Druckschrift 
2 (1906)
Entstehung
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117- B.J und Traube, Sitzungsberichte der Münchener Akad. phil-hist. Classe, 1891 S. 427 428.) Da der Brief Alcuins an Arno jetzterst in das Jahr 802 gesetzt wird (Menzel und Dümmler a. a. O.),Alcuin aber bereits 804 starb, so wäre auch die Einreihung derHandschrift fast auf das Jahr bestimmt; aber auch im andern Fallist die mögliche Zeitgrenze (Hildebald f 819) keine allzuweite.

Tafel 44 enthält den Anfang des Briefes Alcuins an Arno, derdes ersteren Buch: Expositio in psalmos poenitentiales, in psalmumCXVIII et graduales einleitet. Gedruckt in der Froben'schen Aus-gabe der Werke Alcuins I, 342 ff. - - Migne, Patrologia Iatina 100,col. 570. 571. Jaffe, Bibliotheca rerum Germanicarum VI, 742. 743.Mon. Germ. Epistolae IV, 417 Nr. 259. Bemerkenswerth sind aufdieser Tafel die in Z. 4. 9. 14 über einsilbige Wörter gesetztenAccente, ferner die auffallenden Abstände zwischen den einzelnenSilben besonders der ersten Zeilen.

S(an)c(t)issimo patri 11 summo pontifici arnoni epfiscopjo

humilis levüa alchuinus salutem. Dum vestra(m) j 7'cuc-

rande pater s(an)c(t)issimam voluntatem catho \ licae fidei

fervoreßilgentefm) et s(an)c(t)e caritatis a d(e)o doitis ; abitu-

dante(m) agnovi. ita ut me minimum divinae scrip turae

Tafel 45. Die Schrift macht den Eindruck, als ob sie einemälteren Schreiber, als der von Tafel 44 oder 46 und 47 war, zu-zuschreiben ist. Das bestätigt auch die verhältnissmässig starkeAnwendung des Capital N, selbst in der Mitte der Wörter und derstärkere Gebrauch von Cursivverbindungen, namentlich die auf-fallende von rri in Z. 29. Accentzeichen finden sich hier gar nicht.Dagegen sind die vielen zur Worttrennung dienenden Punkte sehrauffällig. Die Tafel enthält die Expositio in Psalmum CI. v. 38.Froben I, 355 == Migne a. a. O. 588. Die Anfangsworte der Psalmen-verse sind in der Schrift, wenn man von dem vor die Zeile ge-rückten Q und S (Z. 2. 23) absieht, nicht besonders hervorgehobenworden.

in futuro vero iudicii. dum dfeujs. reddet.unicuique.se-cundum opera sua. \ Qjtia defecerunt. sicut fumus. diesnici. sicut fumus. veniente. vento. in auras dispferjgitur.ita. omnis. sup(er)bia. huius. vitae. mortae. veniente. eva \-nescit. qui hodic. extollitur. cras. non erit quod /s/r. penitens.agnos\cens miseriarum suarum. dies plangit. fumo cfssje.similis. Pfcr)cussus

Tafel 46. Der Anfang der Expositio in Psalmum CXVIII.Froben I, 361 = Migne a. a. O. 597. Die erste Zeile in Uncial-schrift, die ganze Seite aber per cola et commata geschrieben, unddaher die Anfangsbuchstaben jedes Absatzes herausgerückt undgrösser gestaltet. Zeile 22 findet sich ein Accentzeichen über einemeinsilbigen Wort. Zeile 2. 9. 15. 25 findet sich ein Majuskel n,darunter zweimal sogar im Worte. Kürzungen sind höchst spärlichverwendet; Z. 2 qm. = quoniam, Z. 23 t(er), Z. 29 tironisches ur;ungewöhnlich nur Z. 9 1! = reliqua.

Centesimus oetavus deeimus psalmus. \ magntim in scmysterium continet. Sed q(uonia)m continetur \ in eo lex-mandata. iustificationes. testimonia. iudicia. \ quac utiq(uc)inter ea distent. disccrncrc necesse est. \ Lex ergo est quacper moysen data, in Chr(ist)o spiritaliti r

Tafel 47. Aus dem Theile der Handschrift, der die Ueber-schrift: Dicta Bede presbiteri de singulis psalmis trägt, und demFroben in seiner Ausgabe den Titel: Collectio Psalterii Bedae ge-geben hat. Das Ganze bildet die in je wenige Worte oder Zeilengedrängte Inhaltsangabe jedes einzelnen Psalmes. Unsere Tafelumfasst also Psalm 4250, und entspricht dem Druck bei Froben II,98 = Migne, Patrologia Iatina 101, col. 572 und 573. Die einzelnenPsalmenauszüge sind in der Handschrift durch grosse Initialbuch-staben (Z. 6 = Ps. 46, 10 = Ps. 49, 20 = Ps. 50) hervorgehoben,doch ist gleich in Z. 1 : Surge, sodann in Z. 2: Thronus, Z. 4: Deus(also Ps. 4345) als solcher vom Schreiber nicht kenntlich gemacht

worden. Accentzeichen finden sich Z. 4. 5. 6. über spes, es, rex.

