⸸ ⸸Endlich hatten wir oder unsere Freunde noch verschiedene Stücke die-ser Art vom Hartreder oder Härtern (Cornus Sanguinea), zwey von Pflan-men, mehrere von Schlehen, zwey von Eichen, etwelche vom Sauerdorn(Berberis vulgaris), eines vom spanischen Flieder, eines von der Haselstau-de, eines vom Mehlbaume (Viburnum Lantana), eines von der Palm-weide (Salix caprea), und eines von Stachelbeeren. Nach Albin lebt die-se Spannerart auch auf dem Weißdorn und auf Rosenstauden, und scheintdaher eine von den wenigen Arten zu seyn, die im Betreffe ihrer Nahrungfür alle laubtragende Bäume und Sträuche gleichgiltig sind. DiejenigenStücke, die wir von den letzterwähnten entweder selbst besassen, oder beyunseren Freunden sahen, waren fast alle gewissermassen rindenfärbigt, man-che doch vorzüglich rothbraun, andere entgegen düster oder schwärzlicht-grau.Welchen Stoff zu philosophischen Betrachtungen liefert die Verschie-denheit der Farbe an den Raupen dieser einzigen Spannerart! Man siehtes nicht ohne Vergnügen und Verwunderung, wenn ein von einem Falkenoder von einem nicht eben bloß nach dem Geruche zu spüren gewöhnten Hun-de verfolgter Feldhase sich auf dem Acker unvermutht in eine Furche schmiegt,und darinn unverrückt harrend durch die braungraue, mancher Erdart sehrähnliche Farbe seines Rückens, seine Feinde dergestalt irre macht, daß sieihre Beute endlich für verlohren geben, und den Ort verlassen. Man ver-ehret dabey die gütige Vorsorge des Schöpfers, die des Thieres Rücken sogefärbt, und dasselbe zugleich gelehret hat, sich durch diese Farbe auf solcheArt zu retten. Wir glaubten, nicht weniger Ursache zu solcher Verwun-derung zu haben, als wir die grossen Hasen, die man zur Winterszeit vonden österreichischen oder steyermärkischen Gebirgen brachte, alle durchausvon einer schimmernden Weiße sahen, und nach der Zeit eben so einfärbigund glänzend weiße Schneehüner (Tetrao Lagopus Lin.) zu Gesichte be-kamen; da uns doch bekannt war, daß beyde Arten im Sommer grau undbräunlicht sind (*). Und freylich, da verschiedene Arten grosser Raub-vögel(*) In dem Naturaliencabinete des theres. ganz weiße, und zwo von denen, die im Früh-Collegiums sind unter den Hunderten ausgestopf-ling oder Herbste geschossen worden, wo sie dieter Vögel auch einige Abänderungen dieserFarbe erst zum Theil geändert hatten.Hühnerart aufbehalten, vornehmlich eine
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Systematisches Verzeichniß der Schmetterlinge der Wienergegend
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