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Studien über Rudolf von Ems : Beiträge zur Geschichte der Rhetorik und Ethik im Mittelalter
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Studien über Rudolf von Ems. 37

961984) in ihren Büchern De scriptoribus ecclesiasticis (bezw.bei Honorius mit dem Haupttitel De luminaribus ecclesiae), vonVincentius Bellovacensis in seinem Speculum doctrinale am Endedes letzten (XVIII.) Buches. Sigebert und der Anonymus fügenoft erläuternde Ausführungen ein und Honorius gibt zuweilen, wieauch schon Hieronymus, lobende Urteile über den Stil: dulcisermone dictatum, suavi ac praeclaro eloquio, subtili sensu atqueillustri sermone, melius plane, diserta lingua et scientia eruditus,dulcisone, pulcherrimo carmine compositum, eleganti epigrammatecoaptatum, mirabilem librum, egregio stylo, miro modo. SolcheAttribute haben auch Gotfrid und Budolf, man vergleichebei Rudolf: dulcis, dulcisonus, suavis = süeze, subtilis, plane ebenunde sieht; disertusspiehe, scientia eruditus = wise; pulcherrimus,elegans = cp«Ae; praeclarus, egregius = vollekomen. Das Lob, dasHonorius dem Rupert von Deutz erteilt: a Spiritu sancto pervisionem illuminatus (Migne Sp. 232), spendet Rudolf seinemMeister Gotfrid: got im der kunst wol gunde 3169. Es ist nicht un-wahrscheinlich, daß Rudolf neben Gotfrid noch ein derartigeslateinisches Dichterkompendium gekannt hat. Auch damit, daßRudolf am Schlüsse der Dichterreihe seine eigenen Werke auf-zählt, folgt er dem Herkommen, denn das Gleiche tun Hieronymus,Gennadius, Sigebert und Honorius (chronologisch auch Hugo vonTrimberg im Registrum multorum auctorum, vgl. auch Renner,Prolog, 2529) 1 . Über Rudolfs Selbstzitierung s. ferner, untenunter C, Zeitfolge.

Der letzte Teil der klassischen Rhetorik, die Lehre vomVortrag (actio, pronunciatio) 2 , die auf dem Gesetz der psycho-physischen Wechselwirkung (vgl. dazu Saran, Verslehre, S. 26 ff.120 ff.) beruht, mit der Einteilung in Bewegungen der Sprache,vocis figura (der sprachliche Vortrag in der Mienenbewegung,vultus) und in Bewegungen des Körpers (corporis motus, gestus,das Gebärdenspiel), ist ebenfalls ins Mittelalter übergegangen, aberin der mhd. Literatur wird sie meines Wissens nicht berührt 3 .

1 In diesem Zusammenhang sei auch an die Aufzählung von NotkersWerken in seinem Brief an den Bischof von Sitten erinnert. Zur Zeitangabeder Legenda aurea s. Helm, Beitr. 43, 341 f.; Edw. Schröder, Beitr. 43,545548; Strauch, ebenda S. 549.

2 Volkmann 2 S. 573580.

3 Bemerkungen über dieVortragskunst sind im Mittelalter nicht zahl-reich. Hier sei nur verwiesen auf Marcianus Capeila V, 450 ff.; Alcuin, Migne101, 941 ff.; Hrabanus Maurus, Migne 101,-941 f.; Notker, Piper I, 682f.;