Druckschrift 
Systematisches Verzeichniß der Schmetterlinge der Wienergegend
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen
 

V8. Hagedornsp. R. (Crataegi Oxya-canthae.)La Chenille demi- velüe d'aube-épi-ne. Reaum.9. Albernſp. R. (Populi nigrae.)10. Viereichensp. R. (Quereus Rob.)La Chenille Processionnaire. Reaum.11. Fichtensp. R. (Pini sylvestris et Pi-ceac.)La Chenille du Pin. Reaum.(πιτοοκάμπη Dioscorid.)(*) Den Spinner besitzen wir zwar nochnicht; es hat ihn aber schon Reaumür (Me-moires des Ins. Tom. 2. Mem. 13.) genau be-schrieben, und wir haben doch Hoffnung ihn baldzu sehen. Der gelehrte Naturkündige Hr. Po-powitsch hat uns neulich einige Raupen dieserArt mitgetheilet, die er durch den Freyherrnvon Sperges einen Mann, der alle nützlichenKenntnisse mit patriotischem Eifer befördert, ausTyrol erhalten hatte. Sie nähren sich sehr gutsowohl von Rothtannen= als Föhrentangeln;welches auch schon Gualt. Charleton (Onoma-sticon animalium Ins.) bemerket, und daher dieseRaupen pineas piceasque erucas genennet hat.Wir haben also nicht zu fürchten, daß wir oͤster-reichische Insectenliebhaber verführen, wenn wirdieser, insgemein doch nur auf der Fohre oderdem Kienbaume wohnenden Raupenart denNamen von Fichten lassen, der ihr schon zudes Matthiolus Zeiten eigen war (Germani-ce dicitur der Uum (Wurm) von Fichten-Matth. in Diosc. Lib. 2. cap. 54. vel 55. Edit. Venet.

Hagedornsp. B. Crataegi. L.Albernsp. B. Populi. L.Viereichensp. B. Processionea. L.Fichtensp. (*) B. Pityocampa.M. Halb-lat. 1565. et ital. 1604.) ob man schon in Oe-sterreich, wie auch meistens im röm. Reiche, durchdas Wort Fichten, Feuchten und Fichten-baum (welches dem Hrn. Beckmann Anfangs-gr. der Naturh., wie dem Ruppius, Lonice-rus u. m. a. Pinum sylvestrem Lin. bedeutet)die Roth= oder Pechtanne, Pinum PiceamClusii, Bauh., Tournef. etc. zu verstehen, undden Kienbaum nur Fohre, Foͤhre oder wohlauch mit Clusius (Stirp. Pannon. Hist. pag.16.) Feren, Ferent zu nennen pfleget.Den Botanikern ist bekannt, und man fin-det es im Hausvater 5. Th. 224. S. angemer-ket, daß der Ritter v. Linne im Betreffe derFichte und Tanne die Namen verwechselt ha-be, und unsere Tanne Piceam, unsere Fichteoder Pechtanne entgegen Abietem nenne: da-her wir bey diesen zween Bäumen, um alleVerwirrung zu vermeiden, die lateinischen Na-men jedesmal von den erwähnten älteren Schrift-stellern entlehnen werden.