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XANTEN.
1) dem ursprünglichen Sarcophage, der von seiner ursprünglichen Stelle in den Ostchorkommt, 2) einer darüberstehenden Tumba, 3) einer früheren Gapsei-, 4) einem späterenScrinium (1264), 5) einer damit gleichzeitigen theca (1264). Die Tumba wird 1441 unterden Thürmen abgebrochen, 4 also dort stand früher der Sarcophag; der Sarcophag wird nunder jetzt noch im Ostchor stehende sein (Tafel XVIII. 1.) und die zuerst erwähnte Capselist eben diejenige, welche wir so eben beschrieben. Ueber den Verbleib der 1264 zurAufnahme von Reliquienlheilen erwähnten, mit Gold und Gemmen verzierten theca wissenwir nichts zu sagen; das Scrinium scheint erst nach 1834 verschwunden zu sein. 5
Tafel XVIII.
l.
Sarcophag des h. Victor, jetzt im Hochaltar aufgestellt, ungefähr 4'/2' lang, 1' breitund 2' hoch. Dieser silberne, reich vergoldete und mit Edelsteinen und Emaille geschmückteSchrein hat manchen Unbilden der Zeit unterlegen. Flüchtete schon der Präpositus derKirche die Reliquien im 9len Jahrhundert nach Cöln, 6 so unterliegt es auch keinem Zweifel,dass Vorderseite und Deckel jünger sind als der übrige Schrein. In der französischen Re-volution stand das Heiligtbum Jahre lang auf dem Kornspeicher eines Ackergutes. 7
Die uns dargebotene Langseite theilen acht emaillirte Pfeiler in drei schmalere undvier breitere Flächen. In den schmaleren stehen auf Polstern in fast runden Figuren dieApostel Jacobus, Thomas und Rartbolomäus. Die andere Langseite enthält weitere 3 Fi-guren und die hintere Schmalseite deren eine. Die acht breiteren Flächen haben ihrenehemaligen Schmuck verloren und sind jetzt mit flachen Messingplatten bedeckt; ob sie auchmit Apostelfiguren und denen des Heilandes, des h. Victor und der Gottesmutter geschmücktwaren, würde mit der Zahl der Flächen im Gesammlen, deren 15 sind, stimmen; indessenspricht auch wieder die veränderte Rreile der leeren Flächen für eine andere Ausfüllung.Die vergoldeten Pilaster sind in den Schaltflächen in mosaikartigen Mustern emaillirt. DieFlächen sind zunächst von einer gelben Linie umzogen; auf blauem Grunde liegen dannim ersten und zweiten Pilaster die kleinen Vierblätter, ebenfalls gelb umzogen, abwechselndin rother und weisser Farbe. Wieder gelb umzogen auf blauem Grunde sind dann diePalmetten des dritten Pilasters, in der oberen Hälfte hellblau und vom ersten Querstrich angrün. Im vierten sind auf gelbem Grunde die mittleren Würfel blau, die halben seitwärts
4. Spenrath IL S. 28.
5. Mone: Anzeiger Jahrg. III. S. 105 erwähnt einen um 1834 gesehenen vergoldeten Reliquienschrein
mit Abhildungen der mystischen Thiere der Apostel und Christus mit zwei Inschriften. 1) Ales,homo, leo, hos animalia myslica circa, majeslas medio, post fulget apex duodenus. 2) In hocscrinio continetur de ligno domini, Victoris martyris, Pancralii martyris, Silvestri papae,Calixti papae.
6. Annales Xant. ad auno 864.
7. Schölten S. IX.