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Domino suo Achülio Uitalis \ Cum in omnibus bonisbenignitas fua sit pracdita tum etiam scholasticos et maxime
5 qui a mc cultore tuo hono rificeufiae tuae traduntur quodhoneste rcspicerc vclit \ non ditbito domine praedicabilisquapropter Theoßmen \ oriundum ex civitate Hermupolita-norum provmciae \ Thebaidos qui ex suggestione dominimei fratris nostri \ Filippi usquc ad officium domini u/ei
10 Dyscoli vexatiouem || itineris quodammodo sine ratione susti-ncrc 7'idctitr | inimitabili religioni tuae trado ut euudempraeter euntem more honestatis tuae benigne et humanerespiecre digneris iuro enim salutem comntunem et infantum
15 nostrorum quod enim eode/u miuime j petente benivolentiaeeundem insiuueudum putavi' Domine \ dulcissime et vere \amantissime beatum tc \ meique amantem semper \ gaudear-
Tafel 33. Auf dieser Tafel sind zunächst unter a—c Probenspäterer Capitalschrift zusammengestellt. Sie sollen veranschaulichen,wie man in karolingischer Zeit beflissen gewesen ist, die alte Capital-schrift neu und kunstvoll wieder zu beleben.
a) Probe aus dem Utrechter Psalter, von welchem nun wohlendgültig feststeht, dass er noch in der ersten Hälfte des neuntenJahrhunderts geschrieben sein wird. Gegenüber A. Springer, DiePsalter-Illustrationen im frühen Mittelalter mit besonderer Rücksichtauf den Utrechtpsalter, im VIII. Bande der Abhandlungen der philo-logisch-historischen Classe der Königl. Sachs. Gesellschaft der Wissen-schaften, S. 187 ff., der die Vermuthung ausspricht, dass der UtrechterPsalter der Schreibschule von Winchester angehören könne, undvon dem Illustrator bemerkt, dass dieser im tiefsten Grunde nochmit der alten angelsächsischen Schreibschule zusammenhänge, wiesendie neueren Arbeiten von Durrieu, L'origine du ms. celebre dit lePsautier d'Utrecht (Melanges Julien Havet S. 639—57) 1895 undGoldschmidt im Repertorium für Kunstwissenschaft 1892, 15, 156 fr.übereinstimmend die enge Verwandtschaft mit der Reimser undMetzer Schule nach. Beide glauben sogar dieselbe Hand wieder-zuerkennen, welche das in der Bibliothek zu Epernay befindlicheEvangeliar Ebbos von Reims ^810—835) illustrirte. Unsere Probeist einem Einzelblatt der Facsimileausgabe des Utrechter Psaltersentnommen, das den Schluss des siebenten, sowie die Illustrationzum achten Psalm und den Anfang dieses letzteren enthält. DerText ist in drei Columnen, die vorgerückten Anfangsbuchstabenjedes Psalmverses sind in Uncialschrift geschrieben, und zwar mitrother Farbe. Von Abkürzungen finden sich nur die in Bibelhand-schriften gebräuchlichen. Unsere kleine Probe umfasst, sei es ganz,sei es zum Theil, vom siebenten Psalm die Verse 10. 11. 13—15.17. 18.
Consummetur nequili\a peccatoru(m) et diri\ges iustum.et scrutans j corda et renes d(eu)s \ Iustum adiutorium ||
b) Nach der Photographie bei Sickel, Monumenta graphica mediiaevi, Fase. VIII, Tab. VII. „Codex dictus millenarius saec. IX ine.conscriptus in biblioth. monast. Cremifanensis: breviarium euangeliiseeundum Lucam". Hier konnte des Raumes wegen nur der obere,grössere Theil, der Sickel'schen Nachbildung wiedergegeben werden.Die Auflösung gibt Sickel, Die Texte der in den Monumenta gra-phica medii aevi enthaltenen Tafeln. Achte Lieferung, Wien 1865,S. 128. 129. Abkürzungen finden sich nur wenige. Wegfall des müber einem Vocal in col. 1 Z. 1. 8. col. 2 Z. 10. In allen diesenFällen ist die Abkürzung am Zeilenende vorgenommen, und ebensocol. 1 Z. 5 mulierib(us), Z. 11 candelabr(um); also in ganz bestimmterAbsicht, um durch Ausschreibung der Worte den vorgestecktenRaum nicht überschreiten und dadurch den einheitlichen Eindruckdes Gesammtbildes der Schrift nicht stören zu wollen. Aus ebendiesem Grunde drängte der Schreiber in col. 2 Z. 4 die Buchstabenvon satiat mehr als er es bei anderen Worten gethan, aneinander.Im Texte selbst findet sich nur die Abkürzung für Christus, col. 2Z. 6 u. 15.