Ein Corrector hat Z. 7 (regi st. reti.) am Schluss von Z. 13, am

Anfang von Z. 14 und in Z. 28 gebessert.

es fortitudo mea quare. proiecisti me surge et auxiliarenobis et redime nos propter misericordiam iuain. Thro unstuus dfeujs in saeeulum in aetemum. Propterea populiconßtebuntur in saeeulum et in aetemum. Dfeujs uosterspes | et fortitudo auxilium in fributatiouibus inveutus es

Tafel 48. Aus der Handschrift der Cölner DombibliothekLXXXXII. Sie enthält die von Ewald mit C bezeichnete Sammlungder Briefe Pabst Gregor des Grossen, cf Neues Archiv der Gesell-schaft für ältere deutsche Geschichtskunde III, 466. Beschrieben istsie ausserdem in Jaffe und Wattenbachs bereits öfters angeführtemKatalog S. 35. Unsere Probe ist dem fol. 134 verso der Handschriftentnommen. Da auf der ersten Seite der Handschrift sich die In-schrift: CODEX SO PETRI SVB PIO PATRE || HILDIBALDOSCRIPTVS findet, muss der Codex zwischen 794 und 819 ge-schrieben sein. Mit Jaffe, Wattenbach und Ewald sehe auch ichin dem quer an den Rand gesetzten Namen den des Schreibersder Handschrift, möchte aber denselben im Gegensatz zu den Ge-nannten Gunthil, und nicht Gunthel, lesen, da ich glaube, dass derkleine Strich zwischen den zwei letzten Buchstaben nur aus einemSpritzen der Feder entstanden ist, ich ihn also nicht als Ueberrestdes Kopfes von e auffasse. [Von einem Kopf des e kann gar nichtdie Rede sein, es ist der Mittelstrich eines Capital E entsprechendallen übrigen Buchstaben des Wortes und ich halte daher dieLesung Gunthel für ganz gesichert. T.] Die von mir mitgetheilteSeite ist per cola et commata geschrieben. Sie bildet ein Stückdes von Gregor an Augustinus Bischof der Angeln am I. Juni 601geschriebenen Briefes, gedruckt in der Mauriner Ausgabe der WerkeGregors des Grossen III, 1112'^= Migne, Patrol. lat. f] , 1141, undzwar Lib. XI, cap. 28. Mon. Germ. Registrum Gregorii I. XI. 36S. 307, Z. 23 S. 308 Z. 8. Zu beachten ist bei unserer Tafeldas angedeutete Loch des Pergaments am Ende von Z. 12 derersten Columne, und die von einem (gleichzeitigen ?) Corrector vor-genommenen Verbesserungen in col. 1 Z. 24, col. 2 Z. 1 (et zu ut)und 16. Die Besserungen in col. 2 Z. 23 sind vom Schreiber selbstbewirkt worden. Am untern Rande der Seite findet sich dieOuaternionenbezeichnung.

geruntur . unum vero \ siguum d(omi)n(u)s nobis osten\-dit. de quo et vehemen \ ter gaudere et electionis \ in nobisgloriam possum(us)

Tafel 49. Handschrift der Leipziger Stadtbibliothek, Rep. II.fol. 6 (In Naumanns Catalogus librorum manuscriptorum qui inbibliotheca senatoria Lipsiensi asservantur, Grimma 1838, S. 78, mitCCXXXIX bezeichnet. Ebenda auch eine (ungenügende) Beschrei-bung der Handschrift. Auf der beigegebenen Tafel IV ein Facsi-mile von vier Zeilen und der Subscriptio des Codex.) Unsere Probeentspricht fol. 19. Am Ende der Handschrift finden sich die Worte:Ego Adalhartus indign(us p(res)b(iter) scripsi Reginb(er)to ep(iscop)ohunc libru(m) sic(ut) potui voluntarie. Es kann darunter kaum einanderer Bischof als Reginbert oder Reinbert von Hildesheim ver-standen werden, der als zweiter Bischof von Hildesheim im Chron.Hildesheimense (Mon. Germ. SS. VII, 848. 851) genannt wird, undim Jahre 835 gestorben sein soll. Ueber die schwankende Chro-nologie der ersten Hildesheimer Bischöfe ist Simson, Jahrbücherdes fränkischen Reichs unter Ludwig dem Frommen II, 285, Dümm-ler, Geschichte des ostfränkischen Reiches, 2. Aufl., I, 259 n. 3 undHauck, Kirch. Gesch. Deutschlands 2, 619, Anm. 5 zu vergleichen.Da jedoch der dritte Bischof, Ebbo, im Jahre 844 oder 845 Bischofwurde, ist die Entstehung der Handschrift sicher vor dieses Jahrzu setzen. Nach der auf fol. 165' sich findenden Inschrift (Bisovenerabilis antistes donavit hunc librum carissimo filio suo Sigimundoepiscopo me Meinuuardo presbitero astante) ist die Handschriftspäter vom Bischof Biso von Paderborn (886908) an den Bischof

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