Druckschrift 
3 (1903)
Entstehung
Seite
39
Einzelbild herunterladen
 

39

iiium fidelium nostrorum tarn \praesentium quam et futurorumquia concessimits eidem fideli nostro rilidag comiti ad propriumres nostrae proprietatis sitas in pago boratre in villa vocanteismereleke Id est mansos tres a/m terris eultis \ et incultis etsilzns communibns ad eos pertinentibns Similiter et in eodempago in villa quae dicitur anadopa mansos duos cum terris.") cidtis et incultis et silvis communibns ad eosdem mansos perti-nentibus . Similiter et in eodem pago et in villa cuius voca-bulum est geiske mansos quiuque cum terris eultis et incultisac silvis communibns ad eos pertinentibns. Memoratos itaqueman sos sub omni integritate eorum sicut superius contineturper hanc nostre conscriptionis auetoritatem prescripto rihdagfideli nostro ad proprium ad habendum concedimus . Ei de nostroiure in ins ac potesta tem illius sollemni donatione transferi-mus . Ita videlicet ut quiequid idetn ipse ab hodierno die ettetnpore iure proprietario ex eisdem mansis vel ex bis omuibusquae ad eos iuste et legaliter pertinere noseuntur face re de-creverit liberam et firmissimam in omuibus habeat potestatemfaciendi . Et ut haec nostrae largitionis atque donationis aueto-ritas perpetuam obtineat firmitatem manu propria subter eamlo fiimavimus et anuli nostri inpracssione adsignari iussimus\ Signum (MF.) hludouuici Serenissimi imperatoris S(Qirismon) x Hirminmaris notar(ius) ad vicem theotonisricognovi et * (SR. Tironiscbe Noten: nescio quis impetravit,sed [magister] scribere et [sigill]are iussit) . (ST.)

data (davor etwas tiefer ein d verwischt) k(d l(cndis) april(is)anno ehr (ist)o propitio XX imperii domni hludouuici serenissimiuup(erato)ris indictione XI actum uuormacia civitate in d(e)inomine j'elicitcr amen.Tafel 76.

a) St. Gallener Urkunde 843 December 26. Original im Stifts-archiv zu St. Gallen II. 163. Grösse: 31X15, hier ganz unbedeutendverkleinert, Wartmann 2, 8 Nr. 387. Schöne, regelmässige Minuskel,Worttrennung zum Theil noch unvollständig durchgeführt (vgl. be-sonders Z. 2). Von bedeutendem Interesse ist, dass der Satz Z. 11herum confirmatum Ende der Z. 13 Erchanbaldi zwar von gleicherHand, aber mit dunklerer Tinte geschrieben ist, während Schreiber-zeile und Datirung wieder von der Tinte des Contextes herrühren,und dass sich die Reihenfolge, in welcher die einzelnen Absätze derUrkunde entstanden, noch zuverlässig feststellen lässt. Das erste Wortvon Z. 13 Rantolfi weicht dem E des darunter stehenden ego, dervierte Zeugenname dem Subscriptionszeichen aus. Dies beweist, dasszunächst freier Raum für die Nachtragung der Zeugen gelassen war.Ihr Seitenstück findet unsere Urkunde in der bereits von Redlich(s. u.) besprochenen Urkunde Wartmann Nr. 422, deren Text mit»actum in« abbricht, worauf der Rest der einen und zwei weitereZeilen leer gelassen sind, während darunter folgt: Ego itaque ysohumilis monachus etc. Den sachlichen Hintergrund für diese Er-scheinung bildet die Gepflogenheit, dass bei der symbolischen Rechts-handlung die carta incompleta verwendet wurde (vgl. darüber neuestensdie trefflichen Ausführungen Oswald Redlichs Geschäftsurkunde undBeweisurkunde, Mittheil. d. Instituts f. österr. GF. Erg. B. 6, 4 ff.;hier auch die ältere Litteratur).

(Chrismon.) In d(e)i nomine p(er)petrandu(m) est uni-cuiq(ue) homini quam velocit(er) tempora caduca p(re)tereun+et Ventura adpropriant. Ideo penset unusquisq(ue) apud semetipsum si habeat

Z. 17. Ego itaq(uc) uuatto diac(onus) rogatus scripsi etsubscripsi (das si im Subscriptionszeichen stehend) notavi diemmercuris in VII k(a)l(endas) ian(uarii) reguante domno hludo-uuico rege orientaliu(m) franchorum anno IUI. indict(ione)V sub atonc comite feliciter. Die Wochentagsangabe (Mitt-woch) stimmt zum 26. December 843, nicht aber die Indic-tion, die VI oder, bei Annahme einer September-Indiction,VII sein müsste. Vom Standpunkt der Schrift mache ich aufdie Leichtigkeit der Verwechslung der Kürzungen kl = kalendae