propter quam parabolaiin > \ doeetur creditoris qui \ par-vum vel multum con cedit in itinere sequenti\ bus se turbiset mulierib(us)
c) Nach dem Lichtdruck bei Delisle, Memoire sur l'ecole calli-graphique de Tours au IX e siecle, PI. I. (Memoires de l'Institut na-tional de France. Academie des Inscriptions et belles-lettres. Paris1886), entnommen einer Handschrift der Gymnasialbibliothek inQuedlinburg, die von dem Presbyter Adalbaldus auf Befehl desAbtes Fredegisus geschrieben worden ist. Ohne Zweifel ist in demletzteren der Kanzler Ludwig des Frommen, Abt von St. Martinin Tours (804—834) und von Sithiu (820—834) Fridugisus zu sehen,vgl. Sickel, Lehre von den Urkunden der ersten Karolinger, Wien1867, S. 89 ff., Simson, Jahrbücher des fränkischen Reichs unterLudwig dem Frommen, Leipzig 1876, 2, 235 ff., Breslau, Urkunden-lehre 287 und Mühlbacher, Karolinger Regesten S. XCVI. Da nachDelisles Untersuchungen feststeht, dass die jetzt in Quedlinburgaufbewahrte Handschrift in der Kalligraphenschule des Martinklostersin Tours geschrieben wurde, so erhellt, dass dies zwischen denJahren 804 und 834 geschehen sein muss. Die vorliegende Probehat Delisle dem fol. 173 recto der genannten Handschrift entnom-men, von welcher er a. a. O. S. 52—55 eine genaue Beschreibunggibt. Die auf unserer Tafel enthaltenen Verse gehören zu denInschriften, mit denen die Martinskirche in Tours ausgeschmücktwar, sie sind u. a. herausgegeben in Le Blant, Inscriptions chre-tiennes de la Gaule, I, S. 243, Nr. 182, v. 3—10, und Nr. 183, v. I —7.Ueber das in unserer Probe Z. 10 am Anfang stehende Eusebiivgl. Le Blant S. 244. Auch hier finden sich nur wenige und durch-aus gebräuchliche Abkürzungen, obschon immerhin mehr als in aund b. Strich über dem Vokal zur Bezeichnung des zu ergänzen-den m in Z. 11 u. 14, Z. 4. 5. 7. 9. -q; für -que, Z. 3 die Abkür-zung für sanetus, Z. 10 für saneta, Z. 5 für secula, Z. 7 für Christi,Z. 10 für Christo, Z. 9 für Deo. Auch hier wird es genügen, nurwenige Zeilen aufzulösen.
In caclis quac scripta manent semperque manebuntHie ovat ex utero sfanjcftujs baptista JohannesHie Delix Victorq(ue) pii Gervasius ahnusProtasiusq(ue) sacer. sunt hie per s(e)c(u)la festes5 Qui veram docuere fidem cruce sanguine morte
d. e. f. Uncialschrift.
d) Probe der schönen, jetzt in der Stadtbibliothek von Fuldaaufbewahrten Handschrift, welche die von einer Vorrede des BischofsVictor von Capua eingeleitete Evangelienharmonie, die Apostel-geschichte, die canonischen Briefe des neuen Testaments und dieOffenbarung Johannis enthält, von dem genannten Bischof Victorvon Capua in den Jahren 546 und 547 (wie die unter die Apostel-geschichte und die unter die Offenbarung Johannis gesetzten eigen-händigen Subscriptionen desselben vom 19. April, 2. Mai 546 und15. April 547 zeigen) durchcorrigirt, und zweifelsohne nicht allzu-lange vor dem Jahre 546, wenn nicht in diesem Jahre selbst, ge-schrieben, und von welcher man annimmt, dass sie einst dem hei-ligen Bonifacius angehört habe. Glossen, die von angelsächischerHand geschrieben, sich in der Handschrift vorfinden, kann manvielleicht als von Bonifatius selbst herstammend ansehen. Vgl. imübrigen über die Handschrift: Novum Testamentum Latine inter-prete Hieronymo ex manuscripto Victoris Capuani edidit etc.E. Ranke, Marburg und Leipzig 1868, und Zangemeister und Wat-tenbach, Exempla etc. Praef. S. 8. Aus der Tafel 34 des letzt-genannten Werkes ist unsere Probe entnommen, die Stelle stehtin dem 28. Capitel der Apostelgeschichte, Vers 20—23. Von Ab-kürzungen findet sich in der hier wiedergegebenen Stelle nur inZ. 4. 6. 13. -q, = que. Auch sonst ist der Text der Handschriftziemlich rein von Abkürzungen, die, wenn sie vorkommen, nurdiejenigen sind, welche in zu kirchlichem Gebrauch bestimmtenUncialhandschriften sich wiederholt finden. Die Uncialschrift diesesCodex ist eine solche, die noch auf den guten Ueberlieferungen
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