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Johan uz dem virgiere : eine spätmittelhochdeutsche Ritterdichtung nach flämischer Quelle
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[9 V ] 510 Lectores, die von gode phlagen sprechen,

Und sust ander phaffen gnug,

Die ir Wille gein gode drug.

Nu do sie bi einander sazen

Frolich drunken unde azen,515 Man mohte den hof zu rehte loben:

Babst und der keiser sazen oben

Und darnach konige und cardinale,

Herzogen, bischove, amerale.

Alda moht man auch schauwen520 Wol dru dusent megede und frauwen

Die lustlich warn gezieret.

Ez was geordinieret,

Daz ie ein herre oder ritter ein

Einer frauwen od jungfraun saz engein.525 Zu dische diente jungher Johan,

Der beste der ie lip gewan.

Zur hohsten davel, da der keiser saz,

Der jungherre oberste diener was,

Wan er was starg und snelle gnug,530 Schone, sinnig und auch klug.

Er was alt vierzehen jar,

Man vant sin glichen niergen vorwar,

Lutselig was er und so groz,

In allen glichen nit sin genoz.535 Were ein jungfrauwe siech gewesen,

Durch sine schone wer sie genesen.

Nu er so vor dem dische stunt,

Er sprach wiedern keiser Sigemunt:[10 r J 'Herre, duhtz uch zit sin,

540 So wer ez wol der wille min,

Man mechte die dische der duche bar

Und gebe den herren wazzer dar'.T~\er keiser sprach: 'eist unser sit,Daz wir davel lan uff heben nit,545 So wir mit freuden han enbizzen,Wir muzen nuwe mere e wizzen'.Der jungling sprach mit drubem müde:

510. ist Lectores zu streichen? zu sp. 514. Frolichen. 516. Babest, so durchaus.518. Vnd h. Bischöfe vnd. 522. was so. 523. ader der. 524. frauwen oder eyner iungfrouwen sassen; vgl. V. B). 5 V ', Z. 1316. 527 hohesten dafeln. 528. der oberste. 532.syne. 533. So lutselig. 533. das e in siech wohl von der Texthand über-geschrieben. 5 3 5 f. vgl. zum Motiv V. Bl. 2«, Z. 13 ff. 536. were. 538. widderden. 539. duchte ez. 543. ez ist ie. 544. dafeln vff laßen. 546. E nuwe. 547. Junge-ling. mit gutem.