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1 = Abth. 1, Bildnerei (1857)
Entstehung
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CALCAll.

halb am Schrein vornahm. Das Schnitzwerk fällt aus diesen Gründen mit Sicherheit inslöte Jahrhundert. Die Stadt Calcar als solche scheint die Geberin desselben gewesen zusein, indem ihr Wappen deutlich in den beiden oberen Ecken hervortritt.''

Tafel XIII.

Altar im nördlichen Seitenschiff der Kirche, ebenfalls von geschnitztem Eichenholz,ohne Polychromie und mit fast runden Figuren. Ungefähr 20' hoch.

Die Darstellung beginnt in der Mitte der Predelle. Dort entwächst den Lenden Abra-hams der Stammbaum Christi und rankt sich rechts und links über Isaak und Jacob, Davidund Salomo hinweg in wunderbar schönem durchbrochenen Rankenwerk, bis zur Höhe,auf welcher ihn Maria mit dem Jesuskinde bekrönt; auf den obersten 6 Fialen von Engelnverehrt, denen sich seitwärts gleichsam unter Baldachinen die Donatoren anschliessend Er-wuchs der Stammbaum von den Lenden Abrahams bis zum Jesuskindlein hinauf, so befindensich von demselben eingeschlossen in 7 getrennten Darstellungen, von der unteren rechtenSeite an, die Präsentation des Kindleins im Tempel, gegenüber die Flucht nach Egypten,bei welcher aus einem Götzenbilde der Teufel hinausfährt, sobald die heil. Familie naht.Darüber der zwölfjährige Jesus im Tempel, dann die Kreuzlragung, Kreuzigung, Kreuz-abnahme und Grablegung.

Obgleich dieses Schnitzwerk einen Platz einnimmt, den selten volles Tageslichtbescheinf, und seine Wiedergabe dessbalb kaum möglich war, so genügt zur Würdigungdie Thatsache, dass das zunehmende Bestreben naturalistischer Auffassung und perspecti-vischer Täuschung noch in erhöhterem Maasse auftritt. Je geistig bedeutender der darge-stellte Moment, je unbedeutender muss derselbe bei einseitiger Ausdehnung jener Richtungwerden. So linden wir die Kreuzigung bereits in Bezug auf die Composition ganz unbe-deutend. Einen Fortschritt bei diesem Ablehnen des Idealen und alleinigen Anlehnen andas Natürliche des täglichen Thebens kann nur die Technik erringen, und diese finden wirauf einer eminenten Höhe. Kaum dürften jemals Werke iii Holz geschnitzt sein, die beiso riesiger Ueberwindung technischer Schwierigkeiten, wie die Stammbaumwurzel sie dar-bietet, so viel grossartigen Schwung und Kühnheit, so viel Wahrheit und Schönheit derForm erreichen. Dabei war keine Idee zu gestalten, kein Gedanke correkt, schön und sei-nem Inhalte gemäss zu verkörpern; es galt nur die Formen der Naturwelt zu beherrschen,und da das das Ideal der Richtung war, so finden wir dieselbe auch in dieser Arbeit aufihrer Höhe.

Stellten wir den vorigen Altar in die letzte Hälfte des 15ten Jahrhunderts, so ge-hört dieser unbedingt der ersten Hälfte des 16ten an. Die erwähnten Donatoren gebenhierüber freilich keinen vollständigen Aufschluss. Ueber ihre Persönlichkeiten lassen sich

11. Wir bemerken ein- für allemal, dass da, wo in den Abbildungen Kürperlbeile, z. B. Hände, Anne u. >. \v.fehlen, dieselben auch den Originalen fehlen, indem wir alle Restauration vermieden haben.