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1 = Abth. 1, Bildnerei (1857)
Entstehung
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CALCAR.

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nur Vermulhungen aufstellen. Auf der Bekrönung rechts kniet der jüngere derselben, inlangem Gewände, dem Anscheine nach dasjenige niederschreibend, was ein hinter ihm ste-hender Engel ihm zum Lobe der Madonna und des Gotteskindes, auf welche er empor-zeigt, inspirirt. Links kniet ebenfalls in langem Gewände ein älterer Mann, zu seinenFüssen ruht eine Krone und hinter ihm steht eine allegorische Frauengestalt, an deren ge-kröntem Haupte sich Flügel befinden. Die beiden knieenden Donaloren haben jedenfallseine Beziehung zu einander. Der jüngere links, ausser einer Federbüchse im Gürtel, bar allerwelllichen Würdezeichen, von einem Engel inspirirt, dürfte dem geistlichen Stande angehören; derandere ältere, zu Füssen die Krone mit jener Allegorie der Macht, die an dem denkenden undwollenden Haupte den Flügel trägt, ist eher ein Begent. Die Regenten von Cleve liegen uns amNächsten. Unter den clevischeu Fürsten der ersten Hälfte des 16ten Jahrb. ist aber nur 1) Jo-hann IL, welcher zugleich mit einem jüngeren Bruder auftritt, der Gelehrter und Geistlicherwar. Es ist dies Philipp von Cleve, 12 der Besitzer einer berühmten Bibliothek, Bischof voniNevers und Bheims. 2) Jobann III. und sein Bruder Adolf, der 1525 unvermählt in Spa-nien starb.

Tafel XIV.

Marienallar, Holzschnitzwerk in sechsfacher Verkleinerung mit fast runden Figurenund ohne Polychromie.

Dieses Schnitzwerk dürfte das älteste der Calcarer Schule sein, indem es einestheilsdem Eickschen Charakter zumeist entspricht, anderntheils vor dem Hochaltar und dem vo-rigen eine grössere Strenge und Einfachheit behauptet. Das Leben der Maria finden wir in10 Darstellungen vergegenwärtigt. In der ersten links oben wird Maria's Vater Joachimaus dem Tempel gewiesen und nicht zum Opfer zugelassen, wegen der Unfruchtbarkeitseiner Gattin Anna. Traurig geht er hinweg, begegnet der Anna, und nachdem sie beidevom Engel auf dem Felde die Botschaft empfangen hatten, dass sie noch eine TochterMarie erhalten würden, sehen wir diese als Kind in der Darstellung gegenüber das Opferzum Tempel bringen. An jene Scene schliest sich dann die Verkündigung, die Trauung,die Geburt, die Anbetung der drei Könige, der Vorgang mit Simeon, das Opfer im Tempel,endlich Tod und Himmelfahrt Maria.

Tafel XV.

Chorstühle in geschnitztem Eichenholz und zwei gegenüberstehenden Doppelreihen,von denen jede 24' 2" lang ist. Die Höhe der hinteren Boihe beträgt circa 10'. Ausserden Zugängen an den Seiten befindet sich auch in der Mitte der vorderen Reihe je ein

12. Wenn Letzterer auch schon 1505 starh, so könnte ihn sein herzoglicher Bruder dennoch später hierhaben auftreten lassen. Freilich ist diese ganze Zurttckführung auf bestimmte Personen eineblosse Vermuthung, die gern einer Thatsache Platz macht. Da zufolge der Stiftung dieses Altarsder Bürgermeister und die Kirchmeister von Calcar die Patrone desselhen waren, so ist es nichtunmöglich, dass einer von diesen dargestellt sei.