlichen Kanzlei codificirt und fortan in allen wesent-lichen Punkten festgehalten. Veröffentlicht wurden sie zuerst von Delislein seinem Memoire sur les actes d'lnnocent III. S. 23 aus Cod. Paris,lat. 4163, nachgedruckt bei Winkelmann, Sicilische und päpstlicheKanzleiordnungen S. 33, zwei andere Ueberlieferungen druckte underläuterte Simonsfeld, Beiträge zum päpstlichen Kanzleiwesen im MA.,Sitzungsber. d. philos., philol. u. hist. Classe d. k. bayer. Akad. d.Wiss. 1890 Bd. II. H. 2, 225 ff. und Neue Beiträge zum päpstl. L T r-kundenwesen im MA., Abhandl. d. k. bayer. Akad. d. Wiss. III. Cl.21. Bd. 2. Abth. 1 ff. spec. 33 ff. aus Cod. Cl. IV. Nr. 30 der Bib-liotheca Marciana in Venedig und aus dem besseren Cod. Monac.lat. 17788. Ich selbst handelte über diese Frage in zwei Besprechungender Simonsfeld'schen Beiträge, Mittheil. d. Instituts f. österr. GF. 12,187 ff. und Deutsche ZS. f. Gesch. Wiss. NF. 1898, MonatsblätterS. 158 ff. An beiden Stellen wies ich als weitere Quellen eindem Papierregister Clemens' VI. an. I. p. 2 beigebundenes Formel-buch und den Cod. 987 der Trierer Stadtbibliothek nach ( dieUntersuchung zweier mir mittlerweile bekannt gewordener Hss. derBibliotheca Chigiana in Rom steht noch aus) und führte aus, dassuns in dieser Gruppe von Hss. ein Formelbuch der päpstlichenAudientia litterarum contradictarum vorliege. Im folgenden druckeich die Regeln mit Zugrundelegung der beiden besten Hss., der rö-mischen (R) und der Trierer (T), aber mit Hinweglassung des fürunsere Zwecke entbehrlichen Variantenapparats ab und erläutere siean der Hand unserer Urkunden, die hierfür das denkbar lehrreichste