und Id = idus aufmerksam und verweise auch auf die Da-tierungen von Tafel 72a und b.b) Urkunde des Erzbischofs Siegfried II. von Mainz 1218 Ok-tober 5, Original im kgl. preuss. Staatsarchiv zu Marburg. WendeHess. Landesgesch. 3 b, 97; Will Mainzer Reg. 2, 170 Nr. 308. Vom13. Jahrhundert an nähert sich die Urkundenschrift mehr und mehrder Buchschrift, von der in unserem Fall nur noch die An- und Ab-striche der Ober- und Unterschäfte und Z. 7 das verschnörkelteKürzungszeichen über p(re)po(s)iti oder Z. 8 aut(em) abweichen (manvgl. die Beispiele von Buchschrift aus dem gleichen Jahre Heft II,Taf. 5859. Gemeinsam mit diesen gleichzeitigen Schriftproben trittauch hier bereits der i-Strich über einfachem i und Z. 8 collat(i)o(n)eund Z. 10 int(er)minat(i)o(n)e die Kürzung der casus obliqui der Ab-straeta auf io durch Auslassung von i und n auf). Von einzelnenKürzungen erwähne ich Z. 13 pps = prepositus, das sonst in derUrkunde weniger kräftig gekürzt erscheint, Z. 12 exeois = exeom-municationis und Z. 7 hmoi = huiusmodi, ein Wörtchen, das zu denLieblingen der päpstlichen Amtssprache zählt, dort aber, abgesehenvon noch kräftigerer Kürzung, als huioi geschrieben wird. Nach-ahmung päpstlichen Vorbildes lässt sich an unserer Urkunde inSchrift und Ausstattung (Hervorhebung der Initialen der einzelnenSätze), besonders aber im Formular feststellen; »Cum a nobis petitur ;,»eapropter« und die Poenformel mit dem typischen Schluss »se noveritineursurum« sind gleichzeitigen Papsturkunden wörtlich entnommen.Von Interesse ist die Besiegelung: In der Mitte der Urkunde zwischenZ. 6 und 7 wurden zwei kleine gegen die Schriftzeilen senkrechteSchnitte ins Pergament gemacht und durch diese ein mit der Schriftparallel laufender Pergamentstreifen gezogen, dessen Enden auf derRückseite der Urkunde in die Wachsmasse des Siegels verknotetwurden und so das »rückwärts eingehängte« Siegel festhielten. Esist eine Form der Siegelbefestigung, die der Fürstenurkunde des12. Jahrhunderts fremd, in der Reichskanzlei Friedrichs II. aber wohlbekannt war (vgl. Kaiserurk. in Abbild. VI. 18 c, d und Philippi,Zur Gesch. d. Reichskanzlei unter d. letzten Staufern Taf. 5). Das»rückwärts eingehängte« Siegel, das sich besonders im 12. Jahrh.auf Urkunden des deutschen Südostens häufig findet, war doch an-derer Art und meist in der Ecke rechts unten befestigt. (Beispielebei Jaksch, Mon. hist. ducatus Carinthiae I. B). Mit wenig veränderterTechnik konnte das so befestigte Siegel auch zum Verschluss der Ur-kunden dienen (Kaiserurk. in Abbild. VI. 18b und Philippi a. a. O. Taf. 4,aber auch schon unter Friedrich I. Kaiserurk. in Abbild. X. 16 f.). DasSiegel selbst prachtvoll erhalten, farbloses Wachs, rund, mit schwachemAnsatz zu spitzoval (8x7,5 crn )i der Erzbischof mit Mitra und Pallium,in der Rechten den Stab, in der Linken das aufgeschlagene Evan-gelienbuch. Legende: SIFRIDVS DI GRÄ SGL MAGVNTINESEDIS ARCHIEPS. Das Pergament fein und weiss und auf beidenSeiten gleich bearbeitet.

In nomine s(an)c(t)e (et) individue trinitatis . Sifridus d(e)igr(ati)a s(an)c(t)e Maguutin(e) sedis archiep(iscopu)s . Om(n i-bus Chr(ist)i fidelibus haue.Tafel 77.

a) St. Gallener Urkunde 884 Juli 9, Original im Stiftsarchiv zuSt. Gallen I. 167 (Grösse 25X17 cm, hier ganz unbedeutend verkleinert),Wartmann 2, 245 Nr. 639. Original Hartmanns, von dessen Handauch Wartmann Nr. 600 herrührt. Von Z. 11 »Postea vero in publicoplacito« an spitzere Feder, dunklere Tinte, aber doch gleiche Hand(vgl. die Form des e caudata, besonders aber die eigenthümlichen d,auch Maiuskel-n in beiden Theilen). Z. 17 Uadalricu(m) com(item)mit lichterer Tinte auf Rasur. Z. 7 congregationi aus congregationeverbessert. Auch hier diente die carta incompleta bei der Rechts-handlung (vgl. die Vorbemerkung zu Taf. 76a, ferner Zeumer, »Car-tam levare« in St. Galler Urkunden, Zeitschr. d. Savigny-Stiftung,germ. Abtheil. 4, 115 f. und Redlich, Mittheil. d. Instit. f. österr. GF.Erg. B. 6, 7).

Ego in d(e)i nomine nwyscs . cogitans pro remedio anim<;mee parentumq(ue) mcorum